Monat: Juni 2013

Wer ist verantwortlich für den SEB Immoinvest? (Teil 5)

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Als mir mein Berater nicht mehr helfen konnte und ich nicht an seiner Aufrichtigkeit, sondern an der des Unternehmens zweifelte, entschied ich mich für folgendes. Ich wollte nicht den kleinen Berater verklagen, sondern seine Chefs mit den Folgen der Beratung konfrontieren.

Also bat ich den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) Prof. Dr. Reinfried Pohl mir zu erklären, wie ich mit seinem Unternehmen in diese Situation kommen konnte und ob ich mein klar definiertes Ziel mit seinem Unternehmen noch erreichen könne. Ich schrieb auch, dass ich Journalist bin. Prof. Dr. Reinfried Pohl ließ mir durch seine Mitarbeiter u.a. folgendes ausrichten:

Zitat aus dem Brief der DVAG: „Der SEB Immolnvest war – bis zur Entscheidung über seine Abwicklung Anfang Mai 2012 –
ein international anlegender Offener Immobilienfonds. …“
„…Durch die breite Streuung wurden die Entwicklungsmöglichkeiten der verschiedenen Immobilienmärkte aktiv genutzt. SEB Immolnvest war so positioniert, dass für ihn stetige Erträge aus Mieteinnahmen im Vordergrund standen.“

Das wundert mich, weil mir Sicherheit wichtiger war als Zinserträge.

Weiterhin heißt es in der Antwort der Deutschen Vermögensberatung:

Zitat aus dem Brief der DVAG: „Der Fonds wurde mehrfach ausgezeichnet. Die Zeitschrift .Finanztest“ hat den SEB Immolnvest beispielsweise in ihrer Ausgabe vom Januar 2007, also in dem Jahr, in dem auch Sie Ihre Fondsanteile erworben haben, als besten von 16 beurteilten Offenen Immobilienfonds gewertet und als „Spitzenreiter im Fondsdauertest“ bezeichnet (vgl. Anlage). In diesem Zusammenhang wurde der SEB Immolnvest von der Zeitschrift Finanztest zugleich in die niedrigste Risiko-Klasse eingestuft (vgl. Anlage).“
„Nicht von ungefähr hat daher auch eine Vielzahl von Gerichten den SES Immolnvest als mündelsicher anerkannt, so unter anderem von Gerichten in Düsseldorf, Köln und Hamburg.“

Warum hat der Kunde sein Ziel nicht erreicht? Die Deutsche Vermögensberatung sieht mehrere Gründe: Das Magazin „Finanztest“ hatte den Fonds ausgezeichnet, Gerichte hatten ihn für mündelsicher erklärt. Die Medien hätten „massive Anteilsverkäufe“ ausgelöst und der Kunde habe die Risiken ja dem „Verkaufsprospekt“  (einem Prospekt??) entnehmen können.  Damals wusste der Kunde nicht, dass die DVAG nicht von der Finanzaufsicht überwacht wird und dass der „Berater“ um seine Provision fürchten muss, wenn der Kunde vorzeitig aus dem Vertrag aussteigt bzw. sich heraus klagt. Unter den Umständen wäre es besser gewesen den kritischen Medien zu vertrauen als den beruhigenden Aussagen des Vermögensberaters.
Warum hat der Kunde sein Ziel nicht erreicht? Die Deutsche Vermögensberatung sieht mehrere Gründe: Das Magazin „Finanztest“ hatte den Fonds ausgezeichnet, Gerichte hatten ihn für mündelsicher erklärt. Die Medien hätten „massive Anteilsverkäufe“ ausgelöst und der Kunde habe die Risiken ja dem „Verkaufsprospekt“ (einem Prospekt??) entnehmen können. Damals wusste der Kunde nicht, dass die DVAG nicht von der Finanzaufsicht überwacht wird und dass der „Berater“ um seine Provision fürchten muss, wenn der Kunde vorzeitig aus dem Vertrag aussteigt bzw. sich heraus klagt. Unter den Umständen wäre es besser gewesen den kritischen Medien zu vertrauen als den beruhigenden Aussagen des Vermögensberaters.

