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Hilfe, eine Kunde! Was ist mit meinen Finanzdienstleistern los?

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Zum 10. Jahrestag der Lehman-Pleite habe ich mir einen Kommentar verkniffen. Jetzt kann ich nicht mehr. Heute hatte ich wieder eine denkwürdige Erfahrung mit der Deutschen Bank.

D-Bank-Brief

Bekanntlich habe ich ja mit dem DWS Immoflex der Deutschen Bank erhebliche Verluste erlebt. Dabei wollte ich genau das ja vermeiden als ich dem Deutsche-Bank-Partner Deutsche Vermögensberatung (DVAG) Geld anvertraute mit dem ich eigentlich ein Hausdarlehen nach der Laufzeit ablösen wollte. Für die Steuer brauchte ich jetzt eine Verlustbescheinigung, die ich bei der Deutschen Bank schriftlich beantragen muss. Das auf dem Antragsformular keine Adresse stand, wollte ich den Antrag einfach bei meiner Filiale einwerfen.

Zu meiner Überraschung gibt es dort aber keinen Briefkasten mehr. Okay, im Schalterraum gibt es einen Kasten dafür. Am Wochenende ist der aber hinter Glastrennscheiben nicht zu erreichen. Vor mir hatten aber scheinbar auch schon andere Kunden Briefe bzw. Überweisungsträger durch einen Schlitz zwischen zwei Scheibenelementen geschoben.

Bank-Brief2

Fast scheint es, als habe die Deutsche Bank kein Interesse mehr an Kundenkontakt. Nachdem es schon länger keine Barauszahlungen mehr am Bankschalter gibt, wird nun auch die Annahme von schriftlichen Dokumenten erschwert.

Zurück zur Lehman-Pleite: Anlässlich des Jahrestages gab es viele warnende Worte, dass das Risiko einer erneuten Finanzkrise weiterhin hoch sei und insbesondere Deutsche Banken dafür nicht gerüstet seinen. Nach meiner Ansicht haben sich deutsche Politiker zudem von den Finanzkonzernen an der Nase herumführen lassen. Zwar überwacht die Bankenaufsicht (BaFin) Banken und Versicherungen strenger, dafür werden Vertriebsorganisationen wie die DVAG so gut wie gar nicht mehr kontrolliert.

Noch immer scheinen manche Politiker blind zu sein. Obwohl ich einige von ihnen bereits schriftlich darauf hingewiesen habe, dass viele DVAG-Kunden mit Produkten wie dem SEB Immoinvest und dem DWS Immoflex Geld verloren haben, darf die DVAG weiter mit dem Slogan „Vermögensaufbau für Jeden“ werben. Gleichzeitig muss das Unternehmen nicht einmal mit Konsequenzen durch die BaFin rechnen. Kein Wunder also, dass Banken und Versicherungen die Beratung und den Vertrieb zu neuen Finanzprodukten zunehmend Vertriebsgesellschaften überlassen.

 

Der Aspekt fehlt mir übrigens im ZDF-Zoom-Beitrag „Geheimakte Finanzkrise“:

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-geheimakte-finanzkrise-110.html

 

Viele Grüße,

V. F. Alle

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DVAG dominiert Hitliste der Allfinanzvertriebe, aber: . . .

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Diese Woche hat Cash. seine neue Hitliste der Finanzvertriebe veröffentlicht. Spitzenreiter ist wie bei der ersten Hitliste und in den Jahren dazwischen die Deutsche Vermögensberatung AG. Das Unternehmen läßt die Wettbewerber bei den Vertriebserlösen deutlich hinter sich.

https://www.cash-online.de/berater/2018/hitliste-der-allfinanzvertriebe-dvag-wieder-vorn/432343/comment-page-1#comment-559463

„Auch die Regulierung traf das Unternehmen nicht unvorbereitet“, heißt es in dem Artikel bei Cash.Online. Kein Wunder: Das Unternehmen ist seit vielen Jahren gut mit hochrangigen Politikern vernetzt.

