Monat: März 2015

Von den Besten lernen – Fehler im (Pyramiden)system

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„Von den Besten lernen“, oder „Lernen von den Profis“ ist ein beliebtes Motto in der Wirtschaftswelt und auch bei meinem Finanzdienstleister. Weltmeister im Sport und nationale Topstars sind als Werbeträger für diese Botschaft bestens geeignet. Technikaffine Menschen haben andere Vorbilder wie Apple, Facebook oder ähnliche Konzerne.

Vorbilder motivieren. Doch der Effekt lässt sich nicht beliebig steigern. Das liegt an der Pyramidenstruktur, auf der solche Wirtschaftssysteme aufbauen. Es liegt in der Natur einer Pyramide und eines Siegerpodestes, dass nur einer (eine Person, ein Team, ein Unternehmen) an der Spitze stehen kann. Alle anderen sind zwangsweise auf den nachfolgenden Plätzen zu finden. Und der Großteil der Verfolger wird auch nie an die Spitze kommen.

Die Folge: In dem System wird viel Druck aufgebaut – und zwar auf allen Ebenen. Der Druck wird durch die Globalisierung noch gesteigert. Es gibt quasi nur noch Weltmeisterschaften.

Eine einfache Grafik macht den Effekt deutlich.

Vereinfachte Darstellung von Pyramidensystemen. Gerne lade ich meine Leser/innen dazu ein, diese Grafik weiter zu entwickeln.
Vereinfachte Darstellung von Pyramidensystemen. Gerne lade ich meine Leser/innen dazu ein, diese Grafik weiter zu entwickeln.

Die erste Pyramide baut auf einer soliden (breiten) Basis auf, einer Unterschicht mit geringen finanziellen Mitteln, der es aber an kaum etwas fehlt. Sie besitzt einen stabilen Mittelbau und zahlreiche kleine Aufstiegsmöglichkeiten auf dem Weg zur Spitze.

Die zweite Pyramide besitzt eine breite, aber zunehmend unzufriedene Basis. Die Mittelschicht ist ausgedünnt und teilweise in die Unterschicht diffundiert. Ein Teil der Mittelschicht ist nicht sicher ob es besser ist, sich nach oben oder nach unten zu orientieren. Der Weg zwischen Spitze und unterer Ebene ist deutlich kürzer geworden. Unscheinbare Personen und Firmen können somit schneller die Spitze erreichen, während Spitzenreiter schneller nach unten durchgereicht werden können. Der Druck auf allen Ebenen des Systems hat gegenüber der ersten Pyramide deutlich zugenommen. Denn auch so mancher Topmanager merkt, dass sich bisherige Wachstumszahlen nicht einfach linear in die Zukunft fortschreiben lassen.

Wenn sich nun Widerstand in der Unter- und Mittelschicht regt, dann kann es zur Umkehrung der Pyramide kommen. Die Blockupy-Aktion in Frankfurt, in dieser Woche, deutet auf solche Tendenzen hin. Die vielen Unzufriedenen versuchen dabei Druck auf die wenigen auszuüben, die sie an der Spitze des Systems als die Verantwortlichen für ihre eigenen Probleme identifiziert haben. Die Spitze kann dem Druck nicht standhalten. Das System bricht zusammen. Natürlich lassen sich auf diese Weise Veränderung provozieren.

Das dadurch entstehende Chaos, wieder in Griff zu bekommen, erscheint mir allerdings aufwändiger und anstrengender als darauf zu reagieren, bevor es zu Revolutionen kommt. Das zeigen Revolutionen in verschiedenen Ländern der Welt.

Es bringt nichts, darüber zu streiten, wer dafür die Schuld trägt. Wichtig ist nur, dass sowohl diejenigen an der Spitze als auch diejenigen an der Basis erkennen, dass sie nicht einfach so weiter machen dürfen. Sie alle tragen die Verantwortung für die jeweils nachfolgende Generation.

Auf allen Ebenen scheint allerdings gerade das Motto zu herrschen: „Jetzt bin ich erst einmal dran, mir wurde auch nichts geschenkt!“

Gewalttätige Auseinandersetzungen, wie diese Woche bei der Einweihung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt, helfen leider vor allem denen, die nichts ändern wollen.