Sollten also die Zeitschrift Finanztest sowie die Richter in Düsseldorf, Köln und Hamburg für meine Misere verantwortlich sein? Die Zeitschrift Finanztest informierte mich zumindest vor meinem Berater über die wirkliche Situation des mir vermittelten Fonds.

Die DVAG habe zudem meinen Berater befragt und komme zu folgendem Ergebnis.
Zitat aus der DVAG-Antwort: „Ihrem Wunsch nach Darlehensablösung habe die SEB Bank allerdings wegen der Zinsfestschreibung nicht zugestimmt. Gemeinsam mit unserem Vermögensberater haben Sie daraufhin auf Ihren Wunsch hin über eine Anlage der Erbschaft gesprochen und sich dabei für die in Rede stehenden Fondsanteile des SEB Immolnvest entschieden.
Über die Möglichkeit einer vorübergehenden Fondsschließung wurden Sie mit der Aushändigung
der gesetzlichen Verkaufsunterlagen informiert. Den Erhalt dieser Unterlagen haben
Sie mit Ihrer Unterschrift auf dem Kontoeröffnungsantrag bestätigt.“

Mich wundert das, weil ich mir den Vertrag durchgelesen hatte. Weil ich nicht alles verstanden habe, fragte ich nach und mein „Berater“ hatte auf jede meiner Fragen eine mir schlüssige Antwort. Dass ich als Kunde der DVAG die Vertragswerke selbst verstehen müsse, war mir nicht bewusst. Ich dachte ich hätte dafür einen Berater. Mein Berater sagte mir und meiner Frau damals mehrfach, dass ein „offener Immobilienfonds“ so sicher sei wie das von mir gewünschte Festgeld.

Zudem ließen mich die beiden für Herrn Pohl antwortenden Herren wissen:
Zitat aus dem DVAG-Brief: „Im Frühjahr des Jahres 2010 erfolgten, durch Medienberichte ausgelöst, massive Anteilverkäufe im Vorfeld zur neuen gesetzlichen Regelung zu Offenen Immobilienfonds. Zum Schutz der Anleger entschloss sich das Fondsmanagement des SES Immolnvest im Mai
2010 daher, die Anteilrücknahme auszusetzen.“

Nun waren also auch noch die Medien für den Misserfolg verantwortlich. Dabei waren es nach meinem heutigen Kenntnisstand wohl Institutionelle Anleger, die ihr Vermögen in großen Mengen aus dem Fonds rausnahmen. „Kleinanleger“ wie ich, haben das erst mitbekommen, als es schon zu spät war. Siehe auch: http://www.wiwo.de/finanzen/immobilien/vertrauenskrise-konstruktionsfehler-uebersehen/6668374-5.html

Weil ich mich diese Antwort der DVAG irritierte, schrieb ich erneut an den Vorstandsvorsitzenden Reinfried Pohl. Ich wollte wissen, für welche Werte er und sein Unternehmen stehen. Mehr Dazu in meinem nächsten Beitrag.

Ihr/Euer V. F. Alle

Nachtrag vom 17.2.2015:
Ich habe mir erlaubt dem Text ein Bild mit Auszügen aus dem Schreiben der DVAG anzufügen.

So wurde ich zum Blogger (Teil 4)

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Nach meinen Erfahrungen in der Automobilindustrie war ich davon ausgegangen, dass zumindest die Vorstände meiner Dienstleister (Deutsche Vermögensberatung – DVAG, SEB/Santander Bank, Deutsche Bank und Aachen Münchener) ein Interesse an meinem Fall haben sollten. Sie werben ja seit der Finanzkrise wieder verstärkt um das Vertrauen der Kunden. Da sollte ein Fall wie der Meine doch wichtig zur Qualitätssicherung sein.

Das konnte ich leider nach einem Jahr mit zahlreichen Briefwechseln bei keinem der Beteiligten feststellen. Stattdessen wurde ich jeweils weiterverwiesen. Keiner mochte sich für einen Kunden interessieren, der seine Ziele in diesem System deutlich verfehlt hat.

