Geldanlagen für Faule

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Ich bin entsetzt, wie sich selbst renommierte Redaktionen inzwischen plumpen Marketingmethoden bedienen. Das Versprechen „Geldanlagen für Faule“ ist ein solches Thema, was sowohl beim Nachrichtenmagazin Focus als auch bei der Stiftung Warentest zu finden ist, aber auch bei anderen Medien. Siehe:http://www.focus.de/finanzen/geldanlage/tid-33553/keine-ahnung-vom-investieren-das-sind-die-besten-geldanlage-tipps-fuer-dummies_aid_1102466.html
und Film unter http://www.test.de/shop/altersvorsorge-rente/geldanlage-fuer-faule-sp0355/

Da werden Dinge suggeriert, von denen in erster Linie Finanzdienstleister profitieren.
Müssen Redaktionen auf solche Mittel zurückgreifen, um bei der Selbstvermarktung im Online-Zeitalter überhaupt noch wahrgenommen zu werden? Ich habe darauf keine Antwort. Das Ergebnis ist aus meiner Sicht allerdings nicht verbraucherfreundlich.

Auch ich wollte es mir leicht machen. Ich habe mich etwas in Medien (Internet, Zeitschriften und Büchern) informiert und glaubte damit ausreichend bescheid zu wissen, was ich benötige.

Im „Beratungsgespräch“ lief dann einiges anders. Produkte die eigentlich für mich nicht zu passen schienen (Fonds), waren laut meinem Berater weiterentwickelt worden, so dass sie meinem Bedürfnis (so sicher wie Festgeld) entsprechen.
Die Risiken in den Verträgen erkannte ich nicht. Und bei denen die ich zu erkennen glaubte, nahm mir der Berater die Ängste in dem er sagte, dass Banken das nun in die Verträge schreiben müssten, weil das der Gesetzgeber so verlange. Meine Frau und ich müssten uns da aber keine Sorgen machen, sein Unternehmen achte schon darauf dass alles korrekt läuft.

Damals hielten wir das für nachvollziehbar. Deshalb hatten wir ja auch einen Dienstleister gewählt, der Finanzkompetenz auch einer Hand versprach und über unsere laufenden Darlehen besser informiert war als andere (z.B. unsere Bank), die uns möglicherweise Produkte mit einer höheren Rendite geboten hätten.

Im Nachhinein musste ich feststellen, dass dies ein Trugschluss war. Menschen die sich nicht viel mit Geldanlagen beschäftigen wollen, können kaum davon profitieren. Denn es kommt meist auf die Wahl des richtigen Zeitpunktes an. Wann steige ich ein und wann steige ich aus? Das sind die wichtigen Fragen.

Das ist der Grund warum die Finanzprofis immer einer Vorteil vor den einfachen Kunden haben. Das ist auch der Grund warum viele institutionelle Anleger z.B. rechtzeitig viel Geld aus dem SEB Immoinvest raus genommen haben und viele andere Anleger, wie die DVAG-Kunden, nun blöd dastehen.
Mein Geld ist nicht weg, es haben nur andere in Form von Provisionen, Gebühren und Gewinnen aus bis dahin positiven Fondsentwicklungen.

Ich war mir dessen 2007 und 2009 nicht bewusst. Heute weiß ich es besser, kann es aber nicht mehr rückgängig machen.

Ich kann nur jedem raten, der sich nicht damit beschäftigen will, die Finger von Finanzprodukten zu lassen, deren Verträge über mehrere Seiten gehen. Denn der Gesetzgeber möchte damit nicht die „armen“ Banken ärgern, sondern die Verbraucher schützen.

Viele Grüße, V. F. Alle

P.S.: Ich zweifle keinesfalls an der fachlichen Kompetenz der beiden beispielhaft erwähnten Medien. Ich kritisiere ausschließlich die marketinglastige Aufbereitung der Informationen.

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