Monat: Dezember 2014

Jahresrückblick 2014: Empfehlungsmarketing und ein Dauerbrenner

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Ein ereignisreiches Jahr geht für mich zu Ende. Deshalb möchte ich hier noch schnell ein paar Highlights aus dem Blog zusammenfassen.

Es ist mir bewußt, dass mein Blog einige Kapitalismuskritik enthält, obwohl ich mich eigentlich eher als liberal betrachte. Aber dazu am Ende des Beitrages mehr.

Im April wurde im WDR-Fernsehen über einen Teilaspekt meines Falles berichtet. Die DVAG wollte sich auf Nachfrage des Senders nicht äußern. Das Unternehmen rechne mit einer juristischen Auseinandersetzung, wurde dem Sender mitgeteilt.
Ich bin allerdings Journalist und kein Jurist. Ergo (Daher) habe viel mehr Interesse an einer journalistischen Aufbereitung meines Falles als an einer anonymen juristischen Auseinandersetzung. Das hat mein Dienstleister bis heute nicht verstanden.

Inzwischen überrascht es mich nicht mehr, dass mein Blog mehr von Finanz- und Versicherungsmaklern gelesen wird als von anderen Kunden.
Der beliebteste Beitrag 2014 war erneut „Meinem Berater geht es wohl schlechter als mir“ – mein achter Blogbeitrag von insgesamt über hundert, den ich im Sommer 2013 geschrieben hatte.

Ich vermute, dass sich die meisten Kunden durch die regelmäßigen Besuche ihrer Berater gut betreut fühlen und daher kaum Grund zur Sorge haben. So ging es mir ja auch, bis mein Vermögensplan scheiterte und mein Berater nicht mehr für mich erreichbar war. Bis heute weiß ich nicht, was aus ihm geworden ist.

Überrascht wurde ich von der Resonanz auf meinen Beitrag „Empfehlungsmarketing wirkt auf allen Ebenen“. Von bisher maximal 130 Aufrufen an einem Tag stieg die Zahl auf fast 1000 Aufrufe an einem Tag.
Nach dem Dauerbrenner-Artikel über meinen Berater und dem Beitrag „Riester und keine Ruhe“ erreicht der Beitrag damit Platz 3 in meiner Jahresbestenliste. Großes Interesse gab es auch an kritischen Kommentaren zur Aida-Kreuzfahrt des Finanzdienstleisters.

Im Juni 2014 starb Prof. Dr. Reinfried Pohl. Meine Fragen an ihn, z.B. wie für ihn „gesellschaftliche Verantwortung“ und „Menschlichkeit“ aussehen, wenn gleichzeitig Kunden seines Unternehmens Probleme durch den von der DVAG vermittelten SEB Immoinvest bekommen, wird er somit nicht mehr selbst beantworten können. Mein primäres Ziel war es schließlich, mein Hausdarlehen schnell abzubezahlen.

Unter dem Stichwort "Gesellschaftliche Verantwortung" wirbt die DVAG auf ihrer Homepage bis heute damit, Hilfesuchende zu unterstützen. Bei mir war allerdings mit Beratung aus einer Hand Schluss, als mein DVAG-Vermögensplan scheiterte. Seitdem habe ich mit den DVAG-Partnern selbst verhandelt und bin damit nicht der Einzige.
Unter dem Stichwort „Gesellschaftliche Verantwortung“ wirbt die DVAG bis heute damit, Hilfesuchende zu unterstützen. Bei mir war allerdings mit Beratung aus einer Hand Schluss, als mein DVAG-Vermögensplan scheiterte und mein Berater erkrankte. Seitdem habe ich mit den DVAG-Partnern selbst verhandelt und bin damit nicht der Einzige.

Dennoch sehe ich das Geld, welches ich an die DVAG für diesen „Dienst“ /diese „Leistung“ gezahlt habe inzwischen positiv als Lehrgeld.

Ich habe gelernt, dass die Abwesenheit sichtbarer Gefahren nicht unbedingt mit Sicherheit gleich zusetzen ist.
Mir ist nun klar, wie es die DVAG in der Zeit nach der Finanzkrise geschafft hat, sich der Kontrolle der BaFin zu entziehen und, dass das selbst hochrangigen Politikern nicht bewußt war.
Ich habe gelernt, dass Menschen immer auch mit dem Unwarscheinlichen rechnen müssen – dem „schwarzen Schwan“, wie Ex-Börsenhändler Nassim Nicholas Taleb es nennt. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Finanzprofis schneller mitbekommen, wenn sich Dinge an den Kapitalmärkten verändern, als die einfachen Kunden. Deshalb „gewinnt immer die Bank“.

