Meinem Berater geht es wohl schlechter als mir (Teil 8)

Gepostet am Aktualisiert am

So wie es aussieht, verliere ich durch das Vertrauen in die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) Geld. Auch mit der Absicherung meiner finanziellen Zukunft, sieht es schlechter aus, als es mir versprochen wurde.

Viel schlimmer scheint es jedoch im Moment meinem Beraterzu gehen. Er machte mir den Eindruck, dass ihm selbst nicht klar war, was er vermittelte. Mir scheint es, dass er darauf vertraute, von seinem Unternehmen alle wichtigen informationen zu bekommen.

Beim Verkauf der Kapitalanlagen, im Beisein meiner beiden damals kleinen Kinder, hatte er stets gesagt, dass er meiner Familie nichts Falsches für unsere Zwecke verkaufen würde. Er könne ja sonst nicht mehr mit gutem Gewissen in den Spiegel schauen. Es klang für mich, als sei er davon auch überzeugt. Zumal meine Frau und ich ihn mehrfach drauf aufmerksam gemacht hatten, nach schlechten Erfahrungen mit Banken lieber auf Kapitalerträge verzichten, als ein unnötiges Risiko eingehen zu wollen.

Er hatte wohl wirklich darauf vertraut, dass er von seinem Unternehmen in der Richtung mit entsprechenden Informationen unterstützt wird. Doch darüber kann ich jedoch nur spekulieren. Informationen für die Mitarbeiter hatte es nach meiner Erkenntnis wohl auch gegeben (siehe http://www.handelsvertreter-blog.de/2012/05/09/vermogensberater-erhalten-leitfaden-zum-immoinvest/). Eine faire Beratung sieht für mich anders aus.

Als meine Frau und ich ihn Anfang 2012 fragten, wie er zu Einschätzungen von DVAG-Aussteigern steht, sagte er uns sinngemäß noch:
Die Ex-DVAG-Mitarbeiter, die in den negativen Medienberichten auspackten, hätten selbst finanzielle Probleme und würden dafür nun das Unternehmen verantwortlich machen. Das klang für uns plausibel.

Als ich ihn Mitte 2012 mit den Ergebnissen seiner Beratung konfrontierte, versuchte er noch eine persönliche Lösung für mich zu finden. Als ich auf eine offizielle Lösung der DVAG bestand, konnte er mir nicht mehr helfen. Auch ein zinsloses Darlehen, wie es nach meinem damaligen Kenntnisstand anderen durch die Schließung des SEB Immoinvest Betroffenen von ihren Banken gewährt wurde, konnte er mir nicht vermitteln. Die Schreiben, die ich aus der DVAG-Zentrale erhielt nahm er zur Kenntnis.

Kurzzeitig dachte ich, dass ich mit der DVAG nichts mehr zu tun haben wolle – insbesondere nachdem ich über meine Darlehensablösungen bereits selbst verhandeln musste, obwohl ich doch einen Berater zu haben glaubte.

Ich beschloss dann aber, die Beratungsleistung, die der Unternehmensname „Deutsche Vermögensberatung“ mir vermittelt hatte, weiter in Anspruch nehmen zu wollen. Schließlich wurden mir ja auch noch mehrere Rentenversicherungen vermittelt, die ich durch die verfehlte Kapitalanlage nun nicht mehr wie geplant bedienen konnte.

Das Ergebnis im Juli 2013:
Mein bisheriger Berater steht mir aus „gesundheitlichen Gründen“ schon länger nicht mehr zur Verfügung. Laut seiner Sekretärin hatte er einen Nervenzusammenbruch. Sein Direktionsleiter sitzt etwa 100 km von mir entfernt und kann nicht mal eben bei mir und meiner Familie vorbei kommen. Ich konnte ihn noch nicht persönlich kennenlernen.

Mir scheint es, dass mein Berater weiterhin nicht die die Unterstützung bekommt, die er von seinem Arbeitgeber erwartet hatte.
Ich wünsche ihm alles Gute. Denn wenn meine Einschätzungen richtig sind, dann wird es sehr schwer für ihn, nach dem was er seinen Kunden versprochen hat und an was er glaubte.