Ich habe die Redaktion darauf hingewiesen, dass DVAG-Kunden mit Produkten wie dem SEB Immoinvest sowie dem DWS Immoflex in den vergangenen Jahren Verluste gemacht haben. Hier würde mich mal eine Auflistung der von der DVAG vernichteten Kundenvermögen interessieren.

Wie in diesem Blog bereits berichtet habe ich 2017 allein mit dem DWS Immoflex rund 18 100 € Verlust gemacht.

DWS-Verluste2017

Brisant ist dabei, dass die DVAG zwischenzeitlich für die Vertriebserfolge sogar Anteile der Deutschen-Bank-Tochter DWS erhalten hat.
Siehe: http://www.fondsprofessionell.de/news/produkte/headline/finanzvertrieb-dvag-steigt-bei-dws-ein-111167/

 

Viele Grüße,

V. F. Alle

 

 

 

Fazit für Schnell-Leser

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Eigentlich hatte ich meine Zusammenfassung schon zusammengeschreiben. Weil ich für meine Stammleser leider keine neuen Erkenntnisse habe, möchte ich allerdings auf eine Zusammenfassung von Rechtsanwalt Kompa verweisen: http://www.kanzleikompa.de/2014/06/14/die-opfer-des-prof-dr-reinfried-pohl/

Das was Herr Kompa hier aus Anwaltssicht zusammengefasst hat, kann ich aus Kundensicht zu 100% bestätigen. Neben Mitarbeitern und Kunden sehe ich die angesprochenen Politiker, zu denen ich auch noch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Bundeskanzlerin Merkel ergänzen möchte, als Opfer des System Pohl. Ihre Ahnungslosigkeit wurde genauso ausgenutzt wie der gute Glaube der Vertriebsmitarbeiter und Kunden. Von ihnen sowie von vielen Journalisten hätte ich mir mehr kritische Distanz gewünscht.

Ab hier folgt meine ursprüngliche Zusammenfassung:

Wer von seinem Finanzdienstleister mit dicken Verträgen konfrontiert wird und diese nicht versteht, der hat drei Möglichkeiten:
1. Er/Sie vertraut seinem/ihrem Dienstleister. (Der vermutlich allerdings ein Eigeninteresse hat.)
2. Er/Sie nimmt einen Juristen zur Prüfung des Vertrages mit. (Was für ein Aufwand.)
3. Er/Sie lässt die Finger weg von solchen Angeboten.

Ich hatte mich für Variante 1 entschieden und musste feststellen, dass meine Berater und so manche andere „Experten“ die Risiken auch falsch eingeschätzt hatten. Das Risiko tragen aber nicht die Berater und Experten, sondern ich und die anderen Betroffenen.

Ich habe meine Erlebnisse Politikern geschildert, die das System meines Dienstleisters öffentlich lobten. Dabei habe ich den Eindruck gewonnen, dass sie entweder genauso selektiv informiert waren wie ich, oder …

Mit anderen Geschädigten habe ich auch gesprochen. Darunter gab es Menschen für die es eine Genugtuung war, dass diejenigen, die ihnen Schden zugefügt hatten, durch Unfälle oder schwere Krankheiten umgekommen waren.

Mir bringt es nichts, dass Dr. Reinfried Pohl kürzlich gestorben ist. Im Gegenteil: Ich hätte ihm gerne meine Kundensicht seiner „Finanzgeschichte“ geschildert. Doch auf meine Schreiben in der Richtung wollte er nicht persönlich eingehen.

Vielleicht bleibt mir die Hoffnung zumindest noch irgendwann mit Michael Schuhmacher darüber von Familienvater zu Familienvater reden zu können, warum er als Partner der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) Millionen verdient hat, während einfache DVAG-Kunden wie ich ihr Geld und damit ihre Altersvorsorge verlieren. Im September 2013 hatte das Management von Herrn Schumacher meinen Gesprächswunsch abgelehnt. Was Ende Dezember 2013 passierte ist wohl bekannt.

Nein, ich möchte nicht tauschen. Der mögliche Verlust der Gesundheit oder gar des Lebens wiegt schwerer als der Verlust der finanziellen Sicherheit. Als Vater wünsche ich Familie Schumacher alles Gute, so wie ich es auch anderen Familien in vergleichbaren Situationen wünsche.

