SEB Immoinvest 2015: Die Fondsmanagerin ist weg und der Potsdamer Platz bald auch

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Diese Woche feierte der neue James Bond Film am Potsdamer Platz in Berlin Premiere. Im Dienste seiner Majestät geht er in „Spectre“ auf Verbrecherjagt.
Auch für den offenen Immobilien-Fonds SEB Immoinvest spielt der Potsdamer Platz eine wichtige Rolle. Hier hatte die Fondsgesellschaft mächtig investiert. In der Vergangenheit war das auch mit einem Schild am Potsdamer Platz 1 kenntlich gemacht. Das Schild ist inzwischen verschwunden. Was ist zwischenzeitlich passiert?

Der Potsdamer Platz 1 in Berlin gehörte zu den Perlen im SEB-Immoinvest-Portfolio. 2012 wurde das noch mit einem Schild am gebäude angezeigt. 2015 ist der Hinweis verschwunden. Foto: vfalle
Der Potsdamer Platz 1 in Berlin gehörte zu den Perlen im SEB-Immoinvest-Portfolio. 2012 wurde das noch mit einem Schild am Gebäude angezeigt. 2015 ist der Hinweis verschwunden. Foto: vfalle.wordpress.com

SEB Asset Management verkauft – Fondsmanagerin Knofloch wechselt Unternehmen

Gehen wir ein paar Monate zurück. Denn 2015 hat sich einiges in Sachen SEB Immoinvest getan.
Im März verkündete das Manager-Magazin, dass wohl nichts aus dem Plan der SEB Asset Management (SEBAM) wird, zwei neue Immobilienfonds aufzulegen. Stattdessen wurde bekannt, dass die britische Immobilien-Investmentgesellschaft Cordea Savills die SEBAM von der SEB übernehmen will. Kaufpreis laut Manager Magazin: 21,5 Mio. €.
Siehe: http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/die-immobilienfonds-marke-seb-ist-bald-vergangenheit-a-1024366.html
Am gleichen Tag berichtete das Manager Magazin, dass die bisherige Fondsmanagerin Barbara Knoflach noch die Kurve bekommen habe. Knoflach werde ab Sommer Global Head of Investment Management bei BNP Paribas Real Estate, hieß es.
http://www.manager-magazin.de/koepfe/a-1024486.html
Dort ist sie inzwischen angekommen. Siehe: https://www.realestate.bnpparibas.com/bnppre/en/about-us/our-management/barbara-knoflach-p_1638196.html

Für die Fondsmanagerin ist es also scheinbar leicht zu wechseln. SEB-Immoinvest-Anleger haben die Chance nicht (, außer sie verkaufen die Anteile weit unter dem Einkaufswert).

Die Verbindung: SEB , Deutsche Bank, DVAG und die Aachen Münchener
Interessant ist, dass Knoflach laut den Informationen von der Homepage ihres neuen Unternehmens ihre Karriere bei der Deutschen Bank begonnen hat. Daher kommen wohl die guten Kontakte zur Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Das ist vermutlich auch der Grund, warum sich der SEB Immoinvest zu einem erheblichen Anteil im Portfolio DWS Immoflex befindet, den die Deutsche Bank aufgelegt und über die DVAG vertrieben hat. Darüber hinaus gibt es bei der Aachen Müncherner Versicherung fondsgebundene Produkte mit dem SEB Immoinvest, die exklusiv von der DVAG vertrieben werden.

Inzwischen kann ich verstehen, dass das für einfache DVAG-Vermögensberater nicht durchschaubar war. Sie hatten ihren „Finanzexperten“ nach meiner Ansicht genauso vertraut, wie ich ihnen vertraut hatte. Für mich werden diese Netzwerke auch erst jetzt deutlich, obwohl mich schon vor einiger Zeit ein Leser meines Blogs auf die Nähe der Fondsmanagerin zur DVAG-Spitze hingewiesen hatte.

