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Enttäuschte Erwartungen sind das Problem und nicht die Flüchtlinge

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Seit den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern scheinen Politik und Medien die Ursache für das schlechte Abschneiden der CDU vor allem in der Flüchtlingspolitik zu suchen. Das ist ein Fehler.
Die Abneigung gegen Zuwanderer ist für mich ein Symptom aber nicht die Ursache. Das eigentliche Problem liegt in nicht erfüllten Versprechen, wie „Wir schaffen das“ und „Gemeinsam erfolgreich“.
Die Werbeversprechen hatten auch bei mir zunächst ein gutes Gefühl ausgelöst. Doch inzwischen merken immer mehr Menschen, dass das für sie nicht in dem Maße zutrifft, wie für wenige andere.
Das ist in Ostdeutschland so, in der Bundesrepublik und auch anderen Ländern.
Der Widerspruch zwischen Versprechen bzw. Erwartung und der täglichen Realität wird auch als kognitive Dissonanz bezeichnet. Menschen reagieren unterschiedlich darauf. Die einen zweifeln an sich selbst und werden depressiv. Andere radikalisieren sich, um sich aus diesem Zustand zu befreien. Beides schadet einer Gesellschaft.

Bei meinen Recherchen bin ich in Sachen Versprechen übrigens auf einige Parallelen zwischen der CDU und dem Finanzvertrieb der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG).

Werbemotive der vergangenen Jahre verdeutlichten das:
Auf einem ist eine Familie zu erkennen. Dazu schreibt die CDU „Jede Familie ist anders und uns besonders wichtig“. Auf einem sehr ähnlichen Motiv der DVAG heißt es „Ihre Ziele und Wünsche stehen im Mittelpunkt“.

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So ähneln sich die Werbebotschaften von CDU (oben) und DVAG (unten). In diesem Fall werden Bedürnisse von Familien angesprochen. Auch ich wollte ein guter Vater sein. Quelle (Montage): Werbemotive CDU und DVAG / vfalle

Zu einem anderen Motiv, welches eine ältere Dame mit einem Kind zeigt, titelt die CDU „Solide Finanzen sind wichtig, weil wir an morgen denken“. Das Motto der DVAG lautet „Früher an morgen denken“.
Beide CDU und DVAG sprechen also die gleichen Bedürfnisse an. Weil das auch meine Bedürfnisse waren, fühlte ich mich zu den Beiden hingezogen. Inzwischen sehe ich darin nur noch leere Marketingaussagen.

Interessanterweise verfliegt in Ostdeutschland gerade der Bonus der CDU, der eng mit der Grenzöffnung der ehemaligen DDR und Altkanzler Helmut Kohl verbunden ist. Finanz- und Versicherungsunternehmen witterten bei der Wiedervereinigung das große Geld. Die Wettbewerber waren z.B. entsetzt als sich die Allianz 1990 den Kundenstamm der ehemaligen „Staatlichen Versicherung der DDR“ sicherte. Auch die DVAG erkennte das Geschäftspotenzial.
Und: Altkanzler Kohl, ein enger Freund von DVAG-Gründer und CDU-Parteispender Reinfried Pohl, wechselte nach seiner politischen Karriere in den Aufsichtsrat des Versicherers Generali.

Von enttäuschten Erwartungen berichtet längst auch der Protagonist im Film „Wenn der Vermögensberater klingelt“. (2. bis 3. Minute des Beitrags)

In dem Beitrag heißt es zu den Absatz-Strategien in Ostdeutschland (ab 10. Minute): „Die Leute hatten nichts. Also ein cleverer Wessi hat hier mit der Schubkarre Verträge verkauft. Der hat da im Monat 100.000 Euro verdient…    … Zehn Jahre später hatten SIe von allem alles im Überfluss – manche drei gleiche Versicherungen was sie nicht gemerkt haben.“

Mich wundert es nicht, das diese Menschen jetzt sauer sind.

Noch einmal: Die Flüchtlinge sind nicht das Problem. Das eigentliche Problem sind unsere Erwartungen, die von Verkäufern und Marketingspezialisten gezielt angesprochen werden.
Die Methoden dazu wurden in den vergangegen Jahren immer weiterentwickelt. Es geht darum psychologische Schwächen von Menschen gezielt zu nutzen. Dafür gibt es z.B. Studien sowie Weiterbildungen zum Neuromarketing. Dabei werden vor allem unbewußte Entscheidungsprozesse angesprochen.

Das sollten wir uns bewußt machen!

Viele Grüße,
V. F. Alle

Was lief mit den DWS Fonds und der DVAG?