Also versuchte ich es über die Presse.
Das ist ja schon ein krasser Fall, so dachte ich. Doch ich bekam meist zu hören, dass so etwas nicht neu sei. Die Redaktionen hätten schon öfter über ähnliche Fälle (mit Rentnern) berichtet und mochten sich nicht weiter damit beschäftigen. Oder Sie wollten was machen und schafften es nicht mehr, wie im Fall der ftd. Die Zeitung Financial Times Deutschland wurde sechs Tage nach meiner Kontaktaufnahme eingestellt.

Tatsächlich ist es nicht Einfach, das „Neue“ im Finanzvertrieb zu erkennen. Für mich ist das Neue, dass es eben nicht nur die oft beschriebenen Rentner trifft, sondern immer öfter auch junge Menschen. Annähernd funktionierte es bei mir wie in einem Sozialen Netzwerk, man Duzt sich und man scheint sich irgendwann vertraut zu sein. Das war mein Fehler.

Eigentlich wollte ich es dabei belassen. Ich hatte ja mein Geld unter anderem auch denjenigen anvertraut, bei denen ich Schulden hatte, weil ich keine Lust auf einen Rechtsstreit hatte. Durch Beratung aus einer Hand wollte ich das Risiko eines solchen Konfliktes ja vermeiden.

Mein Verbraucherschutzanwalt erklärte mir inzwischen, dass eine Klage jetzt ohnehin schwierig sei, weil ich wichtige Fristen verpasst habe. Ich hatte ja bis Anfang 2012 den mindestens einmal im Jahr wiederholten Aussagen meines Beraters vertraut, dass mit meiner Geldanlage alles okay ist. Ein Rechtsstreit werde bei einer Niederlage erstens teuer und zweitens könne es sein, dass die Gegenseite in die nächste Instanz gehe, wenn die erste Instanz zu meinen Gunsten entscheidet, so der Anwalt.

Doch als ich Ende 2012 und im April 2013 feststellte, dass selbst hochrangige Politiker das System der Deutschen Vermögensberatung lobten, mit dem ich meine Ziele deutlich verfehlt hatte, ging das nicht mehr. Die Reaktionen der Politiker zeigten mir, dass sie entweder nicht wissen oder nicht wissen wollen, was Bürgern wie mir da gerade passiert.

Um eines klar zu stellen: Ich klage niemanden an, der die Zusammenhänge bisher nicht erkennen konnte.

Auch weiß ich, dass Journalisten immer seltener Zeit und Geld von ihren Auftraggebern bekommen, um komplexe Themen aufzuarbeiten und allgemeinverständlich zusammenzufassen. Unter dem Druck schnell und günstig zu sein bleibt die hintergründige Recherche auf der Strecke.

Deshalb schreibe ich nun einen Blog, obwohl es mir lieber gewesen wäre, dass neutrale Journalisten meine Eindrücke bewerten und in einem größeren Kontext einordnen würden.

Wenn es mir nur um mein Geld ginge müsste ich jetzt wohl einen Anwalt beauftragen. Dann würde mein Anwalt das mit den Anwälten der Gegenseite aushandeln und die Verantwortlichen, bräuchten sich damit nicht weiter beschäftigen.
Ich sehe es inzwischen als meine gesellschaftliche Verantwortung, darüber zu informieren, um Topmanagern ihre Verantwortung deutlich zu machen und andere Kunden vor ähnlichen Situationen zu bewahren.

Für die DVAG definiert der Vorstandsvorsitzende Dr. Reinfried Pohl die „gesellschaftliche Verantwortung“ übrigens wie folgt:

Das klingt doch gut.

Im nächsten Blog-Beitrag berichte ich, welche Antworten ich auf Schreiben an Herrn Dr. Pohl von der DVAG erhielt. Ein Vergleich mit seinem Leistungsversprechen (siehe Link zur Verantwortung) lohnt sich.