Ich blicke daher positiv ins neue Jahr
und wünsche meinen Lesern/Leserinnen einen guten Start ins neue Jahr

V. F. Alle

Ach ja:
Politisch betrachtet zähle ich mich weiterhin zur Mitte. Gleichzeitig finde ich es inzwischen schlimm, wenn die politische Meinungsvielfalt eingeschränkt wird. Damit meine ich die Tatsache, dass es z.B. durch die große Koalition derzeit keine schlagkräftige Oposition mehr gibt. Eine starke Oposition bringt zwar Konfliktpotenzial mit sich, die Kompromisse die auf diese Weise erzielt werden scheinen mir inzwischen aber akzeptabler zu sein, als Kompromisse, über die zwei Regierungsparteien quasi alleine entscheiden können.

Kurz vermerkt: Ökonom warnt vor Zusammenbruch der Rentenkassen

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Mehrere Medien berichteten am 2. Weihnachtsfeiertag darüber, dass der Ökonom Hans-Werner Sinn vor dem „Zusammenbruch der Rentenkassen“ warnt.
Gegenüber Focus Online sagte Sinn z.B.: „Rentner werden mit Abstrichen Leben müssen und die jungen Leute werden ächzen unter der wachsenden Rentenlast.“

Zwar bin ich kein Ökonom, dennoch kommen mir einige seiner Gedanken bekannt vor. Im Beitrag „Denk ich an Rente in der Nacht…“ hatte ich diese zusammengefasst.

Denk ich an Deutschland in der Nacht ..., ... dann trinke ich schnell einen Beruhigungstee.   ;-)
Denk ich an Deutschland in der Nacht …, … dann trinke ich schnell einen Beruhigungstee. 😉

Sinn sagte u.a. gegenüber Focus: „Wer gerade mitten im Arbeitsleben steht, für den sieht es mit der staatlichen Rente schwierig aus, aber wegen der Niedrigzinsen ist er mit der privaten Vorsorge kaum besser dran.“

Einer meiner Leser schickte mir bezüglich der privaten Altersvorsorge vor einiger Zeit folgenden Link http://www.finanzen.net/nachricht/private-finanzen/Reduzierter-Garantiezins-Lebensversicherung-Noch-schnell-abschliessen-4068315 und wies mich auf die Tabelle am Ende des Beitrages hin. Sie zeigt, wie sich die die Zinsen für Lebensversicherungen entwickelt haben.
Nachdem ich inzwischen weiß, was sich meine Dienstleister für meine Riester-Rente an Provisionen und Gebühren einbehalten haben, wird mir klar, warum solche Versicherungen für Neukunden kaum attraktiv sind.

Auch der Ökonom sieht die Strategien der Banken und Versicherungen kritisch, da diese ihr Geld „allzu häufig in Staatspapieren anlegen.“ Laut Sinn sei es besser das Geld zu sparen und in eine eigene Wohnung oder einen Altenheimplatz zu investieren.

Für mich ist dieser Plan leider schief gegangen, weil ich meinem Finanzdienstleister zu sehr vertraute. Auch ich wollte mit einer Erbschaft vorrangig mein Eigenheim abbezahlen. Diesen Blog schreibe ich seitdem, um andere Menschen vor ähnlichen Fehlern zu bewahren.

Sowohl Bild-Online als auch Focus-Online Titeln zu den Sinn-Aussagen damit, dass wir mehr Zuwanderer/Migranten brauchen, um die Renten künftig noch zu sichern.
Migration wird damit positiv belegt. Das finde ich bei den aktuellen Pegida-Protesten auch gut und wichtig.

Was mir dagegen fehlt, sind Analysen, warum die Bundesregierung Versicherer schützt, indem sie Gesetzesänderungen verabschiedet, die zu Ungunsten der Versicherten ausfallen, siehe z.B. den Beitrag „Doping fürs Eigenkapital“ http://www.portfolio-international.de/newsdetails/article/doping-fuers-eigenkapital.html . Da geht es nicht um das Kapital der Kunden, sondern das Kapital der Versicherer.
Ein anderes Beispiel zeigt der Beitrag „Das politische Netzwerk des Finanzvertriebs…“ http://pamanager.blogspot.de/2010/12/grospender-groveranstaltungen-und-das.html . Damals, im Jahr 2010, wurden die Weichen dafür gestellt, dass der Finanzvertrieb nicht mehr von der Bankenaufsicht, sondern von den Industrie- und Handelskammern überwacht wird. Heute, wenige Jahre nach der Finanzkrise, hat der Finanzvertrieb damit eine Sonderstellung im „überwachten“ Finanzsystem.

