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Wirecard, die BaFin und das Vertrauen einfacher Menschen

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Wenn Lobbyisten und Politiker mauscheln, dann geht das meist zu Lasten der Normalbürger. So ist das auch beim Wirecard-Skandal. Die Anleger glaubten, dass Wirtschaftsprüfer (im Fall Wirecard ist es EY) und die Finanzaufsicht ihren Job machen. Weit gefehlt: Nur ist es in diesem Fall schwer, einen einzelnen Schuldigen auszumachen. Sicher hat das Wirecard-Management hier Dinge verheimlicht, aber gute Prüfer hätten zumindest nach kritischen Berichten in der Financial Times im Jahr 2015 gewarnt sein müssen.
Wieder einmal lullte ein ehemaliger Bundespolitiker die aktuellen Kollegen und auch die Bundeskanzlerin ein: Karl-Theodor zu Guttenberg, der ehemalige Bundeswirtschafts- und -verteidigungsminister. Er setzte sich bei der Bundesregierung für Wirecard ein.

Regelmäßig scheinen Bundespolitiker blind bei solch einer Einflussnahme durch ehemalige Kollegen. Ich hatte beispielsweise als Kunde der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) auch auf die BaFin und die Lobesworte hochrangiger Politiker für den Finanzdienstleister. Darunter waren auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Die Lobbyarbeit übernahmen damals der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl und Ex-Finanzminister Theo Waigel.
Ich verlor ebenso wie viele andere DVAG-Kunden viel Geld durch den Immobilienfonds SEB Immoinvest, der damals als mündelsicher galt und als sichere Anlage vermittelt wurde. Ich verlor einen mittleren fünfstelligen Eurobetrag und musste feststellen, dass die BaFin nicht für Finanzdienstleister wie die DVAG zuständig ist. Schlimmer noch, durch Gesetzesänderungen konnte sich der Finanzdienstleister sogar über das Engagement seiner Direktionsleiter bei den regionalen Handelskammern teilweise selbst kontrollieren.
Der gesellschaftliche Aufschrei hielt sich damals in Grenzen. Immerhin wirbt die DVAG inzwischen in Fernsehspots nicht mehr mit dem Slogan „Vermögensaufbau für alle“. Angesichts der vielen Geschädigten durch SEB Immoinvest sowie den DWS Immoflex war das über Jahre hinweg eine bewusste Falschinformation seitens der DVAG.

Der Fall Wirecard zeigt, dass hochrangige Bundespolitiker weiterhin sehr empfänglich für das Werben ehemaliger Kollegen sind. Es ist ja irgendwie auch menschlich, Menschen die man lange als Kollegen kennt, zu vertrauen. Doch wenn dann auch noch Wirtschaftsprüfer und die Finanzaufsicht ausgehebelt werden, dann muss dringend etwas verändert werden. Hier verlieren Menschen ihr Geld, dass eigentlich auch ihre Alterssicherung sein sollte.

Siehe dazu auch den heutigen Schwerpunkt zu Wirecard im ARD-Mittagsmagazin.
https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/mittagsmagazin/videos/Schwerpunkt-Wirecard-Skandal-100.html

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Foto: ARD-Mediathek/Mittagsmagazin

Hans Michelbach, CSU, Obmann im Finanzausschuss, kommt da zu dem Ergebnis, dass der Schutz der Anleger durch den Staat nicht funktioniert hat. Auf die Frage des Moderators warum man nicht bereits 2015, nach dem Bericht der Financial Times, genauer hingeschaut hat, erzählt Michelbach, dass man im April 2019 dem Bundesfinanzministerium und der BaFin „klare Fragen gestellt“ habe, aber keine Antworten erhalten hatte.

Ich finde das erschreckend, wie in unserem Bundestag und Bundesrat mit Risiken für das Ansehen Deutschlands aber auch die Finanzen einzelner Menschen umgegangen wird. Es geht nicht mehr nur um das Geld einzelner Anlager. Es geht hier um die Vertrauenswürdigkeit unserer politischen Vertreter.

 

Mir fehlen die Worte. Möge sich jeder selbst ein davon Bild machen.

