Versicherung / Renten: Politiker sind nicht auf Augenhöhe mit Finanzprofis

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Aus aktuellem Anlass möchte mich kurz zu dem aktuellen Beschluss der Bundesregierung äußern, das Versicherungswesen zu reformieren. Es geht vor allem um Produkte für die private Rentenvorsorge. Die Reform war für die Bundesregierung nötig geworden, um das „Überleben“ der Versicherungsunternehmen zu sichern. Es bleibt zu hoffen, dass der Rettungsversuch gelingt.

Mitten in der Euphorie der Fußballweltmeisterschaft hat die Bundesregierung mal eben beschlossen, dass die Garantiezinsen für Lebensversicherungen deutlich geringer ausfallen als bisher. Gleichzeitig wurde ein Passus aus dem Gesetzentwurf gestrichen, nach dem die Vermittlungsprovisionen offen gelegt werden müssen. Zu Lasten der Gesellschaft werden also erneut Fehler des Systems kaschiert. Manager müssen keine Rechenschaft dafür ablegen, warum ihre Unternehmen nun ums „Überleben“ kämpfen.

Auch nach der Finanzkrise 2008/2009 bleibt das System also intransparent. Das durfte ich voriges Jahr selbst erleben als ich meine Rentenverträge bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) und der Aachen Münchener kündigte.

Doch nicht nur in Sachen Versicherung sind die Deutschen Volksvertreter nicht mehr ausreichend Informiert, auch zu den damit eng verwobenen Banken haben sie deutlichen Informationsbedarf.
Eindrucksvoll hat dies am Mittwoch das ARD-Magazin PlusMinus im Beitrag „Ausgeblutet – Banken vor Gericht“ aufgezeigt: http://www.ardmediathek.de/tv/Plusminus/Ausgeblutet-Banken-vor-Gericht/Das-Erste/Video?documentId=22181202&bcastId=432744
Während die USA inzwischen hart gegen die Finanzbranche vorgeht, seien die Politiker in Deutschland nicht auf Augenhöhe mit der Finanzbranche. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Das ist erschreckend.

Da bleibt nur zu hoffen, dass uns der „Fussballgott“ helfen kann.
Denn das Volk ist wohl gerade mit anderen Dingen beschäftigt.

Viele Grüße,
V.F. Alle

P.S.: Ich habe gelernt damit zu leben, dass es meinen Finanzdienstleistern nicht um mein Wohl geht. Ich habe gelernt damit umzugehen, dass Politiker über Dinge entscheiden, die sie nicht mehr überblicken können.
Was ich nicht akzeptieren kann, ist die Teilnahmslosigkeit mit der unser Volk das hinnimmt. Deswegen verweise ich noch einmal auf meine Petition zum „Kulturwandel in der Finanzbranche“: http://chn.ge/1rwMHWZ

Denn so wie es im Moment aussieht können wir uns bei der Altersvorsorge weder auf unsere Politiker noch auf Versicherungen verlassen.

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