Liegt darin vielleicht der Grund, warum die Banken und Versicherungen sich damit „bedanken“, dass sie Staatsanaleihen kaufen?

Das paradoxe an dem System ist, dass am Ende die Steuerzahler dafür aufkommen, wenn etwas schief läuft. Die einfachen Sparer in diesem System sind also so oder so auf der Verliererseite.

Solange an dem aktuellen System zur Altersvorsorge nichts geändert wird, können auch Migranten die Renten vermutlich nicht retten. Bestenfalls, werden dann die Risiken des aktuellen Systems dann auf die Migranten übertragen.

Eine echte Lösung wäre mir lieber als eine weitere Verlagerung des Rentenproblems.

Menschen wie Papst Franziskus haben es erkannt, dass es „unfassbar“ ist, wenn in Griechenland „die Politik zuvorderst Banken und nicht Menschen retten wolle“ (Spiegel-Online vom 24.12.2014).

Umgekehrt und auf die ganze Welt übertragen ergibt sich daraus ein klarer Appell an die Eliten der Weltwirtschaft:

Rettet die Menschen und nicht die Banken.

Die Einen können ohne die Anderen leben, aber nicht umgekehrt.

Bitte liebe Politiker, Ökonomen und Wirtschaftsweisen denkt einmal darüber nach.

Viele Grüße,
V.F. Alle

Nachtrag vom 30.12.14:
Aktuelle Tricks der Versicherer „heilen“ Fehler die eine Rückabwicklung erlaubten
Wie mir ein Leser gerade mitteilte verschicken derzeit einige Lebensversicherer „eine fehlerfreie und drucktechnisch hervorgehobene Widerrufsbelehrung“ zu bisherigen Lebensversicherungs erträgen. Hintergrund: Ein EuGH-Urteil das die Rückabwicklung von Lebensversicherungen zulässt, weil bisherige Verträge Fehler beinhalteten, mit denen Kunden aus den Verträgen heraus kommen können. Damit wird die bei Vertragsabschluss fehlerhafte Belehrung hinfällig. Mit der Übersendung der Belehrung haben Kunden dann noch 14 Tage Zeit, gegebenenfalls vom Vertrag zurückzutreten, bevor das Recht zur Rückabwicklung erlischt. Für Kunden können dabei tausende Euro verlohren gehen.
Weil Kunden das nicht wissen und weil ihre Berater auch ein Recht auf Urlaub Urlaub, ist für Versicherer jetzt eine gute Zeit dafür. So manch ein ehrlicher Berater könnte sicher ein Lied von ähnlichen Aktionen singen.

Ähnliches hatte die Santander Bank auch mit mir bezüglich des SEB Immoinvest versucht, als mir nach langen Verhandlungen ein kostenloses Darlehen zur Überbrückung angeboten wurde, weil das Geld aus dem Fonds wegen seiner Abwicklung nicht mehr zur Tilgung meines bei der gleichen Bank laufenden Hausdarlehens zur Verfügung stand. Mit dem Vertrag hätte ich unterschreiben müssen, dass ich die Risiken der Abwicklung des Fonds alleine trage. Daher habe ich auf das kostenlose Darlehen verzichet.

Kurz vermerkt: Schumis treue Werbepartner

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Laut Bildzeitung sind Michael Schumacher auch ein Jahr nach seinem schweren Unfall fast alle Sponsoren treu geblieben. Wie Bild-Online am 26.12.2014 berichtete, machte Robert Peil, Geschäftsführer von Schumacher-Sponsor DVAG, deutlich: „Es ist für uns selbstverständlich, dass man auch in schlechten Zeiten zusammensteht.“

Das klingt gut, ist aber nicht zwangsweise auch auf das Verhältnis der Unternehmensführung zu seinen Mitarbeitern und Kunden zu übertragen.

In dem Bild-Beitrag werden zudem weitere Sponsoren angeführt deren Namen im Gegensatz zur DVAG aber nicht genannt werden.