 

Sonnige Grüße und immer schön den Kopf oben behalten

V. F. Alle

 

Zeit zum Abschied nehmen

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Eines vorweg: Nein, ich möchte mich nicht umbringen.
Das was ich mit der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) erlebt habe ist zwar schlimm, aber ich bin drüber hinweg. Ich habe viel Lehrgeld gezahlt, weil ich darauf vertraut habe, dass die eng mit hochkarätigen Politikern vernetzte DVAG so gut mit meinem Vermögen umgeht, wie eine Bank. Letztlich war das eine Fehleinschätzung.
Die DVAG schaffte es in der Zeit nach der Finanzkrise 2008/2009 sogar sich der Aufsicht der Banken- und Finanzaufsicht BaFin zu entziehen – mit politischer Unterstützung. Einem hessischen Ministerpräsidenten war das so wenig bewusst wie mir, obwohl er sehr enge Kontakte zum DVAG-Gründer Pohl hatte. Ein ehemaliger Bundesfinanzminister, wollte von Problemen der DVAG mit dem SEB ImmoInvest nichts wissen, dabei saß er seinerzeit im DVAG-Aufsichtsrat.

Ich habe viel Geld dafür bezahlt, mein über die DVAG bei der SEB Bank (heute Santander) laufendes Hausdarlehen abzubezahlen. Der mir als Zwischenlösung (eine vorzeitige Vertragsablösung war angeblich nicht möglich) vermittelte Immobilienfonds SEB ImmoInvest wurde geschlossen und wird bis jetzt abgewickelt.

 
Vor Weihnachten habe ich mich entschlossen meine restlichen Anteile des SEB ImmoInvest an der Börse zu verkaufen und das Depot sowie das Konto bei der Santander Bank mit Verlust aufzulösen.

Es gibt aber jemanden der mehr bezahlt hat als ich. Das ist mein Vermögensberater. Er wurde sehr lange krank, als sich abzeichnete, dass die Fonds die er mir vermittelt hatte nicht zur Begleichung meines Hausdarlehens zur Verfügung stehen werden. Er hatte selbst auf die Informationen seines Direktionsleiters vertraut, musste aber feststellen, dass er keine Chance hatte meine Fondsanteile rechtzeitig abzustoßen. Inzwischen arbeitet er wieder als Vermögensberater. Ich bin mir sicher, dass er nun etwas vorsichtiger ist mit Versprechen gegenüber seinen Kunden.
Vorsichtige Vermögensberater sind nicht gut für das Geschäft. Das ist vermutlich ein Grund dafür, dass die DVAG seit ein paar Jahren so offensiv mit Jürgen Klopp wirbt. Klar möchten junge Menschen genauso erfolgreich sein und er ist auch ein guter Motivator. Ich wünsche den jungen DVAG-Beratern und Ihren Kunden mehr Erfolg, als ich es mit der DVAG hatte.

Ich weiß, dass es bei den oft freundschaftlichen Verhältnissen die die Vermögensberater pflegen schwierig ist seinen Berater zu verklagen, wenn Grund zur Sorge um besteht. Letztlich hätte ich das aber tun müssen, um nicht auf meinen Verlusten sitzen zu bleiben. Das muss jeder für sich selbst entscheiden, der einmal in eine solche Situation kommt.

 

Endlich Schuldenfrei
Ohne die Hilfe der DVAG habe ich inzwischen mein Haus abbezahlt. Eigentlich hätte das spätestens Ende 2012 der Fall sein sollen. Ich habe wieder eine glückliche und gesunde Familie. Irgendwie hatte ich geträumt meinen Kindern einen Auslandsaufenthalt zu finanzieren, damit sie andere Länder und Sprachen kennen lernen. Das Geld, was ich dafür eingeplant hatte ist jetzt futsch. In Anbetracht dessen, was ich trotz finanzieller Verluste noch habe, bin ich trotzdem ein glücklicher Mensch.

In den nächsten Tagen werde ich zusammenfassen, was mir die Auflösung genau gebracht hat und welche finanziellen Verluste ich erlitten habe.
Ich werde mich auch weiterhin auf Rückmeldungen zu meinem Blog freuen – sowohl von DVAG-Kunden als auch Vermögensberatern.

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In diesem Sinne,
alles Gute für 2020.