Ihr/Euer V. F. Alle

Wem wollen wir vertrauen? (Teil 3)

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Vertrauen ist die Grundlage des gemeinschaftlichen Zusammenlebens. Das klingt banal.

Was passiert, wenn sich Menschen nicht mehr Vertrauen, hat ja auch die durch die Lehman-Pleite ausgelöste Finanzkrise gezeigt.

Weil ich schlechte Erfahrungen mit der Beratung durch eine Bank gemacht hatte, war ich seit 2001 sensibilisiert. Ich wollte nie wieder durch Eigeninteressen eines Bankberaters Geld verlieren. Von guten Bekannten wusste ich, dass auch die Mitarbeiter bei Banken damals unter einem großen Verkaufsdruck standen.

Als meine Frau und ich 2002 ein Darlehen für den Kauf eines Hauses brauchten, fiel die Entscheidung zu Gunsten der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Die Kosten für die Darlehen bei der SEB Bank waren zwar geringfügig höher als die Angebote, die wir von anderen Banken erhielten. Dafür kam der Berater abends, wenn es uns passte und gab uns Tipps, wie wir diszipliniert wirtschaften. Das war für uns ein Mehrwert für den wir gerne mehr bezahlten.

Im Nachhinein stelle ich fest, dass mir die Beratung in den eigenen vier wenden eine Sicherheit gab, die es nicht gab. In Bankbüros, in fremder Umgebung, war ich immer vorsichtig. Zu Hause fühlte ich mich dagegen zu sicher. Wie heißt es so schön: “my home is my Castle”.

Außerdem hatten wir den Berater von Freunden empfohlen bekommen. Wenn Freunde gute Erfahrungen mit ihm gemacht haben, warum sollte es da Grund zur Skepsis geben? Auch das erwies sich als falsch.

Als Mein Berater mir nicht mehr helfen konnte, vertraute ich auf die Kompetenz des Vorstandsvorsitzenden sowie des Aufsichtsrates der DVAG. Schließlich sollte ein ehemaliger Bundesfinanzminister erkennen können, dass es nicht gut ist, wenn Bürger die Schulden begleichen wollen, Produkte bekommen, die dafür nicht geeignet sind. Darauf vertraue ich weiterhin.

Was mich bei der Sache be(un)ruhigt ist, dass auch andere junge Menschen zu ähnlichen Fehleinschätzungen kommen. Es sind also nicht nur ältere Menschen für diese „Beratungsmethoden“ empfänglich.

Eine Journalistin, die bereits über Schiffsfonds berichtet hatte, riet mir, mich schnell an einen Anwalt zu wenden. Klagen würden der Reihe nach abgearbeitet und für die Letzten bliebe dann manchmal nichts mehr übrig.

Aber ich will ich will meinen Finanzdienstleiter nicht verklagen, ich möchte ihm weiterhin vertrauen können.

Im nächsten Beitrag berichte ich, wie ich zum Blogger wurde.

Ihr/Euer V.F. Alle

Einfach nur Schulden begleichen – Was ist passiert? (Teil 2)

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Als ich 2007 einen größeren Betrag erbte, war es für mich selbstverständlich, dass das Geld zur Tilgung unserer über die DVAG und die SEB-Bank (heute Santander) laufenden Darlehen verwendet werden sollte. Es kam für uns daher nicht in Frage mit anderen Finanzdienstleistern über höhere Kapitalerträge zu verhandeln. Zudem hatte unser Vermögensberater, der uns und unsere Bedürfnisse damals bereits seit fünf Jahren kannte in Aussicht gestellt, dass wir die Schulden gegen Zahlung von Vorzugszinsen vorzeitig abzahlen können. Er wolle sich darum kümmern.