Herzliche Grüße,
V. F. Alle

DVAG feiert sich und Kunden kämpfen ums Geld

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Was für eine Woche! Während die Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) Ihre Geschäftserfolge und den Zugang von 2500 Generali-Vertrieblern feiert, kämpfen Kunden der DVAG weiter um Geld, welches sie durch den SEB Immoinvest verloren haben.

An der Stelle: Vielen Dank an meine Leser, die mir Hinweise auf Medienberichte liefern und ihre Erfahrungen mit der DVAG und dem SEB Immoinvest mit mir teilen.

Fakt ist: Die DVAG hatte 2017 wieder ein sehr gutes Geschäftsjahr und konnte ihre Umsätze auf rund 1,35 Mrd. € steigern. (siehe: https://www.versicherungsbote.de/id/4865087/DVAG-Konzernbericht/)

DVAG-GJ2017-kurz
So präsentiert die DVAG ihre Geschäftszahlen 2017 auf der Unternehmenshomepage. Die +36% im Neugeschäft beziehen sich nur auf den Investmentbereich. Das steht ja auch klein darunter. Insgesamt ist das Wachtum da nicht so groß.  Quelle: Homepage der DVAG

Fakt ist auch: Es kommen jetzt 2500 Vertriebsmitarbeiter von der Generali-Versicherung dazu. Die DVAG und Cash-Online sprechen von „Generali-Beratern“. (siehe: https://www.cash-online.de/versicherungen/2018/2-500-generali-berater-wechseln-zur-dvag/417480?utm_source=nl&utm_medium=email&utm_campaign=finanznews220318 )

Leider lässt sich aber auch nicht verleugnen, dass zahlreiche DVAG-Kunden mit dem Finanzvertrieb wegen des offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest sowie dem DWS Immoflex gerade unruhige Zeiten erleben. Ein Leser meines Blogs informierte mich diese Woche über seine Erlebnisse.
Details zu dem Fall meines Lesers möchte ich hier nicht ohne Absprache veröffentlichen. Gleichzeitig möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass ich es als gefährlichen Trend betrachte, wenn Banken und Versicherungen den Vertrieb an Finanzvertriebe abgeben, die nicht den gleichen Kontrollen durch die Banken- und Finanzaufsicht (BaFin) unterliegen wie die Banken und Versicherungen selbst.
Aus meinen eigenen Recherchen weiß ich, dass zwar Banken seit der letzten Finanzkrise stärker von der BaFin überwacht werden, Finanzvertriebe allerdings (nach Gesetzesänderungen) nicht mehr.
Banken und Versicherungen, können durch die Finanzvertriebe also einige Risiken los werden. Für die Finanzvertriebe ist das ein gutes Geschäft. Die Leidtragenden sind dabei die Kunden. Für sie ist es in diesem Geflecht schwer einen Verantwortlichen zu identifizieren, wenn ein Produkt nicht den Versprechen der „Berater“ gerecht wird.
Und die Gefahr steigt, dass andere DVAG- Kunden ähnliches erleben, wie diejenigen denen von ihren „Beratern“ der SEB Immoinvest sowie der DWS Immoflex vermittelt wurden. In Blick in den DVAG-Geschäftsbericht 2017 zeigt: Dass der Investmentbereich mit +36% das größte Wachstum aufweist, während das Geschäft mit den Lebensversicherungen zurück geht (-6,1%).

 

DVAG-GJ2017
Ehrlicher als die schöne Grafik zu den DVAG-Geschäftszahlen ist da die nüchterne Tabelle aus dem DVAG-Geschäftsbericht von 2017. Quelle: DVAG-Geschäftsbericht 2017

Viele Grüße,
V. F. Alle

Selbstzweifel durch Online-Berichte

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Bei der Recherche zu meinem letzten Beitrag bekam ich Selbstzweifel. Es ging um Berichte über die Hart-aber-fair-Sendung und die Versicherungsbranche. Sowohl Bild-Online als auch Focus-Online hatten mich mit ihren reißerischen Überschriften auf diese Sendung aufmerksam gemacht. Focus titelte: „Einen Garantiezins hat es nie gegeben – Was Lebensversicherer in der ARD gesteht ist eine Ohrfeige für gutgläubige Kunden“. Bei Bild klang das ähnlich.

