vfalle mag nicht klagen

Gepostet am Aktualisiert am

Ich freue mich über die Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) zu Offenen Fonds und drücke allen Anlegern (nicht nur denen die den juristischen Weg gehen) die Daumen.

Ich weiß nicht, was das Urteil für mich genau bedeutet und ich bin zwiegespalten.
Einerseits möchte gerne noch etwas Geld für meine Familie „retten“.
Andererseits hatte ich auf Beratung aus einer Hand vertraut, damit mir genau das nicht passiert, was ich in den vergangenen zwei Jahren erlebte.
Zwischenzeitlich hatte ich ohnehin nicht mehr das Gefühl das „meine Erbschaft“ noch „mein Vermögen“ ist.

Nach wie vor geht es mir inzwischen mehr um die Frage, ob meine Dienstleister glaubwürdig sind, als die Frage ob mir Gerichte in meinem Einzelfall recht geben.

Belege dafür, dass ich 2010 konkret nach Ausfallrisiken des SEB-Immoinvest gefragt habe und mir die Möglichkeit der Abwicklung sowohl von meinem Berater als auch der die Fondsgesellschaft verschwiegen wurden, habe ich dokumentiert.

Ende 2010 hatte ich schriftlich bei meinen Dienstleistern nach dem Risiko gefragt, dass ich meine Darlehen mit dem Geld nicht abbezahlen kann. Sowohl die Fondsgesellschaft als auch mein Berater haben mir dazu beruhigende Antworten geliefert.
Ende 2010 hatte ich schriftlich bei meinen Dienstleistern nach dem Risiko gefragt, dass ich meine Darlehen mit dem Geld nicht abbezahlen kann. Sowohl die Fondsgesellschaft als auch mein Berater haben mir dazu ausschließlich beruhigende Antworten geliefert.

Mein Finanzdienstleister beruft sich nun darauf, dass mir die Risiken ja mit dem Verkaufsprospekt ausgehändigt wurden. Der Anwalt vom Verbraucherschutz in Krefeld erklärte mir dagegen Mitte 2012: „Die Aushändigung des Verkaufsprospektes kann Versäumnisse bei der Beratung nicht heilen.“ Weil die Vermittlung der Fonds da bereits 5 Jahre her war, riet er mir jedoch von einer Klage eher ab, weil die Nachweisführung nach seiner Ansicht schwer würde.

Bei Beratung aus einer Hand erwarte ich, dass das Management meines Dienstleisters meinen Hinweisen nachgeht und es nicht dem Kunden überlässt, sich selbst um eine Lösung seiner Finanzsituation zu kümmern.

Doch:
– bis heute wirbt Dr. Reinfried Pohl mit den Worten „Wer unsere Hilfe braucht, kann auf unsere Unterstützung bauen.“ (Siehe „Gesellschaftliche Verantwortung“, auf der DVAG-Homepage). Bis heute erhielt ich nur ein Angbot für ein neues Darlehen, obwohl ich mit dem Geld eigentlich meine bis 2012 über die DVAG laufenden Darlehen abbezahlen wollte.
– noch vor wenigen Monaten erklärte DVAG-Chefvolkswirt Dr. Götz gegenüber der Mittelbayrischen Zeitung, dass die Lehmann-Pleite der DVAG geholfen habe, weil die Deutsche Vermögensberatung anders als Banken keine Lehmann-Zertifikate verkauft habe. Dass hunderte DVAG-Kunden da bereits Probleme mit dem SEB-Immoinvest sowie dem DWS-Immoflex hatten, muss Dr. Götz zum dem Zeitpunkt schon klar gewesen sein.

Die Tatsache, dass allein bei der Kanzlei Dr. Stoll und Kollegen in Lahr mehrere hundert DVAG-Kunden wegen Falschberatung beim SEB-Immoinvest klagen, hindert die DVAG auch nicht, stolz zu verkünden die „Beste Kundenorientierung“ zu haben.

Die Pressemitteilung dazu habe ich übrigens auch von der DVAG-Pressestelle bekommen. Betreff: Pressemitteilung: Deutsche Vermögensberatung (DVAG) – Auszeichnung „Deutschlands kundenorientierteste Dienstleister 2014“.
Kunden mit SEB-Immoinvest- oder DWS Immoflex-Anteilen die sich da nicht verhöhnt fühlen, wie es mein Leser „Makler“ vermutet, fragen sich da, wie das alles zusammenpasst.

