Medien und Banken

Gepostet am Aktualisiert am

Nach Sonnebrorn-Beitrag in der ZDF-Tagesshow wundert es mich kaum noch, dass es die Deutsche Bank nicht beeindruckt, wenn ein Journalist und Kunde die Geschäftsbeziehungen zur Deutschen Vermögensberatung (DVAG) hinterfragt.

Auch nachdem die FAZ die Interviewmethoden zum Sonnenborn-Beitrag beleuchtet hat, bleibt ein seltsamer Beigeschmack.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/heute-show-mit-martin-sonneborn-fragen-an-die-deutsche-bank-12658738.html

So stellt sich die Deutsche Bank also die zielgruppengerechte Information junger Menschen vor. Haben junge Menschen demnach keinen Anspruch auf Antworten zu kritischen Journalistenfragen?

Aber schlimmer noch: Die renomierte Zeitung und auch andere Medien lassen eine Chance verstreichen, zu hinterfragen, ob die Finanzbranche nach der Finanzkrise 2008/2009 inzwischen transparenter geworden ist.

Mein Fazit nach einigen Schreiben an die Vorstände der Deutschen Bank, der Santander Bank sowie der Aachen Münchener: Dies ist nicht der Fall.
Die Banken und die Versicherung, wollen sich nicht zu den Vertriebsmethoden ihres Partners Deutsche Vermögensberatung äußern. Mein Beratungsdienstleister ist dagegen der Meinung, mich durch die Aushändigung der Vertragsunterlagen ausreichend Informiert zu haben und verweist darauf, die Finanzprodukte ja nur vertrieben und nicht selbst entwickelt zu haben. In keinem Fall haben mir die Vorstände selbst geantwortet. Ich zweifle inzwischen daran, dass sie überhaupt über meine Schreiben informiert wurden.

Ich habe in den vergangenen Monaten auch verschiedene Redaktionen darüber informiert. Nur zwei haben das bisher hinterfragt: Die erste Journalistin, war einen Mitarbeiterin der Financial Times Deutschland (FTD), die kurz nach der Kontaktaufnahme eingestellt wurde. Der andere Journalist, ist noch dran, hat im Moment aber auch noch andere Projekte.

Wer soll also die Bankenvorstände über Misstände Informieren, wenn die internen Kommunikationsstrukturen das nicht tun und die Journalisten mit anderen Dingen beschäftigt sind.

Hintergrund: Wie vielen Tageszeitungen machte auch der FTD der Anzeigenschwund zu schaffen. Ordentlicher Journalismus war so wohl kaum noch zu finanzieren. An Alternativen mangelte es.
Inzwischen erscheint es mir konsequent, dass die Unternehmensleitung die Zeitung eingestellt hat, bevor sich die Unterfinanzierung in journalistischen Unsauberkeiten manifestiert hätte. Auch wenn das für die Mitarbeiter eine Katastrophe war, so bleibt die Marke FDT damit als seriöses journalistische Medium in Erinnerung, anstatt Zeitungskritikern als Beispiel zu dienen, dass Printmedien ihren eigenen Qualitätsansprüchen nicht gerecht werden.

Das ist Marktwitschaft. Inzwischen gibt es einen großen Markt für unrefelektierte Meinungsäußerungen und immer kleiner werdenden Markt für differenzierte Berichterstattung. Unternehmen nutzen das, um z.B. mit eindrucksvollen Filmproduktonen eine Wohlfühlatmosphäre zu erzeugen. Gleichzeitig wird es für Journalisten immer schwerer individuelle Fragen von den Unternehmenspressestellen beantwortet zu bekommen.
Mir zeigt das, in welchen Teufelskreis sich die klassischen Medien im Moment befinden.

Das Sonneborn-Interview endet mit den Worten: „Es ist jeder Bankkunde, weil auch jeder eine Bank braucht.“
Dazu eine ergänzende Frage: Umgekehrt brauchen Banken doch auch Kunden, oder etwa nicht?

Richtig ist in meinem Fall: Ohne Banken hätte ich kein Haus für meine Familie kaufen können. Hätte ich im Glauben daran meine Schulden schnell los zu werden, meine Erbschaft nicht der DVAG und ihren Partnern (SEB/Santander Bank sowie Deutsche Bank anvertraut), währe ich allerdings nun schuldenfrei und hätte wohl auch noch Geld für die Rentenverträge bei der Aachen Münchener übrig gehabt. Um ein neues Darlehen zu bekommen, dient mein Haus nun weiterhin als Sicherheit für die nächste Bank und nicht die Papiere die mir von der DVAG vermittelt wurden.

Dafür braucht ein Normalbürger eigentlich keine Finanzberatung.

Viele Grüße, V. F. Alle

P.S. Wenn Zeitungen und Banken nicht bereit sind für mehr Transparenz zu sorgen, dann kommt das einer Bankrotterklärung beider Bereiche gleich.
Die Aufklärung bleibt dann den modernen Hofnarren (Satirikern) vorbehalten:

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s