V. F. Alle

Kritik an DVAG nimmt zu

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Kurz nachdem Spiegel-Online kritisch über die DVAG berichtet hatte, hat nun die „Welt“ unter dem Titel „Finanzberater packt aus: Eine Branche wie eine Sekte“ einen ähnlichen Beitrag veröffentlicht. Vielen Dank an meinen Leser „Robin“, der mich darauf hinwies.
Ich distanziere mich allerdings von der Aussage, dass die DVAG die Springer-Medien bisher „gut in Griff“ hatte.

Fakt ist jedoch, dass es in der Vergangenheit sehr enge geschäftliche Kontakte zwischen der DVAG und den Springer-Titeln „Bild“ und „Welt“ gab. So war der ehemalige Chefredakteur der Bild-Zeitung, Kai Diekmann, Trauzeuge von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl. Der war wiederum ein guter Freund von DVAG-Gründer Reinfried Pohl.
Zur Bundestagswahl 2013 hatte die Bildzeitung eine große Sonderveröffentlichung kostenlos an alle deutschen Haushalte verteilt, inklusive ganzseitiger Anzeige der DVAG sowie einer großen Anzeige von DVAG-Partner Deutsche Bank.

Werbung zur Bundestagswahl 2013
Bild-Sonderausgabe 2013: Meine Dienstleister waren dabei.  Foto: V.F. Alle

Ebenfalls 2013 gab es einen „Service“ der Redaktionen Bild und Welt namens Finanzdialog. Sponsoren waren DVAG, Aachen Münchener sowie die Deutsche-Bank-Tochter DWS. Teilweise musste man dabei auf deren Internetauftritten schon sehr genau nach dem Hinweis „Anzeige“ suchen. (Darüber hatte ich unter anderm in meinem Beitrag „Haus kaufen ohne eigenes Geld“ berichtet, aber auch unter https://vfalle.wordpress.com/2013/08/13/die-rolle-der-medien-finanz-dialog-14/  )

Kritische Berichte über die DVAG waren in den Springer-Medien zuletzt nicht zu finden. Mit dem aktuellen Artikel scheint sich das zu ändern.

Mit freundlichen Grüßen,
V. F. Alle

Viel Reaktion auf den DVAG-Beitrag bei Spiegel-Online

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Der Spiegel-Betrag hat im Netz einige Wellen geschlagen. Die Aufrufe meins Blogs schnellten danach direkt in die Höhe. Auch andere Medien haben darauf referenziert. Geärgert habe ich mich über die Einschätzung von ProContraOnline.
Darin heißt es als Fazit:

„Insgesamt kann der Spiegel also nicht viel neues berichten. Es bleibt der Eindruck zurück, dass in dieser Geschichte lediglich zwei unzufriedene Mitarbeiter ihre „Schmutzwäsche“ waschen konnten.“

 

Das wiederum ist eine sehr einseitige Einschätzung, die ich bisher eher aus dem Kreise der DVAG gehört habe. Der Autor sollte wissen, dass man mit einer reinen Auflistung mehrerer Betroffener eher die Leser verwirrt als die Erfahrungen der Protagonisten zu berichten. Mit der Einschätzung verschließt ProContraOnline die Augen vor den wirklichen Entwicklungen bei der Deutschen Vermögensberatung.

Als Kunde der DVAG habe ich erlebt wie mein Vermögensberater einen Nervenzusammenbruch erlitt, weil er ungeeignete Produkte vermittelt hatte. Schlimmer noch: Er hatte mir den Immobilenfonds SEB Immoinvest in mehreren „Verpackungen“ vermittelt. Reine Fondsanteile, später den DWS Immoflex (der im Wesentlichen in den SEB Immoinvest investierte) und eine fondsgebundene Rentenversicherung mit SEB Immoivest-Anteilen.

Durch meinen Blog habe ich Kontakte zu weiteren (Ex-)Vermögensberatern und miterlebt, wie DVAG-kritische Seiten wieder aus dem Netz verschwanden. Ich kann inzwischen gut verstehen, dass Ex-DVAG’lern der Mut und oft auch das Geld fehlt, gegen das System anzugehen.

 

Ich wurde als Kunde selbst von dem DVAG-Chefvolkswirt sowie dem ehemaligen DVAG-Aufsichtsrat und Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel mit meinen SEB-Anteilen zum Einzelfall erklärt.