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Inzwischen habe ich eine Rückmeldung von der Deutschen Bank erhalten (siehe Blogbeitrag https://vfalle.wordpress.com/2016/08/20/um-die-abwicklung-duerfen-sich-nun-andere-kuemmern/) . Für die Bank ist in Ordnung, mir Depotgebühren für den DWS Immoflex abzuziehen, auch wenn ich die Verträge nicht auf Originalpapier unterschrieben habe und die mir vorgelegte Einzugsermächtigung von einem ganz anderen Vorgang mit meinem Vermögensberater stammt. Die Beschwerdemanger gehen dabei nicht auf den Hinweis ein, dass ich beim meinem Berater kein Einzelfall bin. Die Deutsche Bank verweist mich, wie bereits 2013, zurück an die Deutsche Vermögensberatung (DVAG).

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Zur Sicherheit habe ich noch einmal ein Schreiben hinterhergeschickt, indem ich nachfrage, ob die Bank mein Problem mit ihrem Vertriebspartner nicht als Ihr Problem betrachtet.
Ich habe darauf hingewiesen, dass ich es seltsam finde, dass die DVAG für ihre erfolgreiche Vertriebsarbeit Anteile an der DWS Holding erhalten hat. (Siehe: http://www.versicherungsbote.de/id/4784205/DVAG-DWS-Aktien-Deutsche-Bank/) Ebenso habe ich den Herren mitgeteilt, dass von Personen in der DVAG nach meinen Informationen Risiken beim zu erheblichen Teilen im DWS Immoflex enthaltenen SEB Immoinvest systematisch klein geredet wurden. Ferner habe ich deutlich gemacht, dass beim SEB Immoinvest deutliche Verluste zu erwarten sind, währen der Vertriebspartner der Bank weiterhin mit dem Slogan „Vermögensaufbau für jeden“ wirbt.

Wie aggressiv die DVAG den Vertrieb der DWS-Produkte vorangetrieben hat, lässt die Abschrift einer Rede erahnen, die auf einer DVAG-Motivationsveranstaltung mit  AIDA-Kreuzfahrt gehalten wurde:

„Auch Geldanlagen DWS Depot. Ich weiß gar nicht, ob ich das hier öffentlich so sagen kann, aber es liegen ja noch, glaub ich, 3 Milliarden beim DIT und wenn man sich mal die Mühe macht und die Performance vom DIT mit einem gleichwertigen Fonds von der DWS vergleicht, dann wird man feststellen, dass man da auf 10% Unterschied in der Performance kommt. Und wenn man im Intranet sich ein bissl auskennt, dann kann man die 2 Kurven übereinander legen, von dem Fonds den der Kunde hat und von dem Fonds, wie hat der im letzten Jahr entwickelt von der DWS und da kann man auch mit ihm mal drüber reden, ob es nicht Sinn macht, jetzt umzuschichten und ein Konto bei der Deutschen Bank zu eröffnen und nicht bei der Allianz. Das er einfach wieder bei uns ist, also auch da drüber kann man reden. …
… Ich erinnere mich, Dr. Pohl, wie Sie gesagt haben, wir sollen erbarmungslos zuschlagen und ich glaube auch, dass die Zeit dafür da ist, dass wir das jetzt machen. Und das eben nicht dadurch, dass wir unsere Leute nur zu Schulungen setzen, sondern dass man sie auch zum Kunden bringt.“

Siehe: http://www.geprellte-vermoegensberater.org/viewtopic.php?t=573&start=10#p6398

Ein Teilnehmer des Forums „Geprellte Vermögensberater“ kommt bezüglich des Vortrags zu dem Ergebnis:

„Zusammenfassend kann man sagen, das ist eine Rede vom Verkäufer für Verkäufer. Es geht hier nur um (Neu-) Umsatz. An sich nicht schlecht, aber der Kunde interessiert hier nicht, nur als Lieferant. Kunden auslutschen, haben wir das genannt. Das hat doch nichts damit zu tun, den Kunden gut zu versorgen. Das sollte eines Beraters unwürdig sein. Und wer da hinterher läuft, der mag Geld verdienen, viel Geld sogar, aber er schadet dem Ansehen der Branche.“

 

Mit Wohlstand für die deutschen Bürger und Beratung, die der Unternehmensnahme Deutsche Vermögensberatung suggerieren, hat das wenig zu tun.

