Ich habe meinem Vermögensberater verziehen

Gepostet am Aktualisiert am

Im Nachhinein bin ich froh, vorsichtig mit meinem Urteil über meinen Vermögensberater gewesen zu sein. Inzwischen weiß ich, dass auch andere Vermögensberater die Konsequenzen ihrer Verträge und der von ihnen ihren Kunden vermittelten Verträge falsch eingeschätzt hatten.

Im Bezug auf den SEB Immoinvest hatten die Vermögensberater für die Vermittlung Provisionen bekommen. Das ist an sich nicht schlimm. Schlimm ist, dass sie diese Provision nachträglich zurückgeben müssen, wenn der Kunde Verträge wieder kündigt.

Darin liegt das Problem: Selbst wenn der „Berater“erkennt, dass das von ihm vermittelte Produkt doch nicht für den Kunden geeignet war, wird er abwägen, ob er das dem Kunden/der Kundin wirklich mitteilen will.

Dazu kommt, dass DVAG-Gründer Pohl Probleme von Beratern und Kunden gerne als Einzelfälle betrachtet.
Weil die Mitarbeiter in der Regel als Selbstständige für das Unternehmen tätig sind, haften sie auch persönlich. Im Buch „Ich habe Finanzgeschichte geschrieben“ sagt Dr. Reinfried Pohl: „Bei uns wirkt sich Fehlverhalten sofort aus, nach dem Motto: Du musst den Schaden selbst bezahlen.

Nachdem ich nun einige Fälle von Beratern und von Kunden kenne, frage ich mich:
Wie viele Einzelfälle sind nötig, bis diese zum Systemproblem werden?

Sei es drum: Ich hätte meinem Berater gerne persönlich gesagt, dass ich im verziehen habe.
Doch seit Sommer 2012 hatte ich keinen Kontakt mehr zu ihm. Im Internet, steht unter seinem Kontakt inzwischen eine für mich neue Adresse. Unter seiner Telefonnummer bin ich zueltzt nur noch beim zentralen „Büroservice“ der DVAG gelandet. Auch auf meine Genesungswünsche nach seinem krankheitsbedingten Ausfall (mir wurde von seiner Assistentin erzählt, dass er einen Nervenzusammenbruch hatte) und meine Bitte um Rückmeldung hat er nicht reagiert. Vielleicht braucht er ja noch etwas Abstand. Hoffentlich denkt er nicht an Selbstmord, wie es mir ein anderer Vermögensberater von ähnlichen Fällen am Telefon berichtete.

Vielleicht kommt ihm einiges bekannt vor, wenn er auf diesen Blog stößt. Für diesen Fall hier noch einmal meine ganz persönliche Botschaft an meinen Vermögensberater.

H. ich habe Dir verziehen und wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute.

Viele Grüße
V. F. Alle

Nachtrag vom 19.6.:
Ein Freund wies mich darauf hin, dass auch freie Makler persönlich haften. Das ist richtig. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass selbständige Finanzmarkler sich aus eigenem Interesse besser informieren, als Vermögensberater, die sich als Teil einer großen Familie betrachten und sich gut versorgt fühlen. Das habe ich in einem füheren Beirag auch damit gemeint als ich schrieb, dass ein kostenloses iPad mit Verkaufsunterlagen noch längst kein Indikator für eine gute Ausbildung ist.

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