Was ist, wenn weder die an der Spitze noch die an der Basis das Problem sind? Was ist, wenn der Bereich dazwischen das Problem ist. Die Mittelschicht ist in der Klemme. Soll sie sich weiter nach oben strecken, obwohl das immer anstrengender wird? Soll sie sich lieber gleich nach untern orientieren und den Kraftaufwand sparen?
Die Mittelschicht war bisher der Moderator (Vermittler) zwischen den verschiedenen Ebenen. In unserer zunehmend digitalisierten Welt schein es aber nur noch oben und unter bzw. Nullen und Einsen zu geben. Dabei ist der Kitt (das Bindemittel), welches unsere Gesellschaft zusammenhält, die Akzeptanz der Vielfallt und der respektvolle Umgang miteinander – nicht nur zwischen schwarz und weiß sondern auch zwischen reich und arm.

Wenn wir das mit menschlicher Intelligenz nicht besser gelöst bekommen, dann wird die Natur eine Lösung finden – eine biologische Lösung. In der Regel sind die biologischen evolutionär (so wie die Entwicklung des Menschen) und nicht revolutionär. In der Hinsicht können wir Menschen noch viel von der Natur lernen.

Ich möchte weiterhin davon ausgehen, dass ein Unterschied zwischen Mensch und Tier die Vernunft ist. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass uns Menschen gerade Instinkte für Gefahren verloren gehen, die Tieren weiterhin zuverlässig das Leben retten.

Viele Grüße,

V. F. Alle

Fußnote: Sehr weise äußerte sich der Gründer des chinesischen Internet-Handelshauses „Alibaba“, Jack Ma, vorigen Sonntag anlässlich der CeBit-Eröffnung. Er wies darauf hin, dass Internet-Unternehmen durchaus auch von Traditionsunternehmen lernen können. Denn nach seiner Auffassung existierten viele Internet-Firmen kaum länger als drei Jahre. Sie brauchten Lösungen, so lange überleben zu können wie Mercedes und Siemens. Dem mehrfachen Milliardär ist scheinbar klar, dass das Geld von den Börsen schneller dem nächsten Wachstumsfeld umgewidmet werden kann, als es manchem Top-Manager lieb ist. Da kann Beständigkeit schon etwas angenehmes sein.

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DVAG legt 2014 trotz negativer Medienberichte zu

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Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) hat laut Geschäftsbericht 2014 nochmals zulegen können und die Umsatzerlöse um 5,3 % auf 1,19 Milliarden Euro gesteigert.

Das steht in einer lesenswerten Pressemitteilung des Unternehmens vom 19.3.2015. Siehe: http://www.dvag-presseservice.de/2015/03/19/geschaeftsergebnisse-2014-dvag-festigt-marktfuehrerschaft/

Ebenso wichtig wie das was da drin steht, ist das, was nicht in der Meldung steht.
Hier sind ein paar Beispiele:

Laut der Pressemeldung konnte die Vertriebsorganisation ein „starkes Neugeschäft trotz negativer Medienberichterstattung über die Lebensversicherung als Vorsorgeprodukt“ verzeichnen. Entweder irren also die Medien, was die Qualität der Versicherungsprodukte angeht, oder es gelingt dem Vertriebsunternehmen, den Neukunden die Verschlechterung der Altersvorsorge-Produkte erfolgreich schön zu reden. Der Vertrauensverlust, den der Journalismus in der Vergangenheit erlitten hat, kann dabei ebenfalls eine Rolle spielen.

Erfolgreich lief für die DVAG auch der Bereich Investmentanlagen.
Dort konnte der Bestand nach Unternehmensangaben um 9,3 % auf 19,4 Milliarden Euro ausgebaut werden. Das kann allerdings auch daran liegen, dass Bestandskunden denen die Immobilienfonds SEB Immoinvest und DWS Immoflex vermittelt wurden, ihr Geld im Moment nicht mehr nach eigenen Wünschen abheben können. Beide Fonds werden abgewickelt. Die Ausschüttungen bestimmt dabei das Geschickt des Fondsmanagements. Die Finanzfachleute wurden nach Aussage eines hochrangigen Mitarbeiters der DVAG davon selbst überrascht. Das Problem haben damit nun die Kunden und ihre Vermögensberater. Einige Kunden haben Rechtsanwälte eingeschaltet. Zudem haben manche Kunden wichtige juristische Einspruchsfristen verpasst, weil sie den Informationen ihrer Berater vertrauten, dass alles geregelt abläuft und die Kunden sich keine Sorgen machen brauchen.

