Haus kaufen ohne eigenes Geld

Gepostet am Aktualisiert am

Am Montag (25.11.13) schrie mich die Titelzeile der Bildzeitung förmlich an:

Haus kaufen ohne eigenes Geld!

Jetzt ruft also das Medium (Zeitung und Online) seine Leser dazu auf Schulden zu machen.
Weil es mir mein Finanzdienstleister DVAG schwer machte, meine Schulden los zu werden, hat mich die Argumentation der Kollegen interessiert.

In dem Artikel wird unter anderem geschrieben, dass eine junge Familie ohne eigenes Kapital ein Darlehen wollte „DOCH DIE ÖRTLICHE SPARKASSE LEHNTE AB.“ Das Letztere war tatsächlich so hervorgehoben.
Immerhin wurde im Infokasten auch darauf hingewiesen, dass Zinsen auch wieder steigen können und damit die Anschlussfinanzierung dann deutlich teurer werden kann. Auch heißt es da: Wer die nicht zahlen kann, muss sein Eigentum möglicherweise wieder verkaufen.“
Doch in dem insgesamt positiven Eindruck für die Aufnahme eines Hausdarlehens den der Artikel erzeugt, wirkt das eher als vernachlässigbares Risiko.

Mir fällt auf, dass Die Bildzeitung im Moment enge geschäftliche Beziehungen mit der DVAG pflegt.
Die „BILD“ und die „Welt“ waren Anfang 2013 Medienpartner der Aktion Finanz-Dialog des Finanzdienstleisters.

In der kostenlosen an 40 Millionen deutsche Haushalte verteilten Ausgabe zur Bundestagswahl 2013 stellte sich die DVAG mit einer ganzseitigen Anzeige als „Richtige Wahl“ vor.

Gestern (Donnerstag, 28. 11.) berichtete Bild-Online von der Bild-DVAG-Lounge in der Alten Oper. Bild-Leser-Gewinner durften dem DVAG-Werbepartner Michael Schumacher dabei eine Stunde lang Fragen stellen.

Aus Vertriebssicht ist es sicher positiv zu werten, dass der Name DVAG im Umfeld der Bild-Serie zum Hauskauf ohne Eigenkapital so oft auftaucht.

Als DVAG-Kunde (der seine Darlehen trotz einer Erbschaft nicht abbezahlen konnte) halte ich das für sehr bedenklich. Ich weiß ja nun, dass das Risiko alleine beim Kunden liegt, während der Finanzdienstleister so oder so gewinnt.

Obwohl ich wie die Kollegen der BILD Journalist bin, habe auch ich das 2001 nicht erkannt, als ich das Darlehen bei der DVAG mit gutem Gefühl abschloss. Ich frage mich nur, ob das „unabhängige, überparteiliche“ Medium mit Millionen Lesern da vielleicht von geschickten Vertriebskünstlern für Marketingzwecke benutzt wird.

Ich gehe davon aus, dass die Redakteure ihre Arbeit nicht im Zusammenhang mit den DVAG/Bild-Aktionen betrachten und als Verbraucherinformation sehen.

Ich kritisiere daher nicht die Kollegen, sondern den Kontext, der dabei entsteht.

Bei den Lesern wird durch die Bild-Serie der Wunsch nach einem eigenen Haus ausgelöst. Wer dabei auch nur den kleinsten Zweifel hat, dass es der richtige Weg ist, dafür hohe Darlehen aufzunehmen, sollte lieber darauf verzichten. Denn wenn dann etwas schief läuft, ist der Stress in der Familie später größer als die Freude über den Hauskauf.
Das kann ich aus eigener Erfahrung berichten.

Viel unauffälliger kam in einem weiteren Teil der Serie der Hinweis zur „Schuldenfalle Immobilienkauf“ daher.

Auch andere Journalisten bezweifeln die Aussagen des anfangs genannten Bild-Beitrags: http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/ratgeber-hintergrund/tool-der-woche-baufinanzierung-die-maer-vom-hauskauf-ohne-geld/9125952.html

Viele Grüße, V. F. Alle

P.S. Ich bin nun übrigens wieder mit dem Darlehen bei der Sparkasse. Mein Geld, welches ich aus den laut DVAG „sicheren“ Fonds nun nach und nach ausgezahlt bekomme, spare ich dort nun in einem Geldmarkt-Konto für das es kaum Zinsen gibt.

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