So wurde ich zum Blogger (Teil 4)

Gepostet am Aktualisiert am

Nach meinen Erfahrungen in der Automobilindustrie war ich davon ausgegangen, dass zumindest die Vorstände meiner Dienstleister (Deutsche Vermögensberatung – DVAG, SEB/Santander Bank, Deutsche Bank und Aachen Münchener) ein Interesse an meinem Fall haben sollten. Sie werben ja seit der Finanzkrise wieder verstärkt um das Vertrauen der Kunden. Da sollte ein Fall wie der Meine doch wichtig zur Qualitätssicherung sein.

Das konnte ich leider nach einem Jahr mit zahlreichen Briefwechseln bei keinem der Beteiligten feststellen. Stattdessen wurde ich jeweils weiterverwiesen. Keiner mochte sich für einen Kunden interessieren, der seine Ziele in diesem System deutlich verfehlt hat.

Also versuchte ich es über die Presse.
Das ist ja schon ein krasser Fall, so dachte ich. Doch ich bekam meist zu hören, dass so etwas nicht neu sei. Die Redaktionen hätten schon öfter über ähnliche Fälle (mit Rentnern) berichtet und mochten sich nicht weiter damit beschäftigen. Oder Sie wollten was machen und schafften es nicht mehr, wie im Fall der ftd. Die Zeitung Financial Times Deutschland wurde sechs Tage nach meiner Kontaktaufnahme eingestellt.

Tatsächlich ist es nicht Einfach, das „Neue“ im Finanzvertrieb zu erkennen. Für mich ist das Neue, dass es eben nicht nur die oft beschriebenen Rentner trifft, sondern immer öfter auch junge Menschen. Annähernd funktionierte es bei mir wie in einem Sozialen Netzwerk, man Duzt sich und man scheint sich irgendwann vertraut zu sein. Das war mein Fehler.

Eigentlich wollte ich es dabei belassen. Ich hatte ja mein Geld unter anderem auch denjenigen anvertraut, bei denen ich Schulden hatte, weil ich keine Lust auf einen Rechtsstreit hatte. Durch Beratung aus einer Hand wollte ich das Risiko eines solchen Konfliktes ja vermeiden.

Mein Verbraucherschutzanwalt erklärte mir inzwischen, dass eine Klage jetzt ohnehin schwierig sei, weil ich wichtige Fristen verpasst habe. Ich hatte ja bis Anfang 2012 den mindestens einmal im Jahr wiederholten Aussagen meines Beraters vertraut, dass mit meiner Geldanlage alles okay ist. Ein Rechtsstreit werde bei einer Niederlage erstens teuer und zweitens könne es sein, dass die Gegenseite in die nächste Instanz gehe, wenn die erste Instanz zu meinen Gunsten entscheidet, so der Anwalt.

Doch als ich Ende 2012 und im April 2013 feststellte, dass selbst hochrangige Politiker das System der Deutschen Vermögensberatung lobten, mit dem ich meine Ziele deutlich verfehlt hatte, ging das nicht mehr. Die Reaktionen der Politiker zeigten mir, dass sie entweder nicht wissen oder nicht wissen wollen, was Bürgern wie mir da gerade passiert.

Um eines klar zu stellen: Ich klage niemanden an, der die Zusammenhänge bisher nicht erkennen konnte.

Auch weiß ich, dass Journalisten immer seltener Zeit und Geld von ihren Auftraggebern bekommen, um komplexe Themen aufzuarbeiten und allgemeinverständlich zusammenzufassen. Unter dem Druck schnell und günstig zu sein bleibt die hintergründige Recherche auf der Strecke.

Deshalb schreibe ich nun einen Blog, obwohl es mir lieber gewesen wäre, dass neutrale Journalisten meine Eindrücke bewerten und in einem größeren Kontext einordnen würden.

Wenn es mir nur um mein Geld ginge müsste ich jetzt wohl einen Anwalt beauftragen. Dann würde mein Anwalt das mit den Anwälten der Gegenseite aushandeln und die Verantwortlichen, bräuchten sich damit nicht weiter beschäftigen.
Ich sehe es inzwischen als meine gesellschaftliche Verantwortung, darüber zu informieren, um Topmanagern ihre Verantwortung deutlich zu machen und andere Kunden vor ähnlichen Situationen zu bewahren.

Für die DVAG definiert der Vorstandsvorsitzende Dr. Reinfried Pohl die „gesellschaftliche Verantwortung“ übrigens wie folgt:

Das klingt doch gut.

Im nächsten Blog-Beitrag berichte ich, welche Antworten ich auf Schreiben an Herrn Dr. Pohl von der DVAG erhielt. Ein Vergleich mit seinem Leistungsversprechen (siehe Link zur Verantwortung) lohnt sich.

Ihr/Euer V. F. Alle

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