In dem Zusammenhang ist sie auch ein wichtiger Partner der Deutsche Bank-Tochter DWS. „Für die Deutsche Bank Tochtergesellschaft DWS ist die DVAG zum herausragenden Vertriebsweg außerhalb des Deutsche Bank Filialnetzes geworden. So beträgt der Bestandsanteil der Deutschen Vermögensberatung am Wertpapier-Publikumsfondsvolumen der DWS/Deutsche Bank Gruppe mittlerweile über 6 Prozent“, heißt es dazu in der Pressemeldung. Für die Bank und die DVAG ist das gut. Für Kunden, die sich von der DVAG falsch Beraten fühlen, ist das allerdings ein Problem. Die Deutsche Bank kann dann darauf verweisen, die Produkte nicht selbst vermittelt zu haben und das DVAG-Management kann darauf verweisen, dass der Kunde das mit seinem Berater (selbständiger Handelsvertreter) klären muss. Anders als die Bank wird die DVAG nicht von der Finanzaufsicht BaFin überwacht und DVAG-Kunden können auch nicht auf die Hilfe von Ombudsstellen (Schlichtungsstellen) hoffen. Denn die sind nur für die Banken zuständig.

Ebenfalls wichtig:
Die die Deutsche Vermögensberatung spricht in der Meldung mehrfach von Vertrieb und Vermittlung (Vertriebspartner, Vertriebskooperation, Vertriebsorganisation, …) und nicht von Beratung. Eine „Beratung“ wird allerdings durch den Name Vermögensberatung und die Berufsbezeichnung Vermögensberater suggeriert. Es ist also kein Wunder, wenn Kunden das Unternehmen für eine Finanzberatungsgesellschaft halten.

Ein Beispiel aus der Pressemeldung: „Die Deutsche Vermögensberatung konzentriert sich bei der Vermittlung von finanziellen Vorsorge- und Absicherungskonzepten auf das Angebot weniger, jedoch erstklassiger Partnergesellschaften, die höchstes Ansehen genießen und eine verantwortungsbewusste Produkt- und Anlagepolitik betreiben.“
Was hier sehr positiv klingt, kann sich für den Kunden durchaus auch negativ auswirken. Denn das Allfinanzkonzept der DVAG umfasst zwar Finanzprodukte aus verschiedenen Bereichen, wie Versicherungen, Geldanlagen und Baufinanzierung. Dabei handelt es sich aber um wenige ausgewählte Produkte, die nicht zwangsweise für jeden Kunden gleichermaßen geeignet sind. Vermögensberater, die gemäß ihrem Vertrag keine Produkte von anderen Anbietern vermitteln dürfen, geraten so in eine Zwickmühle – entweder auf ein Geschäft zu verzichten, vertragswiedrig doch andere Produkte zu vermitteln oder nicht ideale Produkte als „genau passend“ anzupreisen.

Der finanzielle Erfolg bestärkt das Unternehmen nun darin, auch in das Thema Ausbildung stärker einzusteigen, z. B. an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in MArburg.
Das wird im Absatz zum „Ausbau der Vertriebsorganisation“ beschrieben. Die DVAG will demnach ein „Höchstmaß an Servicequalität“ sicher stellen. Auch hier wird nicht von Beratungsqualität und Kundenorientierung gesprochen, sondern konkret von Finanzvertrieb und Investitionen in die IT-Vertriebsunterstützung. Dieser Unterschied kann für Kunden (potenzielle Absolventen und auch Mitarbeiter) allerdings sehr wichtig sein.