Als uns das Geld aus (Bundesschatzbriefen und ähnlichen Anlagen) dann zur Verfügung stand sagte unser Berater, dass die SEB-Bank auf die Erfüllung der Vertragslaufzeit bis 2012 bestehe. Unser DVAG-Berater empfahl uns den Immobilienfonds SEB ImmoInvest. Dieser sei so sicher wie das von uns eigentlich favorisierte Tages- bzw. Festgeld. Gerichte hätten die „Mündelsicherheit“ der Anlageform bestätigt. Die Frage, ob wir in den Vertragsunterlagen ungewollte Risiken übersehen hätten, verneinte unser Berater. Wir fühlten uns damit auch deshalb sicher, weil wir das Vermögen der selben Bank anvertraut hatten, bei der wir auch unser Schulden begleichen wollten.

Im Zuge der Finanzkrise wurden uns Mitte 2009 uns schließlich Anteile des DWS Immoflex (Deutsche Bank) als passende Anlage verkauft für etwa 33% des bisher im SEB Immoinvest angelegten Vermögens vermittelt. Das Vermögen bei der SEB-Bank sollte zur Tilgung der Darlehen dienen. Das Vermögen bei der Deutschen Bank gab uns das Gefühl, das Risiko bei einer Bankenpleite verteilt zu haben. Dass unser Berater nur Ausdrucke der Vertragsunterlagen für den DWS Immoflex dabei hatte und keine Originale mit Durchschlag, erklärte er damit, dass er mehreren Kunden empfohlen hätte, einen Teil ihres Vermögens in eine zweite Anlage zu stecken. Nach der Lehman-Pleite war das für uns plausibel. Die Kopien der Verträge (Durchschlage gab es ja nicht) sowie die weiteren Vertragsunterlagen wollte er nachreichen.

Als der SEB ImmoInvest erstmals geschlossen wurde, war das noch kein Schaden für meine Familie und mich, schließlich brauchten wir das Geld ja erst 2012. Wir fragen unseren Berater allerdings mehrfach und 2010 auch die SEB-Fondsgesellschaft, ob wir uns Gedanken machen müssten, unser Darlehen doch nicht fristgemäß tilgen zu können. Die Fondsgesellschaft verwies damals auf den Berater Dieser teilte uns mit, dass der Fonds 2012 wieder öffnen müsse und das für uns genau rechtzeitig sei um unsere Darlehen abzuzahlen. Von dem Risiko, dass der Fonds auch abgewickelt werden könne, viel damals kein Wort. Weil mir die Information bezüglich der Zwangsöffnung aus anderer Quelle bestätigt wurde, vertraute ich darauf mein Ziel 2012 schuldenfrei zu sein zu erreichen.

Nachdem Anfang 2012 die Abwicklung bekannt wurde, befrage ich sowohl meinen Berater als auch den Filialleiter meiner SEB/Santanter-Bankfiliale, wie wir nun noch unser Ziel „SCHULDENFREIHEIT“ erzielen können. Beide beteuerten, dass die Risiken der Abwicklung für Sie nicht absehbar gewesen seien.
Zudem zeigte sich, dass der zweite mir vermittelte Fonds (DWS Immoflex) am ersten zu erheblichen Teilen beteiligt war und auch geschlossen wurde.

Von unserem ursprünglichen „Vermögen“ standen uns dadurch nur etwa 12,7% zur Verfügung. Damit konnten wir gerade einmal 20% unserer Schulden abbezahlen und mussten ein neues Darlehen aufnehmen.
Weil ich davon wusste, dass eine andere Bank ihren SEB-Immoinvest-Kunden kostenlose Darlehen gewährten, bat ich meinen Berater das auch für mich einzufordern. Er teilte mir mit, dass ihm von der Santander Bank (SEB wurde Zwischenzeit übernommen) mitgeteilt wurde, dass dies für meinen Fall nicht zutreffe.

Also verhandelte ich direkt mit der Santander Bank bis mir schließlich doch ein zinsloses Sonderdarlehen gewährt wurde. Was mir allerdings bis zur Vertragsvorlage keiner sagen konnte war, dass dies ausdrücklich daran gebunden ist, dass der Kunde die Verlustrisiken des Fonds alleine trägt. Desweiteren sollte ich einen Beratungsbogen unterschreiben, in dem die Risiken der Anlage inzwischen höher bewertet wurden als bei Vertragsabschluss.

