Wer ist verantwortlich für den SEB Immoinvest? (Teil 5)

Gepostet am Aktualisiert am

Als mir mein Berater nicht mehr helfen konnte und ich nicht an seiner Aufrichtigkeit, sondern an der des Unternehmens zweifelte, entschied ich mich für folgendes. Ich wollte nicht den kleinen Berater verklagen, sondern seine Chefs mit den Folgen der Beratung konfrontieren.

Also bat ich den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) Prof. Dr. Reinfried Pohl mir zu erklären, wie ich mit seinem Unternehmen in diese Situation kommen konnte und ob ich mein klar definiertes Ziel mit seinem Unternehmen noch erreichen könne. Ich schrieb auch, dass ich Journalist bin. Prof. Dr. Reinfried Pohl ließ mir durch seine Mitarbeiter u.a. folgendes ausrichten:

Zitat aus dem Brief der DVAG: „Der SEB Immolnvest war – bis zur Entscheidung über seine Abwicklung Anfang Mai 2012 –
ein international anlegender Offener Immobilienfonds. …“
„…Durch die breite Streuung wurden die Entwicklungsmöglichkeiten der verschiedenen Immobilienmärkte aktiv genutzt. SEB Immolnvest war so positioniert, dass für ihn stetige Erträge aus Mieteinnahmen im Vordergrund standen.“

Das wundert mich, weil mir Sicherheit wichtiger war als Zinserträge.

Weiterhin heißt es in der Antwort der Deutschen Vermögensberatung:

Zitat aus dem Brief der DVAG: „Der Fonds wurde mehrfach ausgezeichnet. Die Zeitschrift .Finanztest“ hat den SEB Immolnvest beispielsweise in ihrer Ausgabe vom Januar 2007, also in dem Jahr, in dem auch Sie Ihre Fondsanteile erworben haben, als besten von 16 beurteilten Offenen Immobilienfonds gewertet und als „Spitzenreiter im Fondsdauertest“ bezeichnet (vgl. Anlage). In diesem Zusammenhang wurde der SEB Immolnvest von der Zeitschrift Finanztest zugleich in die niedrigste Risiko-Klasse eingestuft (vgl. Anlage).“
„Nicht von ungefähr hat daher auch eine Vielzahl von Gerichten den SES Immolnvest als mündelsicher anerkannt, so unter anderem von Gerichten in Düsseldorf, Köln und Hamburg.“

Warum hat der Kunde sein Ziel nicht erreicht? Die Deutsche Vermögensberatung sieht mehrere Gründe: Das Magazin „Finanztest“ hatte den Fonds ausgezeichnet, Gerichte hatten ihn für mündelsicher erklärt. Die Medien hätten „massive Anteilsverkäufe“ ausgelöst und der Kunde habe die Risiken ja dem „Verkaufsprospekt“  (einem Prospekt??) entnehmen können.  Damals wusste der Kunde nicht, dass die DVAG nicht von der Finanzaufsicht überwacht wird und dass der „Berater“ um seine Provision fürchten muss, wenn der Kunde vorzeitig aus dem Vertrag aussteigt bzw. sich heraus klagt. Unter den Umständen wäre es besser gewesen den kritischen Medien zu vertrauen als den beruhigenden Aussagen des Vermögensberaters.
Warum hat der Kunde sein Ziel nicht erreicht? Die Deutsche Vermögensberatung sieht mehrere Gründe: Das Magazin „Finanztest“ hatte den Fonds ausgezeichnet, Gerichte hatten ihn für mündelsicher erklärt. Die Medien hätten „massive Anteilsverkäufe“ ausgelöst und der Kunde habe die Risiken ja dem „Verkaufsprospekt“ (einem Prospekt??) entnehmen können. Damals wusste der Kunde nicht, dass die DVAG nicht von der Finanzaufsicht überwacht wird und dass der „Berater“ um seine Provision fürchten muss, wenn der Kunde vorzeitig aus dem Vertrag aussteigt bzw. sich heraus klagt. Unter den Umständen wäre es besser gewesen den kritischen Medien zu vertrauen als den beruhigenden Aussagen des Vermögensberaters.

Sollten also die Zeitschrift Finanztest sowie die Richter in Düsseldorf, Köln und Hamburg für meine Misere verantwortlich sein? Die Zeitschrift Finanztest informierte mich zumindest vor meinem Berater über die wirkliche Situation des mir vermittelten Fonds.

