Monat: Oktober 2014

Riester & Co.: Zeitungen bieten Versicherungsbranche Paroli

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Na bitte, klassische Medien können durchaus kritisch sein.

Ein Journalist der für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) schreibt, wurde von einem Kollegen vom Handelsblatt gerügt. Das hatte offensichtlich Folgen. Siehe: http://www.procontra-online.de/artikel/date/2014/10/pr-schlappe-fuer-den-gdv/
Bereits im August hatten sich die GDV und das Institut für Transparenz (ITA) mit dem Handelsblatt gestritten. Siehe: http://www.dasinvestment.com/investments/versicherungen/news/datum/2014/08/11/gdv-und-ita-weisen-handelsblatt-zurecht/
Bisher konnte ich keinen Hinweis auf eine Gegendarstellung finden.

Ohnehin scheint es sinnvoll, dass sich die klassischen Finanzmedien gegen die Eigeninitiativen der Versicherungs- und Finanzbranche zu Wehr setzen. Es geht schließlich um ihre journalistische Zukunft.

Siehe auch: http://www.procontra-online.de/artikel/date/2014/08/der-gdv-macht-presse/

V. F. Alle sagt: Bitte macht weiter so Kollegen!
Wenn die potenziellen Werbekunden künftig lieber ihre eigenen Produkte gestalten, dann ist das Eure Chance Euch stärker um die Leserbedürfnisse zu kümmern. Das könnet wieder Zukunftsperspektive sein.

Herzliche Grüße,
V. F. Alle

Weitere kritische Medienberichte:
– Am 8.10.14 berichtete die Welt am Sonntag im Beitrag „Schlecht vertreten“ über Methoden im Versicherungsvertrieb.
– Ende September berichteten das Handelsblatt und der Versicherungsbote über die „Supersause in Valetta“
– Ende August schrieb die Süddeutsche Zeitung im Beitrag „Versicherer drängen in die Zeitungsbranche“ über die Eigeninitiative der Versicherer (GDV), Zeitungen mit eigenen Inhalten künftig besser beliefern zu wollen.


Nachtrag vom 2.11. 2014:

Ein Finanzprofi, der mich lieber direkt kontaktiert, verwies mich noch auf weitere kritische Entwicklungen im Bereich Versicherungen.
1. Es gibt Ungereimtheiten beim Hinweis- und Informationssystem der Deutschen Versicherungswirtschaft (HIS) von der GDV. Siehe: http://www.helberg.info/blog/2014/10/stehen-sie-auch-rechtswidrig-auf-der-schwarzen-liste-his/
2. Es gibt zudem Diskussionen über Methoden im Versicherungsvertrieb. Siehe: http://www.portfolio-international.de/no_cache/newsdetails/article/neue-ungereimtheiten-im-vertrieb-i.html
und
3. Finanzinvestoren steigen in das Versicherungsgeschäft ein. Siehe: http://www.asscompact.de/nachrichten/schweizer-bvi-ag-%C3%BCbernimmt-die-berliner-versicherung?from=2014-10-27%2008%3A15&to=2014-10-28%2006%3A30&pid=284260

Soll das verbraucherfreundlich sein?
Positive Signale sehe ich dagegen im Moment im Journalismus.

Mit den Krautreportern gibt es ein neues Format und es wird intensiv über die Zukunft des Journalismus gesprochen. Einen schönen Beitrag dazu gab es in der „Zeit“ (http://www.zeit.de/kultur/2014-10/krautreporter-journalismus-christoph-neuberger). Das interessante daran: Am Ende haben auch die „alten“ Strukturen im Journalismus noch ihre guten Seiten. Wir müssen also wohl nicht alles neu konzipieren.

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Kohl nennt Blüm Verräter – die Spendenaffäre

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Heute sollen die „Erinnerungen“ von Altbundeskanzler Kohl als Buch veröffentlicht werden. Darin kritisiert er auch den ehemaligen Arbeitsminister Norbert Blüm.
Blüm hatte während der CDU-Spendenaffäre eine andere Meinung als Kohl.

Nach meinen Recherchen und nach Norbert Blüms Auftritt in der Satire-Sendung „Anstalt“ könnte es auch anders sein als es Helmut Kohl sieht. Hintergrund: Die CDU bekam erhebliche Spenden von seinem Freund Reinfried Pohl und aus dem Umfeld der Vermögensberatung. Das Ergebnis ist in meinem Blog nachzulesen. Danach hätte eher der Altkanzler seine Bürger „verraten“ als Blüm.

Aber das ist wohl eine Frage der Perspektive.

Herzliche Grüße,
V. F. Alle

Nachtrag: Nur wenn die Beteiligten bereit sind offen über die Verbindungen und ihre Konsequenzen zu sprechen, lassen sich daraus Lehren für künftige Generationen gewinnen.

Nachtrag vom 17.10.2014: Auch die Medienwelt beschäftigt sich mit den „Verrätern“ im Fall Kohl. Interessant ist dazu die Zusammenfassung von Spiegel-Online-Redakteur Jan Fleischhauer mit dem Titel „Verräter – überall nur Verräter“ (siehe: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/helmut-kohl-jan-fleischhauer-zu-den-enthuellungen-kolumne-a-997078.html). Bevor die Kommentarfunktion abgestellt wurde, konnte ich noch einen Kommentar absenden. Nun bin ich gespannt ob dieser noch erscheint. Ich habe auf jeden Fall noch eine Kopie davon.