Geschenke für den Vertriebspartner und Verluste für die Kunden – Entwicklung des DWS Immoflex

Gepostet am Aktualisiert am

Eigentlich sollte das Finanzwesen nach der Krise 2008/2009 transparenter werden.
Für mich wird es dagegen immer schwieriger durchzublicken, nachdem mir mein DVAG-Berater abhanden gekommen ist.

Als mir mein Berater Mitte 2009 empfahl, den Teil meines Vermögens (den ich nicht zur Tilgung meines Hausdarlehens benötigte) aus dem SEB Immoinvest in den DWS Immoflex zu packen, bekam ich Ende 2009 noch Jahreskontoauszüge mit vielen Informationen. Unter anderem ging aus dem Auszug hervor, wie sich der DWS-Immoflex-Fonds, seit dem Zeitpunkt als ich ihn gekauft habe, entwickelt hat. Auch, dass mich diese Leistung rund 2000 € gekostet hat, stand dort.

Laut dem Jahresdepotauszug zum DWS Immoflex für 2014, den ich jetzt in der Post hatte, ist der Wert meines Depots erneut stärker gefallen als es nach den Ausschüttungen in dem Jahr sein sollte. Der Hinweis wie sich der Wert seit 2009 entwickelt hat, steht nun nicht mehr auf dem Auszug.
Laut DWS-Homepage, hat der DWS-Immoflex-Fonds in dem Zeitraum rund 23% an Wert verloren. Der Preis (ich nehme an pro Anteil) sank sogar von über 100 € auf unter 50 €. Das sind über 50 %.

Entwicklung des DWS Immoflex: Während 2009 noch die Wertentwicklung auch auf dem Jahreskontoauszug stand, müssen sich Kunden diese Entwicklung nun aus dem Internet holen. Da wird dan auch klar, warum die Fondsgesellschaft, das nicht mehr auf den Auszug drucken möchte.
Entwicklung des DWS Immoflex: Während 2009 noch die Wertentwicklung auch auf dem Jahreskontoauszug stand, müssen sich Kunden diese Entwicklung nun aus dem Internet holen. Da wird dan auch klar, warum die Fondsgesellschaft, das nicht mehr auf den Auszug drucken möchte.

Beim SEB Immoinvest liegt der Wert des Fonds aktuell zumindest auf dem Papier noch etwa 5% höher als zum Zeitpunkt des Erwerbs 2007. Der Wechsel zum DWS Immoflex war für mich also nachteilig. Dennoch: 2013 bekam mein Finanzdienstleister Anteile der Deutsche-Bank-Tochter DWS als „Erfolgsbeteiligung“. Siehe: http://www.dasinvestment.com/investments/fonds/news/datum/2013/10/16/erfolgsbeteiligung-dvag-bekommt-dws-anteile/

Je mehr ich in meinen Finanzfall recherchiere, desto schlimmer wird das Ergebnis . . .
. . . für meine Dienstleister.

Damit, dass der „Vermögensaufbau für alle“ bei mir inzwischen eher ein Vermögensabbau ist, hatte ich mich ja bereits abgefunden. Dennoch wollte ich bis heute zumindest an Kundenorientierung glauben. Die zu vernachlässigen, währe für das Management eines Dienstleistungsanbieters schließlich fatal.

Die „Erfolgsbeteiligung“ für den DWS-Vertrieb legt allerdings nun auch für mich nahe, dass die Hauptmotivation für das Management meiner Dienstleister der Vertrieb und nicht die Kundenorientierung ist.

Zudem: Bis heute viel es mir schwer zu glauben, dass ich einem übereifrigen und gierigen Vermögensberater zum Opfer gefallen sein sollte. So stellt es das DVAG-Management gerne dar.
Doch das Gegengeschäft mit der Deutsche-Bank-Tochter DWS, ist eher eine Sache der oberen Managementebenen, als von einzelnen Vermögensberatern.

Mein Berater hatte mir nach meinen Notizen und Erinnerungen Anfang 2012 noch verzweifelt versucht zu erklären, dass Mitarbeiter wie er, spät an einem Freitagnachmittag über die bevorstehende Schließung des DWS Immoflex informiert wurden. Er sei nicht in der Lage gewesen, darauf noch zu reagieren. Kollegen, die am Wochenende noch fleißig Verkaufsformulare mit ihren Kunden ausgefüllt hatten, wurden dagegen am Montag damit konfrontiert, dass der Fonds bereits geschlossen war.

