Geburtstagsgruesse von der Bundeskanzlerin (Teil 11)

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Regelmäßig bekamen meine Frau und ich bis 2011 Geburtstagskarten von unserem DVAG-Berater. Das war eine nette Geste. 2012 blieb diese aus. Geburtstagsgrüße waren in da auch nicht angebracht, nachdem deutlich wurde, dass für uns etwas falsch läuft.

Geburtstagswünsche von der DVAG bekam ich jedoch 2013 wieder. Sie galten nur nicht mir, sondern dem Vorstandsvorsitzenden der DVAG zu seinem 85. Geburtstag. In der DVAG-Pressemitteilung (http://www.presseportal.de/pm/6340/2456449/zum-geburtstag-des-gruenders-und-vorstandsvorsitzenden-der-dvag-prof-dr-reinfried-pohl-wird-85) wurde auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zitiert:

Angela Merkel, Deutsche Bundeskanzlerin: „Sie und Ihre Familie haben ein gutes Stück der Geschichte der sozialen Marktwirtschaft mitgestaltet, denn Sie haben das Angebot von Allfinanzleistungen populär gemacht, Sicherung aus einer Hand, weil es um den Menschen geht und nicht um das Produkt.“

Zu dem Zeitpunkt war ich eigentlich so weit, dass ich nicht mehr mit der DVAG um mein Vermögen streiten wollte. Seit dem habe ich allerdings eine neue Motivation. Ich will Menschen darüber aufklären was ich mit der DVAG erlebte, damit sich Politiker und potenzielle Kunden ein eigenes Urteil bilden können. Als Journalist habe ich das ja gelernt. Und frei von der Angst Geld zu verlieren, schreibt es sich auch viel besser.

Weil ich die Bundeskanzlerin nicht bloß stellen wollte, schilderte ich ihr meinen Fall in einem Brief und bat sie um eine Stellungnahme wie ihre Finanzmarktkritik (http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE94H00520130518) mit der Werbung für die DVAG zusammenpasst.
Ich bekam sogar eine Antwort aus dem Kanzleramt. Sie lautete, für mich sehr überraschend:

Sehr geehrter Herr xxxx,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 19. Mai 2013 an Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, in deren Auftrag ich Ihnen antworte. Ich bitte um Verständnis, dass es der Bundeskanzlerin aufgrund der Vielzahl eingehender Briefe nicht möglich ist, in jedem Falle persönlich zu antworten.
Ich danke Ihnen für die Ausführungen und die Zusendung der Unterlagen betreffend der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Die Zuständigkeit für Ihr Anliegen liegt innerhalb der Bundesregierung beim Bundesministerium der Finanzen, an das ich daher Ihr Schreiben weitergeleitet habe.

Die Kanzlerin soll also für ihre eigenen Worte nicht zuständig sein?

Für Wähler der SPD oder anderer Parteien sollte das kein Grund zur Schadenfreude sein. Da ist z.B. die Beziehungen zwischen Altkanzler Schröder und dem damaligen AWD-Chef Maschmayer zu nennen, aber auch die Beziehungen von Ex-Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück zur Finanzbranche. Siehe auch, die Recherche des NDR, die leider sehr spät am Abend ausgestrahlt wurde: http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/ndr/01072013-die-story-im-ersten-Abkassiert-und-weiter-so-100.html

Viele Grüße, V. F. Alle

P.S.: Auf meine Nachfrage zum Thema Zuständigkeit bekam ich aus dem Kanzleramt eine ergänzende Rückmeldung. Sie lautet:

Sehr geehrter Herr …,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 29. Juni 2013. Ich möchte ergänzend zu meinem Schreiben vom 25. Juni 2013 anmerken, dass Ihre Informationen aufmerksam gelesen wurden und die Bundeskanzlerin regelmäßig über den Inhalt der an sie gerichteten Schreiben in komprimierter Form informiert wird.
Die fachliche Zuständigkeit für Ihr Anliegen liegt innerhalb der Bundesregierung beim Bundesministerium der Finanzen. Daher habe ich Ihr Schreiben – wie im Antwortschreiben vom 25. Juni 2013 dargelegt – an das Bundesministerium der Finanzen mit der Bitte um Beantwortung weitergeleitet.

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