Gleichzeitig muss man nicht unbedingt gut im Rechnen sein, um zu wissen, dass das nicht sein kann. Bei damals (im Jahr 2012) etwa 6 Millionen DVAG-Kunden und der Unternehmensstrategie, sich nur auf wenige Produkte zu konzentrieren, muss der Schaden für die Kunden erheblich sein. Leider wurde mir das erst im Nachhinein klar. Kritische Berichte gab es vorher nur wenige. Gleichzeitig hat sich die DVAG als Gewinner der Finanzkrise feiern lassen.

Seit 2012 haben allerdings viele hundert Kunden vor Gericht gegen die DVAG bzw. ihren Berater geklagt. Ein vermutlich noch größerer Teil hat darauf verzichtet, entweder weil sie nicht gegen ihren Freund klagen wollten, weil der Berater wie bei mir nicht mehr erreichbar war, oder weil ihnen der Schaden während der 3 Jahre Einspruchsfrist gar nicht so bewusst war.

Es wäre schön, wenn das einmal ein Finanzjournalist nachrechnet. Ich vermute allerdings, dass die DVAG dazu keine Auskunft geben möchte.

Für Banken und Versicherungen ist der Vertrieb durch die DVAG und ähnliche Unternehmen durch die strengeren Regulierungen der Branche umso interessanter geworden. Der Unternehmensname „Deutsche Vermögensberatung“ schafft dabei ein Vertrauen, dass nicht gerechtfertigt ist. Die DVAG hat nach eigener Aussage nicht einmal mehr Zugriff auf meine Original-Verträge (siehe meinen Beitrag vom 16.2.2019 https://vfalle.wordpress.com/2019/02/16/erschreckende-ahnungslosigkeit-beim-finanzdienstleister/).

Wenn etwas schief läuft, ist die DVAG plötzlich nur noch Vermittler und nicht mehr „Berater“. Das mag in der Finanzbranche zwar bekannt sein, aber es gibt viele Menschen die die Erfahrungen noch nicht gemacht haben. Die wollen dann im Team Klopp „Vermögensaufbau für jeden“ betreiben. Damit rekrutiert die DVAG in der Werbung wieder fleißig neue Mitarbeiter, die neue Kunden bringen sollen. Nur so und durch den Generali-Zukauf ist noch Wachstum zu gewährleisten. Die Frage ist nur: um welchen Preis?

 

Mit freundlichen Grüßen,

V. F. Alle

Gute Zahlen und jetzt?

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Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) steht auf dem Papier mal wieder gut da. Sie steigerte den Umsatz 2018 gegenüber dem Vorjahr um 16,4 % und hat inzwischen nicht mehr 6 Millionen, sondern etwa 8 Millionen Kunden.

Rechtsanwalt Kai Behrens, der sich mit den negativen Seiten der DVAG beschäftigt, hat das in seinem Handelsvertreter Blog kurz zusammengefasst (siehe: http://www.handelsvertreter-blog.de/2019/04/02/4847/) und verweist auf einen Beitrag im Versicherungsboten.

Der Versicherungsbote hat in seinem Beitrag von Ende März 2019 (siehe https://www.versicherungsbote.de/id/4878276/DVAG-Geschaftszahlen-2018-Ergebnis/) dazu auch die Aktuelle Zahl an Vermögensberatern aufgelistet. Darin heißt es: „In Summe habe die DVAG Ende des Jahres 17.000 selbstständige hauptberufliche Vermittler gehabt. Diese hätten sich auf 5.006 Geschäftsstellen verteilt. Ende 2017 waren es noch 14.500 Vermögensberater in bundesweit 3.452 Direktionen.“

Das klingt erst einmal positiv. Doch ausgerechnet heute erschien ein Beitrag bei Spiegel Online, der ein ganz anderes Bild der DAVG zeichnet. „Ehemalige Vermögensberater der DVAG berichten – Es ist wie Gehirnwäsche“ Siehe: https://www.spiegel.de/plus/es-ist-wie-gehirnwaesche-a-07b7ab3e-dc5e-4572-a3dd-00a13f0c7694

Gleichzeitig habe ich vor wenigen Wochen erfahren, dass sich auch wieder etwas in Sachen Finanzmarktkontrolle tut. Wie von mir bereits mehrfach berichtet, werden Finanzvertriebe seit einiger Zeit nämlich nicht wie Banken von der Finanzaufsicht BaFin überwacht. Das könnte sich wieder ändern. Verbraucherschützern und einigen Politikern war das schon lange ein Dorn im Auge.

