Der Film: Banker – Master of the Universe

Gepostet am Aktualisiert am

Kürzlich habe ich den Film „Der Banker: Master of the Universe“ bei arte gesehen. Er bestätigt einige meiner Thesen aus Bankersicht.
Wie so oft kam der Film nach 23 Uhr und ich habe ihn daher aufgnommen.

Ich habe mal darüber geschrieben, dass ich weiss, dass Banken Simulationscomputer besitzen, mit denen sie Ausfallrisiken berechnen können und, dass Industrieunternehmen sich daran bei der Entwicklung von Lösungen zur vorausschauenden Instandhaltung orientieren.
Der Banker erklärte in dem Film sinngemäß: Dass eine Bank einem Autobauer nichts verkaufen könne, weil der die gleichen Berechnungsmöglichkeiten besitze. Andere Kunden seinen dadurch zwangsweise im Nachteil. Kommunen und kleine Unternehmen (von Privatkunden sprach er nicht) hätten somit immer einen Wissensrückstand gegenüber den Banken.

Der Banker beschreibt sehr gut, wieso Finanzprodukte für manche Kunden sinnvoll waren.

Auch geht der Banker darauf ein, dass es am System liege, dass zumeist einzelne Banker veruteilt werden. Händler bewegten große Summen und könnten somit großen Schaden anrichten. Sie seinen aber keinen Führungskräfte. In den Augen von Ex-Banker Voss sind sie mit „Chef-Schraubern am Band von Daimler“ vergleichbar.

In der arte-Mediathek gibt es leider nur noch einen kurzen Ausschnitt.
Dafür gibt es bei Focus eine gute schriftliche Zusammenfassung (mit Werbung für neue Finanzprodukte):
http://www.focus.de/finanzen/banken/masters-of-the-universe-ex-banker-packt-aus-sie-muessen-bereit-sein-ihr-leben-aufzugeben_id_3927963.html

Was die Beiträge im Umfeld des Beitrags angeht, bleibt die Frage ob die Journalisten annähernd so gut informiert sind, wie Ihre Quellen. Außerdem gilt es journalistische Information von ähnlich gestalteten Anzeigen zu unterscheiden.

Beste Grüße,
V.F. Alle

P.S. In einem früheren Beitrag hatte ich geschrieben „Wer das Geld hat, hat die Macht“. Künftig muss es wohl genauer heißen „Wer die Rechenleistung hat, hat die Macht“. Da gibt es längst Unternehmen, die inzwischen noch viel genauer über den Mensch als Konsumenten bescheid wissen als Banken. Sehr gut zeigt dies der ARD-Beitrag „Zugriff Wenn das Netz zum Gegner wird.“ und das Interview „Irgendjemand zahlt immer“ mit Jaron Lanier im Spiegel 27/2014.
Die US-Justitz ermittelt inzwischen immer öfter gegen ausländische Banken, die gegen US-Sanktionen verstoßen haben sollen. Wie im Fall der Commerzbank (Medienberichte vom 8.7.2014) geht es dabei um dreistellige Millionen-$-Strafen. Da liegt die Frage nahe, woher die US-Justiz die sensiben Informationen bekommt.

Nachtrag vom 11.10.2014:
Gestern hat das Handelsblatt getitelt „FLASH BOYS – Wie die Blitzkrieger der Börsen die Märkte manipulieren“. In der mehrseitigen Titelgeschichte werden Bankenchefs und Politiker zitiert. Dort heißt es u.a.: „Wenn die Programmierung im schnellen Computerhandel abgeschlossen ist, spielt Ethik keine Rolle mehr“, oder von IWF-Chefin Legarde: „Das Problem ist: Wir wissen zu wenig darüber. Es ist ziemlich undurchsichtig.“ Die Währungshüter haben scheinbar also auch keine Lösung dafür und die Zocker dürfen erst einmal weitermachen.

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