V. F. Falle ( „Vermögensaufbau für alle“ oder „Vorsicht Falle“?)

Zweifelhafte Umdeckungen bei der DVAG und psychologische Feinheiten

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In meinem letzten Beitrag hatte ich den Bericht über „Umdeckungen“ bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) kurz am Ende erwähnt. Scheinbar fällt das inzwischen nicht mehr nur kritischen Mitarbeitern und Kunden auf.
Als ich mit meinem Blog begann, bekam ich schnell Hinweise auf Umdeckungen von Lebensversicherungen. Weil es mir aber zunächst persönlich um die Frage der beiden Immobilienfonds (SEB Immoinvest und DWS Immoflex) ging, konnte ich mit dieser Information damals nicht viel anfangen.

Vorige Woche erschienen sowohl beim VersicherungsJournal.de (http://www.versicherungsjournal.de/vertrieb-und-marketing/wechseloption-der-dvag-schiesst-ueber-das-ziel-hinaus-121762.php) als auch beim Versicherungsboten.de (http://www.versicherungsbote.de/id/4814937/DVAG-Umdeckung-Lebensversicherung-Kritik/) Beiträge zu einem Brief der DVAG bzw. der „Verkaufsförderung Lebensversicherung (VVS) der Deutschen Vermögensberatung AG“ an die an die Vermögensberater, der auf „Wechseloptionen“ für Bestandskunden hinweist.
Ausführlich verdeutlicht das der Beitrag aus dem Versicherungsjournal.
Demnach hat die Verkaufsförderung Lebensversicherung (VVS) der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) Anfang Februar eine E-Mail mit folgendem Inhalt an den Außendienst geschickt: „Mit der so genannten ‚Wechseloption‘ steht Ihnen ein Instrument zur Guthabensicherung von rein fondsgebundenen Verträgen zur Verfügung. Diese können Sie in den letzten fünf Jahren vor Ablauf einsetzen.
Im Rahmen der Wechseloption kann das Fondsguthaben vollständig entnommen und ohne Anwendung der Neusto-Regel auf eine konventionelle Rentenversicherung oder das P.U.R.-Konzept übertragen werden. Für den neuen Vertrag erhalten Sie die volle Provision.“

Die „Wechseloption“ für Bestandskunden lässt sich also auch als Empfehlung zur „Umdeckung“ verstehen.

Gegenüber dem Versicherungsjournal erklärte eine Sprecherin der DVAG: „Die Wechseloption ist keine Aktion, sondern eine Option, die genutzt werden kann aber nicht muss. Die Entscheidung, ob die Nutzung der Option im Kundeninteresse ist, trifft einzig und allein der Kunde. Es versteht sich von selbst, dass der Kunde die Wechseloption nicht nutzen wird, wenn er hierin keinen Vorteil erkennt.“

Wie das läuft, weiß ich aus eigener Erfahrung mit meinen Fonds.
Als ich meine über die DVAG vermittelten Darlehen bei der SEB Bank (heute Santander) abbezahlen wollte, kümmerte sich mein Berater nach eigenem bekunden zunächst um eine vorzeitige Ablösung gegen eine Vorfälligkeitsentschädigung. Als ich das Geld aus der Erbschaft verfügbar hatte, war die vorzeitige Ablösung „aus vertraglichen Gründen“ nicht möglich. Also empfahl er mit den SEB Immoinvest, der so sicher wie Festgeld sei. Mir erschien es sicherer das Geld dem Unternehmen anzuvertrauen, bei dem ich meine Schulden tilgen wollte, als wo anders auf höhere Kapitalerträge zu spekulieren. Also vertraute ich die Erbschaft ihm und der SEB an.
Als der SEB Immoinvest Probleme bekam, empfahl mir der Berater in einem kurzfristig anberaumten Termin einen Teil des Geldes in den DWS Immoflex umzuschichten. Die Frage ob es nicht besser wäre, das komplette Geld aus dem SEB Immoinvest heraus zu nehmen verneinte er. Mir erschien die Maßnahme zur Verteilung des Vermögens in zwei Geldanlagen plausibel.
Erst als ich meine Darlehen bedienen konnte und das Geld aus beiden Fonds nicht verfügbar war, wurde mir klar, dass der DWS Immoflex auch zu einem erheblichen Teil am SEB Immoinvest beteiligt war. Diese Umdeckung war für mich also völlig nutzlos und brachte nur meinem Berater eine weitere Provision sowie der DVAG zusätzliche Vertriebserfolge für den Partner DWS.

