Monat: Mai 2014

Gesucht: Konstrukteure für ein neues Finanzsystem

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Weil ich den Eindruck habe, dass die Verantwortlichen in Politik und Finanzwirtschaft bisher nicht adäquat auf die Folgen der letzten Finanzkrise reagiert haben, während der Druck auf Mitarbeiter und Kunden dieses Systems steigt, habe ich eine Petition bei change.org gestartet.

Ich möchte nicht noch einmal erleben, wie eine Finanzkrise die “Realwirtschaft” abstürzen lässt.

Auf der Internetplattform change.org habe ich daher eine Petition gestartet und fordere die Verantwortlichen zum „Kulturwandel in der Finanzbranche“ auf. Dazu habe ich einige erschreckende Fakten kurz zusammengefasst.

Nun suche ich Unterstützer, die mit mir den Kulturwandel als Konstrukteure beschleunigen wollen.
Zu finden ist die Petition hier:  😦      😦


Ergänzung vom 16.5.2015: Die Petition wurde nach 11 Monaten erfolglos beendet.


Vielen Dank und viele Grüße,
V. F. Alle

Unterschiedliche Wahrnehmung

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Vorgestern hatte ich noch mit einem DVAG-Aussteiger telefoniert. Seine Aussagen deckten sich mit meiner Einschätzung über meinen Vermögensberater, der seit über einem Jahr für mich nicht mehr erreichbar ist.

Gestern erhielt ich dann folgende Meldung von der DVAG-Pressestelle:
„Mit dem Gesamturteil „exzellent“ zeichnet die Rating-Agentur Assekurata Solutions GmbH zum siebten Mal in Folge die Karriere-Perspektiven bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) aus. „Die DVAG bietet ihren Vermögensberatern attraktive Einkommens- und Karrierechancen“, urteilen die Prüfer im Rahmen des diesjährigen Karriere-Ratings. Neben den exzellenten Entwicklungsmöglichkeiten heben die Experten insbesondere die Qualität der Vertriebsunterstützung und des Aus- und Weiterbildungsangebots hervor. Darüber hinaus sehen die Analysten die ganzheitliche Allfinanzkonzeption als einen entscheidenden Erfolgsfaktor: „Die DVAG stellt ihren Vermögensberatern ein umfangreiches Beratungskonzept zur Verfügung, das auf die spartenübergreifende Beratungsphilosophie des Unternehmens ausgerichtet ist.“ Als Deutschlands größter eigenständiger Finanzvertrieb bietet die DVAG professionelle Beratung und Betreuung für breite Bevölkerungskreise rund um die Themen Vorsorge, Absicherung und Finanzen. „

Hier die Auszeichnung:

Logo der Auszeichnung, über die die DVAG-Pressestelle am 26.5.2014 berichtete
Logo der Auszeichnung, über die die DVAG-Pressestelle am 26.5.2014 berichtete

Folgedessen haben entweder der Ex-Vermögensberater und ich oder die Rating-Agentur Assekurata eine falsche Wahrnehmung. Oder positiver ausgedrückt, eine Seite hat sich täuschen lassen.

Ich kenne inzwischen einige Personen, die sich über solche Auszeichnungen sehr wundern.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Konstrukteur oder Zerstörer?

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Lange habe ich mich gefragt ob ich die Missstände, die mir offenbart wurden, öffentlich anprangern soll/kann.
Als Ingenieur sehe ich mehr eher als Konstrukteur, der neues und nutzenbringendes schaffen will.
Dinge zu zerstören ist eigentlich nicht meine Welt.

Mir ist bewusst, welche Sprengkraft meine Erkenntnisse auf ein bisher bestehendes System haben kann, insbesondere wenn ich diese Erkenntnisse öffentlich dokumentiere.

Daher habe ich mich gefragt, ob ich das einfach tun kann. Andererseits hatte ich die Beteiligten, die ich zur Systemänderung auffordere zum Teil mehrfach angeschrieben und auf „Konstruktionsfehler“ in ihrem System hingewiesen.

Im Gegensatz zu wenigen anderen Menschen (siehe FAZ-Bericht von 2005: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/offene-immobilienfonds-schwere-zeiten-fuer-schoenwettermodelle-1293560.html) habe ich den Fehler allerdings erst viel später bemerkt. Umso schlimmer finde ich, dass mein Finanzdienstleister das nach eigenen Angaben (https://vfalle.wordpress.com/2013/07/03/keiner-ist-verantwortlich-der-kunde-wollte-es-ja-so-teil-6/) nicht erkennen konnte.