Zwei Tage später war davon bei beiden Medien nichts mehr zu finden. Die auf Suchmaschinen und Leseraufmerksamkeit zugeschnittenen Beiträge waren plötzlich nicht mehr wieder zu finden oder völlig verändert. Statt des ursprünglichen Titels wurde nun mit Aussagen der ARD-Börsenexpertin Kohl aufgemacht. Auch ein von mir kopierter Link führte ins Leere.
https://www.focus.de/finanzen/versicherungen/einen-garantiezins-hat-es-nie-gegeben-was-lebensversicherer-in-der-ard-gesteht-ist-ohrfeige-fuer-gutglaeubige-kunden_id_8347832.html

Den ursprünglichen Focus-Bericht habe ich aber wieder gefunden. Das möchte ich hier gerne dokumentieren.

Focus-Hart-a-Fair
Der ausgetauschte Beitrag: Zwei Online-Medien hatten sehr reißerisch über Hart-aber-fair-Sendung   „Crash der Lebensversicherungen: Panikmache oder echte Gefahr?“ berichtet. Später wurden die Beiträge zu gunsten der Versicherungswirtschaft entschärft. Bei Google war der ursprügliche Link in einem Fall sogar noch zu finden. Außerdem wurde der Beitrag von dem internationalen Nachrichtenportal „The World News“ kopiert. Auf der Homepage des Nachrichtenmagazins ließt sich das längst anders.

Wem ähnliches passiert, der braucht also nicht unbedingt an sich zu zweifeln. Bei Online-Medien werden Inhalte aus unterschiedlichen Gründen schon einmal gelöscht bzw. verändert. Mir ist das jetzt mehrfach aufgefallen. Mal wurde in Verbindung mit einem Finanzsskandal ein Politiker namentlich bei Bild-Online genannt, der für eine Anlageform geworben hatte und mal hatte sich der DVAG-Gründer in einem langen Interview mit einer weiteren großen Deutschen Zeitung hatte beispielsweise DVAG-Gründer Reinfried Pohl sich für mein Gefühl erstaunlich offen  zu einem Fehler geäußert. Wenig später waren die entsprechenden Stellen in beiden Fällen nicht mehr im Netz zu finden. Später außerte sich zumindest der Politiker laut einer anderen Zeitung dazu, dass er sich selbst von dem Finanzunternehmen getäuscht fühlt und sein „Grußwort“ nicht als Werbung gesehen hatte.

Gut finde ich es deshalb, wenn Redaktionen nachträgliche Veränderungen in Beiträgen kenntlich machen. So wie es z.B. Spiegel-Online tut, wenn ein Text ergänzt wird oder fehlerhafte Passagen geändert werden.

 

Loben möchte ich im Zusammenhang mit der Hart-aber-fair-Sendung   „Crash der Lebensversicherungen: Panikmache oder echte Gefahr?“ den Beitrag der Rheinischen Post (rp-online) :
http://www.rp-online.de/panorama/fernsehen/hart-aber-fair-zur-lebensversicherung-alte-vertraege-rentieren-sich-aid-1.7340423
Er ist sehr seachlich geschrieben. Neben den Gerantiezinsen gibt es darin ein Beispiel, wie eine Kundin der Versicherung Generali dazu überreden sollte, „kostenlos“ auf ein anderes Produkt zu wechseln. ARD-Börsenexpertin Anja Kohl warnte in der Sendung davor und wurde in dem Beitrag wie folgt zitiert: „Dies könne bedeuten, dass der Versicherer die Versicherten aus alten Verträgen, die bessere Konditionen haben, herausdrängen wolle, etwa, weil sich manche Firmen komplett aus dem Geschäft mit Lebensversicherungen verabschieden wollen.“