Das passt für mich auch gar nicht mit den Grußworten zusammen, die die Bundeskanzlerin anlässlich des 85. Geburtstag des DVAG-Gründers Reinfried Pohl im April 2013 geschrieben hatte:

„Sie und Ihre Familie haben ein gutes Stück der Geschichte der sozialen Marktwirtschaft mitgestaltet, denn Sie haben das Angebot von Allfinanzleistungen populär gemacht, Sicherung aus einer Hand, weil es um den Menschen geht und nicht um das Produkt.“

Quelle: https://www.dvag-presseservice.de/2013/04/23/zum-geburtstag-des-grunders-und-vorstandsvorsitzenden-der-dvag-prof-dr-reinfried-pohl-wird-85-jahre/

Ich habe den Eindruck, dass mich die von mir angeschrieben Politiker (Theo Waigel, Volker Bouffier und Angela Merkel) sowie die mit einbezogenen Personen im DVAG-Aufsichtsrat (u.a. Ex-Kanzleramtschef Friedrich Bohl), dem Bundesfinanzministerium und bei den DVAG-Partnern gerne als Einzelfall sehen möchten.

Jetzt wird die Zeit allerdings knapp. Denn das Ende der Abwicklung des SEB Immoinvest – mit entsprechenden Konsequenzen für den DWS Immoflex – ist für Frühjahr 2017 terminiert. Dann sind es nur noch wenige Monate bis zur Bundestagswahl.
Ich würde mich freuen, wenn sich frühzeitig eine Lösung für die enttäuschten DVAG-Kunden und Bundesbürger finden ließe. Denn eine Protestwahl würde Deutschland noch mehr negative Impulse geben.

 

Viele Grüße,
V.F. Alle

 

Hintergrund:
Lange Zeit hatte ich mich auf den offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest konzentriert. Vielleicht hätte ich auch beim DWS Immoflex von der Deutschen Bank genauer hinsehen sollen. Als der SEB Immoinvest Anfang 2012 in die Abwicklung ging, hätte ich zumindest noch die Einspruchsfristen beim DWS Immoflex einhalten können. Dummerweise hatte ich mich voll auf den SEB Immoinvest konzentriert, mit dem ich ja meine Darlehen bei der SEB Bank (inzwischen Santander) abbezahlen wollte.

Mein Vermögensberater hatte mir 2009 empfohlen 52.000 € aus dem SEB Immoinvest zu nehmen und in den DWS Immoflex zu stecken. Was ich damals nicht wusste: Der SEB Immoinvest war zu einem großen Anteil im Dachfonds DWS Immoflex enthalten – während ich glaubte, dass es meinem Berater darum geht, nicht alles Geld in ein Produkt zu stecken. Nach Aussage meines Beraters hatte er an dem Tag keine Originalverträge mehr, weil zuvor bereits vielen seiner Kunden zu einem ähnlichen Schritt geraten hatte.

Anleihenmanager warnt: Politik der Notenbanker bremst Realwirtschaft

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Bei „finanzen100.de“ habe ich in den vergangenen Tagen einen Beitrag vom 23.8. 2016 gefunden, der jeden Sparer interessieren sollte. Der Titel lautet : Bill Gross warnt „Null- und Strafzinsen zerstören den Motor der Realwirtschaft“ (Siehe: http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/bill-gross-warnt-null-und-strafzinsen-zerstoeren-den-motor-der-realwirtschaft_H894064606_313397/)
Im Artikel erklärt Bill Gross, einer berühmtesten Anleihenmanager der Welt, warum die aktuelle Politik der Notenbanker verheerende Folgen für Banken und Versicherungen und somit auch für deren Kunden hat.
In dem Beitrag wird das mit einem Beispiel aus der Automobilbranche deutlich gemacht:

> Ein freundlicher Automechaniker sagt in einem Werbespott für einen Motorfilter: „Sie können jetzt bezahlen, …“ Darauf ergänzt ein mit einer teuren Motorreparatur beschäftigter Kollege: „… oder mich später bezahlen.“<<

Damit soll deutlich gemacht werden, wie sich die Gesamtkosten durch eine einzige Fehlentscheidung vervielfachen können. Gross berichtet dazu:

„Schmutziges Öl und künstlich nach oben getriebene Finanzmärkte haben viel gemeinsam. Beide können irgendwann den Motor zerstören – im Falle der Notenbanker ist es der Motor der Realwirtschaft, der in Gefahr ist.

Nach seiner Einschätzung sind Null- und Strafzinsen der Notenbanker schädlich für die Realwirtschaft. Es werde nicht ausreichend berücksichtig, dass die Produktivität – ein typischer Indikator für den Wohlstand von Industriestaaten – sich seit Jahren schlecht entwickle und sogar rückläufig sei. Als konkrete Beispiele nennt er die USA und Japan.

Strafzinsen, die eigentlich mehr Geld für die Wirtschaft in Umlauf bringen sollten, führten nun dazu, dass Geschäftsmodelle von Banken und Versicherungen ins Wanken gerieten.

