Zwischenbilanz 2: Nebenwirkungen – Es geht um Ihr Geld und Ihre Gesundheit

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Für mich heißt es nun abzuwarten, was ich aus meinen „offenen Immobilienfonds“ (SEB Immoinvest und DWS Immoflex) bis Mai 2017 noch raus bekomme. Allerdings habe ich den Eindruck, dass es den Besitzern offener Fonds bald ähnlich gehen könnte, wie zuvor den Besitzern von geschlossenen Fonds.

In der Ausgabe Nr. 79 vom 24.-26. April 2015 veröffentlichte das Handelsblatt dazu eine ausführliche (mehrseitige) „Warnung: Diese Kapitalanalagen können Ihr Vermögen vernichten und Ihre Gesundheit gefährden.“ Konkret ging es darin um geschlossene Fonds, Unternehmen (wie Procon, Infinus, Dima24 sowie Wölbern) und Kapitalvertriebe. Ebenso ging es um die Rolle der Finanzaufsicht (BaFin).
Die Journalisten kommen dabei zu dem Ergebnis:

„Dass die Deutschen so leicht auf windige Produkte hineinfallen, ist nicht nur cleverer Werbung geschuldet, sondern den vielen angeblich „unabhängigen“ Finanzberatern.“

und im Bezug auf deren Marktüberwachung:

„Strukturvertriebe werden auch künftig kaum beaufsichtigt. Der Gesetzgeber hat die Aufsicht in die Verantwortung der Gewerbeaufsichtsämter gegeben.“

Titelbild der im Beitrag genannten Handelsblattausgabe.
Titelbild der im Beitrag genannten Handelsblattausgabe.

Darüber hinaus es gibt viele weitere Aussagen die mir bekannt vorkommen. Obwohl im Bezug auf den SEB Immoinvest z.B. nur Zinserträge von 5 % gegenüber 10 % und mehr bei Geschlossenen Fonds in Aussicht gestellt wurden, wurde Kunden wie mir bei der Schließung der Eindruck vermittelt, selbst schuld zu sein, weil wir übertrieben hohe Zinsen einstreichen wollten. Kunden Geschlossener Fonds hatten das laut dem Handelsblatt auch erlebt. Der Kunde soll also die Schuld bei sich suchen und nicht beim Dienstleister.

Laut dem Handelsblatt-Beitrag ist zudem immer dann Vorsicht geboten, wenn Stars für Finanzprodukte Werbung machen. Aktuell sieht das so aus, dass Fußballtrainer Jürgen Klopp künftig nicht mehr Borussia Dortmund trainiert, sondern die Mitarbeiter der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) – meinem „Finanzberater“ – motivieren soll. Gleichzeitig nutzt der Finanzvertrieb DVAG die Bekanntheit der Sängerin Helene Fischer, um einen positiven Eindruck bei den vielen Fans zu hinterlassen.

Zurück zum Handelsblatt: An anderer Stelle der gleichen Handelsblatt-Ausgabe wird Benjamin Lawsky von der New Yorker Finanzaufsicht zitiert. Er sagt im Bezug auf den Libor-Skandal (Beeinflussung von Referenzzinssätzen durch Banken):

„Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass sich Märkte nicht von selbst manipulieren. Dazu erforderlich ist ein Fehlverhalten einzelner Leute.“

Die Deutsche Bank trennt sich übrigens von ihrem Privatkundenvorstand Rainer Neske. Er wollte nach Informationen der Wochenzeitung „Die Zeit“ die Postbank nicht wie die Vorstände Jain und Fitschen verkaufen, sondern sie in seiner Bank integrieren und das Investmentbanking beschneiden. (siehe: http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-05/rainer-neske-deutsche-bank-postbank) Sein in der F.A.Z. angekündigter „Runder Tische zur Anlageberatung“  (https://www.deutsche-bank.de/pfb/data/docs/Rainer_Neske_im_Gespraech.pdf) ist damit wohl endgültig vom Tisch. Ich hatte mich mehrfach dafür beworben aber keine Antwort bekommen. Ein FAZ-Herausgeber schrieb mir bereits vor einiger Zeit auf meine Anfage, dass sein Fachredakteur nicht mehr daran glaubt, dass Herr Neske das noch umsetzen wird.

Inzwischen sucht die DVAG scheinbar neue Partner. In Stuttgart kam ich Anfang Mai 2015 an einer Commerzbank vorbei, die zum Ärger vieler Kunden geschlossen war. Grund dafür war eine geschlossene Gesellschaft. Partner bei der Veranstaltung war die DVAG. Das kann natürlich auch purer Zufall gewesen sein.

Auch bei der Aachen Münchener habe ich gerade einen Ansprechpartner verloren. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Michael Westkamp ist im Ruhestand. Seit 1. Mai 2015 hat der Versicherer einen neuen Vorstandsvorsitzenden.

Versicherungsfragen
Zumindest konnte ich klären, dass mein Haus versichert ist, obwohl mir mein Berater bei Vertragsabschluss empfohlen hatte Vorschäden nicht anzugeben.
Laut dem Mitarbeiter der Aachen Münchener, der mich diese Woche dazu anrief, habe die Versicherung das durch eine Anfrage bei der vorherigen Versicherung ohnehin bereits gewußt und durch Zusendung der Vertragsunterlagen akzeptiert.
Auf die Antworten zu meiner zweiten Frage an den neuen Vorstandvorsitzenden warte ich noch. Ich möchte wissen, wie die Wertentwicklung der Altersvorsorgeprodukte ist, die ich bei der Aachen Münchener nicht vorzeitig kündigen konnte. Das läuft allerdings über eine andere Abteilung als die Wohngebäudeversicherung.

Viele Grüße,
V. F. Alle

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Ein Gedanke zu „Zwischenbilanz 2: Nebenwirkungen – Es geht um Ihr Geld und Ihre Gesundheit

    […] bzw. https://vfalle.wordpress.com/2015/05/30/nebenwirkungen-geld-und-gesundheit/ Während sich einfache Sparer bescheiden mit immer weniger Rendite begnügen, gehen im Fußball […]

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