Ich weiss nicht, was soll es bedeuten …

Gepostet am Aktualisiert am

Vor wenigen Tagen bin ich auf eine angeregte Diskussion im Forum geprellte Vermögensberater gestoßen. Darin wird eine Rede des neuen DVAG-Chefs Andreas Pohl zitiert. Es geht darüber hinaus auch um die Interessenvertretung für Vermögensberater (IHD).
Im Text von März 2015 (anlässlich der Vorstellung der neuen DVAG-Geschäftszahlen) heißt es: „Warum sind seit dem Tod meines Vaters die Medien und das Internet so feindlich gegen die DVAG?“
Siehe: http://www.geprellte-vermoegensberater.org/viewtopic.php?f=35&t=459&sid=fab8755b4d57a685f1e8d445ca6f8628

Ich habe bisher nicht prüfen können, ob dieser Satz wirklich von Andreas Pohl stammt. Wenn das so ist, dann ist er allerdings schlecht informiert oder hat Gedächtnislücken.
Kritische Medien und auch ich hatten schon vorher mehrfach bei seinem Vater und der DVAG-Führung um eine Stellungnahme gebeten und auf mögliche Missstände hingewiesen.

Wenn sein Sohn davon tatsächlich nichts gewusst hat, dann deutet das darauf hin, dass sein Vater Reinfried Pohl solche Themen erfolgreich in seiner Familie ausgeblendet hat bzw., dass sein Sohn  das auch ausblendet. Das scheint sogar plausibel. Denn: Noch im April 2014 sagte Pohl Senior in einem Interview mit der FAZ auf eine Frage zur Finanzkrise, dass es bei der DVAG keine Probleme mit Lehman-Zertifikaten gegeben habe. Dabei musste ihm aber schon klar gewesen sein, dass Kunden, denen die DVAG den SEB Immoinvest und der DWS Immoflex vermittelte, nicht mehr so einfach an ihr Vermögen kommen. Dazu gab es dagegen durchaus Schadensersatzprozesse gegen die DVAG.
Wer derart dreist mit Journalisten flunkert, der muss sich wohl kaum wundern, wenn die Medien sein Unternehmen künftig kritischer beurteilen.

Genau das meinte ich mit meinem Beitrag „Aussitzen gilt nicht mehr“ und der Grafik „Aussitzen verboten“. Für Reinfried Pohl passte die Strategie des Verschweigens unangenehmer Details noch. Sein Sohn muss nun die Konsequenzen ausbaden und zweifelt scheinbar an sich und nicht an dem was sein Vater ihm hinterlassen hat.

Das ist die Crux in diesem System.
Wenn alle so darauf bedacht sind, nur positive Perspektiven zu sehen, dann wird es umso schwerer, wenn die Illusion zerplatzt.

Im Moment setzt die DVAG vorwiegend auf Illusion. In der Vergangenheit hatte das ja scheinbar gut funktioniert. Und die Gesellschaft (damit meine ich nicht nur die DVAG-Berater und -Kunden) sehnt sich nach positiven Erlebnissen – in einer Welt in der nichts mehr sicher scheint.

Ein wenig erinnert mich das an das Gedicht von Heinrich Heine über die Loreley. Eine Jungfrau mit goldenem (blondem) Haar verzaubert Männer mit einer „gewaltigen Melodei“. Sie wird ihnen damit zum Verhängnis glaubt der Dichter, weil die Schiffer die Felsenriffe nicht beachten.

Wer der dem schönen Gesang mehr Aufmerksamkeit schent als den Felsen, läuft Gefahr in den Fluten zu versinken.
Wer dem schönen Gesang mehr Aufmerksamkeit schenkt als den Felsen, läuft Gefahr, in den Fluten zu versinken.

Nach meiner Meinung, sollten wir uns alle (Kunden, Mitarbeiter/Vermögensberater, Top-Manager und Politiker) nun den Felsen widmen. Es wird für uns und unsere Nachkommen künftig nicht besser, wenn wir sie weiter ignorieren.

Mit freundlichen Grüßen,
V. F. Alle

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2 Gedanken zu „Ich weiss nicht, was soll es bedeuten …

    alfons sagte:
    03/07/2015 um 6:20 pm

    Hallo DVAG-Geschädigter-Kunde,

    Ihr Kollege und DER FONDS-Chefredakteur Wachtendorf hat den Mut sein Angewidertsein durch DVAG-Prostituierte wie Jürgen Klopp und Politik lautstark zu äußern.

    Er irrt sich dass es bei der DVAG keinen Nuttenskandal gibt.

    Dortmunds Trainer-Idol und Deutschlands größter Finanzvertrieb – passt das zusammen?
    DER-FONDS-Chefredakteur Egon Wachtendorf macht sich ein paar Gedanken zu Jürgen Klopps neuer Freizeitbeschäftigung, die vielleicht nicht jedem gefallen werden.

