DVAG legt 2014 trotz negativer Medienberichte zu

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Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) hat laut Geschäftsbericht 2014 nochmals zulegen können und die Umsatzerlöse um 5,3 % auf 1,19 Milliarden Euro gesteigert.

Das steht in einer lesenswerten Pressemitteilung des Unternehmens vom 19.3.2015. Siehe: http://www.dvag-presseservice.de/2015/03/19/geschaeftsergebnisse-2014-dvag-festigt-marktfuehrerschaft/

Ebenso wichtig wie das was da drin steht, ist das, was nicht in der Meldung steht.
Hier sind ein paar Beispiele:

Laut der Pressemeldung konnte die Vertriebsorganisation ein „starkes Neugeschäft trotz negativer Medienberichterstattung über die Lebensversicherung als Vorsorgeprodukt“ verzeichnen. Entweder irren also die Medien, was die Qualität der Versicherungsprodukte angeht, oder es gelingt dem Vertriebsunternehmen, den Neukunden die Verschlechterung der Altersvorsorge-Produkte erfolgreich schön zu reden. Der Vertrauensverlust, den der Journalismus in der Vergangenheit erlitten hat, kann dabei ebenfalls eine Rolle spielen.

Erfolgreich lief für die DVAG auch der Bereich Investmentanlagen.
Dort konnte der Bestand nach Unternehmensangaben um 9,3 % auf 19,4 Milliarden Euro ausgebaut werden. Das kann allerdings auch daran liegen, dass Bestandskunden denen die Immobilienfonds SEB Immoinvest und DWS Immoflex vermittelt wurden, ihr Geld im Moment nicht mehr nach eigenen Wünschen abheben können. Beide Fonds werden abgewickelt. Die Ausschüttungen bestimmt dabei das Geschickt des Fondsmanagements. Die Finanzfachleute wurden nach Aussage eines hochrangigen Mitarbeiters der DVAG davon selbst überrascht. Das Problem haben damit nun die Kunden und ihre Vermögensberater. Einige Kunden haben Rechtsanwälte eingeschaltet. Zudem haben manche Kunden wichtige juristische Einspruchsfristen verpasst, weil sie den Informationen ihrer Berater vertrauten, dass alles geregelt abläuft und die Kunden sich keine Sorgen machen brauchen.

In dem Zusammenhang ist sie auch ein wichtiger Partner der Deutsche Bank-Tochter DWS. „Für die Deutsche Bank Tochtergesellschaft DWS ist die DVAG zum herausragenden Vertriebsweg außerhalb des Deutsche Bank Filialnetzes geworden. So beträgt der Bestandsanteil der Deutschen Vermögensberatung am Wertpapier-Publikumsfondsvolumen der DWS/Deutsche Bank Gruppe mittlerweile über 6 Prozent“, heißt es dazu in der Pressemeldung. Für die Bank und die DVAG ist das gut. Für Kunden, die sich von der DVAG falsch Beraten fühlen, ist das allerdings ein Problem. Die Deutsche Bank kann dann darauf verweisen, die Produkte nicht selbst vermittelt zu haben und das DVAG-Management kann darauf verweisen, dass der Kunde das mit seinem Berater (selbständiger Handelsvertreter) klären muss. Anders als die Bank wird die DVAG nicht von der Finanzaufsicht BaFin überwacht und DVAG-Kunden können auch nicht auf die Hilfe von Ombudsstellen (Schlichtungsstellen) hoffen. Denn die sind nur für die Banken zuständig.

Ebenfalls wichtig:
Die die Deutsche Vermögensberatung spricht in der Meldung mehrfach von Vertrieb und Vermittlung (Vertriebspartner, Vertriebskooperation, Vertriebsorganisation, …) und nicht von Beratung. Eine „Beratung“ wird allerdings durch den Name Vermögensberatung und die Berufsbezeichnung Vermögensberater suggeriert. Es ist also kein Wunder, wenn Kunden das Unternehmen für eine Finanzberatungsgesellschaft halten.

Ein Beispiel aus der Pressemeldung: „Die Deutsche Vermögensberatung konzentriert sich bei der Vermittlung von finanziellen Vorsorge- und Absicherungskonzepten auf das Angebot weniger, jedoch erstklassiger Partnergesellschaften, die höchstes Ansehen genießen und eine verantwortungsbewusste Produkt- und Anlagepolitik betreiben.“
Was hier sehr positiv klingt, kann sich für den Kunden durchaus auch negativ auswirken. Denn das Allfinanzkonzept der DVAG umfasst zwar Finanzprodukte aus verschiedenen Bereichen, wie Versicherungen, Geldanlagen und Baufinanzierung. Dabei handelt es sich aber um wenige ausgewählte Produkte, die nicht zwangsweise für jeden Kunden gleichermaßen geeignet sind. Vermögensberater, die gemäß ihrem Vertrag keine Produkte von anderen Anbietern vermitteln dürfen, geraten so in eine Zwickmühle – entweder auf ein Geschäft zu verzichten, vertragswiedrig doch andere Produkte zu vermitteln oder nicht ideale Produkte als „genau passend“ anzupreisen.

Der finanzielle Erfolg bestärkt das Unternehmen nun darin, auch in das Thema Ausbildung stärker einzusteigen, z. B. an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in MArburg.
Das wird im Absatz zum „Ausbau der Vertriebsorganisation“ beschrieben. Die DVAG will demnach ein „Höchstmaß an Servicequalität“ sicher stellen. Auch hier wird nicht von Beratungsqualität und Kundenorientierung gesprochen, sondern konkret von Finanzvertrieb und Investitionen in die IT-Vertriebsunterstützung. Dieser Unterschied kann für Kunden (potenzielle Absolventen und auch Mitarbeiter) allerdings sehr wichtig sein.

V. F. Falle ( „Vermögensaufbau für alle“ oder „Vorsicht Falle“?)

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