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Ich kann nicht sagen ob ich damit ein Einzelfall bin. Ich stelle nur fest, dass das bei 6 Mio. Kunden ein Vorgehen ist, mit dem sich Märkte beeinflussen lassen.

Zurück zu der aktuellen Umdeckungsdiskussion:
Wie es mein Berater und ich erlebten, weist die DVAG-Zentrale auch jetzt alle Verantwortung von sich. Der Berater trägt die Verantwortung dem Kunden ein passendes Produkt zu vermitteln und der Kunde hat die „Freiheit“ sich zu entscheiden.

Das Problem dabei ist:
Das Motivations- und Aufstiegssystem der DVAG nutzt die hohe Kunst der Psychologie. Mitarbeiter werden als Teil der großen „Familie“ aufgenommen und bekommen auf Aida-Kreuzfahrten und anderen Veranstaltungen signalisiert, wie glänzend auch ihre Zukunft sein könnte. Positives Denken ist da gefragt, kritische Fragen werden schnell ausgeblendet – sie sind ja auch nicht verkaufsfördernd.

Mitarbeiter wie mein Berater und Kunden wie ich, werden dabei als neagtive Einzelfälle betrachtet und aus der Familie ausgeschlossen. Mit dieser Methode hält die DVAG ihren Laden sauber.
Ich frage mich nur, wie viele solcher „Einzelfälle“ es inzwischen gibt.

Mehrfach hatte der Autor dieses Beitrages Herrn Pohl um seine "Hilfe" gebeten und ihn an seine "Gesellschaftliche Verantwortung" erinnert. Der Doktor zeigte sich allerdings nicht gesprächsbereit und delegierte die Beantwortung der Schreiben weiter.
Mehrfach hatte der Autor dieses Beitrages Herrn Pohl um seine „Hilfe“ gebeten und ihn an seine „Gesellschaftliche Verantwortung“ erinnert. Der Doktor zeigte sich allerdings nicht gesprächsbereit und delegierte die Beantwortung der Schreiben weiter.

Noch heute wirbt der inzwischen verstorbene Unternehmensgründer mit dem Motto: „Wer unsere Hilfe braucht, kann auf unsere Unterstützung bauen.“
Als ich DVAG-Kunde wurde, hätte ich diese Unterstützung auch wo anders bekommen können. Als ich die Unterstützung von Herrn Pohl wirklich brauchte, war er nicht mehr bereit, mir diese zukommen zu lassen. Gleichzeitig hat er bis zu seinem Tod nach außen das Bild der großen „Familie“ DVAG vermittelt.
Meine mehrfachen Hinweise als Kunde, hat der Doktor wegdelegiert. Als Chef darf er das. Nur Verantwortung lässt sich nicht delegieren. Das ist nun das Erbe, welches der Patriarch seinen Nachfolgern überlassen hat. Sie können jetzt so weiter machen, oder den schweren Weg der Analyse und Veränderung gehen.

Zurück zu den Umdeckungen:
Der Beitrag im Versicherungsboten mag nicht so informativ sein, wie der Beitrag im Versicherungsjournal. Dafür sind die Kommentare beim Versicherungsboten sehr interessant.
Wie die DVAG selbst über Umdeckungen (in dem Fall bei Krankenversicherungen) denkt, lässt sich übrigens in einem Blogbeitrag von 2011 lesen: http://www.dvag-unternehmensblog.de/2011/01/11/stigma-umdeckung/

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Einen schönen Tag wünscht
V. F. Alle

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Noch ein ergänzender Hinweis zum Faktor Psychologie:
Die DVAG nutzt die Methode des Multi-Level-Marketing (MLM), welches auch als „Empfehlungsmarketing“ bezeichnet wird. Erfolgreicher Vertrieb hatte schon immer mit Psychologie zu tun. Inzwischen wird das allerdings professionalisiert.
Das sollten Kunden wissen. Bei professionellen Verkäufern haben Kunden in der Regel keine Chance zu erkennen, wie sie in ihren Entscheidungen beeinflusst werden. Wie professionell inzwischen auf der Ebene der Psychologie agiert wird, zeigt das Programm des Neuromarketing-Kongress: http://neuromarketing-wissen.de/neuromarketing-kongress/
Die Botschaften sind alle positiv formuliert. Alle wollen freilich nur das Beste für die Kunden. Natürlich geht es aber für Unternehmen auch darum, wie Unternehmen durch die wahrgenommene „Kundenzufriedenheit“ ihre wirtschaftlichen Erfolge steigern können. Jeder entscheidet selbst, wo da die ethischen Grenzen liegen.