Der Autor des Finanzen100.de-Beitrags, Egmond Haidt, fasst im Bezug auf Banken und Versicherungen zusammen: „Die Gewinne dieser Unternehmen werden beeinträchtigt werden und damit die Realwirtschaft. Arbeitsplatzabbau, höhere Versicherungsprämien, sinkende Pensionszahlungen und zunehmende Ausfälle: Sie alle bergen das Risiko, zu einem Zyklus der Stagnation und Verfalls zu führen.“

Während die Notenbanken laut Gross die notwendigen Reformen ebenso wie die Kunden lieber aufschieben, hält er eine neue Geldpolitik dagegen für ebenso notwendig, wie den rechtzeitigen Wechsel des Ölfilters.

Als Sparer, der gerade sehr unschöne Zeiten erlebt, kann ich Gross allerdings nur zustimmen. Seit Jahren weise ich meine Finanzdienstleister und auch deutsche Politiker auf Systemfehler hin. Der Erfolg hielt sich bisher in Grenzen. Es wird weitergemacht wie bisher.

Viele Grüße,
V.F. Alle

Um die Abwicklung dürfen sich nun andere kümmern

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Bevor ich zum aktuellen Anlass komme, möchte ich hier ganz kurz von einem erfolgreichen Maschinenbauunternehmen berichten. Zum Erfolgskonzept des Unternehmens gehört es, dass Mitarbeiter zeitweise auch in anderen Abteilungen arbeiten. Der Konstrukteur geht z.B. anders an seine Arbeit heran, wenn er mal einige Zeit im Kundenservice gearbeitet hat und die Probleme der Kunden hautnah mitbekommen hat, berichtete mir der Geschäftsführer vor einiger Zeit sinngemäß.

Bei meinen Finanzdienstleistern läuft das scheinbar anders.

Vor wenigen Tagen bekam ich von der Deutschen Bank die neusten Informationen zum DWS ImmoFlex. In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, dass die DWS Investment GmbH Ihr Vermögensmandat 2013 gekündigt hat und das Verfügungsrecht auf die State Street GmbH übergegangen ist. Außerdem heißt es:

„Die künftige Entwicklung des DWS ImmoFlex Vermögensmandat wird weiterhin im Wesentlichen von der Entwicklung der Zielfonds beeinflusst. Alle der neun investierten Zielfonds befinden sich in Liquidation.“ Zu den Zielfonds gehören im Wesentlichen der SEB Immoinvest sowie der CS Euroreal EUR.

DWS-Immo2016
So informierte die Deutsche Bank die Anleger des DWS Immoflex Mitte 2016..

Wie bereits beim SEB Immoinvest, hat sich also auch beim DWS ImmoFlex das ursprüngliche Management zurückgezogen. Die Anleger können ihre Anteile dagegen nur mit Verlust verkaufen oder müssen warten, was sie am Ende der Abwicklung heraus bekommen.
Die Informationen zu den Fonds bekomme ich längst auch nicht mehr von meinem Vermögensberater (von dem mir die Fonds vermittelt wurden) oder der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG), sondern von den Banken.
Als die Deutsche Bank vor wenigen Wochen die Depotgebühren von einem Konto abbuchen wollte, welches nicht mehr aktiv ist, versuchte ich das bei meiner Deutschen-Bank-Filiale zu regeln. Der Bankmitarbeiter sagte mir jedoch, dass er das nicht selbst tun könne, weil das Beratungsmandat bei der DVAG liege. Meine Beschwerde dazu wollte die Bank prüfen und mir bis 16.8.2016 („in den nächsten zwei Wochen“) eine Rückmeldung geben. Unter anderem geht es darum, dass die Einzugserlaubnis für die Depotgebühr, auf die sich die Bank beruft, zu einem anderen Vertrag gehört und der Vertrag zum DWS ImmoFlex nicht mit den Originalvertragsunterlagen erfolgte.

Pünktlich habe ich von der Deutschen Bank am Donnerstag die Rückmeldung erhalten, dass die die Prüfung noch etwas mehr Zeit in Anspruch nehme.

