Maximale Motivation: Sie folgen ihm wie dem Rattenfänger

Gepostet am Aktualisiert am

Über einen Beitrag im Magazin Focus Online bin ich auf den Werbefilm der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) mit Jürgen Klopp gestoßen. Im Focus-Artikel wird auf ein Interview von Jürgen Klopp im Magazin der DVAG verweisen, das wiederum auf den Werbefilm weiterleitet.
Als ich den Film zu ersten Mal gesehen habe, kam mir spontan die Assoziation zum Rattenfänger von Hameln.
Jede(r) möge sich sein eigenes Urteil bilden: https://vimeo.com/125890976

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Der Millionendeal mit Klopp scheint sich also für die DVAG auszuzahlen, wenn klassische Medien nun schon aus der Unternehmenszeitschrift zitieren.

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Mir fällt nur auf, dass das Marketing der DVAG, welches mich früher auch eingefangen hatte, nun noch subtiler wird.

„Man muss nicht für sich täglich Deutscher Meister werden oder zahlreiche Verträge abschließen, es aber für ein Team zu tun beziehungsweise für andere, für die man Verantwortung übernommen hat, ist wichtig und gehört auch zum Erwachsenwerden dazu,“ sagt Klopp beispielsweise im DVAG-Magazin.

Das klingt plausibel. Im Buch des DVAG-Gründers Reinfried Pohl klang das noch anders Das sprach Pohl zwar auch von der DVAG als Familie, bewies allerdings einen sehr speziellen Familiensinn:

„Ein Vorteil des strukturierten Systems ist, dass derjenige, der einen Fehler macht, sich selbst bestraft. … … Wer Fehler macht, muss dafür den Kopf hinhalten, das ist doch logisch.”

Erkennen Sie den Unterschied?

Deja vu: War da was? Irgendwie erinnert die Mitarbeitersuche der DVAG an die Rekrutierung von Soldaten im ersten Weltkrieg. Wer im Netz sucht, findet sicher die Originalmotive.
Deja-vu: War da was? Irgendwie erinnert die Mitarbeitersuche der DVAG an die Rekrutierung von Soldaten im ersten Weltkrieg. Wer im Netz sucht, findet sicher die Originalmotive.

Fakt ist: Die DVAG braucht unbedingt neue, motivierte Mitarbeiter, die ihr neue Kunden zuführen. Laut Versicherungswirtschaft Heute ist die Zahl der Direktionen in den vergangenen Jahren zurück gegangen.  http://versicherungswirtschaft-heute.de/vertrieb/dvag-startet-rekrutierungsoffensive/
Gleichzeitig seien verschiedene Geschäfte rückläufig gewesen oder stagnierten.
Und: Seit Anfang 2015 streitet die DVAG-Führung mit Vermögensberatern (http://handelsvertreter46.rssing.com/browser.php?indx=41882487&item=1 ), die eine unabhängige Interessenvertretung gründeten. Hintergrund: Formal sind die Vermögensberater eigenständige Handelsvertreter und es gibt daher keinen Anspruch auf so etwas wie einen Betriebsrat.
Warum dies manchen Vermögensberatern inzwischen wichtig erscheint, lässt sich aus folgender Blog-Diskussion erahnen. http://www.geprellte-vermoegensberater.org/viewtopic.php?t=539&p=5785

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Zurück zum Coach:
Nach seinen schlechten Erfahrungen als Werbepartner der Hamburg Mannheimer sollte Herr Klopp da vielleicht etwas genauer hinschauen und sich nicht so leicht von einer „guten Stimmung“ und einem Millionen-Euro-Betrag hinreißen lassen.
Wie sieht es da mit seiner Verantwortung für die vielen jungen Menschen aus, die ihn als Fußballtrainer bewundern und nun seiner Empfehlung bei der Berufswahl vertrauen?

Und noch etwas sollten junge Menschen beachten, die sich von der DVAG-Werbung angesprochen fühlen. Im Fußball und nun anscheinend auch bei der DVAG werden jungen Menschen zu Höchstleistungen angespornt. Doch diese Höchstleistung lässt sich nicht bis zum Rentenalter durchhalten. Das wird gerade bei Fußballspielern deutlich.
Überlegen Sie sich, ob Sie mit dem Unternehmen alt werden können, auch wenn Ihre Leistungsfähigkeit irgendwann nachlässt.
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Viele Grüße,
V.F. Alle
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Fußnote:
Renommierte Wirtschaftsmedien sehen Sparer weiterhin als leichte Beute für Finanzprofis. Insbesondere, wenn diese mit Spitzensportlern werben, sei Vorsicht angebracht.
Siehe: http://www.handelsblatt.com/my/finanzen/steuern-recht/recht/grauer-kapitalmarkt-die-scharlatane/11681780.html
bzw.
https://vfalle.wordpress.com/2015/05/30/nebenwirkungen-geld-und-gesundheit/
Während sich einfache Sparer bescheiden mit immer weniger Rendite begnügen, gehen im Fußball gerade die Verdiensterwartungen durch die Decke. Aber das ist wieder eine andere Sache.

