Zwischenbilanz nach einem Jahr (Teil 12)

Gepostet am Aktualisiert am

Ich wollte daran glauben, dass die Deutsche Vermögensberatung nicht einfach eine Vertriebsorganistion ist, sondern wirklich berät. Ich glaubte, dass das Unternehmen in der Lage ist zu erkennen, wie wichtig mir die Tilgung meiner Schulden ist. Dafür hatte ich alles in eine Hand (Allfinanz) gegeben. Ich wollte glauben, dass spätestens nach der Finanzkrise wirklich ein Umdenken bei den Verantwortichen in der Finanzbranche und bei den verantwortlichen Politikern stattgefunden hat. Es fällt mir jedoch schwer, in meinem Fall dafür Anzeichen zu finden.

Obwohl ich inzwischen mehrfach an die Verantwortlichen der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) sowie der beteiligten Dienstleister (Santander Bank, Deutsche Bank und Aachen Münchener) geschrieben habe, konnte ich nicht feststellen, dass sich irgendjemand von den Führungsebenen dafür interessierte, dass ich meine Schulden abbauen wollte und weiterhin will. Oft wurden meine Briefe von wechselnden Personen beantwortet.

Insoweit decken sich meine Erfahrungen mit dem Fernseh-Beitrag „Banken außer Kontrolle“ http://programm.ard.de/TV/daserste/die-story-im-ersten–banken-ausser-kontrolle/eid_2810610240061304?list=now . Banken verdienen gut an den Schulden ihrer Kunden.

Ein Umdenken konnte ich im Gegensatz zu den Autoren des Beitrages nicht feststellen. Im Fernsehbeitrag hatte der aktuelle Finanzminister Wolfgang Schäuble gesagt: „Wir wären blöd, wenn uns das nochmal passieren würde.“

Ob das die Finanzdienstleister auch so sehen? Die DVAG verweist darauf, dass die Fondsgesellschaften und Banken für die Produkte zuständig seien und die Banken sowie die Versicherung übernehmen keine Verantwortung, weil sie die Produkte ja nicht selbst vermittelt haben.

Ich weiß bis heute noch nicht, ob die DVAG überhaupt ein Produkt für mein individuelles Bedürfnis im Angebot hatte bzw. hat. Politiker zeigten sich mir gegenüber leichtgläubig bzw. ahnungslos. Die Folgen einer Fehleinschätzung sind für Finanzmarktkunden wie mich aber scheinbar größer als für diese Politiker.

Die beteiligten Finanzdienstleister haben ihre Risiken damit (wie im Fall Lehman Brothers) erneut gut verteilt. Die Kunden haben es unter den Bedingungen schwer einen Verantwortlichen ausfindig zu machen. Alles scheint im Fall meiner Familie also noch kein neues Handeln zu geben – trotz anders lautender Beteuerungen.

Achtung: Die Bundesanstalt für Finanzaufsicht (BaFin) und Ombudsstellen sind übrigens für geschädigte DVAG-Kunden keine Hilfe. Laut BaFin ist das Ordnungsamt für Probleme mit der Deutschen Vermögensberatung zuständig. Ob die wirklich helfen können?

Von der DVAG habe ich schon lange keine hilfreichen Informationen mehr bekommen. Mit der Santander Bank sowie der Aachen Münchener habe ich zuletzt direkt verhandelt. Meine Rentenversicherungen bei der Aachen Münchener habe ich beitragsfrei gestellt, weil die DVAG weiterhin Provision dafür bekommt und ich erst einmal meine Schulden tilgen möchte.

Vielleicht ist mein Dienstleister DVAG ja zu dem Ergebnis gekommen, dass ich keine „Vermögensberatung“ mehr brauche, weil ich ja an mein Vermögen gerade nicht dran komme?

Ich mache jetzt erst einmal Pause. Eventuell veröffentliche ich dann auch noch die Antworten meiner Schreiben an Herrn Fitschen (Deutsche Bank) sowie die Vorstände der Aachen Münchener und der Santander Bank.