Zurück zur DVAG: Von einem Bekannten, der selbst im Versicherungsgeschäft tätig ist, weiß ich, dass es bei der DVAG üblich ist, sich eine Nachbetreuung bei solchen Kundenfragen von den Geschäftspartnern zusichern zu lassen.
Unter Vertriebsgesichtspunkten erscheint es mir nachvollziehbar, dass sich der Finanz-/Versicherungs-Partner um Detailfragen zu bereits abgeschlossenen Verträgen kümmert. Die „Vermögensberater“ können sich damit weitgehend auf das Vermitteln neuer Verträge konzentrieren und müssen sich nicht länger als nötig mit den Problemen der alten Verträge beschäftigen.
Mit Blick auf eine nachhaltige Geschäftsentwicklung bei der DVAG und ihren Partnern halte ich diese Strategie allerdings für sehr riskant.Diese Struktur führt zwar kurfristig zu Vertragsabschlüssen aber nicht unbedingt zu höherer Kundenzufriedenheit.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Es gibt auch kundenorientierte Finanzprofis

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Gelegentlich werde ich dafür kritisiert, dass ich zu negativ über meinen Finanzdienstleister Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) und die DVAG-Partner berichte. Dabei gilt meine Kritik keinesfalls allen Managern und Mitarbeitern der Unternehmen.

Deshalb möchte ich heute einmal ein positives Beispiel  für einen kundenorientierten Menschen beim DVAG-Partner Deutsche Bank nennen.

 

Dem Risikomanager der Bank Eric Ben-Artzi war vor einigen Jahren aufgefallen, dass sein Unternehmen hochspekulativer Wertpapiere  deutlich zu hoch bewertet hatte. Laut Spiegel-Online hatte der promovierte Mathematiker, das auch seinen Vorgesetzten mitgeteilt (siehe: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kronzeuge-gegen-deutsche-bank-schlaegt-millionen-belohnung-aus-a-1108485.html). Als die Vorgesetzten nicht reagierten, hatte er die US-Börsenaufsicht SEC darüber informiert. Die SEC hat die Bank laut dem Bericht daraufhin zur Zahlung von 55 Mio. US-Dollar verurteilt.

 

Nun sollte Ben-Artzi dafür eine Belohnung in Millionenhöhe bekommen. Laut einem Beitrag in der „Financial Times“ (Quelle: http://www.ft.com/cms/s/0/9edb953a-655e-11e6-8310-ecf0bddad227.html#axzz4HoFGjyij ) will er diese Belohnung allerdings nicht annehmen. Er begründet das damit, dass die Falschen durch die Strafe belastet würden, nämlich die Aktionäre und die Mitarbeiter die ihre Arbeitsplätze verlieren. Das Top-Management habe die Bank dagegen mit üppigen Boni verlassen und würde nicht bestraft.

Respekt! Das nenne ich Kundenorientierung!

Die Sache hat leider nur einen Haken: Ben-Artzi ist nicht mehr Mitarbeiter der Deutschen Bank. Er wurde kurz nach der Sache mit der SEC entlassen. Hintergründe dazu sowie einige Kommentare dazu sind auf einer US-Internetseite von 2015 nachzulesen: http://www.zerohedge.com/news/2015-07-14/exclusive-inside-story-how-deutsche-bank-deals-whistleblowers

 

Ich glaube, dass ich nun besser aufhöre. Denn ich wollte ja diesmal einfach nur etwas positives berichten.

 

Viele Grüße,

V. F. Alle

 

 

 

DVAG-Zukunftsforum 2016: Ein Blick auf die Partner lohnt sich

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Beeindruckend präsentiert die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) ihr Zukunftsforum am 13. und 14. September 2016 in Leipzig. Es gibt viele namhafte Referenten und Partner.

Laut der Eigenwerbung richtet sich das Zukunftsforum an DVAG-Partner und Berufsinteressenten. Es soll einen „Ausblick auf die Chancen in der Finanzberatung der kommenden Jahre und Jahrzehnte“ geben.
Interessenten die noch keinen Vermögensberater haben sollen sich an eine auf der Homepage angegebene Adresse wenden. Warum das im Pyramidensystem der DVAG wichtig ist, soll in diesem Beitrag allerdings nicht Thema sein. Das können ehemalige Vermögensberater (z. B. im Internetforum geprellte-vermoegensberater.org) oder Anwälte (siehe z.B. bei www.handelsvertreter-blog.de) viel besser erklären als ich.

Deshalb möchte ich mich lieber mit den Verbindungen der DVAG zu den auf der Homepage zum Zukunftsforum angegeben Partner beschäftigen.

