Die Rolle der Medien – Finanz-Dialog (14)

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Natürlich habe ich nicht blind auf die DVAG vertraut sondern versucht mich zu informieren. Im Internet fand ich dazu überwiegend positive Kommentare. Die wenigen kritischen Stimmen bewertete ich als „Nörgeleien“ unzufriedener Kunden. Nach dem Motto „Millionen fliegen können nicht irren“ stürzte ich mich also auf die „Scheiße“ und fühlte mich damit einige Jahre wohl. Im Nachhinein war das ein folgenreicher Fehler. Das Internet bot mir damals also nur scheinbar eine Hilfe.
Von Journalisten hätte ich mir da eine bessere Aufklärung gewünscht. Teilweise gab und gibt es sie auch. Sie läuft dann z.B. kurz vor Mitternacht bei ARD und ZDF. Im Internet werden solche Beiträge scheinbar auf Drängen Beteiligter gelöscht (Siehe: http://oekonom.blogspot.de/2012/09/dvag-loscht-schokierenden-zdf-zoom.html )
Dazu kommt, dass Verlage im Internet nun neue Geschäftsmodelle entdecken wie den Finanz-Dialog bei Bild-Online und Welt-Online. Klein als Anzeige gekennzeichnet und damit formal korrekt dürfen die Deutsche Vermögensberatung und die Deutsche Bank dort im redaktionellen Umfeld unter dem Deckmantel des Lesernutzens ihre Kompetenz anpreisen.
Der Deutsche Journalistenverband (DJV) sieht darin die Neutralität in der Berichterstattung bei Bild gefährdet. Das wurde im Fachmagazin Journalist vom Juli 2013 deutlich.
Nach meinen persönlichen Erfahrungen halte ich die Kritik für gerechtfertigt und habe die Macher des Finanz-Dialogs mit einem offenen Brief konfrontiert – nachdem ich auf meine individuelle Anfrage erneut eine sehr allgemeine, ausweichende Antwort von der DVAG bekam. Zu finden ist der Brief unter: http://finanznetzwerker.wordpress.com/2013/05/31/auch-mein-vertrauen-wurde-ausgenutzt/comment-page-1/#comment-11
Eine Rückmeldung zu dem Brief habe ich bisher lediglich von Dr. Stephan, dem Chef-Anlagestrategen der Deutschen Bank erhalten. Er erkundigte sich persönlich in einem Telefonanruf Mitte Juli über weitere Details. Er wies in dem Gespräch darauf hin, dass er als Anlagestratege nichts mit der DVAG zu tun habe, meinen Fall jedoch an einen entsprechenden Kollegen weiterleiten wolle.
Anfang August erhielt ich Post von der Deutschen Bank. Es war jedoch noch kein Lösungsvorschlag, sondern eine aktuelle Aufstellung der Entwicklung des mir von der DVAG vermittelten offenen Immobilienfonds DWS-Immoflex. Erneut wies dieser einen Verlust aus. Dabei wurde mir dieser Fonds von meinem Berater empfohlen, um Vermögen aus dem SEB Immoinvest auf eine zweite Anlage zu verteilen. Von ursprünglich 52.000 €, die im SEB-Fonds (der komplett auf den DWS Immoflex übertragen wurde) zu Beginn eingezahlt wurden ist nun nur noch ein Wert von rund 30.200 € übrig zuzüglich der bisher ausgeschütteten rund 6200 €. Fast hätte ich vergessen, dass es zwischendurch auch noch Ausschüttungen in mir nicht transparenter Höhe gab. Diese wurden jährlich direkt für die von der DVAG vermittelten Rentenverträge verwendet. Wie sich Gewinne/Verluste aus dieser Aktion zusammensetzen mochten mir meine DVAG-Berater bisher nicht erklären.
Auf eine Antwort bezüglich des Finanz-Dialogs vom Bild-Chefredakteur Kai Diekmann warte ich bisher vergebens. Die Verflechtung mit Politikern und der DVAG scheint allerdings für die Bild-Zeitung nicht neu zu sein. Darauf deutet folgender Beitrag hin, den ich leider erst in diesem Jahr fand: http://www.nachdenkseiten.de/?p=1247
Ich werde das weiter hinterfragen.
Nachdenkliche Grüße, V.F. Alle

P.S. Die Bild-Zeitung habe ich wegen der aktuellen Geschäftsbeziehung zu meinen Dienstleistern als Beispiel gewählt. Mir ist bewußt, dass auch andere Verlage mit neuen Ertragsmodellen experimentieren. Dabei kommt es zu diskussionswürdigen Ergebnissen, die im Idealfall auch wieder korrigiert werden.
Mir ist auch bewußt, dass es weiterhin viele Journalisten gibt, die ihre Aufgabe ernst nehmen und neutral recherchieren.
Erschreckend finde ich wie sich Medien (und damit meine ich auch das Internet) beeinflussen lassen, wodurch einzelne Informationen unterdrückt und andere hervorgehoben werden.

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Ein Gedanke zu „Die Rolle der Medien – Finanz-Dialog (14)

    […] hat das der Bild-Chefredakteur vermutlich bei Google oder vielleicht auch beim Bild-Werbepartner Deutsche Vermögensberatung (DVAG), also einem professionellen Strukturvertrieb. Damit sollte nun jedem klar sein, warum dieser […]

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