Monat: Februar 2014

Schwere Geburt – Macht der Versicherungen

Gepostet am Aktualisiert am

Ich bin sehr verwundert welche Macht Versicherungsunternehmen heutzutage haben. Nein, diesmal geht es mir nicht um Rentenversicherungen, sondern um die Berufshaftpflicht für Hebammen.
http://www.deutschlandfunk.de/bundesweite-proteste-hebammen-in-not.1769.de.html?dram:article_id=278457

In den vergangenen 10 Jahren sind die Kosten laut den Zahlen des Deutschlandfunk-Beitrags um 1000% gestiegen. Für freie Hebammen bleibe bei gleichbleibenden Einnahmen also immer weniger zum Leben.

Ich möchte an der Stelle den beiden Hebammen danken, die meine Frau und mich bei der Geburtsvorbereitung und Geburtsnachsorge unserer Kinder unterstützt haben. Sie haben einen wichtigen Job geleistet und uns damit einen guten Start ins Familienleben ermöglicht.

Umso mehr erschüttert es mich, dass finanzielle Interessen von Versicherern den Beruf der Hebamme finanziell dermaßen unattraktiv machen.

Wo bleiben da die Gesellschaftlichen Interessen, wenn finanzielle Interessen einer Berufsgruppe die Perspektiven einer anderen Berufsgruppe (deren finanzielle Motivation sogar oft eine Nebenrolle spielt) so deutlich verschlechtern können.

Nachdenkliche Grüße,
V. F. Alle

P.S. Die größte Leistung unserer ersten Hebamme war es übrigens, meiner Frau schonend beizubringen, dass aus der geplanten Hausgeburt auch ein Kaiserschnitt werden könnte. Unsere Hebamme hat damals Verantwortung übernommen, für sich, für meine Frau und für ihre Berufsgruppe. Sie hat sich den für uns alle unangehnehmen Fragen gestellt und meine Frau sehr gut auf die neue Situation vorbereitet.

Advertisements

Immer mehr Menschen stellen sich die Vertrauensfrage

Gepostet am

In meinem dritten Blog-Beitrag hatte ich die Frage gestellt „Wem wollen wir vertrauen?“. Bis heute ist das, die zentrale Motivation für meine Recherche.

Inzwischen finde ich immer mehr Hinweise darauf, dass diese Frage auch andere Menschen zunehmend beschäftigt. Vor allem sind das normale Bürger und zunehmend auch Journalisten. Bei Politikern und den Chefs meiner Finanzdienstleister kann ich dagegen bisher kein Umdenken erkennen.

Woran mache ich das fest?

Gestern habe ich bei Spiegel-Online zwei Beiträge gefunden, die mir zeigen, dass eine Diskussion in Gang kommt. Der eine beschäftigt sich fünfeinhalb Jahre nach Pleite der Investmentbank Lehman Brothers mit strengeren Auflagen für Banken.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/fed-beschliesst-strengere-auflagen-fuer-auslaendische-grossbanken-a-954333.html
Interessant ist für mich weniger der Beitrag selbst, sondern die zahlreichen Kommentare.
Insgesamt 1440 Kommentare sind im Forum „Mehr Regulierung für Banken“ zu finden. Weitere Kommentare sind aktuell nicht möglich. Dafür sind die ersten Kommentare aus dem Jahr 2010 und reichen bis Ende Januar 2014.
Viele Kommentatoren hinterfragen da die Rolle von Regierungen und Finanzunternehmen. Viele beklagen die mangelnde Distanz zwischen Staat und Finanzwirtschaft.

Gefallen hat mir auch der aktuelle Beitrag von Sascha Lobo, „Korpsgeist zerstört Rechtsstaat“.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/edathy-affaere-ueberwachung-braucht-staerkere-kontrolle-a-954119.html
Auch hier geht es um eine Vertrauensfrage. Es geht um die Rolle von Ex-Minister Friedrich im Fall Edathy und die Gespräche zwischen den beteiligten Politikern. Auch hier empfehle ich einen Blick auf die Kommentare.