Zukunftsforum-Partner
Zahlreich erscheinen die „Partner“ des DVAG-Zukunftsforums. Quelle: http://www.zukunftsforum.dvag

Aachen Münchener Versicherung

Produkte der Aachen Münchener werden seit einigen Jahren exklusiv von der DVAG vertrieben. Die Aachen Münchener gehört zum Generali-Konzern, der wieerum zu 40% an der DVAG beteiligt ist. Im Aufsichtsrat von Generali saß bis 2010 Helmut Kohl (CDU). „Der Altkanzler war 2002 auf Betreiben seines langjährigen Freundes und Gründers der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), Reinfried Pohl, in das Kontrollgremium eingezogen“, heißt es in einem Bericht des Manager Magazins vom 23. Juni 2010.  Darin steht auch, dass der Konzern Anteile an der DVAG besitzt und, dass Kohl seinen Aufsichtsratssitz an Andreas Pohl, den Sohn des DVAG-Gründers, abgab. Nebenbei ist der Inzwischen bei der Aachen Münchener ausgeschiedene Vorstandsvorsitzende der Aachen Münchener immer noch im Aufsichtsrat der DVAG.
Im Jahr 2015 gab es einige Veränderungen im Management der Generali-Gruppe. Generali Deutschland bekam einen neuen Vorstand ebenso wie die Aachen Münchener, wo Christoph Schmallenbach den Posten von Michael Westkamp übernahm. Das-investment.com schrieb dazu: „Schmallenbach ist besonders gut mit dem exklusiven Aachen-Münchener-Vertriebspartner DVAG vernetzt. So soll sein Augenmerk vor allem auf dem Ausbau dieser Partnerschaft liegen.“
Westkamp sitzt nach dem Ausscheiden beim Versicherer allerdings immer noch im Aufsichtsrat der DVAG.
Fazit: Es besteht eine Verflechtung, die deutlich über eine normale Partnerschaft hinaus geht. Daraus ergeben sich Vorteile für die Unternehmen aber nicht unbedingt die Kunden. 2015 geriet die DVAG wegen Umdeckungen bei Lebensversicherungen in die Kritik. Siehe: http://www.versicherungsbote.de/id/4814937/DVAG-Umdeckung-Lebensversicherung-Kritik/

 

BDV – Bundesverband der Vermögensberater (nicht zu verwechseln mit dem Bund der Versicherten)

DVAG-Gründer Reinfried Pohl ist Gründungsmitglied der Vereinigung. Vorsitzender des Verbandes ist Bundesminister a. D. Friedrich Bohl (CDU). Der Ex-Kanzleramtschef (unter Helmut Kohl) ist gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der DVAG.
Fazit: Die DVAG hat damit einen erheblichen Einfluss innerhalb des BDV.

 

DV – Deutsche Verrechnungsstelle

Über die Deutsche Verrechnungsstelle (DV) gibt es außer einer Presseinformation der DVAG, in der die DV eher wie ein Partner erscheint, wenig Informationen. In einem Interview mit dem Handelsblatt vom 16.9.2015 bezeichnet der aktuelle DVAG-Vorstandsvorsitzende Andreas Pohl die DV als DVAG-Tochter. Laut DVAG-Geschäftsbericht wurde das Unternehmen von Andreas und Reinfried Pohl gegründet. Die Hausanschrift ist mit der Anschrift der DVAG in Frankfurt a. Main identisch.
Fazit: Es handelt sich zwar formal um ein eigenständiges Unternehmen. Dieses gehört allerdings zum Imperium der Familie Pohl.

 

Central (Versicherung)

Auf seiner Homepage verweist der private Krankenversicherer auf eine gemeinsame Internetseite mit der DVAG (https://dvag.central.de/central-und-dvag/). Dort wird die 35-jährige Partnerschaft von Central und DVAG erwähnt. Darüber hinaus heißt es: „Die Deutsche Vermögensberatung ist der bedeutendste Vertriebspartner der Central Krankenversicherung.“
Die Central Versicherung wurde  1971 von der Aachen-Münchener-Gruppe übernommen, die 1998 ihrerseits mehrheitlich von der italienischen Generali-Gruppe übernommen wurde.
Fazit: Was nach einer vertrauenswürdigen Partnerschaft aussieht, erscheint bei kritischer Betrachtung als gefährliche Abhängigkeit des Versicherers vom Vertriebspartner DVAG. In Zeiten, in denen private Krankenversicherungen kritisch hinterfragt werden, dürfte das nicht unwesentlich sein. Zudem ist die Central genau genommen kein Partner, sondern Teil der Generali Deutschland Gruppe zu der auch die Aachen Münchener, AdvoCard und DVAG gehören. Deshalb spricht der Versicherer auch nicht von Partnern, sondern von einem „Leistungsverbund“.