Letztere hatte mir übrigens einen Wertpapierberatungsbogen mit bitte zur Unterschrift zugeschickt, in dem die Risiken der mir als Produkt mit dem niedrigsten Risiko vermittelten Anlage nun höher eingestuft werden als zum Zeitpunkt der Vermittlung. Ich sollte unterschreiben, dass ich von der Bank aufgeklärt wurde, dass das tatsächliche Risiko nicht meinem Risikobedürfnis entspricht.
Da haben Juristen ganze Arbeit geleistet. Nur wo bleiben die Kundenbedürfnisse die ein Angebot zur Dienstleistung machen – also im Dienst des Kunden eine Leistung erbringen?

Entspannte Grüße
V. F. Alle

P.S. Ich empehle meinen „Dienstleistern“ dringend Verbesserungen beim Qualitäts- und Reklamationsmanagement. Gute Beispiele finden sie z.B. in der Automobilindustrie.

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7 Gedanken zu „Zwischenbilanz nach einem Jahr (Teil 12)

    ExDVAG sagte:
    31/07/2013 um 8:32 pm

    Sehr geehrter DVAG Kunde,

    Amüsanter, leider realer Blog um Sie als DVAG-Kunden.

    Was sie schreiben ist typisch für DVAG und den Kunden als Provisionsmaschine.

    Die Story um branchenübergreifende DVAG Vermögensberatung haben Sie erlebt.

    Ihr DVAG Vermögensberater erleidet ein DVAG typisches Schicksal.

    Aber es gibt noch schlimmeres für Kunden.

    In der DVAG Zentrale gibt es ein Investment Research, dass beide
    offenen Immofonds kannte und wusste dass der REEF gut läuft.

    Chefin Frau K. des SEB Immoinvest hatte gute Kontakte zur Geschäftsleitung und durfte noch bis zum Schluss werben.

    Direktionsleiter wurden vorab über die Schliessung informiert. Konnten somit Geld retten. Insidertipps nennt man das.

    http://www.geprellte-vermoegensberater.org wird erweitert um geprellte DVAG Kunden

      vfalle geantwortet:
      11/08/2013 um 5:31 am

      Danke. Humor und die Tatsache, dass es mir nie um Gewinnmaximierung ging, helfen mir bei dem Beratungsergebnis nicht krank zu werden.

      Haben Sie Belege für den Insiderhandel? Die interessieren mich.

      Ihr Blog legt nahe, dass längst nicht alle Beteiligten im System DVAG skrupellos gegenüber ihren Kunden sind. Das beruhigt mich. Beunruhigend finde ich dagegen Kommentare der Profiteure des DVAG-Systems, die Kritiker aus den eigenen Reihen als „Verlierer“ darstellen.

      Ich sehe weder Ex-Vertriebler noch Kunden wie mich als Verlierer. Wir haben nur Erfahrungen gesammelt, die wir anderen ersparen möchten. Das ist für mich etwas positives.
      Ich glaube auch nicht, dass diejenigen die kritische Fragen stellen unserem Finanzsystem schaden, sondern diejenigen die ihr Handeln aufgrund aktueller Erfolge nicht hinterfragen. Landwirte und Förster hinterfragen z.B. ihr Handeln und haben dadurch gelernt nachhaltig zu wirtschaften. Die Finanzbranche ist nach eigenen Aussagen und laut Ihrer Werbung nun auf dem Weg ihr Verhalten anzupassen. Der DVAG, deren Kunden und deren Aktionären würde das für ihre langfristige Perspektive sicher auch gut tun.