Positiv finde ich darüber hinaus, dass Journalisten inzwischen auch stärker hinterfragen, wem sie vertrauen können. Aktuelle Beispiele dazu liefert die Februar-Ausgabe des DJV-Magazins.
Die DJV-Kolumne hat den Titel „Vertrauen“ und beschäftigt sich unter anderem mit den Auswirkungen der gefälschten Zahlen die der ADAC bei der Lieblingsauto-Wahl kommuniziert hat.
Außerdem gibt es einen Beitrag mit dem Titel „Was wirklich geschah“ Dort wird hinterfragt ob Journalisten bei ihren Berichten über die Unruhen in St. Pauli ihre Sorgfaltspflicht verletzt haben und warum sie eine Pressemeldung der Polizei nicht hinterfragt haben.

Es bewegt sich also etwas.
Menschen wie ich, die den Eindruck haben ein persönliches Problem zu haben, was niemanden wirklich interessiert, brauchen also nicht den Kopf in den Sand zu stecken.
Allerdings habe ich selbst erlebt, dass man ins Grübeln kommt, wenn einem von seinem Dienstleister und seinen Politikern suggeriert wird, ein bedauerlicher Einzelfall zu sein.

Allen denen es so geht wie mir kann ich nur zurufen: Kopf hoch!
Es wird weiter gehen – nur vielleicht nicht so schnell, wie wir es uns wünschen.

Herzliche Grüße,
V. F. Alle

Transparenz bleibt mangelhaft – Kunden in der Pflicht

Gepostet am Aktualisiert am

Mit diesem Blog habe ich Verantwortung für meinen Fall übernommen. Ich habe diese bewußt, nicht an einen Anwalt delegiert. Ich wollte selbst wissen, was da passiert ist.

Ich stelle fest, dass Unternehmen und Medien (inklusive neuer Medien) mir eher weniger Transparenz bescheren als mehr Transparenz.
Als Normalbürger stimmt mich das sehr nachdenklich, denn ich erlebe es immer öfter, dass ich bei Anfragen an Unternehmen auf Homepages verwiesen werde. Als Journalist erlebe ich das übrigens auch zunehmend.

Scheinbar bekommen auch andere Menschen inzwischen Bedenken, dass Transparenz unterschiedlich wahrgenommen wird. Viele Facebook-Nutzer haben z.B. inzwischen erkannt, dass es das Unternehmen mit der Transparenz nicht so ernst nimmt, wie es die Nutzer tun. Mangelnde Transparenz bei der Wahl des „Lieblingsautos“ (Gelber Engel) hat auch die Glaubwürdigkeit des ADAC erschüttert.

Heute gibt es neue Informationen zu TelDaFax. Es gibt viel Berichterstattung, was schief gelaufen ist. Mitarbeiter der Verbraucherschutz Zentrale werden zitiert und mahnen vor ähnlich dubiosen Geschäftsmodellen mit Vorkasse. Für Verbraucher sind solche Geschäftsgebahren immer schwerer zu durchschauen.

Bisher kann ich auch bei meinen Finanzdienstleistern nicht feststellen, dass sie ihre Absichtserklärungen hinsichtlich Kundenorientierung und Transparenz aus der Zeit der Finanzkrise wirklich umsetzen. Sie wiederholen diese dagegen öfter in der Werbung – fast schon mantra-artig. Mit den Folgen des für mich unglücklichen Vermögensplans wollen sich meine „Dienstleister“ weiterhin nicht näher beschäftigen.

Stattdessen wurden die Verträge in den vergangenen 6 Jahren immer umfangreicher und unübersichtlicher. Dazu erwarten die Dienstleister, dass sich ihre Kunden da selbst schlau machen. Zeitgleich gehen auch manche Journalisten davon aus, dass die Menschen sich selbst die richtigen Informationen zusammensuchen können. Sie seien ja alle irgendwo vorhanden. Hier wird immer mehr Verantwortung auf die Bürger übertragen.

Was in der Finanzbranche funktioniert, wird wie im Fall TelDaFax auch von anderen Branchen kopiert. Das ist das Prinzip der Evolution. Aber ist das wirklich erstrebenswert?

