Monat: Juni 2015

Ich weiss nicht, was soll es bedeuten …

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Vor wenigen Tagen bin ich auf eine angeregte Diskussion im Forum geprellte Vermögensberater gestoßen. Darin wird eine Rede des neuen DVAG-Chefs Andreas Pohl zitiert. Es geht darüber hinaus auch um die Interessenvertretung für Vermögensberater (IHD).
Im Text von März 2015 (anlässlich der Vorstellung der neuen DVAG-Geschäftszahlen) heißt es: „Warum sind seit dem Tod meines Vaters die Medien und das Internet so feindlich gegen die DVAG?“
Siehe: http://www.geprellte-vermoegensberater.org/viewtopic.php?f=35&t=459&sid=fab8755b4d57a685f1e8d445ca6f8628

Ich habe bisher nicht prüfen können, ob dieser Satz wirklich von Andreas Pohl stammt. Wenn das so ist, dann ist er allerdings schlecht informiert oder hat Gedächtnislücken.
Kritische Medien und auch ich hatten schon vorher mehrfach bei seinem Vater und der DVAG-Führung um eine Stellungnahme gebeten und auf mögliche Missstände hingewiesen.

Wenn sein Sohn davon tatsächlich nichts gewusst hat, dann deutet das darauf hin, dass sein Vater Reinfried Pohl solche Themen erfolgreich in seiner Familie ausgeblendet hat bzw., dass sein Sohn  das auch ausblendet. Das scheint sogar plausibel. Denn: Noch im April 2014 sagte Pohl Senior in einem Interview mit der FAZ auf eine Frage zur Finanzkrise, dass es bei der DVAG keine Probleme mit Lehman-Zertifikaten gegeben habe. Dabei musste ihm aber schon klar gewesen sein, dass Kunden, denen die DVAG den SEB Immoinvest und der DWS Immoflex vermittelte, nicht mehr so einfach an ihr Vermögen kommen. Dazu gab es dagegen durchaus Schadensersatzprozesse gegen die DVAG.
Wer derart dreist mit Journalisten flunkert, der muss sich wohl kaum wundern, wenn die Medien sein Unternehmen künftig kritischer beurteilen.

Genau das meinte ich mit meinem Beitrag „Aussitzen gilt nicht mehr“ und der Grafik „Aussitzen verboten“. Für Reinfried Pohl passte die Strategie des Verschweigens unangenehmer Details noch. Sein Sohn muss nun die Konsequenzen ausbaden und zweifelt scheinbar an sich und nicht an dem was sein Vater ihm hinterlassen hat.

Das ist die Crux in diesem System.
Wenn alle so darauf bedacht sind, nur positive Perspektiven zu sehen, dann wird es umso schwerer, wenn die Illusion zerplatzt.

Im Moment setzt die DVAG vorwiegend auf Illusion. In der Vergangenheit hatte das ja scheinbar gut funktioniert. Und die Gesellschaft (damit meine ich nicht nur die DVAG-Berater und -Kunden) sehnt sich nach positiven Erlebnissen – in einer Welt in der nichts mehr sicher scheint.

Ein wenig erinnert mich das an das Gedicht von Heinrich Heine über die Loreley. Eine Jungfrau mit goldenem (blondem) Haar verzaubert Männer mit einer „gewaltigen Melodei“. Sie wird ihnen damit zum Verhängnis glaubt der Dichter, weil die Schiffer die Felsenriffe nicht beachten.

Wer der dem schönen Gesang mehr Aufmerksamkeit schent als den Felsen, läuft Gefahr in den Fluten zu versinken.
Wer dem schönen Gesang mehr Aufmerksamkeit schenkt als den Felsen, läuft Gefahr, in den Fluten zu versinken.

Nach meiner Meinung, sollten wir uns alle (Kunden, Mitarbeiter/Vermögensberater, Top-Manager und Politiker) nun den Felsen widmen. Es wird für uns und unsere Nachkommen künftig nicht besser, wenn wir sie weiter ignorieren.

