Einfach die Kinder ernähren – oder der Unterschied zwischen Recht haben und Recht bekommen

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Bereits vor einiger Zeit wurde ich auf die Internetseite eines Vermögensberaters der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) aufmerksam gemacht, der seine Erfahrungen im Streit mit seinem Arbeitgeber vor Gericht dort dokumentiert. Er kommt dort unter anderem zu dem Ergebnis, dass selbst neue Erkenntnisse an den Gerichten nicht unbedingt zur Veränderung der Situation für ihn und seine Berufskollegen führen. Siehe: http://www.scheinselbstaendig-vermoegensberatung.de/

Ähnlich wie Norbert Blüm in seinem Buch „Einspruch! : Wider die Willkür an deutschen Gerichten“, nennt Uwe K. einige Beispiele die verdeutlichen, dass Recht haben und Recht bekommen immer noch zweierlei ist. Auch er deutet an wie schwer es ist, dagegen anzukommen.

Recht haben und Recht bekommen ist zweierlei. Auch Richter(innen) sind nur Menschen. Zu kritisieren ist nur der Umgang mit Fehlurteilen un Fehleinschätzungen.
Recht haben und Recht bekommen ist zweierlei. Allerdings sind auch Richter(innen) nur Menschen. Zu kritisieren ist daher nur der Umgang mit Fehlurteilen und neuen Erkenntnissen.

Weil ich den Autor nicht kannte, habe ich Kontakt zu ihm aufgenommen. Ich hätte ihn gerne für meinen Blog interviewt. Doch er scheint ein bescheidener Mensch zu sein, dem es nicht darum geht sich in den Vordergrund zu stellen, sondern jemand, dem es um die Sache geht.

Ich, der Kunde, der sich von seinem Finanzdienstleister missverstanden fühlt und auf eine Klage gegen seinen Berater verzichtet, habe also Kontakt zu einem Vermögensberater der juristisch gegen sein Unternehmen (formal ist er selbständig) vorgeht.
Das klingt zunächst seltsam. Ich sehe allerdings einige Gemeinsamkeiten.
Wenn ich Uwe K. richtig verstanden habe, geht es ihm ebenso wenig wie mir darum, einzelne Menschen anzuprangern. Niemand ist fehlerfrei. Es geht vielmehr darum, auf Missstände hinzuweisen, die sich in den vergangenen Jahren verfestigt haben und bisher scheinbar von den Beteiligten als gegeben hingenommen werden.

Uwe K. bestätigt mich in meiner Einschätzung, dass Richter auch nur Menschen sind und, dass ein Weg vor Gericht für mich nicht unbedingt zu einem befriedigenderen Ergebnis geführt hätte.

Der erfolgversprechendste Weg für mich wäre ohnehin gewesen, meinen Berater zu verklagen. Gegen ihn hätte ich vielleicht vor Gericht gewinnen können. Am System, welches ich damals schon vermutete, hätte das allerdings nichts verändert. Den Eindruck den ich von der DVAG-Spitze hatte, konnte ich damals nicht gerichtssicher belegen.
Zudem hat mein Vermögensberater Kinder, genauso wie ich. Sollte ich einem anderen Menschen die Existenzgrundlage entziehen, nur um Geld für mich und meine Familie rauszuschlagen? Nein, das passte einfach nicht mit meinen Vorstellungen von Werten und Moral zusammen. Schließlich fehlte mir zwar Geld, aber meine Familie war nicht in ihrer Existenz bedroht.

Der Dialog mit Uwe K. hat mich daran noch einmal erinnert. Auch er hat demnach eine Familie und sieht es als Hauptaufgabe seine Kinder zu ernähren. Das Gleiche gilt für Eltern in unterschiedlichen Ländern und unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die ich in meinem Leben bisher kennenlernen konnte.

Wenn ich mir die aktuellen Auf-und-ab-Bewegungen an den Finanzmärkten ansehe, dann habe ich den Eindruck, dass hier das umeinander kümmern zu kurz kommt. Was Uwe K. und ich mit der DVAG erleben, das erleben andere Menschen mit anderen Unternehmen, Richtern und Politikern. Es geht scheinbar nur noch um höher, schneller, weiter. Glücklich sind dabei immer weniger Menschen, weder die, die nach mehr Besitz streben, noch die die einfach nur ihre Familie ernähren wollen.
Menschen in diesem System setzten sich selbst unter Druck und sie setzen damit auch andere unter Druck. Die Folgen sind weltweit auf unterschiedliche Weise erkennbar.

Es ist gut, wenn viele Menschen erkennen, dass es so nicht weiter gehen kann. Noch besser ist es, wenn dann auch viele Menschen gemeinsam zu einer Lösung beitragen. Schuldige zu suchen ist kontraproduktiv. Jetzt gilt es nach vorne zu schauen. Ich bin dazu bereit.

Noch einmal danke an Uwe K.

Danke dafür, dass er den Mund aufmacht, statt sich mit seinen unbequemen Erfahrungen zu verstecken. Ich wünsche ihm und seiner Familie alles Gute.

Viele Grüße,
V. F. Alle

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