Konstrukteur oder Zerstörer?

Gepostet am Aktualisiert am

Lange habe ich mich gefragt ob ich die Missstände, die mir offenbart wurden, öffentlich anprangern soll/kann.
Als Ingenieur sehe ich mehr eher als Konstrukteur, der neues und nutzenbringendes schaffen will.
Dinge zu zerstören ist eigentlich nicht meine Welt.

Mir ist bewusst, welche Sprengkraft meine Erkenntnisse auf ein bisher bestehendes System haben kann, insbesondere wenn ich diese Erkenntnisse öffentlich dokumentiere.

Daher habe ich mich gefragt, ob ich das einfach tun kann. Andererseits hatte ich die Beteiligten, die ich zur Systemänderung auffordere zum Teil mehrfach angeschrieben und auf „Konstruktionsfehler“ in ihrem System hingewiesen.

Im Gegensatz zu wenigen anderen Menschen (siehe FAZ-Bericht von 2005: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/offene-immobilienfonds-schwere-zeiten-fuer-schoenwettermodelle-1293560.html) habe ich den Fehler allerdings erst viel später bemerkt. Umso schlimmer finde ich, dass mein Finanzdienstleister das nach eigenen Angaben (https://vfalle.wordpress.com/2013/07/03/keiner-ist-verantwortlich-der-kunde-wollte-es-ja-so-teil-6/) nicht erkennen konnte.

Eine Podiumsdiskussion mit Führungskräften aus der Industrie brachte mich dagegen kürzlich einen großen Schritt weiter. Ein Geschäftsführer eines Maschinenbauunternehmens sagte dort: „Wir haben unser Modell von 2010 einfach abgelöst und einen Nachfolger auf den Markt gebracht, der völlig anders ist. Da fragen sich natürlich die älteren Mitarbeiter ob sie in der Vergangenheit alles falsch gemacht haben. Deshalb ist es wichtig alle Mitarbeiter zu informieren, warum es jetzt wichtig ist so viel zu verändern und was sie davon haben.“

So passt es durchaus zusammen etwas konsequent zu zerstören (auszumisten), um Platz für neues zu schaffen. Das ist das schöne am Ingenieurberuf.

Übrigens ist „kreative Zerstörung“ kinderleicht. Sie brauchen sich nur einmal Kinder anschauen, die mit Bausteinen spielen. Die bekommen das perfekt hin, um später etwas noch besseres zu bauen. 😉

Bei meinem Finanzdienstleister kann ich dagegen beim besten Willen bis heute keine Veränderung wahrnehmen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Kulturwandel nur dann funktioniert, wenn das Management vorlebt, was es von den Mitarbeitern erwartet. Eine Geschäftsführerin, die ich sehr schätze, vergleich das mit der Kindererziehung: „Sie müssen vorleben was sie erwarten.“ Zwang ausüben helfe dagegen nur bedingt.

Klingt eigentlich ganz leicht. 😉

V. F. Alle

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