Jahresrückblick 2014: Empfehlungsmarketing und ein Dauerbrenner

Gepostet am Aktualisiert am

Ein ereignisreiches Jahr geht für mich zu Ende. Deshalb möchte ich hier noch schnell ein paar Highlights aus dem Blog zusammenfassen.

Es ist mir bewußt, dass mein Blog einige Kapitalismuskritik enthält, obwohl ich mich eigentlich eher als liberal betrachte. Aber dazu am Ende des Beitrages mehr.

Im April wurde im WDR-Fernsehen über einen Teilaspekt meines Falles berichtet. Die DVAG wollte sich auf Nachfrage des Senders nicht äußern. Das Unternehmen rechne mit einer juristischen Auseinandersetzung, wurde dem Sender mitgeteilt.
Ich bin allerdings Journalist und kein Jurist. Ergo (Daher) habe viel mehr Interesse an einer journalistischen Aufbereitung meines Falles als an einer anonymen juristischen Auseinandersetzung. Das hat mein Dienstleister bis heute nicht verstanden.

Inzwischen überrascht es mich nicht mehr, dass mein Blog mehr von Finanz- und Versicherungsmaklern gelesen wird als von anderen Kunden.
Der beliebteste Beitrag 2014 war erneut „Meinem Berater geht es wohl schlechter als mir“ – mein achter Blogbeitrag von insgesamt über hundert, den ich im Sommer 2013 geschrieben hatte.

Ich vermute, dass sich die meisten Kunden durch die regelmäßigen Besuche ihrer Berater gut betreut fühlen und daher kaum Grund zur Sorge haben. So ging es mir ja auch, bis mein Vermögensplan scheiterte und mein Berater nicht mehr für mich erreichbar war. Bis heute weiß ich nicht, was aus ihm geworden ist.

Überrascht wurde ich von der Resonanz auf meinen Beitrag „Empfehlungsmarketing wirkt auf allen Ebenen“. Von bisher maximal 130 Aufrufen an einem Tag stieg die Zahl auf fast 1000 Aufrufe an einem Tag.
Nach dem Dauerbrenner-Artikel über meinen Berater und dem Beitrag „Riester und keine Ruhe“ erreicht der Beitrag damit Platz 3 in meiner Jahresbestenliste. Großes Interesse gab es auch an kritischen Kommentaren zur Aida-Kreuzfahrt des Finanzdienstleisters.

Im Juni 2014 starb Prof. Dr. Reinfried Pohl. Meine Fragen an ihn, z.B. wie für ihn „gesellschaftliche Verantwortung“ und „Menschlichkeit“ aussehen, wenn gleichzeitig Kunden seines Unternehmens Probleme durch den von der DVAG vermittelten SEB Immoinvest bekommen, wird er somit nicht mehr selbst beantworten können. Mein primäres Ziel war es schließlich, mein Hausdarlehen schnell abzubezahlen.

Unter dem Stichwort "Gesellschaftliche Verantwortung" wirbt die DVAG auf ihrer Homepage bis heute damit, Hilfesuchende zu unterstützen. Bei mir war allerdings mit Beratung aus einer Hand Schluss, als mein DVAG-Vermögensplan scheiterte. Seitdem habe ich mit den DVAG-Partnern selbst verhandelt und bin damit nicht der Einzige.
Unter dem Stichwort „Gesellschaftliche Verantwortung“ wirbt die DVAG bis heute damit, Hilfesuchende zu unterstützen. Bei mir war allerdings mit Beratung aus einer Hand Schluss, als mein DVAG-Vermögensplan scheiterte und mein Berater erkrankte. Seitdem habe ich mit den DVAG-Partnern selbst verhandelt und bin damit nicht der Einzige.

Dennoch sehe ich das Geld, welches ich an die DVAG für diesen „Dienst“ /diese „Leistung“ gezahlt habe inzwischen positiv als Lehrgeld.

Ich habe gelernt, dass die Abwesenheit sichtbarer Gefahren nicht unbedingt mit Sicherheit gleich zusetzen ist.
Mir ist nun klar, wie es die DVAG in der Zeit nach der Finanzkrise geschafft hat, sich der Kontrolle der BaFin zu entziehen und, dass das selbst hochrangigen Politikern nicht bewußt war.
Ich habe gelernt, dass Menschen immer auch mit dem Unwarscheinlichen rechnen müssen – dem „schwarzen Schwan“, wie Ex-Börsenhändler Nassim Nicholas Taleb es nennt. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Finanzprofis schneller mitbekommen, wenn sich Dinge an den Kapitalmärkten verändern, als die einfachen Kunden. Deshalb „gewinnt immer die Bank“.

Ich blicke daher positiv ins neue Jahr
und wünsche meinen Lesern/Leserinnen einen guten Start ins neue Jahr

V. F. Alle

Ach ja:
Politisch betrachtet zähle ich mich weiterhin zur Mitte. Gleichzeitig finde ich es inzwischen schlimm, wenn die politische Meinungsvielfalt eingeschränkt wird. Damit meine ich die Tatsache, dass es z.B. durch die große Koalition derzeit keine schlagkräftige Oposition mehr gibt. Eine starke Oposition bringt zwar Konfliktpotenzial mit sich, die Kompromisse die auf diese Weise erzielt werden scheinen mir inzwischen aber akzeptabler zu sein, als Kompromisse, über die zwei Regierungsparteien quasi alleine entscheiden können.

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2 Gedanken zu „Jahresrückblick 2014: Empfehlungsmarketing und ein Dauerbrenner

    bertrandolf sagte:
    04/01/2015 um 3:56 am

    Hi, habe heute das erste Mal deinen Blog besucht. Die Aussage „Politisch betrachtet zähle ich mich weiterhin zur Mitte.“ halte ich immer für sehr gewagt. Ich glaube die „Mitte“ gibt es nicht und diese gibt es nur, damit sich die Beölkerung nicht mit linken Thesen beschäftigt.
    Gerade in Griechenland sieht man doch, wie Linke immer weggebissen werden. Auch das vor Jahren, der Polizeieinsatz gegen die Schüler und Lehrer bei Stuttgart 21, wird als Einsatz gegen Linksextremismus gewertet.
    Natürlich ist die politische Links und Rechts viel zu simpel. Aber die Mitte macht einen einfach nur zufrieden und hindert einen daran mal in die Seiten zu schauen.

      vfalle geantwortet:
      04/01/2015 um 8:09 am

      Danke für Deine Kommentare.
      Tatsächlich waren es wohl erst meine Erlebnisse mit dem Finanzdienstleister und die Einschätzungen der von mir dazu angeschriebenen Politiker, die mich aus der „Zufriedenheit“ aufgerüttelt haben.
      Jetzt weiß auch ich, wie wichtig es ist, sich auch mit Thesen zu beschäftigen, die einem zunächst nicht so nahe liegen. Dennoch neige ich dazu zu sagen, die Welt ist nicht nur schwarz und weiß oder Links und Rechts. Jeder Mensch muss wissen, wo er sich zwischen diesen Polen am wohlsten fühlt. Etwas leichtfertig in die Extremismus-Ecke zu schieben ist dabei tatsächlich nicht hilfreich.

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