Nachdem die alten Seilschaften zwischen Ex-Bundeskanzler Kohl, DVAG-Gründer Pohl und anderen einflussreichen Politikern nun an Macht verlieren gibt es dafür hoffentlich eine Chance.

Es bleibt also spannend. Auf jeden Fall sollte sich jeder, der mit der DVAG zu tun hat über verschiedene Quellen informieren. Das gilt insbesondere für diejenigen, die davon Träumen als Vermögensberater das große Geld zu machen.

Mit freundlichen Grüßen,

V.F. Alle

P.S.: Ich weiß, dass eingefleischte DVAG-ler über den Spiegel-Beitrag sagen werden, dass da ohnehin nur diejenigen zu Wort kommen, die sauer sind, weil sie bei der DVAG nicht geworden sind. Außerdem habe sich die DVAG ja verändert.
Das mag sein. Ich frage mich als Kunde nur: In welche Richtung?

Hartnäckigkeit lohnt sich

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Eines vorweg: Nein, die DVAG-Zentrale mag sich immer noch nicht mit meinen Erkenntnissen beschäftigen.

Dafür bringt mir mein Blog immer mehr interessante Informationen. Ich hatte mich z.B. gewundert, warum ein Beitrag über Kreuzfahrten der DVAG seit Mitte Februar plötzlich so oft aufgerufen wurde. Anders als in der Vergangenheit gab es allerdings keinen Aufschrei in etablierten Medien.

Auch wenn ich nicht überall die Suchbegriffe angezeigt bekam war schnell klar, dass da gerade etwas passiert. Die gesuchte Information fand ich schließlich ein einem Blog über Kreuzfahrten.

https://www.schiffe-und-kreuzfahrten.de/news/mein-schiff-1-unterwegs-im-charter-mit-der-dvag/173601/

Der Autor kennt sich scheinbar gut mit den DVAG-Kreuzfahrt-Touren aus. Er verweist auch auf das Event mit vier Aida-Schiffen. Das hatte seinerzeit ein entsprechendes Medienecho ausgelöst. Hier ein Beispiel: https://www.versicherungsbote.de/id/4804430/DVAG-Vermoegensberater-Incentive-Aida-Kreuzfahrt-Valletta/

Ich schreibe das einfach mal hier auf. Vielleicht gibt es ja im Netz noch andere, die sich auch gerade ihr Puzzle von der DVAG zu einem Gesamtbild zusammensetzen.

Viele Grüße,

V. F. Alle

Erschreckende Ahnungslosigkeit beim Finanzdienstleister

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Die DVAG hat nach eigenen Aussagen keine Unterlagen zu meinen Verträgen und auch keine Ahnung wer für meine Verträge zuständig ist. Das finde ich sehr erschreckend. Eine Qualitätssicherung zu Gunsten der DVAG-Kunden ist so unmöglich.

Konkret hatte ich um Vertragsoriginale zum DWS Immoflex gebeten. Dieser wurde mir 2010 ohne den nötigen Verkaufsprospekt vermittelt, weil der Berater mir die nachreichen wollte. Das ist bis heute nicht passiert.

Antwort eines DVAG-Juristen auf meine Bitte um Originalunterlagen meines Vertrags zum DWS Immoflex, bzw. Forderung einer entsprechenden internen Nachforschung.

Auf meine Anfrage bei der DVAG wurde mir von zwei Rechtsanwälten mitgeteilt, dass die DVAG die Vertragsunterlagen nicht besitze. Man verwies mich zweimal an die DWS Investment GmbH. Die Begründung: „Unsere Gesellschaft war lediglich Vermittler, eine Kopie des Vertrages zwischen Ihnen und der DWS wurde von unserer Gesellschaft nicht verwahrt.“ Tatsächlich hat die DVAG für die erfolgreiche Vermittlung von DWS Produkten sogar Anteile an der Gesellschaft erhalten. Siehe: https://www.dasinvestment.com/erfolgsbeteiligung-dvag-bekommt-dws-anteile/

Leider ist die DVAG da nicht im Bilde. Denn die DWS Investment GmbH ist in meinem Fall dafür nicht zuständig.

Bei der DWS Investment hatte ich längst angefragt und diese Antwort erhalten. Später folgte ein Hinweis, dass ich bei der Deutschen Bank nachfragen sollte.