 

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank ist schon viele Jahre Partner der Deutschen Vermögensberatung. Seit vielen Jahren vertreibt die DVAG erfolgreich Fonds der Bank-Tochter DWS – so erfolgreich, dass die Bank der DVAG 2013 einen Anteil an der DWS überlies. Laut Fondsprofessionell.de, sah das ein Vertrag aus dem Jahr 2002 so vor.
In dem Beitrag wird die DVAG als „mobiler Vertrieb“ der Deutschen Bank bezeichnet. Für Kunden macht es allerdings einen großen Unterschied ob sie ihren Vertrag bei der Bank oder bei einem Vermögensberater abschließen. Bei Problemen können sich Bank-Kunden an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder eine entsprechende Ombudsstelle wenden. DVAG-Kunden können von diesen Institutionen keine Hilfe erwarten.
Für die Bank, die gerade mit sinkenden Erlösen und Kosten durch Rechtsstreitigkeiten zu tun hat, ist das gut. Übrigens sitzt der ehemalige Privatkundenvorstand der Deutschen Bank Rainer Neske noch immer im Beirat der DVAG.
Fazit: Die Deutsche Bank profitiert durch den Vertrieb über die DVAG. Nachdem die Bank den Abbau von Stellen und Filialen bekannt gegeben hat, wird das umso wichtiger. Kunden sind dagegen bei Streitigkeiten die Dummen.

 

DWS

Die Deutsche-Bank-Tochter DWS ist eine Fondsgesellschaft. Für den erfolgreichen Vertrieb der Fonds erhielt die DVAG 2013 Anteile an der Banktochter. Die DWS-Fonds stecken zudem in fondsgebundenen Versicherungen, die wiederum von der Aachen Münchener Versicherung über die DVAG vertrieben werden.
Fazit: Ob bei der engen Verbindung zwischen den Unternehmen eine objektive Kundenberatung in Sachen DWS durch die DVAG möglich ist, halte ich zumindest für fragwürdig

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FHDW – Fachhochschule der Wirtschaft

Auf Initiative des DVAG-Gründers Reinfried Pohl eröffnete die FHDW im Oktober 2014 einen Ableger in Marburg. Dort werden seitdem Vermögensberater ausgebildet. Laut Versicherungsbote erfüllte sich Pohl damit den Wunsch nach einer „Kaderschmiede“. Wie das Branchenmagazin berichtete habe der im Juni 2014 verstorbene DVAG-Gründer „bis zuletzt bis ins Detail mitbestimmt und suchte sogar die Möbel für die Studentenzimmer aus.“
Fazit: Der Bericht im Versicherungsboten verdeutlicht, wie groß der Einfluss der DVAG auf die Aktivitäten der privaten Fachhochschule (gewesen) sind. Darüber sollte auch das Lob des Hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) nicht hinwegtäuschen.

AdcoCard

Die Rechtschutzversicherung gehört ebenso wie Krankenversicherer Central und Lebensversicherer Aachen Münchener zum Generali-Verbund.

 

Hinter der beeindruckenden Zahl der „DVAG-Partner“ stecken also eigentlich nur die Deutsche Bank und der Generali-Konzern sowie viel Vertriebsgeschick der DVAG.
Das wird auch am Ende eines Beitrags aus dem Handelsblatt von März 2016 deutlich: „Anders als die meisten Strukturvertriebe wie MLP verkauft die DVAG in jeder Kategorie nur Produkte eines Anbieters. Der italienische Versicherungsriese Generali, mit dem die DVAG auch bei Bausparverträgen kooperiert, erwirtschafte weltweit 15 Prozent seiner laufenden Beiträge mit DVAG-Kunden, […]“ und weiter „Generali ist mit 40 Prozent an dem Finanzvertrieb beteiligt. Bei Investmentfonds ist die Deutsche Bank der Partner der DVAG.

 

Während im Fall des Zukunftsforums den Kunden und potenziellen Mitarbeitern eine große Vielfallt an „Partnern“ suggeriert werden soll, gab es in der Vergangenheit allerdings auch umgekehrte Strategien seitens der DVAG. Beispielsweise wurden von der Familie Pohl Parteispenden über verschiedenen Unternehmen gestückelt und vielen damit unter die die Grenzen, die eine Veröffentlichung erforderlich gemacht hätten. Und ja, ausgerechnet in der Kanzler-Ära von Pohl-Freund Helmut Kohl gab es eine Parteispenden-Affäre. In Folge diese Affäre trat DVAG-Gründer Reinfried Pohl aus der CDU aus. Kohl hat bis heute keine Namen von Großspendern genannt.

Für Manager und Journalisten aus der Finanzbranche mögen solche Verbindungen und Beteiligungen normal sein. Mir als DVAG-Kunde und damit auch Kunde von Aachen Münchener und Gernerali sowie Deutscher Bank erscheint das inzwischen eher wie ein Klüngel, bei dem sich Unternehmen gegenseitig Vorteile verschaffen. Als Kunde habe ich da längst den Eindruck auf der Strecke geblieben zu sein.