Mit freundlichen Grüßen,
V. F. Alle

Familientag und Kulturwandel mit Hindernissen

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Da ist was los. Mein Finanzdienstleister feierte am 11. Juni 2015 mit seinen Mitarbeitern und Stars (Jürgen Klopp, Joey Kelly, Britta Heidemann und Hansi Flick) in Frankfurt sein 40-jähriges Jubiläum. Höhepunkt der Party: Ein Exklusivkonzert von Helene Fischer. Die Moderation übernahm Johannes B. Kerner. Bilder davon gibt es bei Flickr. https://www.flickr.com/photos/dvag_de/18553350719/in/photostream/

Kein Bild vom Familientag: Die Bildrechte der Fotos vom Famlilientag der DVAG liegen bei dem Finanzvertrieb. Deshalb kann ich hier nur auf die Bildauswahl bei Flickr verweisen.
Kein Bild vom Familientag: Die Bildrechte der Fotos vom Famlilientag der DVAG liegen bei dem Finanzvertrieb. Deshalb kann ich hier nur auf die Bildauswahl bei Flickr verweisen. Mit der Grafik möchte ich deutlich machen, wie schwer es die Macher des „Kulturwandels“in der Finanzbranche gerade haben.

Im Unternehmens Blog der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) heiß es zum Familientag 2015 in Frankfurt:

„Ein Tag der Superlative, eine mehr als gelungene Feier anlässlich des 40-jährigen Bestehens der DVAG. Ein Tag, der gezeigt hat, was ein Familienunternehmen so besonders macht. Und ein Tag, der einmal mehr bewiesen hat, dass die DVAG weit mehr bietet, als nur Provisionen.“

Quelle: http://www.dvag-unternehmensblog.de/2015/06/12/familientag/

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Mit der von der DVAG gesponserten Handy-App, die auf der Helene-Fischer-Tournee 2015 für eine besondere Atmosphäre sorgen soll, scheint es dagegen so eine Sache zu sein. Die Frankfurter Rundschau berichtet z.B. von dem offiziellen Konzert in Frankfurt (nicht dem DVAG-Privatkonzert):

„ Ein Conferencier erlaubt uns Irdischen, von den Stühlen aufzustehen, wenn es uns zu sehr mitreißt und erklärt, wie wir die HeFi-App auf unseren Smartphones nutzen müssen. Wir dürfen uns hinstellen! Und leuchten! „Aber bitte!“, sagt der Mann eindringlich: „Bleibt an euren Plätzen!“

Quelle: http://www.fr-online.de/frankfurt/schlagersaengerin-in-frankfurt-helene-fischer-ist-uns-allen-entrueckt,1472798,30924706.html

Laut einer Besucherin des Konzertes haben dann aber vor allem Leuchtstäbe für die Lichteffekte bei dem Show-Teil gesorgt.

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Auch in der Finanzbranche läuft es nicht so, wie es Privatkunden suggeriert wurde. So scheint es beim Kulturwandel, der nach der Finanzkrise ausgerufen wurde, erhebliche Hindernisse zu geben. In den vergangenen Tagen haben mehrere Top-Manager der Deutschen Bank ihren Rücktritt erklärt. Dummerweise, sind das genau die, die den Kulturwandel umsetzen wollten. Das passierte u.a. auf Druck der Aktionäre, die um ihre Renditen fürchteten.
Siehe z.B.: http://www.zeit.de/news/2015-05/21/banken-viel-zuendstoff-fuer-deutsche-bank-hauptversammlung-21053416

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Nicht nur bei der Deutschen Bank und der Postbank werden nun Schließungen von Filialen diskutiert, sondern in der ganzen Branche.
Hier ist einer von vielen aktuellen Berichten dazu: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/commerzbank-chef-erwartet-filialsterben-a-1038444.html
Meiner Meinung nach ist das ein Fehler. Da bin ich übrigens einer Meinung mit meinem Finanzdienstleister. Die DVAG hatte das bereits am 28. Mai 2015 in ihrem Unternehmensblog thematisiert. Siehe: http://www.dvag-unternehmensblog.de/2015/05/28/weisse-flecken/

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Was die DVAG dabei allerdings verschweigt: Die DVAG-Berater sind eigenständige Unternehmer und fallen im Gegensatz zu Bankmitarbeitern auch nicht unter die Kontrolle der Finanzaufsicht (BaFin). Im Streitfall ist das ein Nachteil für die Kunden.

