Wem wollen wir vertrauen? (Teil 3)

Gepostet am Aktualisiert am

Vertrauen ist die Grundlage des gemeinschaftlichen Zusammenlebens. Das klingt banal.

Was passiert, wenn sich Menschen nicht mehr Vertrauen, hat ja auch die durch die Lehman-Pleite ausgelöste Finanzkrise gezeigt.

Weil ich schlechte Erfahrungen mit der Beratung durch eine Bank gemacht hatte, war ich seit 2001 sensibilisiert. Ich wollte nie wieder durch Eigeninteressen eines Bankberaters Geld verlieren. Von guten Bekannten wusste ich, dass auch die Mitarbeiter bei Banken damals unter einem großen Verkaufsdruck standen.

Als meine Frau und ich 2002 ein Darlehen für den Kauf eines Hauses brauchten, fiel die Entscheidung zu Gunsten der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Die Kosten für die Darlehen bei der SEB Bank waren zwar geringfügig höher als die Angebote, die wir von anderen Banken erhielten. Dafür kam der Berater abends, wenn es uns passte und gab uns Tipps, wie wir diszipliniert wirtschaften. Das war für uns ein Mehrwert für den wir gerne mehr bezahlten.

Im Nachhinein stelle ich fest, dass mir die Beratung in den eigenen vier wenden eine Sicherheit gab, die es nicht gab. In Bankbüros, in fremder Umgebung, war ich immer vorsichtig. Zu Hause fühlte ich mich dagegen zu sicher. Wie heißt es so schön: “my home is my Castle”.

Außerdem hatten wir den Berater von Freunden empfohlen bekommen. Wenn Freunde gute Erfahrungen mit ihm gemacht haben, warum sollte es da Grund zur Skepsis geben? Auch das erwies sich als falsch.

Als Mein Berater mir nicht mehr helfen konnte, vertraute ich auf die Kompetenz des Vorstandsvorsitzenden sowie des Aufsichtsrates der DVAG. Schließlich sollte ein ehemaliger Bundesfinanzminister erkennen können, dass es nicht gut ist, wenn Bürger die Schulden begleichen wollen, Produkte bekommen, die dafür nicht geeignet sind. Darauf vertraue ich weiterhin.

Was mich bei der Sache be(un)ruhigt ist, dass auch andere junge Menschen zu ähnlichen Fehleinschätzungen kommen. Es sind also nicht nur ältere Menschen für diese „Beratungsmethoden“ empfänglich.

Eine Journalistin, die bereits über Schiffsfonds berichtet hatte, riet mir, mich schnell an einen Anwalt zu wenden. Klagen würden der Reihe nach abgearbeitet und für die Letzten bliebe dann manchmal nichts mehr übrig.

Aber ich will ich will meinen Finanzdienstleiter nicht verklagen, ich möchte ihm weiterhin vertrauen können.

Im nächsten Beitrag berichte ich, wie ich zum Blogger wurde.

Ihr/Euer V.F. Alle

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Ein Gedanke zu „Wem wollen wir vertrauen? (Teil 3)

    Jürgen Hartenstein sagte:
    23/09/2013 um 8:59 pm

    Das ist immer so eine Sache mit der Empfehlung. Solange es keine Probleme gibt sind alle Berater Klasse. Erst wenn mal ein Schaden entsteht, zeigt sich, wie gut der Berater wirklich ist. Und wichtig immer einen Qualifikationsnachweis fordern. DIe Ausbildung der DVAG ist nicht IHK geeignet, auch wenn das gerne behauptet wird. Den Beruf des Vermögensberaters gibt es nicht !! Vermitteln dürfen diese nur aufgrund des Haftungsdaches. Warum das so ist…..keine Ahnung….aber wenn ich mir den Aufsichtsrat etc. ansehe und welche illustre Politikerrunde da vereint ist….ein Schelm, der Böses dabei denkt.

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