Zudem wurden uns von unserem Berater2007 Rentenversicherungen zur Altersvorsorge vermittelt. Die wurden zunächst aus der Erbschaft bedient und sollten nun aus dem monatlichen Einkommen bezahlt werden, das ja übrig sein sollte, weil die Darlehen abbezahlt sind.

Weil wir aber immer noch lieber schuldenfrei sein wollen, möchten wir die Rentenverträge nicht mehr weiter bedienen. Einen Teil des Geldes könnten wir abzüglich der erhaltenen Förderung (die teilweise von Provisionen „aufgefressen“ wurden) zurück bekommen. Aus anderen Verträgen bekommen wir das Geld erst nach Eintritt in das Rentenalter. Das teilte uns inzwischen die Aachen Münchener Versicherung mit.
Unser Berater steht uns aus „gesundheitlichen Gründen“ nicht mehr zur Verfügung.

Im nächsten Beitrag berichte ich, wie das mir passieren konnte. Normal passiert so etwas doch nur Rentnern bzw. senilen Menschen, oder?

Nichts ist unmöglich … …bei Finanzdienstleistern

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Nichts ist unmöglich … …bei Finanzdienstleistern

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu einem Autohändler und verlangen ein Fahrzeug zu dem Zweck, dass es besonders Wertstabil sein soll, weil Sie es nach fünf Jahren wieder verkaufen wollen, um dann Ihr Traumauto zu kaufen. Ihr Händler versichert Ihnen, das richtige Produkt zu dem Zweck zu haben. Deshalb kaufen Sie das Produkt. Zwischendurch sind Sie verunsichert, weil Medien über Qualitätsprobleme in der Automobilbranche berichten. Sie fragen also bei Ihrem Händler nach, ob das auch Ihr Produkt betrifft. Der verneint deutlich und das im Laufe der Jahre immer wieder.

Kurz vor Ende der fünf Jahre wird deutlich, dass auch Ihr Produkt einen erheblichen Konstruktionsfehler hatte und Sie das Produkt nun gar nicht bzw. nur mit hohem Wertverlust kurzfristig verkauft bekommen.

Der Verkäufer entschuldigt sich, dass er über dem Konstruktionsfehler auch erst jetzt von seinem Unternehmen informiert wurde. Das Führungspersonal des Händlers teilt Ihnen auf Nachfrage mit, dass es dem Unternehmen leid tue. Bei der Vermittlung des Produktes sei der Mangel nicht erkennbar gewesen. Außerdem habe das Fahrzeug ja eine Abnahme vom TÜV erhalten und wurde von einer renomierten Fachzeitschrift zum Auto des Jahres gekürt. Ferner hätten Sie das Produkt ja selbst gewollt und das mit der Vertragsunterzeichnung bestätigt.

Also Fragen Sie beim Hersteller nach. Dessen Führungspersonal möchte sich jedoch nicht zu den Vertriebspraktiken Ihres Händlers äußern. Von anderen Mitarbeitern des Unternehmens erfahren Sie, dass Ihnen der Hersteller das Produkt für Ihr Bedürfnis nicht angeboten hätte.

Das klingt für Sie unglaublich? Richtig – zumindest in Bezug auf die Automobilindustrie. Mit meinen Finanzdienstleistern habe ich jedoch genau so etwas erlebt.

Aber warum gehen Automobilhersteller mit „Konstruktionsfehlern“ und Sicherheitsmängeln anders um als Finanzberater? Ganz einfach: Weil es für deren Produkte eine Produkthaftung gibt, die im schlimmsten Fall sogar strafrechtliche Konsequenzen hat. Außerdem haben Automobilhersteller erkannt, wie wichtig Qualität für ihr das Kundenvertrauen in ihre Marke ist. Sie reagieren mit Rückrufen, um ihr Ansehen nicht zu beschädigen.

Im nächsten Beitrag schreibe ich was mir genau passiert ist.

Bis dann. Ihr/Euer V. F. Alle