Wie neu sind die „neuen“ Geschäftsmodelle?

Gepostet am Aktualisiert am

Ich meinte mit meinem vorherigen Beitrag  nicht die hochgelobten “neuen” (digitalen) Geschäftsmodelle nach dem Vorbild von Facebook. Sie erinnern mich zu sehr an das Empfehlungsmarketing im Finanzvertrieb, das zuvor schon Menschen wie Carsten Maschmeyer (Ex-AWD-Chef) und Dr. Reinfried Pohl (DVAG-Gründer) reich gemacht hat. Es geht im Kern darum die Interessen von Menschen zu identifizieren, um damit Geschäfte zu machen.

Solche Modelle machen wenige Menschen sehr reich. Durch Stiftungen und Spenden zeigen sie dann ihre Dankbarkeit. Das ist bei Maschmeyer so, das war bei Dr. Pohl so und das signalisierte kürzlich auch Facebook-Gründer Zuckerberg.

Die Sache hat nur einen Haken. Von solchen Spenden und Stiftungen profitieren nur diejenigen, die in der Gunst der Spender liegen. Für alle anderen wird das Leben dadurch eine solche finanzelle Verteilung eher schwerer.

Schlimmer noch: Teilweise gehören die Spenden zur Strategie. So ist ein großer Suchmaschinenbetreiber Geldgeber des “Unabhängigen Forschungsinstituts für Internet und Gesellschaft” an der renovierten Humboldt-Universität zu Berlin. Das Unternehmen nutzt das um bei Veranstaltungen an der Universität eigene Produkte zu bewerben. Ein Mitarbeiter des Instituts gehörte bereits zu den Beratern eines Fachausschusses im Deutschen Bundestag.
Mein Finanzberater macht so etwas schon länger. Siehe meinen Beitrag “Empfehlungsmarketing wirkt auf allen Ebenen”. Das führt soweit, dass eine große Partei sogar im Bundestagswahljahr 2013 ihre Klausurtagung in den Gebäuden meines Finanzdienstleisters abhielt. Wie neutral können Politiker da noch agieren?

DVAG-CDU-Klausur2013
Ort der Begegnung: Fand die CDU-Klausurtagung im Bundestagswahljahr 2013 im gleichen Raum bei der Deutschen Vermögensberatung statt, wie 2015 die Werbeveranstaltung mit DVAG-Werbepartner Jürgen Klopp? Vergleichen Sie selbst. Unanhängig davon, ob die Partei dafür die regulären Veranstaltungskosten gezahlt hat, erzeugt diese Nähe bei mir inzwischen Unbehagen. Das war mal anders. Früher glaubte ich, dass meien Symphatie für die CDU und die DVAG auf gemeinsamen Werten beruhte. Die Bilder sistammen< von der CDU-Homepage und von einem DVAG-Marketingfilm auf YouTube.

 

Der Suchmaschinenbetreiber veranstaltet kostenlose Weiterbildungen für Unternehmensgründer. Der Finanzdienstleister DVAG sponsert eine Fachhochschule der Wirtschaft mit Schwerpunkt Finanzvertrieb, der eigens dafür am Unternehmensstandort in Marburg angesiedelt wurde.

 

So gesehen sind die Strategien und digitalen Geschäftsmodelle alles andere als revolutionär. Durch Big-Data-Analysen sind sie nur deutlich effizienter als die bisherigen Strategien.

Eines hat sich allerdings gravierend geändert: Überall dort wo der wirtschaftliche Druck steigt, können Softwarelösungen schnell für Anpassungen sorgen und damit Manipulation erleichtern. Das war beim Diesel-Abgasskandal so, das scheint bei einem DVAG-Partner so gewesen zu sein (wie Spiegel Online diese Woche berichtete) und es wird künftig voraussichtlich noch häufiger passieren.

 

Da erscheinen mir bescheidenere Geschäftsmodelle, die nicht auf Monopolstellungen oder Olingopole hinauslaufen, inzwischen deutlich sympathischer.

 

Viele Grüße,

V. F. Alle

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s