Bevor ich das merkte, weil der Vermögensplan meines DVAG-Beraters erhebliche Mängel offenbarte, hatte ich mich bei der DVAG auch wohler gefühlt als bei Banken.

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Während ich sehr offen mit meinem Berater über meine Finanzen sprach und darüber immer noch offen kommuniziere, ist seitens der DVAG längst Funkstille. Gegenüber einem Journalist des WDR-Magazins „Markt“ wollte sich die DVAG zu meinem Fall nicht äußern, weil das Unternehmen mit einer juristischen Auseinandersetzung rechnet(e).
Dabei habe ich inzwischen mehrfach – und über meinen Blog auch öffentlich – bekannt gegeben, dass mir mehr an einer guten Zusammenarbeit mit meinem Dienstleister liegt, als an ein er juristischen Auseinandersetzung. Warum mein Dienstleister nicht darauf eingeht, kann ich nicht sagen.

Ich habe nur Zweifel daran, dass mein Kundenbedürfnis beim DVAG-Management angekommen ist. Auch der Kulturwandel bei meinem Dienstleister lässt  weiter auf sich warten. Schlimmer noch: DVAG-Mitarbeiter die einen Kulturwandel fordern und sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengefunden haben, bekommen juristische Probleme. Das berichtet der Handelsvertreter-Blog: http://www.handelsvertreter-blog.de/2015/02/20/dvag-mit-neuer-strategie-gegenueber-ihd/
Auf der Startseite der Organisation heißt es nun nur noch: Coming Soon! (http://www.ihd-ev.org/ ).

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Irgendwie scheint es für mich Parallelen zu geben, zu der Abhöraktion des Mobiltelefons von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Weil die USA sich weigern Informationen darüber zu liefern, wurde das Spionage-Verfahren diese Woche eingestellt. Es fehlen „gerichtsfeste Beweise“.
Siehe beispielsweise: http://www.n-tv.de/politik/Generalbundesanwalt-ermittelt-nicht-mehr-article15288066.html

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Das Entscheidende in unserer Informationsgesellschaft sind somit nicht die Informationen die überall verfügbar sind, sondern die Informationen, die zurückgehalten werden.

Die Chancen und Risiken bleiben auf diese Weise (zwischen dem Unternehmen einerseits und Mitarbeitern und Kunden andererseits) ungerecht verteilt.

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Soweit die aktuelisierte Bilanz meiner Recherche.

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Viele Grüße,
V. F. Alle

Meinem Berater geht es schlechter als mir – 2015

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Hier ist nun der versprochene dritte Teil meiner Zwischenbilanz.

Von meinem Berater habe ich lange nichts mehr gehört. Im Internet ist er zumindest noch zu finden. Allerdings wurde sein Portraitfoto neben seinen Kontaktdaten entfernt.

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In den vergangenen 15 Jahren ist mein Berater mit seinem Büro zudem mehrmals umgezogen. Das hat mich erst 2014 stutzig werden lassen, nachdem ich bei Anrufen bei einem „zentralen DVAG-Büroservice“ landete und nicht mehr in seinem Büro. Zuvor hatte ich in seinem Büro erst regelmäßig seine Frau, später einen männlichen Mitarbeiter und 2012 eine weibliche Assistentin erreicht. Die Damen vom DVAG-Büroservice vermittelten mir allerdings den Eindruck, dass sie meinen Berater gar nicht persönlich kennen.

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Ich habe die Adressen daher kurz aufgesucht, die mir von meinem Vermögensberater bekannt waren. Das stattliche Bürogebäude in dem mein Berater 2002 noch mit vielen DVAG-Kollegen arbeitete, ist inzwischen an mehrere andere Unternehmen vermietet. Nichts ist mehr zu erkennen, von dem einheitlichen DVAG-Aussehen, welches das Gebäude zuvor von außen sowie bei der Innenarchitektur geprägt hatten.

