Die DVAG begleitet mich im Urlaub

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Die Überschrift stimmt diesmal nur indirekt. Von meinem Dienstleister, der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), hat sich schon lange niemand mehr bei mir gemeldet.

Allerdings hatte ich in meinem diesjährigen Urlaub viel mit den Auswirkungen des für mich gescheiterten DVAG-Vermögensplans zu tun. Weil ich Kapitalertragssteuer für Geld zahle, dass ich nicht zum Abbezahlen meines Hauses verwenden kann, hatte ich freundlich bei der Deutschen Bank nachgefragt, bei der ein Teil meines „Vermögens“ im DWS Immoflex steckt. Alle darin befindlichen Immobilienfonds befinden sich inzwischen in der Abwicklung, niemand kann genau sagen, wie viel Geld wann ausgeschüttet wird. Ähnlich verhält es sich ja auch mit dem SEB Immoinvest, der mir ebenfalls von meinem DVAG-Berater vermittelt wurde. Fazit: Die Bank antwortete mir, dass ich mich dazu an einen Steuerberater wenden müsse.

Ebenso hatte ich beim Finanzamt nachgefragt, wie ich meine Verluste aus den Verkäufen der Rentenversicherungen (aus dem DVAG-Vermögensplan) mit den für mich fiktiven Kapitalerträgen verrechnen kann. Auch hier bekam ich die Antwort, dass ich das über einen Steuerberater machen müsse.

Also habe ich die ersten eineinhalb Wochen meines Urlaubs mit den Finanzunterlagen und dem Finanzberater verbracht. Letzterer wies mich darauf hin, dass das zeitaufwändig wird und mit entsprechenden Kosten verbunden ist. Er könne zudem nicht sagen, was dabei für mich raus kommt.

Zwischenzeitlich gab es da noch die Fußball-Weltmeisterschaft. Begleitet wurde das von meinem Dienstleister mit Beiträgen im DVAG Team Blog. Deutschland wurde Weltmeister. Manche sagen „Wir“ wurden Weltmeister. Da ist jeder gerne Teil des Teams. Ich bin für meinen Dienstleister allerdings scheinbar nicht mehr Teil des Teams. So kann man sich irren. Ob mein Berater noch dazu gehört, entzieht sich meiner Kenntnis.

In der Zeit der Fußball-WM hat die Bundesregierung mal eben ein Gesetzt verabschiedet, welches die Position der Lebensversicherer stärkt und die ihrer Kunden schwächt. Es gab keine nennenswerte Aufregung in der Bevölkerung. Ohnehin sind die Auswirkungen dieser Entscheidung für die meisten Kunden noch weit weg. Zum Glück habe ich die Verträge beim DVAG-Partner Aachen Münchener bereits gekündigt. Denn die Verluste die ich gegenüber den optimistischen Prognosen meiner Dienstleister in fünf Jahren unserer Geschäftsbeziehung bereits gemacht hatte, reichen mir aus.

So ein Zufall, dass der Pfarrer in der Kirche die ich vorigen Sonntag besuchte, in seiner Predigt über „Panem et circenses“ (Brot und Spiele) sprach. Mit dem Ausspruch kritisiert der römische Dichter, dass das Volk seine Macht an Feldherren abgegeben habe und nun ängstlich und entpolitisiert sei. Geschichte wiederholt sich scheinbar im Laufe der Jahrhunderte.

Immerhin waren meine Frau und ich dann in meiner Urlaubszeit auch noch vier Tage unterwegs und haben in einem Zelt übernachtet. Unsere Kinder waren bei Oma und Opa.

Nach vielen Jahren, in denen wir im Sommerlaub als Familie mindestens zwei Wochen zusammen unterwegs waren, war das für mich eine merkwürdige Erfahrung. Ich musste erkennen: Urlaubsreisen sind ein Privileg!

Welches Privileg meine Familie bisher genoss wurde mir zufällig durch das Wort zum Sonntag bewusst, dass vorigen Samstag bei meiner Mutter im ARD-Fernsehen lief. Der Pfarrer machte sich in dem Beitrag Gedanken darüber, was die Frage „Und, wohin fährst Du in den Ferien?“ in seinem Umfeld ausgelöst hat. Er kommt zu dem Ergebnis, dass ein Umdenken nötig ist und Verreisen für viele Bürger längst nicht mehr zur Realität gehört.

Nachdem ich also mit der mir von der DVAG vermittelten Geldanlage laut dem DVAG-Chefvolkswirt „voll im Trend der Anlegerpräferenzen“* gelegen hatte, liege ich inzwischen scheinbar auch beim Sommerurlaubsverhalten inzwischen „im Trend“. Für mich ist das eine neue Perspektive. Wenn man sich sagt, dass es vielen Menschen so geht, dann ist das auch gut zu ertragen.

Damit niemand auf die Idee kommt, dass ich nicht mehr Teil des DVAG-Teams bin, weil ich ich nicht fleißig genug bin, möchte ich gerne auch weiter fleißig meine Perspektive unserer Geschäftsbeziehung dokumentieren.

Entspannte Grüße,
V. F. Alle

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