Die Deutsche Bank wiederum, bei der ich das Depot bis zur Abwicklung des DWS Immoflex hatte, steht dagegen auf dem Standpunkt, dass sie nicht für die Beratung und Vermittlung des Fonds zuständig war und sich deshalb nicht in der Verantwortung sieht.

Die DAVG beruft sich darauf, dass ich eine Informationssperre bei dem Vertragspartner erwirkt habe. Das stimmt. Diese hatte ich erwirkt, nachdem mein Vermögensberater längere Zeit nicht arbeitsfähig war. Laut dem Kundenbetreuer der Deutschen Bank hätte ich sonst nicht über mein von der DVAG verwaltetes Depot verfügen können.

Ich stelle also fest, das bis heute kein Kulturwandel bei meinen Finanzdienstleistern stattgefunden hat. Statt Beratung aus einer Hand zu erhalten, wie es die DVAG gerne suggeriert, schieben sich meine Dienstleister bis heute gegenseitig die Verantwortung zu.

Die Finanzpartner der DVAG (Aachen Münchener, Deutsche Bank, Santander Bank, etc.) können Sich damit herausreden, dass sie die Verträge nicht vermittelt haben. Die DVAG-Zentrale verweist wiederum auf die Partner und die Finanzvermittler die nicht fest angestellt sind. Damit sichert sich die DVAG juristisch weiter gegen Ansprüche der Kunden ab. Die personelle Größe der DVAG ist daher nur Schein und von Beratung kann keine Rede sein. Das wurde mir ja gerade noch einmal bestätigt. Die DVAG selbst sieht sich nur als Vermittler.

Aus Kundensicht kann ich vor diesem Finanzkonstrukt nur warnen.

Mit freundlichen Grüßen,

V. F. Alle

SEB Immoinvest 2019: Immer noch kein Ende

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Eigentlich wollte ich mich Ende 2018 von meinen letzten Anteilen des SEB Immoinvest trennen. Das hatte ja nicht geklappt. Eine Ausschüttung zum Jahreswechsel hat es im Gegensatz zu den vergangenen Jahren in diesem Jahr nicht gegeben. Wann, welche Beitrag ausgezahlt wird, mag inzwischen kein Finanzberater mehr zuverlässig prognostizieren.

Anfang Januar hatte ich dann einen Termin bei der Santander Bank. Der aktuelle Kurswert meiner Anteile  war zu dem Zeitpunkt 13.570 Euro. An der Börse hätte ich die Anteile für 10.641 Euro verkaufen können.

Ich möchte das auch für die DAVG und ihre „Vermögensberater“ an dieser Stelle dokumentieren. Ein Vermögensaufbau, wie in das Unternehmen in der Werbung bis heute verspricht, sieht eindeutig anders aus.

Von der DVAG habe ich inzwischen zumindest eine Antwort auf meine Anfrage zu meinen gespeicherten Daten (DSGVO) erhalten. Nicht weiterhelfen wollte man mir bezüglich des DWS Immoflex, zu dem mir bis heute weder die DVAG noch die Partner Deutsche Bank und DWS Investment die ursprünglichen Vertragsunterlagen vorlegen konnten.

Wie bereits mehrfach in diesem Blog geschrieben, war mein DVAG-Berater 2012 lange Zeit ausgefallen. Seit dem werde ich von meinen Finanzdienstleistern hin und her verwiesen. Weil ich davon ausgehen wollte, dass meine Dienstleister im Sinne ihrer Qualitätssicherung eine Lösung finden möchten, habe ich auf juristische Schritte verzichtet.

Leider gab es ein solche Interesse nicht und scheint es bis heute auch nicht zu geben. Juristische Einspruchsfristen sind so verstrichen. Ein Sinneswandel, wie nach der Finanzkrise 2008/2009, hat bei meinen Dienstleistern demnach nicht stattgefunden. 

Mit freundlichen Grüßen,

V. F. Alle

Immer noch kein Ende

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Eigentlich wollte ich mich Ende dieses Jahres nun endlich von den letzten SEB-Immoinvest-Anteilen trennen. Aber es sollte wohl nicht sein. Der Berater der Santander-Bank mit dem ich einen Termin vereinbart hatte, wurde krank. Versuche vor Weihnachten noch einen Ersatztermin abzustimmen scheiterten. Mal sehen wie es kommendes Jahr läuft. Ich werde darüber berichten.

