Die Nicht-Information

Gepostet am Aktualisiert am

Im Nachhinnein muss ich feststellen, dass ich viele Informationen hatte und dafür an andere Informationen nur schwer dran kam.

Genau das ist das Problem in unserer „Informationsgesellschaft“. Wir haben mehr Informationen als je zu vor. Viele davon stehen uns mehrfach (redundant) aus mehren Quellen zur Verfügung. Die ständige Wiederholung schafft Vertrauen. Sie funktioniert wie ein Mantra.

Nach wie vor gibt es aber auch Informationen, die nicht so klar und deutlich kommuniziert werden.
Haben Sie schon einmal versucht herauszufinden, was z.B. Google mit den übernommenen Roboterherstellern plant? Dazu schweigt sich das Unternehmen aus.

Genau in dieser Nicht-Information liegt das große Problem der Informationsgesellschaft. Wir haben scheinbar Informationen im Überfluss. Da fällt es kaum auf, wenn uns wichtige Informationen vorenthalten oder als Beiwerk mitgeliefert werden.

Und genau das war auch mein Problem. Die umfangreichen Fachformulierungen aus den Verträgen und Verkaufsprospekten hatte ich nicht richtig verstanden. Weil es mein Ziel war meine Schulden bei meinen Dienstleistern sicher tilgen zu können, glaubte ich in der Hinsicht meinem Berater Vertrauen zu können/müssen. Die Informationen die ich erhielt waren nachprüfbar richtig.

Doch im nachhinein muss ich feststellen, dass mir wichtige Informationen fehlten und mein Dienstleister mich nur soviel mit den Risiken „belastete“ wie gerade nötig. Auch aus anderen Quellen (Medien) bekam ich damals keine wahrnehmbaren Warnsignale.

Das hat einen einfachen Grund, den ich als Journalist selbst immer häufiger erlebe. Journalisten werden mit noch viel mehr mit Informationen zugeschüttet als der Normalbürger. Die größere Herausforderung des Journalismus ist dabei nicht die Konkurrenz mit Bloggern. Die größte Herausforderung ist es, nützliche von unwichtigen Informationen zu trennen. Das beansprucht inzwischen mehr Zeit als das Zusammenfassen neuer Erkenntnisse.

Blogger haben da den Vorteil, dass sie noch weitgehend in Ruhe gelassen werden von kommerziellen Informanten. In manchen Blogs gibt es aber bereits Hinweise auf die Anfragen durch professionelle Kommunikatoren.

Mein Fazit: Wichtiger als die Informationen, die ich massenhaft bekomme, sind die Informationen an die ich nur schwer dran komme.

Nach den Gesetzen der Marktwirtschaft kann für etwas selteneres ein höherer Preis verlangt werden als für etwas massenhaft verfügbareres. Das Problem: Die Arbeit von Journalisten wird dadurch zunächst wieder aufwändiger und damit insgesamt teurer.

V. F. Alle

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