      Gruß V.F. Alle

      P.S. Ich freue mich, wenn Sie Ihren Kontakten auch die Kundeneinschätzungen deutlich machen wollen. Gerne können Sie auf einen Blog verweisen.
      P.P.S. Ich wurde DVAG-Kunde, weil ich in den Medien nur wenig negatives über das Unternehmen fand und die Positivberichte daher als Tendenz bewertete. Nun muss ich erkennen, dass das nicht das richtige Auswahlkriterium war. Nach dem Motto „Tausende Fliegen können nicht irren“ hatte ich mich so voll auf die „Scheiße“ gestürzt. Die Konsequenzen trage nun ich und damit auch meine Kinder.

    Makler sagte:
    02/08/2013 um 1:17 pm

    O-Ton Dr. Pohl: „Erstmalig haben wir jetzt ein kleines Problem im Zusammenhang mit einem offenen Immobilienfonds der SEB“. Solche Aussagen sind wie Hohn und Spott gegenüber den betroffenen Anlegern. Bei einem solch kleinen Problem kann doch die Familie Pohl ihre Schatulle öffnen und geschädigte Anleger auszahlen bzw. die Anteile abkaufen. Wie für den Premiumpartner Deutsche Bank sollten das dann Peanuts sein.

      vfalle geantwortet:
      11/08/2013 um 5:18 am

      Ja, dass hatte ich auch gelesen.
      Es liegt nahe, dass Dr. Pohl damit weniger Probleme hat als seine Kunden und die DVAG-Vertriebler, die den Kunden Auge in Auge das „kleine Problem“ erklären mussten. Sicher helfen Herrn Dr. Pohl da auch seine Erfahrungen als Jurist und Finanzexperte sowie seine guten Kontakte zu entsprechenden Fachleuten.

      Das alles haben Kunden der DVAG und der ebenfalls von Dr. Pohl gegründeten Bonfinanz i.d.R. nicht. Deshalb möchten sie ihren Dienstleistern vertrauen können – insbesondere dann, wenn es der Unternehmensname (wie bei der Deutschen Vermögensberatung) nahe legt.

      Wer trägt denn bei der DVAG dafür die Verantwortung, wenn Dr. Pohl Anfragen wie die meine im Unternehmen nach unten delegiert? Ich dachte er ist der Chef?

      Ein Entgegenkommen der DVAG gegenüber ihren Kunden hätte tatsächlich ein positives Singal sein können. Das lässt sich für mich jedoch bis heute nicht erkennen.

    Bambikiller sagte:
    10/09/2013 um 11:44 pm

    Auch bei betragsfrei gestellten LV/RV-Verträgen (Abschluss 2001-2007) kann das von mir genannte Urteil evtl. helfen (siehe mein Kommentar zu deinem zweiten Beitrag) Hier kann es zu einer Erhöhung der beitragsfreien Summe führen. Hier der Link: http://www.vzhh.de/versicherungen/245281/nachschlag-fuer-millionen.aspx#Details

      Bambikiller sagte:
      10/09/2013 um 11:50 pm

      Meine natürlich „beitragsfrei“ gestellte Verträge. Viele Leute, die ich darauf hin gewiesen habe, hatten Erfolg und durften sich über Nachzahlungen freuen, speziell ehemalige Kunden der A&M. Natürlich blieb es unterm Strich immer ein Verlustgeschäft für den Kunden, Urteil hin oder her…

    Bernd sagte:
    08/07/2015 um 2:03 pm

    Da habe ich auch einen Wertvollen Tipp als Kunde ….meist wurden für den Nachwuchs Wunschpolice u.sw. vermittelt….unter den Begriff “ Schwebend unwirksamer Vertrag“ bekommen sie wenn ihr Kind noch keine Volljährigkeit erreicht hat, die kompl. eingezahlten Beiträge +Zins Rückerstattet.Das ist besser als den Mindestrückkaufswert.zB. wurde einer Kundin der AMV ca. 2700€ angeboten als RKW nach ca. 9,5Jahren einbezahlt wurden aber ca. 3900€ am Ende hatte sie dafür ca. 4800€ bekommen. Nur weil sie richtig Beraten wurde.
    Schwebend unwirksam das war das Geheimnis..

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