Keiner ist verantwortlich – der Kunde wollte es ja so (Teil 6)

Gepostet am Aktualisiert am

Mein zweites Schreiben an Prof. Dr. Pohl, den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), brachte wenig neue Erkenntnisse. Ich hatte ihn gebeten, mir zu erklären, wie er zu seinem Leistungsversprechen „ Wer Hilfe braucht, kann auf unsere Unterstützung bauen“ steht. Siehe auch: http://www.dvag.de/dvag/unternehmen/gesellschaftliche-verantwortung/
Außerdem wies ich ihn auf meine damaligen Erkenntnisse aus der Finanzkrise 2008/2009 hin und welche Verantwortung er als DVAG-Vorstand daher nach meiner Ansicht trage.

Immerhin antwortete nun der DVAG-Chefvolkswirt (höhere Managementebene, ähnliche Textbausteine).

Der DVAG-Chefvolkswirt antwortete mir folgendes:
„Sehr geehrter Herr xxxxxxx,
an mich wurde Ihr an Herrn Professor Dr. Reinfried Pohl gerichtetes Schreiben vom 18. Juni 2012, in dem Sie Ihrem Unmut über die Entwicklung des SEB Immolnvest Immobilienfonds Ausdruck verleihen, weitergeleitet.
Dies nehme ich zum Anlass, Ihnen mein Bedauern darüber ausdrücken, dass Ihre Anlage in SEB Immolnvest Fondsanteile offensichtlich nicht das hielt, was Sie sich davon versprachen. Zweifelsohne führt es zur Verärgerung, wenn das in dem Ihnen seinerzeit übergebenen Verkaufsprospekt beschriebene Risiko einer Schließung des Fonds tatsächlich eintritt.
Dies war so weder von uns noch von anderen wesentlichen Marktbeobachtern vorhersehbar. Vielmehr waren Offene Immobilienfonds, wie der SEB Immolnvest, zum Zeitpunkt Ihres Erwerbs im Jahr 2007 eine sehr begehrte Anlageform unter den Publikumsfonds. So lässt sich der Kapitalmarktstatistik der Deutschen Bundesbank (Quelle: Monatsbericht Mai 2012, S. 51) entnehmen, dass beim Absatz von Publikumsfonds in Deutschland allein der Bereich der Offenen Immobilienfonds mit einem Plus von 6,84 Mrd. Euro ein positives Mittelaufkommen generieren konnte, während seinerzeit zum Beispiel Wertpapierfonds (-12,85 Mrd. Euro) und Geldmarktfonds (- 4,84 Mrd. Euro) unter erheblichen Abflüssen litten. Sie bewegten sich also mit Ihrer Anlage in einem Offenen Immobilienfonds seinerzeit voll im Trend der Anlegerpräferenzen.
Zudem konnte der SES Immolnvest 2007 über eine „außerordentlich gute Ertragslage“ berichten und dazu ankündigen (Quelle: SEB Pressemitteilung vom 29. Juni 2007): „SEB Immolnvest – Rekordausschüttung von 3,30 Euro pro Anteil – davon 62,5 % steuerfrei / 5,8 % Ausschüttungsrendite“.
„Die seinerzeitige Attraktivität des SES Immolnvest hatte übrigens auch die Stiftung Warentest in der Publikation FinanzTest in der Januar Ausgabe 2007 herausgestellt (s.S. 28). Damals belegte der von Ihnen erworbene Fonds Platz 1 unter 16 geprüften Offenen Immobilienfonds. Die Tester bewerteten hier die Fondsqualität über einen Zeitraum von fünf Jahren. In dieser Zeitspanne wies der Fonds nie einen Verlust aus und erzielte eine durchschnittlich Wertentwicklung von 4,9 Prozent pro Jahr.
Mittlerweile hat die für den SEB Immolnvest verantwortliche Kapitalanlagegesellschaft (s. Homepage von SEB Asset Management) folgendes angekündigt:
„Wir werden jetzt alle Kraft darauf verwenden, unter den neuen Rahmenbedingungen das bestmögliche Ergebnis für unsere Anleger zu erzielen. Dies beinhaltet nicht nur eine zügige Auszahlung der Anlegergelder, sondern auch einen strategisch durchdachten Abverkauf des Immobilienportfolios. Getreu der Devise sorgfältigen aber zügigen Handeins beabsichtigen wir schon im Juni voraussichtlich 20 Prozent des Fondsvermögens an die Anleger auszuzahlen. Im Anschluss sind halbjährliche Auszahlungen vorgesehen, deren Höhe sich an den jeweils realisierten Immobilienverkäufen orientiert. In Absprache mit der Finanzaufsicht BaFin verbleibt uns für diese Maßnahmen, beginnend mit der heute bekannt gegebenen Auflösung des Fonds, ein Zeitraum von rund fünf Jahren“.
Es tut mir leid, dass Ihnen derzeit keine andere Antwort gegeben werden kann.“

Auch der DVAG-Chefvolkswirt berichtet mir zwar über die gute Zinsentwicklung und Bewertung des Fonds, ging jedoch bis heute nicht auf mein eigentliches Bedürfnis ein, dass ich eine sichere Anlageform zur Tilgung meiner Darlehen haben wollte.