Ich habe in einem meiner vorangegangenen Beiträge von kollektivem Versagen berichtet.
Ich würde mir wünschen, dass auch die anderen Beteiligten sich und ihr Handeln so hinterfragen, wie ich es getan habe.

Ich erwarte nicht, dass ein Einzelner die Verantwortung für alles übernimmt. Es würde mir und den anderen Betroffenen helfen, wenn jeder seinen Teil der Verantwortung übernimmt.

Euer/Ihr V. F. Alle

Infinus schockiert Anleger und Berater

Gepostet am Aktualisiert am

Heute habe ich einen interessanten Beitrag im Netz gefunden, der die Rolle der Berater an der Basis verdeutlicht.

http://www.fondsprofessionell.de/news/vertrieb-praxis/nid/neue-heimat-fuer-infinus-vermittler-jung-dms-kooperiert-mit-finprobus/gid/1013446/

Danach stehen jetzt „über 800 Infinus-Berater vor dem nichts“. Einige Unternehmen sind nun dabei sich die Besten von ihnen zu sichern.

„Provisionsorientierte Verkaufsgenies braucht niemand“, heißt es in dem Beitrag. Wenn das ernst gemeint ist, dann bin ich mal gespannt, ob sich die Branche künftig mit geringeren Wachstumsraten zufrieden gibt.

Nach meiner Erfahrung haben Marketingleute und einige Top-Manager zwar laut ihren Aussagen das Problem schon erkannt und werben um Vertrauen. Doch auf dem Weg zur Umsetzung fehlt es noch an vielen Stellen.

Mit freundlichen Grüßen,

V. F. Alle

Auch „arme Brüder“ waren schlecht beraten

Gepostet am Aktualisiert am

Auch die Gemeinschaft der „Armen Brüder des Heiligen Franziskus“, Düsseldorf, musste jetzt die Erfahrung machen, dass Emfehlungen vermeindlich vertrauenswürdiger Persönlichkeiten nicht immer die besten Finanztipps sind. In diesem Fall geht es um die Finanzgruppe Infinus.

Laut RP-Online geht es um Verluste bei Rücklagen in Höhe eines einstelligen Millionen-€-Betrags.
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/orden-laesst-finanzgeschaefte-pruefen-aid-1.4026429

Bei Bild-Online wurde im ursprünglichen Text sogar der Name eines Politikers genannt. Und es wurde geschrieben, dass er sich inzwischen bei den „Armen Brüdern“ entschuldigt habe.

Diese Angaben wurden inzwischen durch folgende Aussage ersetzt:
„Wir haben Infinus für eine 1-A-Anlagegesellschaft gehalten. Sie wurde zunächst in Fachzeitschriften, dazu von prominenten Experten, nur gelobt.“

Wieso kommt mir das nur so bekannt vor?

Carpe Diem,
V. F. Alle

P.S.: Der Heilige Franziskus (Francesco Giovanni) war der Sohn eines wohlhabenden Tuchkaufmannes. Er lebte und wirkte in einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels, in der es Anfänge einer „echten Geldwirtschaft“ gab. Gegen die Gewalt von Machthabern stellte er Jesu Gewaltverzicht, gegen die Geldwirtschaft das Prinzip der Armut; das Heil des Menschen war ihm wichtiger als das Vermögen.

Dieser Auszug stammt aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon
von der Webseite http://www.heiligenlexikon.de/BiographienF/Franziskus_von_Assisi.htm

Nachtrag vom 16.2.2014:
Ich bitte die „Armen Brüder“, die Anleger und auch die Berater in ihre Gebete mit einzuschließen, denen in ihrer ganz persönlichen Not keine so große Aufmerksamkeit zu teil wird wie der Religonsgemeinschaft.

Bankchef will runden Tisch

Gepostet am Aktualisiert am

Hurra, es tut sich was! – Nein, die DVAG hat sich noch nicht bewegt.

