SEB Immoinvest wird abgewickelt – persönliche Bilanz nach 2 Jahren

Gepostet am Aktualisiert am

Ende April 2012 wurde öffentlich, dass der offene Immobilienfonds SEB Immoinvest abgewickelt wird. Ich habe darauf verzichtet meine Dienstleister zu verklagen, dafür protokoliere ich hier meine Erfahrungen. Daher kann ich selbstkritischer sein als andere Betroffene.

Ich bin einer von 350 000 betroffenen Anlegern.

Ich bin einer der Anleger, denen der SEB Immoinvest als
so sicher wie Festgeld verkauft wurde.

Ich bin einer derjenigen, denen der SEB Immoinvest durch die
Deutsche Vermögensberatung (DVAG) vermittelt wurde.

Statt mein Haus abbezahlt zu haben, habe ich bis heute weniger als ein Drittel des ursprünglich in den SEB Immoinvest gesteckten Geldes raus bekommen. Das ist etwa die Hälfte der Darlehen, die ich damit 2012 ursprünglich abbezahlen wollte.

Ich musste erkennen, dass das DVAG-Motto „alles aus einer Hand“ nur für den Vertrieb gilt.
Fakt ist: Nachdem der Vermögensplan meines Beraters gescheitert ist, verwies mich DVAG an ihre Partnern Santander Bank (ehemals SEB), Aachen Münchener und Deutsche Bank, mit denen ich dann selbst verhandelte.

Mein Berater konnte mir angeblich nicht helfen. Die DVAG-Partner wollten mir auch nicht helfen, weil sie mir die Produkte ja nicht vermittelt hatten.

BaFin und die Ombudsstelle für „offene Fonds“ waren ebenfalls nicht für mich zuständig, weil mir die Produkte ja von DVAG vermittelt wurden und nicht von einer der beteiligten Banken direkt.

Der große Name „Deutsche Vermögensberatung“ hatte mir den Eindruck von Sicherheit vermittelt.
Später musste ich erkennen, dass mein Berater eigenverantwortlich handelt und die „Familie“ – wie sich die DVAG gerne in der Werbung sieht – weder ihm noch mir weiterhelfen konnte/wollte.

So platze für mich die Illusion der „guten DVAG“ mit der Abwicklung des SEB immoinvest.

Das, was mein Berater in 10 Jahren mühevoller Arbeit und abendlicher Hausbesuche aufgebaut hatte, platzte mit ganz konkret meinem Kontakt zu seinen Vorgesetzten.

Ich glaube immer noch daran, dass es richtig ist, seine Schulden schnell begleichen zu wollen.
Deshalb hatte ich schließlich meine Erbschaft gezielt zu denjenigen getragen, bei denen ich meine Darlehen tilgen wollte. Deshalb bin ich weder bei der Sparkasse noch der Deutschen Bank auf Angebote eingegangen, die mir höhere Zinsen versprochen hatten.

Ich hatte nur nicht damit gerechnet, dass meine Dienstleister DVAG und SEB Bank (heute Santander) das ignorieren könnten.
Ich hätte nie gedacht, dass ausgerechnet die DVAG es schafft, mir etwas zu vermitteln, was mir letztlich Probleme bereitet.

Das war wohl mein Fehler. Ich hatte meinem Dienstleister zu sehr vertraut.

Die Wohlfühlbilder, die durch die Werbung meiner Dienstleister in meinem Kopf erzeugt wurden, deckten sich plötzlich nicht mehr mit der Realität.

Finanziell betrachtet bin ich da wohl der Verlierer, während mein Dienstleister und seine Partner alle davon profitiert haben.
Der Halbsatz „… und am Ende gewinnt immer die Bank“ ist daher für mich inzwischen zur bitteren Wahrheit geworden.

Menschlich sehe ich mich eher als Gewinner. Der positive Zuspruch meiner Leser hat mir inzwischen mehr gegeben, als ein juristischer Erfolg bei einer Klage gegen meine Dienstleister.

Viele Grüße,
V. F. Alle

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