Mir wurde die Anlage ja als so sicher wie Fest-/bzw. Tagesgeld vermittelt und ich war wohl nicht der Einzige: http://www.anlegerschutz.tv/SEB-ImmoInvest-positives-Signal-vom-Landgericht-Frankfurt
Für mich war es da leider schon zu spät, weil ich auf die Aussage meines Beraters vertraut hatte, dass der Fonds 2012 ja wieder öffnen müsse und für mich und meine Familie dann ja alles passe.

Auf meine Frage an den DVAG-Chefvolkswirt, „Was hätte ich dafür tun können, um zusammen mit meinen Dienstleister mein Ziel zu erreichen?“, habe ich von ihm bis heute keine Antwort bekommen.

Fazit Mitte 2012: Weder der DVAG-Vorstandsvorsitzende, der die Beantwortung meiner Fragen an Mitarbeiter delegierte, noch der DVAG-Chefvolkswirt waren bereit auf das Kundenbedürfnis sichere Abzahlung von Darlehen einzugehen.

Ihr/Euer V. F. Alle

Advertisements

5 Gedanken zu „Keiner ist verantwortlich – der Kunde wollte es ja so (Teil 6)

    aussteiger sagte:
    04/09/2014 um 8:59 pm

    Lasst die Finger von der FVD-DVAG und sucht Euch tatsächlich unabhängige Unternehmen. Ich habe selber einige Jahre für dieses Unternehmen gearbeitet und die Einsicht kam etwas zu spät. Es wird behauptet sie sei unabhängig und passt jeden Vertrag dem Kunden an, das ist nicht möglich da hauptsächlich Produkte eines Unternehmens verkauft werden und dabei zählt nur die Provision.
    Der Schwerpunkt liegt bei der Rekrutierung unwissender Menschen denn man dann mit wunderschönen Videos zeigt, wie wunderbar das Leben mit tollen Autos und Reisen sein kann und sie schnellstens die Produkte an Ihre Freunde und Bekannten verkaufen sollen, ein Pyramidenvertrieb. Bei diesem Unternehmen arbeiten sehr viele junge Leute mit etwas Halbwissen, vermutlich vor diversen Arbeitsämtern rekrutiert. Dabei verdienen nur die Großen und die kleinen bleiben auf der Strecke, nur leider bemerken sie es zu spät.
    Passt auf und informiert Euch vorher, bevor Ihr etwas abschließt, sehr oft bekommt man diese Produkte mit denselben Leistungen weitaus günstiger.