Vor Jürgen Klopp als Fußballtrainer habe ich übrigens großen Respekt. Meine Kritik gilt lediglich dem System im Finanzvertrieb. Menschen die sich jetzt in das Pyramidensystem der DVAG begeben, sollte sich daher auch mit den kritischen Erkenntnissen dazu auseinander setzen. Denn das system lebt davon, dass sich an der Basis viele abstrampeln und die höheren Ebenen nur einigen wenigen vorbehalten bleiben. Des halb ist es wichtig den Glauben aufrecht zu halten, dass es jeder nach oben schaffen kann. Dazu braucht es erfolgreiche Motivatoren und ein Marketing, welches das geschickt unterstützt.

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6 Gedanken zu „Maximale Motivation: Sie folgen ihm wie dem Rattenfänger

    Thomas sagte:
    01/10/2015 um 9:37 am

    Ich finde es einfach nur schlimm was im Internet über die DVAG geschrieben wird, als ob man nichts besseres zutun hat. Jeder der einigermaßen klar denken kann weiß, das es einfach nur schwachsinn ist. Die DVAG ist weder eine Sekte wie es so oft gesagt wird, noch werden dort irgendwelche sektenähnlichen Dinge praktiziert , es gibt auch keine Gehirnwäsche usw. Diese Personen die so etwas behaupten sollten sich was schämen, das hat nichts mehr mit Menschlichkeit zu tun. *hust* E.Sxxxx *hust*

      vfalle geantwortet:
      02/10/2015 um 8:42 pm

      Danke für den Kommentar. Darf ich fragen ob Sie Theologe, Soziologe bzw. Psychologe sind oder selbst aus der Finanzbranche kommen.
      Das würde mir helfen Ihren Kommentar besser einordnen zu können.

      Menschlichkeit ist auch für mich ein hoher Wert. Ich weiß, dass die DVAG noch heute damit wirbt. „Wie schon sein Vater steht Andreas Pohl für die im Unternehmen gelebten Werte: Leistung, Stärke und Menschlichkeit.“ siehe: http://www.presseportal.de/pm/6340/3061240

      Bevor ich diesen Blog begann, habe ich die „Menschlichkeit“ beim DVAG-Management gesucht. Ich habe sie bis heute nicht gefunden. Was ich gefunden habe, dient eher der Motivation des Vertriebspersonals.
      Dafür bin ich auf einen anderen Punkt gestoßen. Es magelt an Selbstreflektion. Wie ich von einem Theologen und Managementberater weiß, ist das heutzutage leider keine Seltenheit.

      Werte die nicht konsequent gelebt werden sind leider wertlos.

    Thomas sagte:
    07/10/2015 um 11:00 am

    Ich komme aus der Finanzbranche. Das Sie die Menschlichkeit noch nicht gefunden haben ist wirklich schade, aber ich kann es Ihnen auch nicht verübeln mit Ihrer schlechten Erfahrung mit einem DVAG Mitarbeiter. Villeicht kann ich Ihnen helfen bei der suche zu dem Punkt Menschlichkeit beim DVAG Management. Dazu sage ich nur, Familientag!
    LG

      vfalle geantwortet:
      10/10/2015 um 11:49 am

      Ihre Formel lautet also vereinfacht Party = Menschlichkeit?
      Das klingt mir zu simpel.

      Ganz unabhängig von einer Branche betrachtet, wird Ihnen nahezu jeder Star nach Ende seiner Karriere sagen können, dass es auf Partys immer viele „Freunde“ gab. Wer ein echter Freund ist und ohne Hintergedanken menschlich handelt, das zeigt sich erst in einer Krise.

      Auf die DVAG bezogen: Ein Familienfest vermittelt natürlich den Eindruck, dass das Unternehmen hier mehr für die Mitarbeiter tut als andere in der Finanzbranche.