Vielleicht können das andere Ex-Finanzvertriebler bestätigen. Das würde mich interessieren.

Ihr/Euer V. F. Alle

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9 Gedanken zu „Meinem Berater geht es wohl schlechter als mir (Teil 8)

    Waldmann sagte:
    26/03/2014 um 11:59 pm

    Hi…..mein Zusammenbruch kam 2010.
    Nicht, dass es mir finanziell mies gegangen wäre – ich war immer im oberen Drittel der Umsatzlisten zu finden.
    Aber der Preis, den man dafür zu zahlen hat – jedenfalls bei einer bestimmten Charakterausprägung – der ist hoch … zu hoch.
    Also entweder dir ist es als Berater egal, ob die Fonds und Renditen deiner Kunden abschmieren – und suchst dir eben neue Anleger oder Mitarbeiter – oder du machst dir die Sorgen der Kunden zu deinen Eigenen.
    Das, und die Tatsache, dass du jeden Monat bei NULL anfängst – oder sogar bei einem Kundenstorno im dicken Minus. Von den so oft gelobten Folgeprovisionen können wohl Makler leben – ein Berater der DXXG jedoch nicht. Also wenn du bei jedem Klingeln des Telefons zusammenschreckst, aus Angst dass wieder jemand kündigt – und du 20 Minuten später bei neuen Kunden sitzt und Vertrauen und Zuversicht für die Zukunft vorbeten musst – dann zerreisst es dich irgendwann genau mittig.
    Mir ist das passiert – nach einem halben Jahr bekommt dann der übergeordnete D-Leiter alle Kunden – und verteilt diese unter seinen mehr oder weniger begabten Mitarbeitern.
    Die haben auch oft keine Lust einen (schon) beratenen Kunden zu besuchen – denn da ist ja erstmal nicht viel Geschäft zu schreiben.
    Wenn dieser unbetreute Kunde dann seine Verträge kündigt – dann trifft das den ehemaligen Berater, der immer noch über Jahre hinaus das Risiko der Provisionshaftung trägt.
    Das alles kenne ich live und in Farbe! Leider.
    Meinem Ex-Kollegen ebenfalls alles Gute von mir.

      vfalle geantwortet:
      27/03/2014 um 6:10 am

      Vielen Dank für diesen Beitrag.

      Sie beweisen Größe, indem Sie sich reflektieren und offen über die Grenzen Ihrer persönlichen Leistungsfähigkeit sprechen.

      Ich finde es auch gut, dass Sie darüber berichten, wie hoch der Preis dafür ist.

      Das erinnert mich an meine Zeit als junger Facharbeiter in einem Produktionsbetrieb. Da sagte mir ein älterer Mitarbeiter, mach etwas langsamer, denn dass Tempo welches Du vorlegst wird zur Messlatte für uns alle. Ich habe das damals zwar ernst genommen, konnte die Tragweite der Worte aber damals nicht abschätzen.
      Jetzt erlebe ich, dass Bekannte und Kollegen freiwillig in Vorruhestand gehen und auf einen Teil Ihrer Rentenansprüche verzichten. Gleichzeitig erlebe ich, wie realtiv junge Menschen unter der Last des selbst auferlegten Tempos zusammenbrechen. „Burn-out“ heißt das ja heute. Das ist erschreckend.

      Was den Direktionsleiter meines Beraters angeht, kann ich das Verfahren übrigens bestätigen. Es gab kein ernsthaftes Interesse mehr, mir weiterzuhelfen und einen Hausbesuch hat es nach dem Ausfall meines Beraters auch nicht mehr gegeben.
      Wie Sie, gehe ich inzwischen davon aus, dass dies so ist, weil mir ja schon vieles verkauft wurde und das Risiko dafür allein mein Berater trägt.

      Seine Telefonnummer ist übrigens inzwischen umgelegt, auf einen zentralen Büroservice der Vermögensberatung. Da kann man mit netten Frauen telefonieren, aber mehr nicht.

