Immer mehr Menschen stellen sich die Vertrauensfrage

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In meinem dritten Blog-Beitrag hatte ich die Frage gestellt „Wem wollen wir vertrauen?“. Bis heute ist das, die zentrale Motivation für meine Recherche.

Inzwischen finde ich immer mehr Hinweise darauf, dass diese Frage auch andere Menschen zunehmend beschäftigt. Vor allem sind das normale Bürger und zunehmend auch Journalisten. Bei Politikern und den Chefs meiner Finanzdienstleister kann ich dagegen bisher kein Umdenken erkennen.

Woran mache ich das fest?

Gestern habe ich bei Spiegel-Online zwei Beiträge gefunden, die mir zeigen, dass eine Diskussion in Gang kommt. Der eine beschäftigt sich fünfeinhalb Jahre nach Pleite der Investmentbank Lehman Brothers mit strengeren Auflagen für Banken.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/fed-beschliesst-strengere-auflagen-fuer-auslaendische-grossbanken-a-954333.html
Interessant ist für mich weniger der Beitrag selbst, sondern die zahlreichen Kommentare.
Insgesamt 1440 Kommentare sind im Forum „Mehr Regulierung für Banken“ zu finden. Weitere Kommentare sind aktuell nicht möglich. Dafür sind die ersten Kommentare aus dem Jahr 2010 und reichen bis Ende Januar 2014.
Viele Kommentatoren hinterfragen da die Rolle von Regierungen und Finanzunternehmen. Viele beklagen die mangelnde Distanz zwischen Staat und Finanzwirtschaft.

Gefallen hat mir auch der aktuelle Beitrag von Sascha Lobo, „Korpsgeist zerstört Rechtsstaat“.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/edathy-affaere-ueberwachung-braucht-staerkere-kontrolle-a-954119.html
Auch hier geht es um eine Vertrauensfrage. Es geht um die Rolle von Ex-Minister Friedrich im Fall Edathy und die Gespräche zwischen den beteiligten Politikern. Auch hier empfehle ich einen Blick auf die Kommentare.

Positiv finde ich darüber hinaus, dass Journalisten inzwischen auch stärker hinterfragen, wem sie vertrauen können. Aktuelle Beispiele dazu liefert die Februar-Ausgabe des DJV-Magazins.
Die DJV-Kolumne hat den Titel „Vertrauen“ und beschäftigt sich unter anderem mit den Auswirkungen der gefälschten Zahlen die der ADAC bei der Lieblingsauto-Wahl kommuniziert hat.
Außerdem gibt es einen Beitrag mit dem Titel „Was wirklich geschah“ Dort wird hinterfragt ob Journalisten bei ihren Berichten über die Unruhen in St. Pauli ihre Sorgfaltspflicht verletzt haben und warum sie eine Pressemeldung der Polizei nicht hinterfragt haben.

Es bewegt sich also etwas.
Menschen wie ich, die den Eindruck haben ein persönliches Problem zu haben, was niemanden wirklich interessiert, brauchen also nicht den Kopf in den Sand zu stecken.
Allerdings habe ich selbst erlebt, dass man ins Grübeln kommt, wenn einem von seinem Dienstleister und seinen Politikern suggeriert wird, ein bedauerlicher Einzelfall zu sein.

Allen denen es so geht wie mir kann ich nur zurufen: Kopf hoch!
Es wird weiter gehen – nur vielleicht nicht so schnell, wie wir es uns wünschen.

Herzliche Grüße,
V. F. Alle

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