Kurz vermerkt: Ökonom warnt vor Zusammenbruch der Rentenkassen

Gepostet am Aktualisiert am

Mehrere Medien berichteten am 2. Weihnachtsfeiertag darüber, dass der Ökonom Hans-Werner Sinn vor dem „Zusammenbruch der Rentenkassen“ warnt.
Gegenüber Focus Online sagte Sinn z.B.: „Rentner werden mit Abstrichen Leben müssen und die jungen Leute werden ächzen unter der wachsenden Rentenlast.“

Zwar bin ich kein Ökonom, dennoch kommen mir einige seiner Gedanken bekannt vor. Im Beitrag „Denk ich an Rente in der Nacht…“ hatte ich diese zusammengefasst.

Denk ich an Deutschland in der Nacht ..., ... dann trinke ich schnell einen Beruhigungstee.   ;-)
Denk ich an Deutschland in der Nacht …, … dann trinke ich schnell einen Beruhigungstee. 😉

Sinn sagte u.a. gegenüber Focus: „Wer gerade mitten im Arbeitsleben steht, für den sieht es mit der staatlichen Rente schwierig aus, aber wegen der Niedrigzinsen ist er mit der privaten Vorsorge kaum besser dran.“

Einer meiner Leser schickte mir bezüglich der privaten Altersvorsorge vor einiger Zeit folgenden Link http://www.finanzen.net/nachricht/private-finanzen/Reduzierter-Garantiezins-Lebensversicherung-Noch-schnell-abschliessen-4068315 und wies mich auf die Tabelle am Ende des Beitrages hin. Sie zeigt, wie sich die die Zinsen für Lebensversicherungen entwickelt haben.
Nachdem ich inzwischen weiß, was sich meine Dienstleister für meine Riester-Rente an Provisionen und Gebühren einbehalten haben, wird mir klar, warum solche Versicherungen für Neukunden kaum attraktiv sind.

Auch der Ökonom sieht die Strategien der Banken und Versicherungen kritisch, da diese ihr Geld „allzu häufig in Staatspapieren anlegen.“ Laut Sinn sei es besser das Geld zu sparen und in eine eigene Wohnung oder einen Altenheimplatz zu investieren.

Für mich ist dieser Plan leider schief gegangen, weil ich meinem Finanzdienstleister zu sehr vertraute. Auch ich wollte mit einer Erbschaft vorrangig mein Eigenheim abbezahlen. Diesen Blog schreibe ich seitdem, um andere Menschen vor ähnlichen Fehlern zu bewahren.

Sowohl Bild-Online als auch Focus-Online Titeln zu den Sinn-Aussagen damit, dass wir mehr Zuwanderer/Migranten brauchen, um die Renten künftig noch zu sichern.
Migration wird damit positiv belegt. Das finde ich bei den aktuellen Pegida-Protesten auch gut und wichtig.

Was mir dagegen fehlt, sind Analysen, warum die Bundesregierung Versicherer schützt, indem sie Gesetzesänderungen verabschiedet, die zu Ungunsten der Versicherten ausfallen, siehe z.B. den Beitrag „Doping fürs Eigenkapital“ http://www.portfolio-international.de/newsdetails/article/doping-fuers-eigenkapital.html . Da geht es nicht um das Kapital der Kunden, sondern das Kapital der Versicherer.
Ein anderes Beispiel zeigt der Beitrag „Das politische Netzwerk des Finanzvertriebs…“ http://pamanager.blogspot.de/2010/12/grospender-groveranstaltungen-und-das.html . Damals, im Jahr 2010, wurden die Weichen dafür gestellt, dass der Finanzvertrieb nicht mehr von der Bankenaufsicht, sondern von den Industrie- und Handelskammern überwacht wird. Heute, wenige Jahre nach der Finanzkrise, hat der Finanzvertrieb damit eine Sonderstellung im „überwachten“ Finanzsystem.

Liegt darin vielleicht der Grund, warum die Banken und Versicherungen sich damit „bedanken“, dass sie Staatsanaleihen kaufen?

Das paradoxe an dem System ist, dass am Ende die Steuerzahler dafür aufkommen, wenn etwas schief läuft. Die einfachen Sparer in diesem System sind also so oder so auf der Verliererseite.

Solange an dem aktuellen System zur Altersvorsorge nichts geändert wird, können auch Migranten die Renten vermutlich nicht retten. Bestenfalls, werden dann die Risiken des aktuellen Systems dann auf die Migranten übertragen.

