#RefugeesWelcome: Netzwerkmarketing statt Journalismus?

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Zeitungen gelten als wenig innovativ. Bei Bild ist das anders. Nach und nach hat das Blatt Kompetenzen im Netzwerkmarketing (Empfehlungsmarketing, MLM) aufgebaut. Deutlich wird das an der aktuellen Aktion des Titels, der Zeitung und Onlineauftritt umfasst.
Mit seiner Aktion „RefugeesWelcome“ ist es dem Chefredakteur von Bild gelungen, kostenlose Werbefläche auf den Trikots der Bundesligaclubs zu ergattern. Auch andere Prominente zeigten sich im Rahmen der Aktion bereits mit dem Logo der Bild-Aktion. Das nutzt der Titel wiederum für Eigenwerbung. Ein effizienteres Marketing kann es kaum geben.

Gelernt hat das der Bild-Chefredakteur vermutlich bei Google oder vielleicht auch beim Bild-Werbepartner Deutsche Vermögensberatung (DVAG), also einem professionellen Strukturvertrieb. Damit sollte nun jedem klar sein, warum dieser Beitrag in einem Blog über meinen Finanzdienstleister auftaucht.

Das Prinzip ist einfach. Es setzt nicht auf Schwarmintelligenz, sondern auf Schwarmvertrauen. Menschen vertrauen den Aussagen ihrer Freunde und Vorbilder aus Sport, Politik oder auch Wirtschaft. Da wir die Intelligenz schon mal abgeschaltet, wo bei einem Fremden kritisch hinterfragt wird.

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Für Bild wäre die Rechnung fast aufgegangen, wenn da nicht der St.-Pauli-Kommentar des übereifrigen Chefredakteurs gewesen wäre.

Der Versuch Kritiker auszuschließen (Punkt 6 in meinem Beitrag Empfehlungsmarketing wirkt auf allen Ebenen) führte schließlich zu unerwarteten Gegenreaktionen. Die Twitter-Aktion, die Weigerung des FC St. Pauli an der Bild-Aktion mitzumachen mit „Kein Herz für Flüchtlinge“ zu kommentieren, sorgt seitdem für viel Wirbel im Netzt und in anderen Medien.

Kritiker ausschließen, ist Teil des Netzwerkmarketings und hat mit Journalismus nichts zu tun.
Stimmungsmache: Kritiker auszuschließen, ist Teil des Netzwerkmarketings und hat mit Journalismus nichts zu tun.

Die Strategie des Chefredakteurs hätte auch funktionieren können. Nur: Weil die bisherigen Aktivitäten des Hamburger Fußballvereins nicht medial ausgeschlachtet wurden, waren sie ihm wohl entgangen.
Ein kleiner Fußballverein und viele Fans regieren nun sehr Intelligent auf die Kritik des Meinungsführers von Bild. Fußballbegeisterte Menschen mögen einfacher gestrickt sein, als ein Chefredakteur mit besten Kontakten zu hochrangigen Persönlichkeiten. Dumm sind sie deswegen noch lange nicht.

Den Bild-Lesern und Bild-Online-Nutzern sollte damit klar werden, dass es dem Titel längst nicht mehr um Meinungsbildung geht, sondern um Meinungsmache. Das ist ein großer Unterschied.

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Danke an alle die ohne RefugeesWelcome-Sticker und ohne mediale Aufmerksamkeit Flüchtlingen tatkräftig helfen. Sie sind die wahren Helden. Denn sie helfen ohne Hintergedanken.

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Viele Grüße und noch ein schönes Wochenende,
V. F Alle

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