      Ich habe übrigens einige Sektenerfahrung in meinem Familienumfeld sammeln können. Dadurch kann ich Ihnen sagen, dass es auch Sekten wichtig ist, die Familien neuer Mitglieder möglichst schnell für die Sekte zu begeistern. Im Zusammenhang mit der DVAG hatte ich das noch nicht betrachtet. Aber nun, da Sie das angesprochen haben, … Doch das möchte ich nicht weiter ausführen.

      Noch einmal: Mir geht es nicht darum, einzelne Vermögensberater zu kritisieren. Ich habe auch keine schlechten Erfahrungen mit (m)einem DVAG-Mitarbeiter gemacht – im Gegenteil. Ich habe schlechte Erfahrungen mit dem Unternehmsgründer Reinfried Pohl und seinen direkten Untergebenen gemacht. Das ist für mich ein gravierender Unterschied.

    König Salomo sagte:
    27/11/2015 um 11:22 pm

    ´´Bevor ich diesen Blog begann, habe ich die “Menschlichkeit” beim DVAG-Management gesucht. Ich habe sie bis heute nicht gefunden.´´

    Lieber vfalle,

    was hätte das Management Ihres Finanzdienstleisters denn tun müssen, damit Sie ´Menschlichkeit´ hätten finden können ?

    Liebe Grüße
    König Salomo

      vfalle geantwortet:
      28/11/2015 um 6:07 pm

      Lieber König Salomo,

      die DVAG-Spitze stellt die DVAG besser als Banken dar, das wurde nach der Finanzkrise immer wieder betont. Zudem spricht – Entschuldigung sprach – DVAG-Gründer Reinfried Pohl immer gerne davon, dass die Problemfälle Einzelfälle sind.

      Ich hätte gerne mit ihm darüber geredet, weil die DVAG-Kunden denen der SEB Immoinvest vermittelt wurde, definitiv keine Einzelfälle sind. Dafür sind es nach meiner Kenntnis zu viele. Mehrfach habe ich entsprechende Angebote an ihn und später an den DVAG-Chefvolkswirt geschickt.

      Zudem habe ich sowohl meinen Berater als auch die DVAG-Spitze deutlich gemacht, das es z.B. bei der Commerzbank auf Anweisung der Unternehmensspitze kostenlose Sonderdarlehen für SEB-Immoinvest-Kunden gab. Ihr Unternehmen konnte mir so etwas nicht bieten. Ihr Chefvolkswirt hat mir statt dessen dreist ein neues, „günstiges“ Darlehen angeboten. Er wollte dagegen nicht darauf eingehen, dass ich der DVAG meine Erbschaft zur Tilgung der ebenfalls über die DVAG bei der SEB Bank (heute Santander) laufenden Darlehen anvertraut hatte.

      Ein kostenloses Darlehen habe ich dann selbst mit der Santander-Bank ausgehandelt. Der Dienstleister, der mit Beratung aus einer Hand wirbt (die DVAG), wollte mir dabei nicht helfen. Laut einem meiner Freunde, der selbst im Versicherungsgeschäft arbeitet und mit Ihrem Unternehmen verhandelt hat, ist das bei der DVAG normal. Der Fokus ist der Vertrieb und für die Detailfragen von laufenden Verträgen seien die DVAG-Partner zuständig. Aachen-Münchener-Kunden können das vermutlich bestätigen.

      Nach den Erkenntnissen komme ich zu dem Ergebnis, dass das DVAG-Marketing die Leistungen des Unternehmens unrichtig darstellt und die Unternehmensleitung kein Interesse hat, daran etwas zu ändern. Und: Banken haben nach der Finanzkrise (auch mit „Hilfe“ strengerer Regulierungen) dazugelernt haben – nur die DVAG-Führung anscheinend nicht.

      Dabei ist die Verantwortung der DVAG-Führung noch größer als die von Bankenchefs.
      Wenn Kunden weniger von ihren Ersparnissen haben, als ihnen versprochen wurde, ist das vielleicht noch verkraftbar. Aber wie sieht es für die Mitarbeiter aus. Mitarbeiter bei Banken können vielleicht noch mit einer Abfindung rechnen. Vermögensberater sind dagegen als Handelsvertreter formal selbständig – obwohl sie zu 100% von der DVAG abhängig sind. Erkennen Sie den Unterschied?

      Sie können mir glauben, ich habe mir wirklich Mühe gegeben mit Ihren Chefs ins Gespräch zu kommen.

      Viele Grüße,
      V. F. Alle

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