    Waren Sie auch so enttäuscht wie ich? Jürgen Klopp, zweifacher Meistertrainer des Ballspielvereins Borussia 09 e.V. Dortmund und wegen seiner Geradlinigkeit Sympathieträger für Millionen Fußballfans, coacht künftig die Berater des Allfinanzvertriebs DVAG und hilft ihnen, im Verkauf noch etwas erfolgreicher zu werden. Ausgerechnet die DVAG! Wo doch Klopp bislang als Markenbotschafter der Volks- und Raiffeisenbanken scheinbar voller Inbrunst für eine Sache geworben hatte, von der er als langjähriges Genossenschaftsmitglied auch persönlich überzeugt schien.

    Nein, nein, war nur Spaß. In Wahrheit bin ich kein bisschen enttäuscht. Im Gegenteil. Es hätte mich sogar arg gewundert, wenn Jürgen Klopp nicht früher oder später bei der DVAG gelandet wäre. Der Weg dorthin war in gewisser Weise vorgezeichnet. Nicht nur, weil Klopp unmittelbar vor den Genossenschaftsbankern – die auch nicht per se die besseren und ehrlicheren Geschäftspartner sind – schon den noch schlechter beleumundeten Drückern der Ergo-Tochter HMI zu mehr Popularität verholfen hatte. Sondern vor allem, weil die DVAG seit jeher darauf aus ist, die populärsten Sport-Persönlichkeiten des Landes an sich zu binden. Und weil Geld bei dieser Strategie noch nie geschadet hat.

    Für Klopp ist der DVAG-Deal wie ein Sechser im Lotto. Dem Vernehmen nach erhält er für seine dreijährige Tätigkeit ein Honorar, das nahe an drei Millionen Euro heranreicht. Dafür macht er nicht viel anderes, als er schon bei Borussia Dortmund gemacht hat, ohne sich – anders als am Schluss bei der im Sex-Sumpf versinkenden HMI – um seinen guten Ruf sorgen zu müssen. Schließlich befindet er sich bei der DVAG in bester Gesellschaft: Für das Unternehmen, das vor einigen Wochen den 40. Geburtstag mit einem Exklusiv-Konzert von Schlager-Queen Helene Fischer in der Frankfurter Commerzbank-Arena gefeiert hat, warben oder werben unter anderem Formel-1-Legende Michael Schumacher, Fußballnationalmannschafts-Trainer Joachim Löw, Schwimm-Weltmeister Paul Biedermann, Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann und der Extremsportler Joey Kelly. Hat es der Reputation einer dieser Personen geschadet?

    Letztlich sehe ich dieses Engagement sportlich: Natürlich könnte sich Klopp, wie jeder einzelne seiner Mit-Werber auch, fragen, was genau er da unterstützt und ob er seinen Fans damit einen Gefallen tut. Im Grunde genommen erwarte ich jedoch von jedem Formel-1- oder Borussia-Dortmund-Anhänger, dass er das eine vom anderen zu trennen versteht. Wenn jemand glaubt, er könne bedenkenlos seine Unterschrift unter einen von der DVAG vermittelten Versicherungs- oder Investmentvertrag setzen, nur weil er Michael Schumacher oder Jürgen Klopp einmal mit einem Käppi dieser Gesellschaft hat herumlaufen sehen, kann ich nur sagen: selber schuld, eins zu null für die DVAG.

    Ganz anders sieht es aus mit den hohen Damen und Herren aus der Politik, die in den vergangenen Jahrzehnten noch während ihrer aktiven Zeit geschäftliche und mitunter sehr persönliche Beziehungen zur DVAG aufgebaut haben. Leute wie Helmut Kohl, Theo Waigel, Bernhard Vogel, Horst Teltschik, Friedrich Bohl, Friedhelm Ost, Walter Wallmann, Petra Roth oder Guido Westerwelle – um nur einige zu nennen – wurden auch deshalb gewählt, um Firmen wie der DVAG funktionierende und ihre Kunden nicht übervorteilende Rahmenbedingungen zu setzen. Daran, dass diese Aufgabe immer mit dem nötigen Engagement betrieben wurde, habe ich, wenn ich liebedienerische Grußbotschaften wie jene von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich einer DVAG-Vertriebskonferenz aus dem Jahre 2008 lese, doch arge Zweifel und bin wirklich enttäuscht, um nicht zu sagen: angewidert. Kein Spaß.

      vfalle geantwortet:
      03/07/2015 um 7:35 pm

      Einer verlässt sich auf die anderen. Das gilt für Sportler, Politiker und Kunden. Ich bin wohl einer der Kunden die das inzwischen erkannt haben. Bei Sportlern und Politikern könnte das noch etwas dauern. Denn während die einen nur glauben zu profitieren, bekommen die anderen viel Geld oder einen Job bei der DVAG.

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