SEB Immoinvest: Bilanz nach 3 Jahren – Jetzt bleiben noch 2 Jahre

Gepostet am Aktualisiert am

 

Weil meine Bilanz etwas länger ausfällt, habe ich nun drei Teile daraus gemacht:
1. In diesem Beitrag wird es vorwiegend um die Abwicklung der Fonds SEB Immoinvest und DWS Immoflex gehen.
2. Im nächsten Beitrag wird es um Nebenwirkungen von Finanzanlagen gehen.
3. Darauf folgt eine ergänzende Recherche zu meinem Berater, quasi als Teil 2 von „Meinem Berater geht es wohl schlechter als mir“. Der Beitrag von 2013 wird immer noch sehr häufig angeklickt.

Zu der Situation der Fonds:
Es wird langsam spannend für Anlager des offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest. Weniger als zwei Jahre bleiben der Fondsgesellschaft nun, um die restlichen Immobilen zu verkaufen und Erlöse für die Anleger zu erzielen.
Seit April 2012 ist der offene Immobilienfonds SEB Immoinvest inzwischen in der Abwicklung. Nach der ersten Ausschüttung von knapp 20.000 € habe ich von den dort Anfangs vorhandenen 152.000 € bisher erst etwa ein Drittel (ca. 50.000 €) raus bekommen. Im März 2014 hatte ich bereits von rund 50.000 € berichtet. Da hatte ich allerdings etwas zu optimistisch aufgerundet.*
Zur Erinnerung: Ich wollte mit dem Geld bei meinem DVAG-Berater vorrangig Darlehen abbezahlen, die über die SEB Bank (heute Santander) liefen. Später wurde ein Teil des Geldes auf den Dachfonds DWS Immoflex übertragen, der ebenfalls seit 2012 nur noch zeitwiese Geld ausschüttet. Die Kapitalerträge gingen auf Anraten meines Beraters in Altersabsicherungen beim DVAG-Partner Aachen Münchener. Soweit es möglich war, habe ich diese mit Verlusten gekündigt und dabei festgestellt, dass die in den Verträgen angegebenen Entwicklungsprognosen zu optimistisch waren. Nebenbei viel mir auf, dass der SEB Immoinvest auch in Produkten des DVAG-Partners Aachen Münchener Versicherungen steckt.

Unterschiedliche Aussagen zur Entwicklung der Fonds
Laut den aktuellen Auszügen der Fondsgesellschaften besitze ich nun noch SEB-Immoinvest und DWS-Immoflex-Anteile im Wert von insgesamt rund 83.000 €. Wie viel ich davon 2017 (bis dahin läuft die Abwicklung des SEB Immoinvest) raus bekomme, das ist noch offen.
Die DVAG-Führung und der Filialleiter meiner Santander Bank machten mir 2012 jedenfalls Mut: Es dauere eben bis die Immobilien verkauft würden und müsse nicht zwangsweise zu Verlusten führen.
Ein Chefvolkswirt, der sich für mich in Bankkreisen umhörte, berichtete mich dagegen etwas anderes. Top-Manager sahen damals bereits die Geier über Fonds-Anteilsbesitzern kreisen, die dringend Geld benötigen und mit Verlusten verkaufen müssen. Welche meiner beiden Quellen die zuverlässigere ist, werde ich vermutlich erst in zwei Jahren definitiv sagen können. Denn in zwei Jahren endet die Abwicklungsfrist für den SEB Immoinvest. Dann werden die Kunden erfahren, was passiert, wenn keine Käufer für die restlichen Immobilien gefunden werden konnten.

Stutzig macht mich weiterhin, dass für meine Dienstleister die Probleme des SEB Immoinvest angeblich nicht vorhersehbar waren. Nach meiner Kenntnis haben große Finanzkonzerne Computerprogramme mit denen sich solche Risiken kalkulieren lassen. Industrieunternehmen kopieren dies bei der Vorhersage von Ausfällen technischer Produkte (predictive maintenence). Irgendwie hatte ich erwartet, dass ich als Kunde auch vom Knowhow meines Dienstleisters und seiner Finanzpartner profitieren würde.

Papierkram durch Spende reduziert
Zumindest habe ich mir die Verwaltung der Fonds vor wenigen Wochen erleichtern können und einen kleinen Teil des SEB-Immoinvest für einen guten Zweck gespendet. Das kam so: 2010 hat die SEB-Fondsgesellschaft die Verwaltung des SEB Immoinvest der Fondsdepot Bank in Hof übertragen. Als ich 2012 mit der Santander Bank (ehemals SEB) über ein zinsloses Darlehen für SEB-Immoinvest-Geschädigte verhandelte, musste ich das Depot auf die Santander-Bank übertragen. Da nur ganze Anteile übertragen werden konnten, blieb bei der Fondsdepot Bank an Anteilsbruchstück im Wert von etwa 34 €, für den Verwaltungskosten und viel Papierkram anfielen. Da ich das Geld durch die Abwicklung nicht ausbezahlt bekommen konnte, wurde mir angeboten, den Fondsanteil im Wert von aktuell etwa 31 € dem Verein Schutzhöhle e.V. zu spenden.
Das habe ich gerne getan.

.
Viele Grüße,

V. F. Alle

Nachtrag vom 31.7.2015:

Wenige Tage nachdem ich diesen Beitrag geschrieben hatte, wurden mir aus dem SEB Immoinvest weitere 5000 € ausgezahlt. Laut dem Magazin FInanztest, wurden bis 31. Mai 2015 insgesamt 2,3 Mrd. € ausgeschüttet. 51 Immobilien wurden bisher verkauft. 102 sind noch im Bestand. Ob alle davon bis im Frühjahr 2017 verkauft werden können, bleibt fraglich.

Nachtrag vom 5.8.2015:

Als ich die Ausschüttung bei der Santander Bank (ehemals SEB) zur Tilgung der aktuellen Darlehen abhob, wurde mir angeboten, dass mir ein Berater erklärt, wie es nun weiter geht mit dem Fonds. Darüber informiere ich mich allerdings inzwischen aus anderen Quellen. Ich hätte mir 2010 eine ordentliche Aufklärung von meinen Dienstleistern gewünscht, als die SEB Bank die Fondsverwaltung an die Fondsdepotbank übertragen hatte. Aus dem Anlass fragte ich nach konkreten Risiken für die Rückzahlung meiner Darehen bei der SEB/Santander Bank nach. Damals wurde ich schriftlich an meinen DVAG-Berater verwiesen, der mich beruhigte.

 

*Nachtrag vom 20.12.2015:
Ich hatte zuvor die Auszahlungen aus meinen aufgelösten Rentenversicherungen bei der Aachen Münchener hinzugerechnet. Die Rentenversicherungen hatte ich Anfangs aus den Erträgen des SEB Immoinvest bedient. Als der Vermögensplan meines DVAG-Beraters 2012 scheiterte, habe ich mich wieder selbst darum gekümmert meine Schulden los zu werden. Dummerweise hat mich die Auflösung der Rentenverträge auch Geld gekostet.

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