      Wir tragen die Konsequenzen eines Systems, welches wir nicht durchschaut haben. Wir können es nicht mehr ändern.
      Lassen Sie es uns daher gemeinsam mit Würde damit umgehen – zusammen mit den anderen betroffenen Beratern und Kunden.

      Ich kann inzwischen sagen, dass mir der Zuspruch, den ich von Menschen wie Ihnen bekomme, viel mehr wert ist, als dass, was ich finanziell noch „gerettet“ hätte, wenn ich gegen meine Dienstleister geklagt hätte.

      Davon gebe ich gerne etwas zurück. Ich wünsche Ihnen, dass dieser Zuspruch Sie auch von anderer Stelle erreicht.

        waldmann sagte:
        27/03/2014 um 9:12 am

        Hallo. …Danke für ihre Zeilen.
        Ja…die ganze Welt scheint immer mehr zu beschleunigen.
        Aber wenn man mit 300 über die Autobahn brettert…sieht man nichts mehr vom Weg.
        Meine Geschichte habe ich vom ersten Tag meines Zusammebruches aufgeschrieben.
        Alles was ich bei Ärzten , Gutachtetn, meinen Kollegen und Freunden. ..und Seitens meiner eigenen Versicherung erleb habe.
        Prbelesen möglich im Internet. Titel: Nebelhirn.
        Das 2. Buch hat den Titel: Von Sternen und Planeten.
        Das … was mir und wohl vielen anderen passiert ist – wollte ich festhalten. Schreibtherapie funktioniert.
        Herzlichste Grüße.

    […] Versicherungsmaklern gelesen wird als von anderen Kunden. Der beliebteste Beitrag 2014 war erneut „Meinem Berater geht es wohl schlechter als mir“ – mein achter Blogbeitrag von insgesamt über hundert, den ich im Sommer 2013 geschrieben […]

    Willi Blersch sagte:
    04/10/2015 um 9:19 pm

    DVAG nun ja, dieses perfide System der Anwerbung junger unbedarfter Menschen funktioniert anscheinend immer. Geldgier schaltet Hirn aus, leider, sonst könnten doch nicht so viele Menschen auf dieses System hereinfallen und dann auch noch eigene bestehende Verträge kündigen und neue abzuschließen. Dies ist dann der Monat, in dem der junge Mitarbeiter ganz toll Umsatz gemacht hat und dafür als Vorzeige Vermögensberater herhalten muss gemäß dem Motto, Show Must go on !
    Geld verdienen tun nur die oberen Strukies, die unten sind sehr oft die ärmsten Schweine, die oft von 1 bis 2 Verträgen leben müssen, in der Hoffnung und Angst, das der Kunde wieder kündigt. Glaubt irgend jemand, das mit diesem Hintergrund eine faire Beratung stattfinden kann, dies muss ganz klar gesagt werden, der Kunde erhält keine Beratung, sondern die Produkte, die am meisten Provisionen bzw. für den Vermögensberater Einheiten bringt, ohne Rücksicht auf die Interessenlage des
    Kunden. Durch Empfehlung sogenannter Vertrauensleute, also Ihrer Bekannten, fallen viele Menschen auf dies mehr Schein als Sein herein. Meine Empfehlung,
    holen Sie vor Vertragsabschluss verschiedene Angebote ein, es ist ihr Geld.
    Ein Vermögensberater der DVAG ist weder neutral noch unabhängig und kämpft jeden Monat ums Überleben.