Eine Podiumsdiskussion mit Führungskräften aus der Industrie brachte mich dagegen kürzlich einen großen Schritt weiter. Ein Geschäftsführer eines Maschinenbauunternehmens sagte dort: „Wir haben unser Modell von 2010 einfach abgelöst und einen Nachfolger auf den Markt gebracht, der völlig anders ist. Da fragen sich natürlich die älteren Mitarbeiter ob sie in der Vergangenheit alles falsch gemacht haben. Deshalb ist es wichtig alle Mitarbeiter zu informieren, warum es jetzt wichtig ist so viel zu verändern und was sie davon haben.“

So passt es durchaus zusammen etwas konsequent zu zerstören (auszumisten), um Platz für neues zu schaffen. Das ist das schöne am Ingenieurberuf.

Übrigens ist „kreative Zerstörung“ kinderleicht. Sie brauchen sich nur einmal Kinder anschauen, die mit Bausteinen spielen. Die bekommen das perfekt hin, um später etwas noch besseres zu bauen. 😉

Bei meinem Finanzdienstleister kann ich dagegen beim besten Willen bis heute keine Veränderung wahrnehmen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Kulturwandel nur dann funktioniert, wenn das Management vorlebt, was es von den Mitarbeitern erwartet. Eine Geschäftsführerin, die ich sehr schätze, vergleich das mit der Kindererziehung: „Sie müssen vorleben was sie erwarten.“ Zwang ausüben helfe dagegen nur bedingt.

Klingt eigentlich ganz leicht. 😉

V. F. Alle

Kulturwandel vorbei?

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War’s das mit dem Kulturwandel?
Kaum gibt es schlechte Zahlen (zu geringe Gewinne) im Investmentbanking, rudert das Management der Deutschen Bank scheinbar zurück. Es wird wieder über höhere Boni bzw. höhere Fixgehälter diskutiert.

Für Kunde die gerade z.B. mit dem DWS Immoflex Verluste erleiden und auf einen Kulturwandel gehofft hatten, ist das ein schlag ins Gesicht.

Wenn das Management so leicht von eigenen Zielen abzubringen ist, werden es aich die Mitarbeiter und Marketingabteilungen künftig schwer haben, den Widerspruch zum angekündigten Kulturwandel aufzulösen.

Spiegel-Autor Stefan Kaiser hat das heute schön kommentiert:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-hauptversammlung-soll-boni-grenze-erhoehen-a-970946.html

Er kommt wie der Autor dieses Blogs zu dem Ergebnis: „Zum Kulturwandel, den die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen vor fast zwei Jahren ausgerufen haben, passen die Pläne allerdings nicht.“

Viele Grüße,
V. F. Alle / Martin Ciupek

vfalle ist keine Rechtsberatung

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Seit dem WDR-Beitrag haben mich viele Menschen angesprochen, was ich mit der DVAG und dem SEB Immoinvest erlebt habe. Bekannte sprechen mich an und auch Fremde haben Kontakt mit mir aufgenommen.

Ich muss dazu sagen, dass ich inzwischen einige Erfahrungen in der Sache habe, aber keine Rechtsberatung leisten kann. Dafür gibt es einerseits die Rechtsberatung bei den Verbraucherzentralen und andrerseits Fachanwälte, die für einen Festpreis eine Erstberatung übernehmen.

Interessant für mich war, dass folgendes noch einmal deutlich wurde:
Während mir von der DVAG kein Fall bekannt ist, bei der das Unternehmen auf die Kunden zugegangen ist, gab es das bei Banken durchaus. Von einem Mittarbeiter der Commerzbank erfuhr ich, dass die Bank zinslose Sonderdarlehen anbot. Das war auch bei der Santander Bank (ehemals SEB Bank). Dies habe ich bei der Bank bei der ich meine Darlehen abzahlen wollte auch erfahren. Von anderen SEB/Santander-Bankkunden habe ich erfahren, dass Kunden dieser Bank auch empfohlen wurde aus dem Fonds auszusteigen, als die Möglichkeit noch bestand.
Ein Ehepaar hatte man dabei vergessen. Der Berater war zwischenzeitlich aus dem Unternehmen ausgeschieden. Das Paar bemerkte erst, was mit ihren Ersparnissen passiert war, als sie Geld für den Kauf eines Autos brauchten.
Auch wenn ich keine Beratung leisten kann und alles hier aufschreibe, was ich berichten kann, möchte ich hier gerne auch Erfahrungen anderer Kunden veröffentlichen. Kommentare von weiteren Privatanlagern des SEB Immoinvest und des DWS immoflex sind hier willkommen.