Das mag an alten Verbindungen liegen. Die DVAG organisierte vor dem Unfall mehrere Veranstaltungen mit dem mehrfachen Formel-Eins-Weltmeister. Unter dem Motto „Ein Abend mit der Nummer Eins“ waren auch regelmäßig Leser der Bild-Zeitung dazu eingeladen ihr Idol live zu erleben.
Zur letzten Bundestagswahl warb die DVAG zudem in der Bild-Sonderausgabe mit einer ganzseitigen Anzeige. Es gibt also wirtschaftliche Interessen, die die „Partner“ DVAG, Michael Schumacher und das Medium Bild verbinden.

Als DVAG-Kunde betrachte ich mich ebenfalls als (Geschäfts-)Partner des Unternehmens, welches „Vermögensaufbau für jeden“ verspricht. Nur mochte sich das DVAG-Management bisher nicht näher damit beschäftigen, warum der für mich ausgearbeitete Vermögensplan scheiterte und mein Berater einen Nervenzusammenbruch erlitt.
Über das Kanzleramt bis zum Finanzministerium habe ich mich bisher durchgefragt, aber bekam nur die Antwort, dass Gerichte darüber entscheiden müssen.

Partnerschaftlicher Umgang sieht für mich anders aus. Aber vielleicht sind DVAG-Kunden ja auch nur Partner 2. Klasse?

Ich verzichte daher weiter auf eine Klage und warte auf Reaktionen vom DVAG-Management.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Nachtrag vom 29.12.14:
Auch Focus-Online berichtete am 26.12.14 über Schumacher und seine Werbeparner. Interessant ist dabei folgender Satz über dir Rolle die Schumacher dabei übernahm: „Er warb für seine Partner oft nach innen – Motivation für Mitarbeiter, Anreiz für Kunden.“
Leider gibt es da einen Unterschied ob der Kunde zeitweise bereit ist für ein Mineralwasser mehr zu bezahlen als für ein anderes oder ob er sich langfristig an eine Lebens- bzw. Rentenversicherung bindet.
Herrn Schumacher und seiner Managerin hätte ich das gerne persönlich gesagt. Ich wünsche ihm weiterhin gute Besserung und seiner Familie gute Nerven sowie echte Freunde.

Noch mehr arme Brüder . . . und über die Profiteure spricht niemand

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Nach dubiosen Finanzgeschäften droht nun laut einem Spiegel-Bericht  (vom 19.12.14) dem Franziskaner-Orden die Pleite. Anfang 2014 hatte bereits der Düsseldorfer Orden “Armen Brüder des Heiligen Franziskus” Probleme mit einer Kapitalanlage, die laut Bild-Zeitung von einem hochrangigen Politiker empfohlen wurde. Der Name des Politikers wurde später in der Onlinefassung aus dem Bericht entfernt.

Üblicherweise gibt es auch diesmal wieder Spott für die „scheinheiligen“ Kirchenvertreter. Das Fehlverhalten einzelner Personen wird dabei genutzt, um die Werte des gesamten Ordens in Zweifel zu ziehen.

Wer so denkt, der sollte sich überlegen, wem solche Reaktionen nutzen. Denn ein paar FInanzprofis haben mit den Franziskanern sicher ein gutes Geschäft gemacht und den einfachen Mönchen – denen die für die Werte des Ordens stehen- fehlt nun Geld für ihren sozialen Einsatz.

Dafür spenden Finanzprofis gerne öffentlichkeitswirksam Gelder und werden dann, wenn alles „gut“ läuft, auch noch für ihre sozialen Verdienste von Politikern ausgezeichnet.

Wenn die vielen kleinen Dienste der bescheiden lebenden Mönche nicht mehr erkannt und anerkannt werden, dann hat unsere Gesellschaft wirklich ein Problem.

Ich wünsche ein besinnliches Weihnachtsfest

V. F. Alle

Denk ich an Rente in der Nacht . . .

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Eigentlich dachte ich, dass sich meine Generation (die jetzt in der Mitte ihres Arbeitslebens steht) noch keine Gedanken über ihre Rente machen muss. Bis zum Eintritt in das Rentenalter sind es schließlich 15 bis 30 Jahre. Mit den zusätzlichen privaten Versicherungsprodukten, die mir vor ein paar Jahren mein Vermögensberater vermittelt hatte, dachte ich alles getan zu haben, was ich in der jetzigen Lebensphase tun konnte. Wenn ich allerdings die Nachrichten dieser Woche Revue passieren lasse, dann gibt es wohl doch schon Handlungsbedarf.