Banken Stresstest in den USA und „Managementberatung“

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Nur zu Dokumentation möchte ich heute erwähnen, dass die US-Töchter der Deutschen Bank und der Santander Bank den aktuellen US-Stresstest für Banken nicht bestanden haben.
Laut den Deutschen Wirtschafts Nachrichten, wurde beiden Banken mangelndes Risiko-Management attestiert. Das Handelsblatt schreibt von „schweren Defiziten“, die die Notenbanker festgestellt hätten.
Okay, Das war jetzt in den USA. Allerdings: Bereits im europäischen Blitz-Stresstest hatten beide Banken 2011 Probleme. http://www.tagesschau.de/wirtschaft/bankenstresstest112.html

Ich möchte das nicht kommentieren. Ich stelle nur fest, dass sowohl die Santander Bank als auch die Deutsche Bank Partner meines Dienstleisters Deutsche Vermögensberatung sind und, dass ich ausgerechnet mit Fonds dieser beiden Banken meine persönlichen Probleme habe.

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Nun eine kurze Zwischenbilanz zu meinem Blog:
Mit den Aufrufen meiner Beiträge bin ich ganz zufrieden. Es gab einige Aufrufe aus dem Ausland, beispielsweise Luxemburg, der Schweiz und den USA. Im Februar und im März (bis heute) waren vor allem die Themen Riester Rente und die Partnerschaft der DVAG mit Helene Fischer gefragt, aber auch die Frage wer die Deutsche Vermögensberatung kontrolliert.

Mein Beitrag zum Erkenntnisgewinn im Management.
Mein Beitrag zum Erkenntnisgewinn im Management.

Den Manager von Frau Fischer hatte ich vor einem Monat per Einschreiben mit Rückschein über meine persönlichen Erfahrungen mit dem neuen Sponsor unterrichtet. Erwartungsgemäß habe ich darauf bis heute keine Antwort erhalten.
Mir ging es ja auch nur darum den Herrn zu informieren. Was er mit der Information macht und wie er sie bewertet liegt nun in seiner persönlichen Verantwortung – schließlich bin ich als Betroffener befangen.

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Ein Leser informierte mich heute noch über folgenden Beitrag zu Umdeckungen bei der DVAG:

http://www.versicherungsbote.de/id/4814937/DVAG-Umdeckung-Lebensversicherung-Kritik/

Für mich gibt es keine Umdeckungen mehr. Ich dokumentiere nur noch was mein DVAG-Vermögensplan für mich bedeutet.

Alles andere kommt wie es kommt. Ich genieße auf jeden Fall die sonnigen Tage.

Viele Grüße,
V.F. Alle

Aussitzen gilt nicht mehr – ein Wochenrückblick

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Niemand hat das Prinzip Aussitzen mehr geprägt, als Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl.

Manche Menschen empfanden seinen Umgang mit unbequemen Fragen als arrogant. Für andere stand er damit fest im Leben und ließ unangenehmes einfach an sich abprallen.

Wir leben von den Reserven. Was sollen unsere Kinder tun, wenn sie sich z.B. entscheiden müssen, ob sie lieber unsere Renten zahlen sollen oder sich selbst über Wasser halten wollen?
Wir leben von den Reserven. Was sollen unsere Kinder tun, wenn sie sich z.B. entscheiden müssen, ob sie lieber unsere Renten zahlen sollen oder sich selbst über Wasser halten wollen?

Viele Politiker und Manager haben das Prinzip Aussitzen seitdem übernommen, meist ohne Folgen. Für einfache Menschen hatte das vermeiden von Konflikten dagegen schon immer eher eine Verschlimmerung der Probleme zur Folge.