Ich kann nur sagen: Die Fakten die ich gesammelt habe, sprechen für mich eine andere Sprache. Der Service endete schlagartig, als bei mir nichts mehr zu holen war.

Zudem warte ich auch immer noch auf eine Antwort von Deutsche-Bank-Vorstand (und DVAG-Aufsichtsrat) Neske, der eigentlich einen „runden Tisch zur Anlageberatung“ ins Leben rufen wollte. Auch hier: Keine Antwort, obwohl ich mein Angebot zur Teilnahme persönlich in der Zentrale in Frankfurt abgegeben hatte.

Ich habe inzwischen große Zweifel daran, dass die von mir angeschriebenen Manager wirklich für das stehen, was sie kommunizieren. Intellektuell sollten sie schon in der Lage sein, zu erkennen, dass in meinem Fall etwas mächtig schief läuft. Über die Gründe, warum sie dennoch nicht entsprechend reagieren können, kann ich im Moment nur spekulieren.

Also werde ich weiter nachfassen.

– Das tue ich auch für die Privatanleger, die noch etwas retten können.

– Das tue ich auch für meine Kollegin, die ihrem Vermögensberater zwar weniger Geld für den SEB Immoinvest anvertraut hat als ich, aber das Geld jetzt mindestens genauso gut brauchen könnte wie ich.

– Das tue ich auch für die Rentnerin aus meinem Nachbarort, der von 40.000 € Ersparnissen nur noch rund 10.000€ übrig blieben. Klage aussichtslos: Ihr wurde erklärt, dass ihr Berater zwischenzeitlich verstorben sei.

– Das tue ich auch für meinen Vermögensberater, der bereit war mir ein persönliches Angebot zu machen, als ihm sein Unternehmen keine Unterstützung in meinem Fall mehr bot.

– Vor allem tue ich das für meine Kinder/meine Familie. Und da ist mir klar geworden, dass ich einerseits dafür kämpfen kann mich und meine Familie finanziell abzusichern. Viel wichtiger erscheint es mir aber langfristig, das aktuelle Finanzsystem zu hinterfragen und zur Kursänderung zu bewegen.

Mir ist bewusst: Trotz meiner finanziellen Verluste gehöre ich noch immer zu den Wohlhabenderen dieser Gesellschaft. Ich habe also (noch) keinen Grund zu Klagen.
Allerdings merke ich, dass ich inzwischen Teil einer Umverteilung bin, die Reiche immer reicher macht. Daher erscheint es mir sinnvoller, meine Kinder zur Bescheidenheit zu erziehen und mich dafür einzusetzen, dass die Schere zwischen Arm und reich nicht noch weiter auseinander geht.

Ihr/Euer V. F. Alle

P.S. Aussitzen war eine bevorzugte Startegie eines ehemalmaligen Spitzenpolitikers, der der DVAG nahe stand bzw. steht. Vom aktuellen Management meines Dienstleisters erwarte ich mir künftig dagegen wieder mehr Einsatzbereitschaft für die Bedürnisse der Kunden.

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2 Gedanken zu „vfalle mag nicht klagen

    Sebastian F. sagte:
    31/05/2014 um 6:22 pm

    Danke für den Beitrag zum Thema Darlehen in Bezug auf Vermögensberater. Wenn die wenigstens ehrlich über das Darlehen gesprochen hätte, wäre die Situation wohl leichter zu bewerkstelligen. Ich hoffe, dass du in Zukunft mehr Glück mit den Darlehen hast.

      vfalle geantwortet:
      01/06/2014 um 9:18 pm

      Ja , danke.
      Ich habe teuer lernen müssen was „Allfinanz“ bei der Deutschen Vermögensberatung bedeutet.
      Die „Vermögensberater“ sind als erste vor Ort und können den Kunden scheinbar alles bieten.
      Wenn sich das als nicht richtig erweist, dann kann der Kunde schauen wo er bleibt. Dann gibt es plötzlich nichts mehr aus einer Hand.

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