In seinem Buch “Ich habe Finanzgeschichte geschrieben” (5. erweiterte Ausgabe, Seite 39, ISBN978-3-455-50198-8) schreibt der 2014 verstorbene DVAG-Gründer Reinfried Pohl: “Ein Vorteil des strukturierten Systems ist, dass derjenige, der einen Fehler macht, sich selbst bestraft. … … Wer Fehler macht, muss dafür den Kopf hinhalten, das ist doch logisch.” und “Es ist ein Vorteil, dass alle unsere Mitarbeiter Selbständige sind, … … Bei uns wirkt sich Fehlverhalten sofort aus, nach dem Motto: Du musst den Schaden selbst bezahlen.” (Seite 37, im gleichen Buch)

Damit hat Pohl allerdings vemutlich die Mitarbeiter auf der Vertriebsebene gemeint und nicht die höheren Managementebenen.

Das schlimme daran: Während die höheren Managementebenen weit genug weg sind, von den Reaktionen der Kunden, werden die einfachen Mitarbeiter zwischen ihrem persönlichen Anspruch kundenorientiert zu arbeiten und dem Managementinteresse der Vertriebsorientierung aufgerieben.

Zurück zum DWS Immoflex:
Für die Deutsche Bank ist mein Dienstleister – die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) – aus Vertriebssicht ein guter Partner.

Nur mir will seit dem Ausfall meines Beraters bis heute weder die Deutsche Bank, noch die DVAG ernsthaft helfen. Die Deutsche Bank ist juristisch fein raus, weil sie das Produkt nicht selbst vermittelt hat und die DVAG lässt es locker angehen, weil sie nicht von der BaFin überwacht wird. So lässt sich das nach der Finanzkrise ausgedachte Sicherheitssystem für Kunden natürlich aushebeln.
Im Gegensatz zum DWS Immoflex, konnte ich übrigens für den SEB Immoinvest zumindest ein kostenloses Depot aushandeln. Die Deutsche Bank zeigte dagegen bis heute keinerlei Entgegenkommen.

Weil ich für das Geld, welches mir aus dem DWS Immoflex ausgeschüttet wurde, trotz der Verluste Depotgebühren und Kapitalertragsteuer zahlen muss, habe ich mir 2014 einen Steuerberater genommen. Die Aktion hat mich bisher zusätzlich etwa 800 € gekostet. Eine Rückmeldung vom Finanzamt habe ich noch nicht. Das werde ich noch nachreichen.

Ich kann das so schreiben, weil ich nicht vor habe, meine Dienstleister zu verklagen. Damit hoffe ich, denjenigen zu helfen, die in eine ähnliche Situation kommen wie mein Berater und ich.

Noch etwas zur Erinnerung:
Im Jahr 2013 hatte der Chefvolkswirt der DVAG, der Mittelbayrischen Zeitung noch erklärt, dass sein Unternehmen Gewinner der Finanzkrise sei, weil man keine riskanten Lehmann-Zertifikate verkauft habe. Damals hatte ich die Zeitung und die Leser meines Blogs auf den SEB Immoinvest hingewiesen, den die DVAG fleißig vermittelt hatte. Da stand der DWS Immoflex noch gar nicht so in meinem Focus.

Inzwischen werden die Banken in Folge der Finanzkrise stärker kontrolliert. Nur meinem Dienstleister gelang es, sich der Kontrolle der Finanzaufsicht BaFin zu entziehen. Nach meinen Erfahrungen ist das für mich nicht nachvollziehbar.

Mit freundlichen Grüßen,

V. F. Alle

Nachtrag vom 31.1.2015:
Gestern (30.1.) hat die Bild-Zeitung die Chefs der Deutschen Bank zu den Gewinnern des Tages erklärt. Die Doppelspitze konnte demnach den Gewinn des Geldhauses 2014 um eine Milliarde Euro auf 1,7 Milliarden Euro steigern. Die Deutsche-Bank-Aktie legte daraufhin um gut 4% an der Börse zu. Bild meint: Spitzen-Duo. V. F. Alle meint: Bleibt abzuwarten, ob sich die Bank bei der nächsten kostenlosen Bild-Ausgabe wieder mit einer großen Werbeanzeige revanchiert.

Ich selbst hätte mein Geld vermutlich besser in die Aktien der Deutschen abnk gesteckt, als in ein Produkt des Unternehmens. Auf der anderen Seite: Seitdem ich weiß, wie die Bank mit einfachen Kunden umgeht, hätte ich damit ein moralisches Problem.

Nachtrag vom 6.2.2015:

Jetzt habe ich wieder Post von der Bank bekommen. Es ist die Regelmäßige Information zum DWS Imoflex. Darin wir erklärt, welches schwierige Umfeld die Fondsentwicklung beeinflusst hat. Zudem habe der Fonds im vergangenen Jahr (nur) 2% Verlust gemacht. Für mich sieht es trotzdem blöd aus, weil ein Teil aus dem Fonds direkt in Rentenversicherungen ging, die mir meine DVAG-Berater vermittelt hatte.

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