.
Dafür hat Rainer Neske, der im Vorstand der Deutschen Bank für Privatkunden zuständig ist, vor einer Woche im Interview mit der Tageszeitung FAZ zum Thema Beratung folgendes gefordert:
„Wir brauchen zu diesem Thema nach den Bundestagswahlen einen runden Tisch, an dem Politik, Kunden und Banken in einen sachlichen Dialog miteinander treten, um die gegenwärtigen Übertreibungen zu korrigieren.“
(Quelle: FAZ, 7. September 2013, Seite 15; https://www.deutsche-bank.de/pfb/data/docs/Rainer_Neske_im_Gespraech.pdf )

.
Dafür möchte ich mich hiermit noch einmal öffentlich bewerben und hoffe auf Empfehlungen der Leser meines Blogs.
Auf meine bisherigen schriftlichen Angebote (Schreiben an Herrn Neske von November 2012 und an Herrn Fitschen, am 5. Januar 2013) wurde mir von Mitarbeitern der Deutschen Bank lediglich mitgeteilt, dass sich die Deutsche Bank für meinen Fall nicht verantwortlich sieht und ich mich an die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) wenden möge.
Mich wundert das, weil Herr Neske ja auch im Beirat der DVAG sitzt.

.
Wie anderen Redaktionen hatte ich auch der FAZ die Erkenntnisse aus meinem Fall mehrfach angeboten (u.a. per Fax am 20.4.2013). Die FAZ-Redaktion hat bisher noch gar nicht auf meine Angebote reagiert.

.
Hintergrund zu meiner Erfahrung als Bank-Kunde:
Ich habe Geld geerbt, welche u.a. in Bundesschatzbriefen bei der Deutschen Bank angelegt war.
Weil es mir wichtiger war meine Darlehen abzubezahlen als höhere Renditen zu erwirtschaften, habe ich entsprechende Angebote des Deutsche-Bank-Mitarbeiters abgelehnt und dieser hatte das akzeptiert.
Als mir mein DVAG-Berater eine frühzeitige Ablösung meiner Darlehen bei der SEB Bank (heute Santander) in Aussicht stellte, habe ich das Geld von der Deutschen Bank abgehoben.
Weil die SEB Bank einer vorzeitigen Ablösung nicht zustimmte, wurde mir von dem DVAG-Berater der SEB Immoinvest als Anlage empfohlen, die so sicher sei wie das von mir bevorzugte Festgeld.
Als es 2009 auf den Finanzmärkten Unruhe gab, wurde mir empfohlen nicht das ganze Vermögen aus dem SEB Immoinvest zu nehmen, sondern nur einen Teil. Diesen steckte ich auf Empfehlung des DVAG-Beraters in den DWS Immoflex bei der Deutschen Bank.

.
Erst viel später erkannte ich aus den Unterlagen der Deutschen Bank – nicht durch meinen Berater -, dass der DWS immoflex zu 21,2% am SEB Immoinvest beteiligt ist (https://www.dws.de/Produkte/Fonds/886/Portfoliostruktur ).
Wieso mir diese Geldanlage als Alternative zum SEB Immoinvest vermittelt wurde, können Finanzexperten oder Wirtschaftsjournalisten sicher besser bewerten als ich. Insofern würde ich mich freuen, bei dem runden Tisch von Herrn Neske dabei zu sein.

.
Vielleicht lässt sich, fünf Jahre nach der Lehmann-Pleite dann ja wirklich mal etwas ändern.
V. F. Alle

.
P.S.: Es könnte sein, dass ich dann zum Stillschweigen angehalten werde. Ob ich dann auch meinen Blog deaktivieren muss, kann ich nicht abschätzen. Wer das alles dokumentieren möchte, sollte sich also besser Kopien von meinen Beiträgen anfertigen.

Hinweis vom 7.6.2015: Den Beitrag hatte ich zwischenzeitlich gelöscht. Ich wollte nicht zu viele Nebenschauplätze aufmachen. Nachdem Herr Neske die Deutsche Bank verlässt und heute auch bekannt wurde, dass die Vorstände Anshu Jain und Jürgen Fitschen die Deutsche Bank ebenfalls verlassen, könnte es allerdings wichtig sein, das zu dokumentieren.