An der Stelle möchte ich daran erinnern, dass der Generali-Vertrieb inzwischen von der DVAG übernommen wurde. Im nicht mehr erreichbaren Forum „Geprellte Vermögensberater“ wurden die Praktiken der Umdeckung auch bei der DVAG bereits vor längerer Zeit kritisiert. Und der Versicherungsbote titelte 2015: „DVAG gerät wegen der Umdeckung von Lebensversicherungen ins Zwielicht“  In dem Beitrag heißt es unter anderem, dass die Vermittler in dem Beispiel erneut die volle Provision kassieren.
Ich frage mich also, was nun mit dem Exklusiv-Vertrieb der Generali-Versicherungen durch die DVAG für die Kunden besser werden soll? Aber das nur am Rande.

Mein Tipp zum Schluss: Wer wichtige Online-Beiträge direkt dokumentiert, der braucht später nicht an seinem Erinnerungsvermögen zweifeln.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Vermögensberater als Verbraucherschützer

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Als ich unterschiedliche Ansichten zum Erfolg der Riester-Rente recherchiert, stieß ich auf einen Dialog zwischen zwei DVAG-Vertretern bei Facebook. Dort machen sie sich über den Verbraucherschutz lustig und suggerieren sogar bessere Verbraucherschützer zu sein.
Weil es mir nicht um einzelne Personen geht, sondern darum den Systemfehler im Zusammenhang mit Finanzvertrieben wie der DVAG deutlich zu machen, habe ich die Klarnamen vorborgen.

Riester-DVAG-Verbrauchers-anonym

Mich wundert diese (Selbst-)Einschätzung sehr. Oder muss man eher von Selbstüberschätzung sprechen?
Denn nur zwei Tage nach diesem Facebook-Dialog gab es bei „Hart aber Fair“ (ARD am 22.1.2018) unter dem Titel „Crash der Lebensversicherungen: Panikmache oder echte Gefahr?“ eine Diskussion über Probleme bei Produkten zur Altersvorsorge.
https://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/videos/video-crash-der-lebensversicherungen-panikmache-oder-echte-gefahr–102.html

Hier ging es zwar nicht direkt um Riester-Produkte. Es wurde aber deutlich wie die Versicherungsbranche Kunden mit Versprechen wie „Garantiezins“ getäuscht hat.
Selbst Peter Schwark, Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), musste einräumen: „Versichert wird nicht mit Garantiezins, sondern mit garantierten Leistungen. Im Fall von Herr Nolden muss man sehen, er hat ja auch einen Risikoschutz gehabt: Der Todesfallschutz … … der kostet natürlich auch Geld.“

Für Versicherungsexperten mag das klar sein. Für Kunden ist das leider aus den Verträgen mit zahlreichen Fachformulierungen selten ersichtlich. Das machte in der Hart-aber-Fair-Sendung Kerstin Becker-Eiselen deutlich. Sie ist übrigens Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg

Mit Sicherheit gehört es nicht zu den Aufgaben erfolgreicher Vertriebsorganisationen wie der DVAG zu sehr auf die Risiken in den Verträgen hinzuweisen. Insofern ist hier auch für Kunden der DVAG Vorsicht geboten.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man sich in freundschaftlicher Atmosphäre mit seinem Vermögensberater sicherer fühlt als beim Gespräch in einer Bank. Das ist allerdings ein Trugschluss. Den Banken werden seit der Finanzkrise 2009 von der Finanzaufsicht noch strenger kontrolliert und reglementiert. Finanzvertriebe wie die DVAG werden in Deutschland dagegen nicht von der Finanzaufsicht überwacht. Für Banken und Versicherungen ist das ein gutes Argument den Vertrieb auszugliedern.

 

Viele Grüße,
V. F. Alle

Erfolgsstory Riester-Rente! Nur für wen?

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Auf seinem Facebook-Profil schreibt ein Vermögensberater von der DVAG:

Riesterrente – eine Erfolgsstory!