Aktuell teilt sich mein Berater (zumindest laut den Türschildern)  mit zwei Kollegen ein anderes Büro. Es liegt in einem Industriegebiet, in das ich keine Kunden einladen würde. Der Büronachbar konnte mir nicht sagen, wann die Herren in den Büroräumen arbeiten.

Das klingt für mich nicht gut.

Weil mich mein Berater immer zu Hause besuchte, war mir das damals nicht aufgefallen. Da hatte ich die Adressänderungen einfach hingenommen. Er hatte ja auch einen Kollegen eingestellt und brauchte scheinbar mehr Platz. Das klang für mich plausibel. Vielleicht hätte ich vorher stutzig werden sollen.

Ich will nicht nachtreten und werde meinen Vermögensberater auch in Ruhe lassen. Mir ist es nur wichtig, potenzielle Mitarbeiter von Strukturvertrieben auch auf solche Entwicklungen hinzuweisen. Nur deshalb schreibe ich noch einmal über meinen Vermögensberater.

Ich weiß ja inzwischen, welche Glitzerwelt neuen Mitarbeitern von den Vertriebsprofis präsentiert wird.

Mit freundlichen Grüßen,

V. F. Alle

Zwischenruf: Recherchieren statt boykottieren

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Schlechte Nachrichten für alle Menschen, denen eine ausgewogene Berichterstattung wichtig ist.
Der Veranstalter der Farbenspiel-Tournee von Helene Fischer verlangt von Fotografen, die Bilder nur in vorbestimmten Medien zu verwenden. Alle anderen Nutzungen müssen demnach mit dem Veranstalter gesondert abgestimmt werden.

Der Deutsche Journalisten Verband (DJV) sieht in den Vertragsbedingungen des Konzertveranstalters einen Knebelvertrag und einen Eingriff in die Pressefreiheit. Das berichten unter anderem das Medienmagazin Meedia und das Nachrichtenportal news.de.
Etwas differenzierter wird es im Beitrag der „Welt“. Dort wird erwähnt, dass der Veranstalter das Recht dazu hat und, dass so etwas bei US-Stars bereits üblich sei.

Der DJV forderte die Fotografen dazu auf, auf eine Berichterstattung zu verzichten – also die Veranstaltungen zu boykottieren.

Ich halte das für eine schlechte Idee. Die Journalisten sollten lieber recherchieren statt boykottieren.

Stattdessen wird weiter viel über die App geredet, die ja von einem Finanzvertrieb gesponsert wird. Der wird zwar in der Regel nicht genannt, darf aber dann Werbung machen, sobald ein Fan die App heruntergeladen hat. Und das Werbepotenzial ist riesig: viele tausende Fans pro Konzert.
Heute Morgen lief ein Bericht über das Fischer-Konzert in Rostock im ZDF-Morgenmagazin. Die Redakteure des Beitrages hatten darauf verzichtet, die Lightshow-App zu erwähnen. Das übernahm dafür die Moderatorin, die das für eine wichtige Information hielt.

Wieder ein Punkt für meinen Finanzdienstleister.

Ist das die schöne neue Medien-Welt?

Viele Grüße,
V. F. Alle

Zwischenruf: Positive Überraschung

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Deutsche-Bank-Privatkundenvorstand Rainer Neske verlässt das Geldhaus nach 25 Jahren ohne Abfindung“, das hat Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingard in seinem heutigen Morgenbriefing (Newsletter) berichtet. Demnach verzichte der Bankvorstand gegen den Rat seiner Anwälte „auf das übliche Gefeilsche um Millionensummen.“

Wenn das wirklich so ist, dann kann ich nur sagen: Respekt!

Jeder Mensch ist in der Lage sein Handeln gegen branchenübliches Verhalten zu korrigieren.

Herzliche Grüße,
Martin Ciupek