Der Finanzvertrieb und seine Stars

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An Ostern wurde ich von Blog-Aufrufen überrascht, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Scheinbar hatte jemand bei Facebook auf meinen Beitrag über den neuen Sponsor von Helene Fischer hingewiesen. In dem Beitrag hatte ich angekündigt, dass ich berichten werde, wenn ich weitere Informationen dazu habe.

Tatsächlich gibt es dazu aber bisher keine neuen Nachrichten. Denn: Weder der in den Nachrichten gab es weitere Informationen, noch hat der Betreiber dieses Blogs eine Rückmeldung vom Künstlermanagement des Schlagerstars erhalten. Laut Oberhessischer Presse ging es Anfang Februar nur noch um die Klärung vertraglicher Details. http://www.op-marburg.de/Lokales/Wirtschaft/Wirtschaft-lokal/DVAG-sponsert-Tournee

Ich bewerte das erst einmal als positives Signal dafür, dass da vielleicht doch ein Denkprozess in Bewegung gekommen ist. Was ihre künstlerische Leistung angeht, hat Helene Fischer nämlich meinen vollen Respekt.

Dafür gab es in den vergangenen Tagen einige andere konkrete Nachrichten. Laut BILD (Zeitung/Online) ist Jürgen Klopp nun Nachfolger von DVAG-Partner Michael Schumacherhttp://www.bild.de/regional/frankfurt/juergen-klopp/klopp-neues-gesicht-von-frankfurter-finanz-gigant-dvag-40316724.bild.html

Der BvB-Trainer soll künftig Mitarbeiter der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) motivieren und für 3 Jahre Engagement 3 Millionen Euro erhalten.

Was Klopp so wertvoll für den Finanzvertrieb macht, wird  im Beitrag von „Werben und Verkaufen“ (W&V) noch etwas deutlicher: http://www.derkontakter.de/marketing/deutsche_vermoegensberatung_holt_juergen_klopp

Laut BILD von 2013 bekommt Schumacher bis 2020 etwa 21 Millionen von der DVAG. http://www.bild.de/sport/motorsport/michael-schumacher/neuer-super-vertrag-32026418.bild.html
BILD war übrigens „Partner“ der DVAG beim „Finanz-Dialog“.

Auch nach seinem Unfall blieben die Sponsoren dem Rennfahrer (ebenfalls nach Angaben von BILD) treu. http://www.bild.de/sport/motorsport/michael-schumacher/sponsoren-bleiben-schumi-treu-39107450.bild.html Dafür fährt jetzt der Sohn des Rennfahrers Werbung für den Finanzdienstleister, wie ein aktueller Beitrag bei Spiegel-Online zeigt. http://www.spiegel.de/sport/sonst/formel-4-mick-schumacher-absolviert-erste-testfahrten-a-1027503.html

Nach einem Bericht von der Süddeutschen Zeitung „sponserte“ die DVAG 2013 auch die CDU mit fast einer halben Millionen Euro. Weil das Geld sauber in „kleine Beträge“ (unter 50000 €) gestückelt wurde, musste das die Partei auch nicht direkt öffentlich machen. http://www.sueddeutsche.de/politik/parteispenden-summen-zum-verstummen-1.2417198

Auch in den USA gibt es enge Kontakte zwischen Politik und Finanzbranche. Dort könnte nach Spiegel-Informationen die Wall Street zum Problem für die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hillary-clinton-wall-street-problem-fuer-kandidatur-a-1026682.html Der Ehemann von Frau Clinton, Ex-US-Präsident Bill Clinton war übrigens 2008 der große Star beim Erfolgskongress vom Finanzvertrieb AWD – dem Unternehmen, das Carsten Maschmeyer groß gemacht hat. http://www.express.de/duesseldorf/awd-erfolgskongress-klasse-clinton–aber-chaos-rundherum,2858,768248.html

Wie die DVAG, umgarnte auch Maschmeyer damals hochrangige Politiker und geriet dafür in die Kritik. Im Gegensatz zu DVAG-Gründer Pohl suchte Maschmeyer dabei dagegen die Öffentlichkeit.

Während es bei den Verträgen mit den Superstars um viele Millionen Euro geht, wundern sich manche Kunden und Mitarbeiter bereits. Sie suchen ihre persönlichen Perspektiven. Gefühlt wurde ich von meinem Dienstleister vom „König Kunde“ (im Jahr 2002, als ich meine Hausdarlehen über die DVAG abschloss) im Jahr 2012 zum (Blinden) Passagier auf einer Reise ins Ungewisse. Seit dem bekomme ich die Informationen zu den mir von der DVAG vermittelten Produkten nämlich nicht mehr von der DVAG, sondern von den jeweiligen Partnern des Finanzvertriebs. Dabei hatte ich meinem Finanzdienstleister 2007 ausreichend Geld anvertraut, um meine Schulden abbezahlen zu können.

Die mühsam aufgebaute Illusion ist bei mir geplatzt. Das macht aber für meine Dienstleister nichts, weil nun die juristischen Einspruchsfristen verstrichen sind. Jetzt sind neue Werbepartner und neue Kunden gefragt. Mir macht das auch nichts. Denn als Journalist kann ich das auch als Chance sehen, um Zusammenhänge darzustellen, die in anderen Medien bisher nicht so deutlich gemacht wurden.

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Viele Grüße, V. F. Alle

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