Die Riesterrente ist erst 15 Jahre jung.
Ende 2016 bestanden bereits über 16,5 Mio. Verträge.
Eine Erfolgsstory ohnegleichen!

Beim Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) klang das Anfang 2018 allerdings anders:

„ Von wenigen Ausnahmen abgesehen werden in Deutschland Riester-Versicherungsprodukte angeboten, die die Erwartungen der Politik an kosteneffiziente Angebote zur kapitalgedeckten Altersvorsorge nicht erfüllen.“

und

„Der Vergleich des vzbv zeigt, dass es kaum Angebote gibt, die günstiger sind als die Vorgabe des Alterssicherungsberichts. Im Extremfall sind die Kosten um das Fünffache höher als der Soll-Wert.“

Von den Verbraucherschützern werden insbesondere die hohen Vertriebs- und Verwaltungskosten kritisiert. Nach Informationen aus entsprechenden Produktdatenblättern hat die vzbv eine Auflistung erstellt, die die Kosten berücksichtig. Sie kann im Internet heruntergeladen werden.
https://www.vzbv.de/sites/default/files/downloads/2017/12/19/17-12-15_riester-versicherungen_zu_teuer_lg_mo.pdf

Produkte der von der DVAG vertriebenen Aachen Münchener sind darin nicht erhalten. Auf Nachfrage schrieb die vzbv:
„Die Untersuchung hatte nicht das Ziel eines umfassenden Produktvergleichs, sondern die Funktion, der Politik deutlich zu machen, dass Riester-Rentenversicherungen häufig erheblich teurer sind, als von der Politik gewünscht.“

Deshalb kommt hier ein Beispiel, von Vorsorgekampagne.de  :

AachenMünchener RiesterRente
STRATEGIE PLUS (5RG)
• Es fallen Abschlussprovisionen in Höhe von 1.666,30 € an, die in den ersten 10 Jahren fällig werden.
• Die jährlichen Verwaltungskosten sind mit 321,00 € p.a. sehr hoch.

Für die DVAG ist Riester auf jeden Fall ein Erfolg. So schrieb Fondsprofessionell:
http://www.fondsprofessionell.de/news/unternehmen/headline/dvag-macht-mit-riester-rendite-132609/

DVAG macht mit Riester Rendite
Die Deutsche Vermögensberatung hat 2016 erneut ein Rekordergebnis eingefahren. Die Basis für den Erfolg legten unter anderem die oft gescholtenen Riester-Produkte, einschließlich Wohn-Riester. Weiterer Wachstumsmotor sind und bleiben Fondspolicen.

In einer Pressemitteilung der DVAG, die von einigen Finanzportalen wie finanzen.net teilweise 1:1 übernommen wurde, berichtet der Vertrieb  warum sich die Riester-Rente ab dem Beitragsjahr 2018 noch mehr lohnt. Das Original ist hier zu finden: https://www.dvag.de/dvag/das-unternehmen/presse/servicemeldungen/riestern-lohnt-sich-jetzt-noch-mehr.html

Von den Kosten für die Verträge ist da allerdings keine Rede. Deshalb gebe ich gerne den Hinweis weiter, den ich vom Bundesverband der Verbraucherzentralen erhalten habe:

„Da auch auf der Website der Aachen Münchener kein Produktinformationsblatt zur Riester-Rente zu finden ist, empfehlen wir Ihnen, dieses direkt bei Ihrem Anbieter zu erfragen.
Sie können aber auch, wenn Sie wissen wollen, wie hoch die Kosten für Ihr Riesterprodukt sind, den Anbieternamen der Versicherung und die Zertifizierungsnummer in die Suchmaske im Internet eingeben und auf die dann angezeigten Suchergebnisse für den Anbieter gehen. Im Regelfall sind dann die Produktinformationsblätter leicht auffindbar. Die Information zu den Effektivkosten befindet sich auf der zweiten Seite oben rechts.“

 

Viele Grüße,
V. F. Alle

P.S. Besonders spannend finde ich es, wenn DVAG-Mitarbeiter bei Facebook suggerieren bessere Verbraucherschützer zu sein. Aber dazu im nächsten Beitrag mehr.