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Das scheint sich jetzt zu ändern. Schon 2013 schrieb Roland Jäger in seinem Buch „Ausgesessen“, „warum uns die Kultur des Nicht-Entscheidens“ unsere Zukunft kostet. Anfang 2015 veröffentlichte Ex-Telekom-Vorstand Thomas Sattelberger in seinem Buch „Ich halte nicht die Klappe“ seine Kritik an dem Treiben in Deutschen Vorstandsetagen und forderte „mehr Rebellen“.
Vorigen Sonntag wollte Günter Jauch in seiner Sendung mit Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ein Fazit zum neuen Mindestlohn ziehen. Eine Fülle an Beispielen belegte dabei, wie einzelne Branchen durch Tricks dafür sorgten, dass diejenigen die davon profitieren sollten, gleich wieder um ihren neuen Lohn gebracht werden. Als „bekannte Umgehungsstrategien“ bezeichnete Sozialwissenschaftler Stefan Sell das Vorgehen mit Blick auf die Praktiken in Branchen, in denen es bereits einen Mindestlohn gab.
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Willkommen in der Realität.

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Spiegel-Online Kolumnistin Sibylle Berg veröffentlichte vor wenigen Tagen den Beitrag „Kommt mal raus aus dem Bällebad“. Darin stellt sie die Frage „Was, wenn es eben aus Versehen nicht besser wird, sondern schlechter? Die Alten haben Angst, sie wissen, was sie verlieren können, die Jungen haben keine Lust.“
Und sie schreibt weiter: „Erwachsen werden heißt doch: Das ist real da draußen, das ist wirklich die Welt, auf der sie jetzt leben sollen, Erwachsenwerden heißt doch, das ist mein Leben, ein anderes gibt es nicht, und es wird jetzt stattfinden, …“
Im Gegensatz zu einigen ihrer Leser, die darin eine Kritik an den heutigen Kindern und Jugendlichen sehen, verstehe ich das eher als Kritik an der Generation, die jetzt erwachsen ist und mitten im Arbeitsleben steht.
Wie immer bei solchen Beiträgen kommt da die Frage auf: Was jetzt? Ein „Eric93“ schreibt dazu z.B.: „Die Dame hat Recht, aber… …was wäre denn nun der Ausweg?“

Ich fürchte, wir müssen uns alle wieder mit der Welt um uns herum beschäftigen, anstatt uns in Zerstreuung und Unterhaltung flüchten.

Also raus aus dem Bällebad und
raus aus der Komfortzone.

Aussitzen gilt nicht mehr.
Eltern, denkt an Eure Kinder!

Sollen die heutigen Kinder wirklich dafür haften, dass ihr Euch nicht mehr um die Probleme Eurer Gesellschaft kümmern wolltet? Wieso sollen diese Kinder später Eure Rente bezahlen, wenn sie später kaum noch etwas zu erwarten haben?
Engagiert Euch solange Ihr die Kraft habt und klagt später nicht, dass Euch die Kraft nun fehlt.

Wer wissen will was die Jugend beschäftigt, der findet ein Abbild ihrer Musik.
Das singt zum Beispiel die Band Deichkind „Denken Sie groß“ und nimmt damit Motivationsgurus ins Visier. Das Lied würde auch gut zu Finanzvertrieben passen.

In dem Lied „Wolke 4“ beschreiben Philipp Dittberner und Marv dagegen, dass es vielleicht gar nicht so gut ist, immer auf Wolke 7 schweben zu wollen.

Unter dem Titel „Wolke 7“  von Phillipp Posel und Max Here, geht es ebenfalls um aktuelle Zeitfragen und Widersprüche in unserer Gesellschaft.

„Alles gesagt und es will keiner hören.
Es wär so einfach, wenn’s nicht so einfach wär
Und all die Widersprüche totgeschwiegen.
Mein Albtraum auf Wolke 7″

Und weiter:

„Und ich schließe die Augen vor all diesen Fragen,
weil es schwer ist die Zweifel, auf den Schultern zu tragen.“

„Mach die Augen auf“ fordert dagegen der Sänger Sido von „Mama“ und „Papa“. Der Text mag teilweise verstörend wirken. Doch die Botschaft ist deutlich:
Kinder sind teuer, also musst du Geld machen.
Du musst Probleme erkennen, und sie aus der Welt schaffen.
Du musst zuhören, in guten und in miesen Zeiten.
Du musst da sein, und du musst Liebe zeigen.
Wer Kinder macht, der hat das so gewollt.
Doch sobald es ernst wird mit der Erziehung, habt ihr die Hosen voll.
Wie viel mehr kann die Jugend in Deutschland vertragen, (wie viel?)
Hört hin, wenn eure Kinder euch jetzt was sagen.
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Botschaft verstanden?