 

Von der DVAG habe ich schon lange nichts mehr gehört. Deshalb habe ich meinen Dienstleister noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass ich die Vertragsunterlagen zum DWS Immoflex weiterhin für meine Unterlagen haben möchte. Mein DVAG-Berater hatte damals nur einen Ausdruck und kein Originalformular dabei. Den DWS-Fonds hatte mir mein Berater 2009 als Alternative zum SEB Immoinvest empfohlen. Nachdem beide Fonds in die Abwicklung gingen, war er längere Zeit krank. Innerhalb von fast 10 Jahren sollte die DVAG wohl in der Lage sein, mir die Unterlagen zu liefern. Über die Verknüpfungen der DVAG und der Deutschen Bank bezüglich des DWS hatte ich an anderer Stelle bereits berichtet.

 

Außerdem habe ich eine Auskunft zu meinen bei der DVAG gespeicherten Daten angefordert und mich auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) berufen. Ich bin gespannt was dabei herauskommt. Auch darüber werde ich berichten.

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Allen Lesern meins Blogs wünsche ich einen friedlichen Jahreswechsel und einen guten Start ins neue Jahr

V. F. Alle

Hilfe, eine Kunde! Was ist mit meinen Finanzdienstleistern los?

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Zum 10. Jahrestag der Lehman-Pleite habe ich mir einen Kommentar verkniffen. Jetzt kann ich nicht mehr. Heute hatte ich wieder eine denkwürdige Erfahrung mit der Deutschen Bank.

D-Bank-Brief

Bekanntlich habe ich ja mit dem DWS Immoflex der Deutschen Bank erhebliche Verluste erlebt. Dabei wollte ich genau das ja vermeiden als ich dem Deutsche-Bank-Partner Deutsche Vermögensberatung (DVAG) Geld anvertraute mit dem ich eigentlich ein Hausdarlehen nach der Laufzeit ablösen wollte. Für die Steuer brauchte ich jetzt eine Verlustbescheinigung, die ich bei der Deutschen Bank schriftlich beantragen muss. Das auf dem Antragsformular keine Adresse stand, wollte ich den Antrag einfach bei meiner Filiale einwerfen.

Zu meiner Überraschung gibt es dort aber keinen Briefkasten mehr. Okay, im Schalterraum gibt es einen Kasten dafür. Am Wochenende ist der aber hinter Glastrennscheiben nicht zu erreichen. Vor mir hatten aber scheinbar auch schon andere Kunden Briefe bzw. Überweisungsträger durch einen Schlitz zwischen zwei Scheibenelementen geschoben.

Bank-Brief2

Fast scheint es, als habe die Deutsche Bank kein Interesse mehr an Kundenkontakt. Nachdem es schon länger keine Barauszahlungen mehr am Bankschalter gibt, wird nun auch die Annahme von schriftlichen Dokumenten erschwert.

Zurück zur Lehman-Pleite: Anlässlich des Jahrestages gab es viele warnende Worte, dass das Risiko einer erneuten Finanzkrise weiterhin hoch sei und insbesondere Deutsche Banken dafür nicht gerüstet seinen. Nach meiner Ansicht haben sich deutsche Politiker zudem von den Finanzkonzernen an der Nase herumführen lassen. Zwar überwacht die Bankenaufsicht (BaFin) Banken und Versicherungen strenger, dafür werden Vertriebsorganisationen wie die DVAG so gut wie gar nicht mehr kontrolliert.

Noch immer scheinen manche Politiker blind zu sein. Obwohl ich einige von ihnen bereits schriftlich darauf hingewiesen habe, dass viele DVAG-Kunden mit Produkten wie dem SEB Immoinvest und dem DWS Immoflex Geld verloren haben, darf die DVAG weiter mit dem Slogan „Vermögensaufbau für Jeden“ werben. Gleichzeitig muss das Unternehmen nicht einmal mit Konsequenzen durch die BaFin rechnen. Kein Wunder also, dass Banken und Versicherungen die Beratung und den Vertrieb zu neuen Finanzprodukten zunehmend Vertriebsgesellschaften überlassen.

 

Der Aspekt fehlt mir übrigens im ZDF-Zoom-Beitrag „Geheimakte Finanzkrise“:

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-geheimakte-finanzkrise-110.html

 

Viele Grüße,

V. F. Alle