SEB Immoinvest vor Verkauf der Immobilien am Potsdamer Platz
Im Juli berichtete die Berliner Zeitung schließlich vom „Milliarden Monopoly am Potsdamer Platz“.
Nach Informationen der Zeitung sollen die Immobilen, die zu den Kernwerten des SEB Immoinvest zählen, an ein Unternehmen aus Kanada verkauft werden. Die Zeitung hat gut dokumentiert, wie die Immobilen erworben wurden und was sich seit dem getan hat. Zuletzt waren z.B. große Mieter ausgezogen und die Geschäfte am Potsdamer Platz hatten Konkurrenz durch die neu eröffnete „Mall of Berlin“ am Leipziger Platz erhalten.
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/ehemalige-daimler-city-berlin-steht-vor-verkauf-milliarden-monopoly-am-potsdamer-platz,10809148,31073554.html

Dennoch scheint es nun bald eine größere Ausschüttung für die Anleger des SEB Immoinvest zu geben. Nach Meldungen unterschiedlicher Medien (u.a. Manager-Magazin, Spiegel-Online, ProContra-Online) soll der Verkauf an die kanadische Immobilieninvestor Brookfield Property Partners im Dezember über die Bühne gehen. Mitte Oktober habe der neue Investor einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Zum Kaufpreis wurde in den Medien keine eindeutige Aussage gemacht, lediglich, dass er zwischen 1,2 Mrd. € und 1,5 Mrd. € liegen werde.
So dürfen sich die Anleger vermutlich nach langem wieder auf eine größere Ausschüttung freuen. Denn seit der ersten Ausschüttung 2012 fielen diese eher klein aus.
Siehe: http://www.procontra-online.de/artikel/date/2015/10/seb-immoinvest-potsdamer-platz-verkauft/

Die Tücken von „Core“-Objekten

Ob das für die Anleger jetzt ein gutes Signal ist oder nicht, das wird sich zeigen müssen. Denn die Immobilien am Potsdamer Platz galten als Topadresse des SEB Immoinvest. Fondsmanager sprechen von einem „Core-Objekt“. Diese haben ihre Tücken, wie das Manager-Magazin im Januar 2015 unter dem Titel „Immobilienfonds vertrauen auf trügerische Sicherheiten“ berichtete.
http://www.manager-magazin.de/immobilien/artikel/immobilienfonds-mit-risiko-trotz-core-investments-a-944720.html

Die Frage ist nun, was mit den restlichen Immobilien des Fonds bis April 2017 passiert. Dreieinhalb Jahre hat es nach Beginn der Abwicklung gedauert, um die „Perle“ im Portfolio zu verkaufen. Wie attraktiv sind dann die verbliebenen Immobilen noch, zumal nur noch eineinhalb Jahre zum Verkauf bleiben?
Fakt ist die Top-Manager von DVAG, Deutsche Bank AG und Aachen Münchener AG hatten der Wertigkeit des SEB Immoinvest vertraut, genauso wie deren Mitarbeiter und Kunden auf die Urteile der Finanzexperten vertrauten.

Jetzt hat sich die SEB-Gruppe (die inzwischen zur Santander Bank gehört) von der SEB Asset Management getrennt und die Fondsmanagerin, darf woanders weitermachen. Die Anleger befinden sich in einem fahrenden Zug, bei dem sie keinen Einfluss auf die Fahrstrecke und die Stationen haben. Dumm gelaufen für die Kunden.

Für die Topmanager der Finanzunternehmen ist das scheinbar kein Problem. Auf den Hinweis an den DVAG-Gründer Reinfried Pohl, dass der Fonds nicht so sicher war, wie ihn die DVAG vermittelt hatte, bekam ich 2012 folgende Antwort:

„Dies war so weder von uns noch von anderen wesentlichen Marktbeobachtern vorhersehbar. Vielmehr waren Offene Immobilienfonds, wie der SEB Immolnvest, zum Zeitpunkt Ihres Erwerbs im Jahr 2007 eine sehr begehrte Anlageform unter den Publikumsfonds.“

Vergl.: https://vfalle.wordpress.com/2013/07/page/2/

Höheres Gehalt für größere Verantwortung?

Mir wurde immer gesagt, dass Top-Manager so viel mehr verdienen als einfache Mitarbeiter, weil sie eine höhere Verantwortung tragen. Von der „Beratung aus einer Hand“ (Das galt nur bis zum wurde Erwerb der Finanzprodukte) wurde ich von der DVAG schnell auf die Informationen der SEB- und der Deutschen-Bank verwiesen. Inzwischen bekomme ich die Informationen zu meinen Fondsanteilen direkt von den DVAG-Partnern. Die DVAG-Partner wollten für meine Probleme übrigens auch nicht verantwortlich sein, sondern verwiesen mich zurück an die DVAG.

Wenn die Finanzmanager weiterhin viel mehr Geld verdienen als einfache Menschen und gleichzeitig immer weniger Verantwortung übernehmen, dann gibt es keinen Grund mehr für derart hohe Lohnunterschiede.

Viele Grüße,
V. F. Alle

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