 

Viele Grüße,
V. F. Alle

Das Zukunftsforum 2016 und die Paralellen zum AWD-Erfolgskongress 2008

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Bei genauer Betrachtung gibt es Parallelen zwischen dem DVAG-Zukunftsforum 2016 und dem AWD-Erfolgskongress 2008 in Düsseldorf. Der Kongress des Finanzvertriebs AWD richtete sich „an Personen aus allen Branchen, die im Leben erfolgreicher werden wollten“ – unabhängig davon ob dies junge Berufseinsteiger oder erfahrene Profis waren.
Die damalige Nummer Eins Der Finanzvertrieb hatte Ende 2008 unter Führung von Carsten Maschmeyer zahlreiche Menschen mit Prominenten aus Politik, Sport und Unterhaltung sowie Managementtrainern nach Düsseldorf gelockt. Prominentester Redner war der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, in dessen Heimat zwei Monate zuvor die Investmentbank Lehmann Brothers Konkurs angemeldet hatte und die globale Finanzkrise ihren Lauf nahm.
Ein weiterer bekannter Redner war der damalige Chef der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup.

Obwohl die Veranstaltung ausverkauft und damit ein Erfolg war, brachte das Maschmeyers Marke AWD keinen langfristigen Erfolg. Das Unternehmen wurde von Maschmeyer den den Schweizer Konzern Swiss Life verkauft. 2013 wurde die AWD Holding zur Swiss Life Deutschland Holding.
Maschmeyer zog sich bereits im Jahr 2009 zog sich aus dem operativen Geschäft der AWD zurück. 2010 gründeten Maschmeyer und Rürup die MaschmeyerRürupAG um das Konzept der Riester Rürup-Rente weltweit zu vertreiben.
Seitdem beschäftigen sich Journalisten intensiv mit dem Netzwerk von Carsten Maschmeyer, zu dem unter anderem Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gehörte.

Bis auf den Abstieg der AWD sehe ich ziemlich viele Parallelen zu den Entwicklungen bei meinem Finanzdienstleister DVAG.

Das Konzept für den Zukunftskongress ist also schon alt. Und die Interessenten des Kongresses sollte die Anwesenheit von Zukunftsforschern und Motivationstrainern nicht über diese Parallelen hinweg täuschen lassen. Es geht weiterhin vorrangig um Vertrieb und nicht um Beratung obwohl das der Begriff Vermögensberatung suggeriert.

Ob das die Zukunft ist? Zweifel halte ich durchaus für angebracht.
Für Honorarberater, die nach der Finanzkrise nach Vorstellung führender Politiker für eine unabhängigere Beratung sorgen sollten, dürfte das wie ein Schlag ins Gesicht sein.

 

Viele Grüße,

V. F. Alle

 

P.S.: Die DVAG und der mit ihr eng verbundene Generalikonzern haben zum Thema Honorarberatung eine andere Meinung. Im Geschäftsbericht der Generali Lebensversicherungen 2015 heißt es dazu:
„Verschärft durch das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) werden immer wieder Forderungen nach einer Begrenzung der Vermittlerprovisionen laut. Ein solcher Schritt stellt aus unserer Sicht eine Gefährdung der Beratungskapazität und -qualität des Vertriebs dar. Auch der GDV vertritt die Position, dass viele Menschen sich ausschließlich aufgrund der aktiven Ansprache durch Versicherungsvermittler mit ihrer Risikoabsicherung und Altersvorsorge auseinandersetzen. Die einseitige Ausrichtung auf Honorarmodelle würde zu einer Unterversorgung der Bevölkerung beim Versicherungsschutz führen, was sozialpolitisch weder gewollt noch vertretbar sein kann. Darüber hinaus würden Einschnitte in die gewachsenen Vertriebsstrukturen die Existenzgrundlage zahlreicher Vermittler bedrohen. Darum engagiert sich die Generali in Deutschland weiterhin für den grundsätzlichen Erhalt des Provisionsmodells und damit eine faire Entlohnung der beratenden Vertriebskräfte.“

Für mich zeigt das die Abhängigkeit der Versicherer von derartigen Vertriebsstrukturen. Durch die gegenseitige Abhängigkeit von DVAG und Generali (siehe auch nächsten Beitrag) sehe die Erhaltung des Provisionssystems nicht als Qualitätssichernde Maßnahme, sondern als Mittel um noch mehr Menschen private Altersvorsorgen zu beraten. Dabei ist längst bekannt, dass viele dieser Produkte nicht erfüllen, was den Kunden versprochen wurde.  An der Stelle wäre es sinnvoll nach einem komplett neuen Ansatz zu suchen, anstatt noch mehr Geld in das System zu pumpen.