Viele Grüße V. F. Alle

Die Rente ist sicher – oder?

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„… denn eins ist sicher: Die Rente“, hatte der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm in seiner Amtszeit 1986 von CDU-Werbeplakaten aus verkündet.

“Der denkende Mensch ändert seine Meinung”, sagte einst der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche.

Ich habe nach fast zwei Jahren privater Recherche meine Meinung über meine Finanzdienstleister und die von mir früher gewählten Politiker inzwischen geändert.

Auch Norbert Blüm scheint nun eine andere Meinung zum Thema Rente zu haben. In „Die Anstalt“ (ZDF, Sendung vom 11. März 2014, http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2109350/Die-Anstalt-vom-11.-Maerz-2014#/beitrag/video/2109350/Die-Anstalt-vom-11.-Maerz-2014) wurde er sogar zum Revolutionsführer bestimmt und trat als obersten Kritiker der privaten Rentenversicherung auf.

Bei aller Mühe, dabei locker zu erscheinen, klang dieser Teil am Ende der Sendung garnicht mehr wie Satire, sondern wie ein ernst gemeinter Appell. Ich hatte Herrn Blüm schon lockerer erlebt.

Mit Blüm hatten sich die Akteure „Der Anstalt“ gewundert, warum von den Renten (auch den privaten Renten) immer weniger übrig bleibt. Dabei hatten sie (gegen Ende der Sendung) die Beziehungen von ehemaligen Politikern und Größen aus der Finanzbranche aufgezeigt.

Mir viel auf, dass sich vieles davon auf meinen Fall übertragen lässt. Nur heißen die Akteure heute nicht Maschmeyer und Schröder.
Siehe: https://vfalle.wordpress.com/2013/07/21/geburtstagsgruesse-von-der-bundeskanzlerin-teil-11/
https://vfalle.wordpress.com/2013/12/18/politik-und-verantwortung/

Auch mein(e) Dienstleister hat(ten) zur Bundestagswahl Werbung gemacht. Siehe:
https://vfalle.wordpress.com/2013/09/21/die-richtige-wahl/
https://vfalle.wordpress.com/2013/08/13/die-rolle-der-medien-finanz-dialog-14/

Wie im Beispiel der Satiriker, wurden unliebsame Kritiker des Systems damit rausgedrängt.

Erneut traf es Oskar Lafontaine, beziehungsweise diesmal seine Partei „Die Linken“.
Durch die große Koalition und die deutliche Machtverteilung, haben die beiden kleinen Parteien (Die Grünen, und die Linken) kaum Redezeit im Bundestag. So kann das Ergebnis einer demokratischen Wahl aussehen.

Ich war nie Wähler von Grünen oder Linken. Das Ungleichgewicht in der politischen Machtverteilung, halte ich inzwischen allerdings für äußerst bedenklich.

Ich bin gespannt, was heute regierende Politiker in 20 Jahren erzählen werden. Ich würde mir wünschen, wenn sie ihre politische Macht während ihrer Regierungszeit zum Wohle ihres Volkes einsetzen. Im Nachhinein zu sagen, dass man damals nicht anders konnte, wie es Norbert Blüm in „die Anstalt“ tat, finde ich zwar ehrlich und gleichzeitig schwach. Andererseits zeigt er, dass es nie zu spät, seine Einstellung zu etwas zu ändern.

Viele Grüße,
V.F. Alle

P.S. Vielen Dank an das neue Team von „Die Anstalt“. Auch wenn ich über das Thema Rente nicht wirklich lachen konnte. Die Sendung war genial. Macht weiter so.

Deutschlands kundenorientierteste Dienstleister?