    E. Stopp sagte:
    05/09/2014 um 10:54 am

    Es ist gut, wenn ein Aussteiger hier seine Erfahrungen veröffentlicht und vor der DVAG warnt.
    Als Versicherungsmakler könnte ich dutzende Geschichten und Beispiele zur DVAG liefern. Mein letzter DVAG Kunde hatte 21 Verträge, 6 Rentenversicherungen, davon 3 Riesterverträge. Klar, der Neuabschluss zählt. Grösster Mangel war jedoch 2 BU -Versicherungen, die beide im Leistungsfall nicht gezahlt hätten, weil es grobe Verstöße gegen § 19 VVG gab, vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung und falsche Angaben im Antrag. Der DVAG -Vermittler ist heute Makler nach § 34 c GewO und hatte nie eine eigene Erlaubnis. Er arbeitet jetzt für eine Maklerin ….also auch da gibt es schwarze Schafe. Die betroffenen VR haben es ganz gelassen gesehen …keine Verstöße durch den Vermittler.
    Der größte Schaden beim Kunden entsteht durch den ständigen Neuabschluss bei Sparverträgen ( nach Beendigung der Stornohaftungszeit von 5 Jahren) und durch falsche “ Ratschläge“, wie zum Bsp. das nicht wahrheitsgemäße Beantworten von Gesundheits/ Antragsfragen, wodurch der Kunde den Versicherungsschutz verliert, was er aber erst im Schadenfall bemerkt.
    Die nach neuen VVG vorgeschriebenen “ Beratungsprotokolle“ sind ein Witz, ein von DVAG vorgegebener PC – Ausdruck, der nichts mit dem Kundenwille und dessen Bedürfnisse zu tun hat.
    DVAG, OVB, Bonnfinanz, AFA, …MLP, gehören verboten, weil Sie Kunden und die (kleinen) Vermittler gleichermaßen schädigen. Doch der Gesetzgeber sieht nur zu ….Umsatz und Steuern ( Gewerbesteuer, Einkommensteuer, Körperschaftssteuern, …) nimmt er doch gerne ein.
    Und natürlich ist die Fluktuation bei den Vermittlern enorm. Meine Erstkunden sind zum aller grössten Teil noch heute meine Mandanten!
    Geht zu einem Makler- die gesetzlichen Regelungen sind hier anders, besser im Sinne des Kunden ( Haftung des Maklers), wobei es eben auch hier große Unterschiede gibt. So empfehle ich weder Rürup – noch Riester R Enten, auch keine anderen Versicherungs-Spar-Verträge, die Nachteile für den Kunden sind enorm und die Zukunft dieser Produkte, auch bezüglich Rendite, sind völlig ungewiss und unsicher ( siehe VAG § 89, VVG §§ 153, 163, 169 ) , das Risiko trägt allein der Kunde, zum Teil der Vermittler.

    Eberhard Stopp Versicherungsmakler

      vfalle geantwortet:
      05/09/2014 um 7:16 pm

      Danke für den Hinweis: Dann habe ich mit meiner Versicherung wohl auch noch eine Baustelle. Auch ich hatte meinen Berater gefragt, ob wir zu einer Frage noch Angaben machen müssten. Doch er hatte mir dazu geraten, das wegzulassen, das sei schon okay so. Aber das ist nach so vielen Jahren wohl kaum noch juristisch belegbar.

    E. Stopp sagte:
    07/09/2014 um 5:44 pm

    Man stelle sich vor, der Kunde zahlt über Jahre in eine BU -Versicherung, meist ist der Beitrag nicht gerade gering, stellte dann einen BU – Antrag und erhält die Absage, mit folgender Begründung:
    > Leider mussten wir nach Befragung der Ärzte ….feststellen, dass Sie im Antrag vom …die Frage …falsch, nicht wahrheitsgemäß beantwortet haben, denn Sie waren am …. bei Dr. …mit diesen Beschwerden/ Krankheit vorstellig geworden. Gem. § 19 VVG haben Sie damit Ihre vorvertragliche Anzeigepflicht verletzt, wodurch wir gem. § 26 VVG von der Leistung befreit sind. Nach § 22 VVG liegt hiermit eine arglistige Täuschung vor, wir fechten den Vertrag an. Von einer Strafanzeige gem. StgB § .. wegen versuchten Betrugs nehmen wir jedoch Abstand.
    > Sollten Sie vor Gericht klagen, wird der Richter Ihnen sagen:
    Für die Daten im Antrag sind Sie, lieber Herr …Kunde …, ganz allein verantwortlich, siehe auch hier im Antrag geschrieben … , wenn der Vermittler Ihre Antworten falsch aufgenommen hat, dann hätten Sie den Antrag nicht unterschreiben dürfen. !!!!
    > Ihr Antrag auf Zahlung der BU – Rente wird hiermit abgewiesen.
    Und hätte der Vermittler die Daten ordnungsgemäß aufgeführt, wäre es womöglich nicht zur Policierung des BU – Antrages gekommen. Der Vermittler hat gearbeitet und nichts verdient und muss sich dann noch von seinem Chefs fragen lassen, warum seine Abschlussquote so schlecht sei. Man sieht, der Fehler liegt im System selbst begründet. Und natürlich bei der DVAG im Besonderen.
    Vfalle , Sie haben ja meine e-mail.
    Mit freundlichen Grüßen E. Stopp

    […] 2012 musste ich feststellen, dass mein Berater zwar aus meiner Sicht menschlich handelte, aber nicht die DVAG-Führung. Damals stellte sich heraus, dass das Geld zur Tilgung meiner Darlehen nicht fristgerecht zur Verfügung stand. Mein Berater bekam gesundheitliche Probleme und die DVAG-Führung tat so als ginge sie das alles nichts an. Siehe: https://vfalle.wordpress.com/2013/07/03/keiner-ist-verantwortlich-der-kunde-wollte-es-ja-so-teil-6/ […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s