Eine echte Lösung wäre mir lieber als eine weitere Verlagerung des Rentenproblems.

Menschen wie Papst Franziskus haben es erkannt, dass es „unfassbar“ ist, wenn in Griechenland „die Politik zuvorderst Banken und nicht Menschen retten wolle“ (Spiegel-Online vom 24.12.2014).

Umgekehrt und auf die ganze Welt übertragen ergibt sich daraus ein klarer Appell an die Eliten der Weltwirtschaft:

Rettet die Menschen und nicht die Banken.

Die Einen können ohne die Anderen leben, aber nicht umgekehrt.

Bitte liebe Politiker, Ökonomen und Wirtschaftsweisen denkt einmal darüber nach.

Viele Grüße,
V.F. Alle

Nachtrag vom 30.12.14:
Aktuelle Tricks der Versicherer „heilen“ Fehler die eine Rückabwicklung erlaubten
Wie mir ein Leser gerade mitteilte verschicken derzeit einige Lebensversicherer „eine fehlerfreie und drucktechnisch hervorgehobene Widerrufsbelehrung“ zu bisherigen Lebensversicherungs erträgen. Hintergrund: Ein EuGH-Urteil das die Rückabwicklung von Lebensversicherungen zulässt, weil bisherige Verträge Fehler beinhalteten, mit denen Kunden aus den Verträgen heraus kommen können. Damit wird die bei Vertragsabschluss fehlerhafte Belehrung hinfällig. Mit der Übersendung der Belehrung haben Kunden dann noch 14 Tage Zeit, gegebenenfalls vom Vertrag zurückzutreten, bevor das Recht zur Rückabwicklung erlischt. Für Kunden können dabei tausende Euro verlohren gehen.
Weil Kunden das nicht wissen und weil ihre Berater auch ein Recht auf Urlaub Urlaub, ist für Versicherer jetzt eine gute Zeit dafür. So manch ein ehrlicher Berater könnte sicher ein Lied von ähnlichen Aktionen singen.

Ähnliches hatte die Santander Bank auch mit mir bezüglich des SEB Immoinvest versucht, als mir nach langen Verhandlungen ein kostenloses Darlehen zur Überbrückung angeboten wurde, weil das Geld aus dem Fonds wegen seiner Abwicklung nicht mehr zur Tilgung meines bei der gleichen Bank laufenden Hausdarlehens zur Verfügung stand. Mit dem Vertrag hätte ich unterschreiben müssen, dass ich die Risiken der Abwicklung des Fonds alleine trage. Daher habe ich auf das kostenlose Darlehen verzichet.

Advertisements

2 Gedanken zu „Kurz vermerkt: Ökonom warnt vor Zusammenbruch der Rentenkassen

    Michael Butzek sagte:
    29/12/2014 um 12:23 pm

    Hallo,

    das mit der Riester Rente und dem „Zusammenbruch“ der umlagefinanzierten Rente ist leider eine große Lüge. Der Sinn und Zweck der Riester Rente ist alleine Provisonen und Gebühren für die Finanzbranche zu „erwirtschaften“ nachdem klar wurde, dass der Goldesel „Lebesversicherung“ für die Versicherungsgesellschaften tot ist. Interessant zusammengestellt im Beitrag „ARD Reportage 09.01.2012“

    Sollte man sich mal zu Gemüte führen wenn man Riester und Co verstehen will.

    bertrandolf sagte:
    04/01/2015 um 4:20 am

    HW Sinn ist ein Marktgläubiger Prediger. Aber die Renten werden ein Riesenproblem.

    Immer mehr ältere Menschen, die immer älter werden, die Bezüge beziehen. Immer weniger junge Menschen, die dazu immer weniger verdienen und aus diesen Lohn Rentenbeiträge zahlen. Offensichtlich muss dies schief gehen.

    Aber eins wird nicht erwähnt. Durch die Technik sind die Menschen heute um vielfaches produktiver. Es werden auch immer weniger Menschen gebraucht um die gleiche Leistung zu erstellen. Dies wird immer unterschlagen und ist ein Knackpunkt.

    Deswegen kann ich dir einen Vortrag von einem Statistikprofessor empfehlen, der dies sehr gut darstellt. Aber der geht auch 45 Minuten, lohnt sich aber.

    „Die instrumentalisierte Zukunftsangst – Gesetzliche oder private Rentenversicherung?“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s