Altersvorsorge: Wie sicher sind die gesetzlichen und privaten Versicherungen zur Altersvorsorge?
Altersvorsorge: Wie sicher sind die gesetzlichen und privaten Versicherungen zur Altersvorsorge?

Am Dienstag (2. Dezember 2014) berichtete Spiegel-Online anlässlich des 125-jährigen Bestehens der gesetzlichen Rentenversicherung über Zweifel an der Sicherheit dieser Versicherung.

Bei der privaten Altersvorsorge sieht es kaum besser aus.

Vorigen Sonntag hatte das Handelsblatt Online unter dem Titel „Niedrigzins macht Europas Versicherer verwundbar“ darüber informiert, dass die privaten Versicherungen alles andere als sicher sind und die Versicherungen Probleme bekommen ihre Garantiezinsen auch finanziell durchzuhalten.

Zur Erinnerung: Bereits im Sommer, während der Fußball-WM wurde in Deutschland eine Gesetzesänderung beschlossen, die Lebensversicherern in der schwierigen Phase helfen soll. Darüber berichtete unter anderem das Wall Street Journal Deutschland.

Am vergangenen Freitag (5. Dezember 2014)schrieb dann auch der Focus über das „Renten-Märchen“ und sprach von Zahlen, die uns „Andrea Nahles verschweigen“ wollte.

Fakt ist, dass es sowohl um die gesetzliche als auch um die private Rente inzwischen nicht mehr so gut bestellt ist, wie es uns lange kommuniziert wurde.

Für diejenigen, die in den nächsten Jahren in Rente gehen, wird es vielleicht noch reichen. Aber was kommt dann? Private Versicherer haben außer Sparmaßnahmen kaum noch Möglichkeiten ihre Erträge zu verbessern. Versicherungsvermittler sind die ersten die das mitbekommen.*

Wie es für meine Generation weiter geht, ist alles andere als klar. Vielleicht wird es noch reichen. Vielleicht aber auch nicht. Welches Interesse hätten dann die Folgegenerationen an einem solchen unsicheren Rentensystem?

Zum Selbstschutz könnte dann die junge, starke Generation auf die Idee kommen, den „Generationsvertrag“ zu kündigen. Der ist übrigens im juristischen Sinne gar kein Vertrag, weil ein Vertrag ein beidseitiges Einverständnis erfordert und nicht über Generationen hinweg einfach beschlossen werden kann.

Den jungen Menschen wäre dann kein Vorwurf zu machen. Sie konnten die Entwicklung ja noch weniger absehen als wir. Die jüngeren Generationen könnten sogar einwerfen, dass wir uns nicht darum gekümmert haben, dass das System für sie auch noch attraktiv bleibt. Meiner Generation wir irgendwann die Puste ausgehen. Dann werden wir uns auch nicht mehr dagegen zu Wehr setzen können.

Deshalb mache ich lieber jetzt den Mund auf, in der Hoffnung, dass es auch andere tun.

Bei der Überschrift habe ich mich übrigens von Heinrich Heines „Nachtgedanken“ aus dem Jahr 1844 inspirieren lassen. Er schrieb einst: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, Dann bin ich um den Schlaf gebracht.“ Die Zeit in der er das schrieb, war übrigens eine Phase, vor einem großen gesellschaftlichen Umbruch.

Viele Grüße,
V. F. Alle

*Nachtrag vom 9.12. 2014:
Vor allem scheint es die unabhängigen Makler zu treffen, die eigentlich nach der Finanzkrise für verbraucherfreundliche Strukturen im Finanzsystem sorgen sollten. Siehe aktuellen Beitrag aus „Finanzwelt“: http://finanzwelt.de/online/versicherungen/item/lvrg-bremst-unabhaengige-vermittler-aus
Das ist wohl ein weiteres Kapitel eines erfolgreichen Empfehlungsmarketings einflussreicher Interessengruppen.

Nachtrag vom 14.12.14:
Ein Leser und Insider machte mich auf eine weitere Entwicklung aufmerksam, die Portfolio-International aktuell unter dem Titel „Doping fürs Eigenkapital“ beschreibt: Darin wird erklärt, wie die kollektive Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) Lebensversicherer stärkt und wie diese versuchen das als Kundennuzten zu verkaufen. Mein Leser möchte das dem Bundesfinanzminister gerne zum Lesen geben. Ich habe keine Ahnung ob der Politiker zu meinen Lesern gehört, schreibe das aber gerne hier dazu.
Zudem erläutert die Ausgabe 6/14 von Portfolio-International die „Mogelpackung Pflegestärkungsgesetz“.