Die DVAG habe zudem meinen Berater befragt und komme zu folgendem Ergebnis.
Zitat aus der DVAG-Antwort: „Ihrem Wunsch nach Darlehensablösung habe die SEB Bank allerdings wegen der Zinsfestschreibung nicht zugestimmt. Gemeinsam mit unserem Vermögensberater haben Sie daraufhin auf Ihren Wunsch hin über eine Anlage der Erbschaft gesprochen und sich dabei für die in Rede stehenden Fondsanteile des SEB Immolnvest entschieden.
Über die Möglichkeit einer vorübergehenden Fondsschließung wurden Sie mit der Aushändigung
der gesetzlichen Verkaufsunterlagen informiert. Den Erhalt dieser Unterlagen haben
Sie mit Ihrer Unterschrift auf dem Kontoeröffnungsantrag bestätigt.“

Mich wundert das, weil ich mir den Vertrag durchgelesen hatte. Weil ich nicht alles verstanden habe, fragte ich nach und mein „Berater“ hatte auf jede meiner Fragen eine mir schlüssige Antwort. Dass ich als Kunde der DVAG die Vertragswerke selbst verstehen müsse, war mir nicht bewusst. Ich dachte ich hätte dafür einen Berater. Mein Berater sagte mir und meiner Frau damals mehrfach, dass ein „offener Immobilienfonds“ so sicher sei wie das von mir gewünschte Festgeld.

Zudem ließen mich die beiden für Herrn Pohl antwortenden Herren wissen:
Zitat aus dem DVAG-Brief: „Im Frühjahr des Jahres 2010 erfolgten, durch Medienberichte ausgelöst, massive Anteilverkäufe im Vorfeld zur neuen gesetzlichen Regelung zu Offenen Immobilienfonds. Zum Schutz der Anleger entschloss sich das Fondsmanagement des SES Immolnvest im Mai
2010 daher, die Anteilrücknahme auszusetzen.“

Nun waren also auch noch die Medien für den Misserfolg verantwortlich. Dabei waren es nach meinem heutigen Kenntnisstand wohl Institutionelle Anleger, die ihr Vermögen in großen Mengen aus dem Fonds rausnahmen. „Kleinanleger“ wie ich, haben das erst mitbekommen, als es schon zu spät war. Siehe auch: http://www.wiwo.de/finanzen/immobilien/vertrauenskrise-konstruktionsfehler-uebersehen/6668374-5.html

Weil ich mich diese Antwort der DVAG irritierte, schrieb ich erneut an den Vorstandsvorsitzenden Reinfried Pohl. Ich wollte wissen, für welche Werte er und sein Unternehmen stehen. Mehr Dazu in meinem nächsten Beitrag.

Ihr/Euer V. F. Alle

Nachtrag vom 17.2.2015:
Ich habe mir erlaubt dem Text ein Bild mit Auszügen aus dem Schreiben der DVAG anzufügen.

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2 Gedanken zu „Wer ist verantwortlich für den SEB Immoinvest? (Teil 5)

    […] Nachtrag vom 15.4.2014: Sowohl während als auch nach der Hypothekenkrise erwies sich mein Dienstleister im Nachinein als der schlechtere Ratgeber. Mir hatte meine Vermögensberatung schriftlich folgenden Grund für die Misere des SEB Immoinvest genannt: “Im Frühjahr des Jahres 2010 erfolgten, durch Medienberichte ausgelöst, massive Anteilverkäufe im Vorfeld zur neuen gesetzlichen Regelung zu Offenen Immobilienfonds. Zum Schutz der Anleger entschloss sich das Fondsmanagement des SES Immolnvest im Mai 2010 daher, die Anteilrücknahme auszusetzen.” Siehe Beitrag 5 dieses Blogs: https://vfalle.wordpress.com/2013/06/30/wer-ist-verantwortlich-fur-den-seb-immoinvest-teil-5/ […]

    […] die Vermittlung des SEB Immoinvest als sichere Anlage angepriesen und meine Beschwerde mit einem Beitrag aus Finanztest zurückgewiesen. Dort wurde der SEB Immoinvest im Jahr 2007 noch am Besten […]

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