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Mein Dienstleister hat vor wenigen Tagen den Preis „Deutschlands kundenorientierteste Dienstleister“ erhalten.

Mein Leser „Makler“ hatte das zeitnah mit einem entsprechenden Link auf den DVAG-Blog kommentiert. Danke dafür.

Freundlicherweise schickte mir die Pressestelle der DVAG auch noch die Original-Meldung.

Darin steht:

Um die Beratungs- und Servicequalität auf dem konstant hohen Niveau zu halten, setzt die Deutsche Vermögensberatung auf die fortlaufende Aus- und Weiterbildung ihrer Vermögensberater sowie auf die weitgehende Unterstützung im Beratungsprozess und Dienstleistungsbereich. So stattete die Deutsche Vermögensberatung als erstes Unternehmen in Deutschland bereits 2010 ihre Vermögensberater mit iPads aus. Heute nutzen über 12.000 Berater regelmäßig iPads in der Kundenberatung und -betreuung sowie im mobilen Daten- und Office-Management. Mit über 50 modularen Beratungsanwendungen und der individuellen iPad-basierten Vermögensplanung können die DVAG-Vermögensberater ihre Beratung interaktiver und anschaulicher gestalten, ihren Kunden maßgeschneiderte, persönliche Lösungen anbieten und noch serviceorientierter arbeiten.

Als ob ein iPad etwas über die Qualität des Service bzw. der Beratung aussagt. Es hilft lediglich Informationen eindrucksvoller (werbewirksamer) zu präsentieren. Es ist also eher eine Vertriebsunterstützung als ein Merkmal für Beratungsqualität. Sicher helfen ipads auch, junge Menschen als Mitarbeiter zu gewinnen, die das cool finden.

Über das Thema Qualitätssicherung und Reklamationsmanagement steht in der Pressemeldung leider nichts.

Gerne würde ich den Verantwortlichen dazu einiges erzählen. (Siehe vergangene Beiträge.)

Als Mitarbeiter in der Automobilindustrie habe ich erlebt, wie an der Basis das Qualitätsmanagement eingeführt wurde, während der Einkaufsvorstand die Zulieferer dazu zwang immer preisgünstiger zu liefern.

Als Mitarbeiter durfte ich mich damals nicht darüber beschweren. Ich habe mir daher einen anderen Arbeitgeber gesucht. Inzwischen stimmt die Qualität der Fahrzeuge dieses Herstellers wieder. Vom Imageschaden hat sich das Unternehmen leider nicht mehr erholt und der Manager ist auch nicht mehr im Unternehmen.

Von daher verstehe ich die Sorgen der (Ex-)DVAG-Mitarbeiter, die mich erreichen.

Üblicherweise werden bei Schadensersatzklagen in der Automobilindustrie, Verantwortliche im mittleren Management für schuldig erklärt, die sich ihrer Verantwortung nicht entziehen können. So ist es aktuell auch bei den Zündschschlössern von GM.

Bei meiner Recherche habe ich daher von Anfang an direkt an die Top-Manager meiner Dienstleister berichtet und dort auch den Verdacht geäußert, dass ich kein Einzelfall bin. Durch einige Antwortschreiben und Sendebestätigungen kann ich das belegen. Auch als Journalist habe ich mich zu erkennen gegeben – was wohl wenig Eindruck hinterließ.

Das hätte ich den Verantwortlichen der DVAG alles gerne persönlich und vertraulich verdeutlich. Ich hätte auch nicht einmal das Honorar als Unternehmensberater dafür verlangt.
Das ist mein kostenloser Service für meinen Dienstleister. Vielleicht hilft das ja beim „Kulturwandel“.

Viele Grüße,
V.F. Alle

P.S. In dem Zusammenhang habe ich auch noch einen Tipp für junge Vermögensberater:
Verlasst Euch nicht nur auf die Informationen, die auf Eurem iPad gespeichert wurden, sondern nutzt auch andere Informationsquellen. Das ist besonders dann wichtig, wenn Ihr Produkte Eures Unternehmens im Freundeskreis vermittelt.
Denn leider habe ich als Kunde erst gemerkt, dass ich die besseren Informationsquellen hatte, als der SEB Immoinvest abgewickelt wurde und mein Berater mir keine DVAG-Lösung mehr anbieten konnte, während Banken noch andere Optionen für Ihre Kunden hatten.