      Simon Keller sagte:
      05/10/2015 um 3:24 pm

      Hallo Herr Blersch.
      Da kann ich ihnen aus eingener Erfahrung zu 100% zustimmen…und zwar aus Sicht als Kunde und aus Sicht als ehemaliger Berater.
      Sie raten, unterschiedliche Angebote einzuholen.
      -Kein Berater …besser gesagt Verkäufer ist neutral!
      -Die Produkte sind mit Absicht so aufgebaut, dass ein direkter Vergleich für den Normalkunden nicht möglich ist.
      -Die ganze Finanzbranche ist ein reiner Verdrängungsmarkt….und das wird sich auch nicht ändern…unsere Lobbyisten sitzen in allen Gremien und die CDU / FDP waren die größten Spendenempfänger der DVAG aber auch von anderen aus dieser Branche.
      Auch der Banker um die Ecke hat massiven VErkaufsdruck….das System ist krnak – und die Leidtragenden sind die Kunden und die BErater.
      L.G.
      Waldmann

    H.W. Greif sagte:
    16/12/2015 um 5:13 pm

    Zu dem gesamten Gejammere fällt mir nur e i n e s ein: Schon in den 1990er Jahren konnte man in Zeit-
    schriften wie „Die Welt“, „Wirtschaftswoche“, „DFI-Report“, „Kapitalmarkt-intern“, „Mein Geld“ und in diversen
    TV-Verbrauchersendungen wie „Wiso“, „Plusminus“, „Markt“, „Frontal“, „Report“, „Monitor“ u.v.m. erfahren,
    mit welchen verbraucher- und vermittlerfeindlichen Methoden Firmen wie AWD, OVB, DVAG usw. arbeiten.
    Selbst Schuld, ist meine Meinung dazu. Jeder bestimmt selbst, ob er gutgläubig ist oder ob er lieber auch mal unangenehme, kritische Informationen zur Kenntnis nimmt.

    Da kann ich nur kopfschüttelnd staunen und sagen: „Pech gehabt – auf die falschen Freunde gesetzt“….

      vfalle geantwortet:
      17/12/2015 um 8:15 pm

      „Gejammere“?
      Wenn Sie das so empfinden. Mir geht es eher darum zu Informieren, dass sich bis heute nichts verbessert hat. Während sich die DVAG als Gewinner der Finanzkrise feiert, gibt es dazu allerdings aktuell wenig Kritik von den verbrauchernahmen Medien.

      „Auf die falschen Freunde gesetzt“:
      Ja, da haben Sie recht. Allerdings wollte ich mit meiner Erbschaft die über die DVAG laufenden Darlehen tilgen. Weil ich 2007 gegenüber den Banken skeptisch war, die mir renditestarke Anlagen dafür anbieten wollten, fand ich es besser meinem DVAG-Berater klar zu machen, dass ich damit meine Schulden begleichen möchte und alles andere zweitrangig ist. Nach der Finanzkrise fand ich mich in der Einschätzung bestätigt. Dass ich als DVAG-Kunde schlechter gestellt bin, als Bankkunden wurde mir erst 2012 deutlich, als klar wurde, dass mein Geld nicht zur Tilgung der Darlehen zu Verfügung steht.

      Vielleicht hatte ich darauf gesetzt, dass die Politik nach dem Fall Maschmeyer (AWD) und seinen engen Kontakten zu Altkanzler Schröder künftig vorsichtiger handeln würde. Die Politiker haben allerdings nicht daraus gelernt.
      Die DVAG hat daraus wohl schon gelernt, nur nicht so wie ich es mir als Kunde gewünscht hätte.

    Alex W. sagte:
    19/10/2016 um 10:51 am

    Ich glaube das Problem sind die Quereinsteiger heutzutage, die sich das ganze Fachwissen sich selbst aneignen müssen. Früher war das kein Problem, da gab es die und die Produkte und das wars. Aber heute ist der Markt viel umfangreicher geworden und setzt eine schulische Ausbildung voraus. Das ist mitunter ein Grund warum sehr viele Vermögensberater zu wenig Fachwissen haben um zu verstehen, was sie dem Kunden gerade anbieten. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Gesellschaft. Man darf aber nicht vergessen, das dort auch Menschen arbeiten, die dass gelernt haben, spricht sich mit der Materie auskennen, diese verstehen und zwar bis ins kleinste Detail. Wenn man an so einen Berater kommt, kann man sich meiner Meinung nach nicht beschweren. Man sieht es ist Beraterabhängig und kann nicht verallgemeinert werden.

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