Innovative Geschäftsmodelle: Was Taxi App und Finanzvertrieb gemeinsam haben

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Warum bleibt der Taxi-App Anbieter Uber trotz einer Unterlassungsverfügung des Landgerichts Frankfurt so gelassen?

Ganz einfach: Weil die Strukturen ähnlich sind, wie im Finanzvertrieb.

Die Dachmarke stellt eine Plattform zur Verfügung und übernimmt die Werbung. Mit einem attraktiven Versprechen (kostengünstige Taxifahrten) werden Kunden gelockt. Ebenso werden mit attraktiven Verdienstmöglichkeiten Mitarbeiter gelockt.

Im Gegensatz zu anderen Unternehmen sind die Mitarbeiter allerdings keine Angestellten des Unternehmens, sondern agieren formal selbständig.
Im Fall des Taxi-App-Anbieters Uber bedeutet das, dass die Fahrer auf eigenes Risiko unterwegs sind. Uber kann sich also darauf berufen, nur die Plattform zur Verfügung gestellt zu haben. Anbieter des Dienstes sind ja die Fahrer selbst.

Die traditionellen Taxi-Unternehmen müssten also nicht Uber, sondern jedem einzelnen Fahrer ein Fehlverhalten nachweisen.
Das macht das Ganze aufwendig. Gelingt das, dann hat allerdings zunächst der Fahrer das Problem und nicht Uber. Ob sich die Fahrer vorher überlegt haben, wie die Kfz-Haftpflicht reagiert, wenn ein Fahrgast bei einer gewerblichen Fahrt verletzt wird? Für Uber ist das alles kein Problem, solange immer wieder neue Fahrer nachrücken.

Das Hauptrisiko liegt also im Fall des Taxi-Konkurrenten, genauso wie beim Strukturvertrieb bei den Mitarbeitern an der Basis und nicht beim Management der Dachmarke.

Allerdings nutzen Unternehmen wie Uber die Bedürfnisse der Kunden geschickt aus, indem sie sagen, dass sich Gerichte nicht über den Kundenwunsch nach günstigeren Angeboten hinwegsetzen sollten. Das baut Druck auf.

Langfristig führen solche Systeme allerdings dazu, dass bisher bestehende Berufe und Qualifikationen nicht mehr entsprechend honoriert werden. Wenn es der Kunde wünscht, dann wird er das günstigere Angebot bekommen!

Das bedeutet unter anderem, dass klassische Jobs abgebaut werden müssen, weil Kunden andere Bedürfnisse haben. Das betrifft nicht nur die Finanz- und Taxibranche. Das funktioniert auch in anderen Branchen.

Das bedeutet auch, dass der Kunde viele Leistungen nicht mehr bekommt, wenn satt dem professionellen Taxifahrer oder Bankkaufmann dann ein anderer diesen Job zu günstigeren Konditionen übernimmt. Oft vermisst er diese, nicht direkt. Bei einer juristischen Auseinandersetzung kann das aber schnell der Fall sein, wenn es schwerer wird einen Schaden reguliert zu bekommen. Denn auch für Juristen ist dieser Bereich Neuland.

Ein Innovatives Geschäftsmodell hatte seinerzeit auch die Bank Lehmann Brothers. Was das für Kunden und Firmenchefs im Bezug auf die Lehman-Brother-Pleite bedeutete, hat z.B. Spiegel Online aktuell zusammengefasst. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lehman-brothers-was-wurde-nach-finanzkrise-dick-fuld-a-990721.html

Das passiert, wenn Kunden, Geschäftspartner und Gerichte die Tragweiten „innovativer“ Geschäftsmodelle micht mehr überblicken können.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Nachtrag:
Für Uber und die deutschen Taxi-Anbieter gäbe es aber durchaus eine Lösung. Eine Kooperation könnte beiden helfen. Der App-Dienst bietet Taxi-Kunden einen Mehrwert bei der Taxibestellung. Die professionellen Taxidienste böten sowohl Uber als auch den Kunden Rechtssicherheit. Auch für Taxidienste ist das ein Vorteil weil potenzielle Kunden dann nicht erstmal einen lokalen Taxidienst suchen müssten, wenn sie unterwegs sind. Das wäre ein Gewinn für alle Beteiligten, auch wenn der Gewinn für die Einzelnen geringer ausfällt, als im bisherigen Modell.

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Ein Gedanke zu „Innovative Geschäftsmodelle: Was Taxi App und Finanzvertrieb gemeinsam haben

    Alfred Kiel sagte:
    14/09/2014 um 11:38 am

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Der Managementbegriff ist sehr vielfältig. Als Oberbegriff bezeichnet dieser die Funktion der Unternehmensleitung. Aus diesem Grund ist hierfür oftmals auch der Begriff der Unternehmenssteuerung anzutreffen. Auf der anderen Seite kann die Unternehmensführung in einzelne Teilbereiche untergliedert werden. Hier gibt es eine ganze Reihe von möglichen Untergliederungen. Die Managementbereiche sind von der Größe sowie der Organisation eines Unternehmens abhängig, wobei sich die Organisation bereits aus dem Bereich des Organisationsmanagements / Unternehmensführung ergibt. Eine gezielte Einteilung und Steuerung der Managementbereiche ist maßgeblich für den Erfolg einer Unternehmung. Das Managementverständnis stellt den Grundbaustein einer erfolgreichen Unternehmenszukunft, dar.

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