Finanzministerium und DVAG (17)

Gepostet am Aktualisiert am

Das ging jetzt doch deutlich schneller als erwartet. Heute bekam ich tatsächlich eine Antwort aus dem Finanzministerium – trotz Wahlkampf. Genau betrachtet, ist diese eine Zusammenfassung meines Falles mit dem Ergebnis, dass mir nur der Weg über Gerichte bleibt.

Das Finanzministerium schrieb:
Sie beklagen eine fehlerhafte Beratung durch einen Mitarbeiter der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG). Sie hätten die Beratung in Anspruch genommen, um eine im Jahre 2007 angefallen Erbschaft in Höhe von 157.000 Euro so sicher anzulegen, dass damit ein Immobiliendarlehen über 100.000 Euro im Jahre 2012 hätte getilgt werden können.
Ihnen sei der Erwerb eines Immobilienfonds empfohlen worden, dieser Empfehlung seien Sie gefolgt. Sie beklagen, über die Risiken des Investments nicht aufgeklärt worden zu sein. Dies bestreitet die DVAG und weist daraufhin, dass der Verkaufsprospekt des Fonds sowie die Ihnen ausgehändigten Verkaufsunterlagen Auskunft über die Möglichkeiten einer Fondsschließung gegeben hätten.
Mittlerweile wurde die Anteilsrücknahme ausgesetzt und der Fonds wird abgewickelt. Wegen der Einzelheiten und des Verfahrens weise ich auf das Ihnen zugegangene Schreiben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hin.
Ob Ihnen Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung gegen die DVAG zustehen, kann allein ein Gericht entscheiden. Dieses müsste auch die Frage klären, ob Ihnen das Wesen eines Immobilienfonds nicht hätte bekannt sein müssen, denn die Informationen konnten aus den Vertragsunterlagen entnommen werden.

Warum Bundeskanzlerin Merkel „Leitplanken“ für die Finanzbranche fordert und gleichzeitig PR-Aktionen der Deutschen Vermögensberatung unterstützt, geht daraus nicht hervor.
Zumindest dokumentiert die Antwort, dass dem Finanzministerium spätestens jetzt die besondere Position der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) in unserem Finanzsystem bekannt ist.

Mit meinem Beratungsdienstleister diskutiere ich also allein die Frage, ob die Aushändigung eines Verkaufsprospektes als ausreichende Beratung bewertet werden kann. Da sollte sich doch eine Lösung finden lassen.

Tatsache ist, dass ich 2010 nachweislich (schriftlich) bei der SEB-Fondsgesellschaft und meinem Berater nachgefragt hatte, ob ein Risiko besteht, meine Darlehen 2012 nicht zurückzahlen zu können. Weder in der schriftlichen Antwort der Fondsgesellschaft noch in der mündlichen Antwort meines Beraters erhielt ich damals Hinweise darauf, dass der Fonds auch abgewickelt werden könne. Das hätte ich von einem Beratungsunternehmen erwartet.

Fakt ist zudem, dass mir 2007 auch von meiner Sparkasse und von der Deutschen Bank (bei der der Großteil meiner Erbschaft lag) Angebote für Kapitalanalagen mit höherer Rendite gemacht wurden. Auf meinen Hinweis, dass mir Schuldenfreiheit wichtiger ist als Kapitalerträge, bekam ich von den Banken keine weiteren Angebote. An das Geld, welches ich bei den Banken selbst verwaltete (an meinem DVAG-Berater vorbei), kam ich daher jederzeit dran. Allein mit dem Dienstleister, der vollen Einblick in meine Darlehenssituation hatte, gibt es darüber seit Anfang 2012 Unstimmigkeiten.

Es stimmt, dass mir zum SEB Immoinvest Verkaufsprospekte ausgehändigt wurden, deren Inhalt meine Frau und ich beim Berater bei Vertragsabschluss hinterfragten. Im Bezug auf den mir ebenfalls vermittelten DWS Immoflex ist das jedoch falsch. Weil mein Berater keinen Originalverträge mehr dabei hatte, halfen wir uns mit Computerausdrucken aus. Die Ausfertigungen für meine Unterlagen wollte er nachreichen. Darauf warte ich heute noch.
Weil ich mich durch die regelmäßigen Besuche meines Beraters gut betreut fühlte, hatte ich das zwischenzeitlich nicht im Blick – mein Fehler. Im Nachhinein konnte ich das jedoch durch Notizen rekonstruieren, die ich in meine Unterlagen gelegt hatte. Aus meinen Unterlagen bei der DVAG sollte sich daher für die DVAG ebenfalls nachvollziehen lassen, auch wenn mein Berater schon längere Zeit wegen Krankheit ausfällt.

Ich frage mich, welche Eigenleistung Führungskräfte der Deutschen Vermögensberatung von ihren Kunden noch erwarten. Ich hatte nicht gedacht, dass es so schwer werden würde, die Beratung zu bekommen, die der Unternehmensname Deutsche Vermögens_ _ _ _ _ _ _ _ erwarten lässt. Geduldig bleibe ich weiter dran und dokumentiere, was mir mehr als zehn Jahre Treue zur DVAG bringen.

Ihr/Euer V.F. Alle

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