V. F. Alle

Deutsche werden Fondsliebhaber?

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Laut der Zeitung die Welt werden Deutsche nun Fondsliebhaber.

Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) kommentiert das im Unternehmensblog unter dem Titel „Stimmungswechsel“ vom 5.März 2015.

http://www.dvag-unternehmensblog.de/2015/03/05/stimmungswechsel/

„Ganz sicher hat auch der eine oder andere Privatanleger von Sichteinlagen in Investmentfonds umgeschichtet.“ Schreibt der Autor von der DVAG.

Weiter heißt es in dem Beitrag:

„Es bleibt also durchaus noch reichlich Arbeit für die rund 40.000 nach § 34f Gewerbeordnung am Markt zugelassenen Anlageberater, um so die Mehrheit der langfristig orientierten Geldanleger davon zu überzeugen, dass Aktien oder Aktienfonds kein “Teufelszeug”, sondern eine sehr interessante Anlagealternative zu jeder Form von Termineinlagen sind.“ 
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Da werden also Vermögensberater dazu motiviert Gelder ihrer Kunden auch umzuschichten.
Hoffentlich liegt die DVAG damit besser als bei den Fonds SEB Immoinvest und beim DWS Immoflex. Beide Fonds sind in der Abwicklung. Die Kunden wären froh, wenn sie das Geld noch „umschichten“ können.
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Einige Kunden klagen inzwischen gegen die DVAG bzw. ihren Vermögensberater.
Siehe z.B. http://www.sommerberg-llp.de/mitteilung-schadensersatz-seb-immoinvest/
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Darin geht es darum, dass manche Banken jetzt höhere Gebühren für Überweisungen verlangen.
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Hintergrund: Die Beratung bei der DVAG ist kostenlos. Im Gegensatz zu Banken wird die DVAG allerdings auch nicht von der Finanzaufsicht überwacht und trägt deshalb ein geringeres Geschäftsrisiko.
Viele Grüße,
V. F. Alle

Verbraucherzentrale prüft Nachhaltigkeit von Riester-Verträgen

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Riester-Verträge werden staatlich gefördert. Rund 15 Mio. wurden laut einer aktuellen Pressemeldung der Verbraucherzentrale NRW seit der Einführung der Riester-Rente abgeschlossen. Für die Förderung erwartet der Gesetzgeber von den Anbietern, dass sie ihren Kunden beispielsweise jährlich mitteilen, „ob und wie ethische, soziale und ökologische Belange bei der Anlage berücksichtigt werden.“

Die ernüchtenden Ergebnisse hat die Verbraucherzentrale hier zusammengefasst: http://www.vz-nrw.de/check-zur-nachhaltigkeit-von-riester-vertraegen–oft-schwammiges-desinteresse

Dennoch rät die Verbraucherzentrale davon ab, die Verträge übereilt zu kündigen.

Wer das dennoch tut, der erlebt nämlich eine böse Überraschung. Bei einer solchen „schädlichen Verwendung“ der Riester-Ersparnisse, müssen die staatlichen Zulagen natürlich zurückgezahlt werden. Dann fällt auf, wieviel der Vertrag an Gebühren gekostet hat und welche Erlöse die Geldanlage gegenüber der im Vertrag suggerierten Wertentwicklung wirklich gebracht hat. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Mein persönliches Beispiel kann hier nachgelesen werden: https://vfalle.wordpress.com/2013/10/25/neue-kosten-und-schaedliche-verwendung/

Viele Grüße,
V. F. Alle

Nachtrag vom 5.3.2015:

Ein Leser berichtete mir gerade von weiteren Problemen bei der Altersvorsorge. Laut Portfolio-International gibt BaFin-Chefin König für Lebensversicherte keine Entwarnung: http://www.portfolio-international.de/no_cache/newsdetails/article/schrottpapiere-fuer-die-altersvorsorge.html?tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=1