Die „ausgezeichnete“ Karriere bei der Allfinanz DVAG

Gepostet am Aktualisiert am

„Die Tochtergesellschaft Allfinanz DVAG AG der Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) erzielt zum dritten Mal in Folge die Bestnote im Karriere-Rating der Assekurata Solutions GmbH (Assekurata)“, so heißt es in einem aktuellen Beitrag bei Finanzwelt.de.
Siehe: http://www.finanzwelt.de/index.php?option=com_zoo&task=item&item_id=24747&Itemid=173&acm=1243_610

Zumindest wird erwähnt, dass die Assekurata eine „den deutschen Versicherern nahestehende Agentur ist“. Ansonsten hält sich der Autor eng an die Pressemitteilung zum aktuellen Ranking und übernimmt kritiklos die einseitige Lobhudelei auf das Konzept der DVAG. Hier ist die Pressemitteilung zum Vergleich: http://www.assekurata-solutions.de/fileadmin/mediendatenbank_solutions/Dokumente/Presse/Pressemitteilungen/2016/Allfinanz/Assekurata_Solutions_PM_20_01_2016_Allfinanz_Karriere.pdf

Um potenziellen Vermögensberatern bei ihrer Berufswahl eine objektivere Einschätzung der DVAG zu ermöglichen, empfehle ich eine Diskussion, die ich kürzlich mit „Geprellten Vermögensberatern“ in dem entsprechenden Forum begonnen habe:

http://www.geprellte-vermoegensberater.org/viewtopic.php?f=36&t=648&sid=7f8ec535de6407d3284eda76e98478d7

Darin wird deutlich, welche Rolle „die Neuen“ im Pyramidensystem der DVAG spielen.

Der Autor von Finanzwelt.de lobt dagegen:
„Für Berufsstarter im Vertrieb und Beratung sieht die DVAG ein praxisorientiertes Training vor. Ein verpflichtendes Karriere-Seminar soll allen neuen hauptberuflichen Beratern gleichermaßen das nötige „Rüstzeug“ für die berufliche Selbständigkeit als Vermittlungsunternehmer liefern.“

Durch die enge Verbindung zur DVAG sind Vermögensberater nach meiner bisherigen Erkenntnis allerdings alles andere als selbständig (unabhängig). Im Gegenteil: Sie sind hochgradig abhängig von der Organisation DVAG. Fachanwälte und ehemalige Berater berichten darüber, wie schwer es ist aus dem System wieder raus zu kommen.

Das hat leider auch Auswirkungen auf das Familienbild, welches die DVAG gerne für die Außenwerbung nutzt. Die „große Familie“ der DVAG feiert Erfolge – quasi als positive Konditionierung für einen erfolgreichen Vertrieb. Verlierer werden dagegen von der Familie ausgeschlossen.

Das ist übrigens der Grundgedanke der DVAG, auf den der Gründer Dr. Reinfried Pohl auch stolz war:

„Ein Vorteil des strukturierten Systems ist, dass derjenige, der einen Fehler macht, sich selbst bestraft.“ (Quelle: Reinfried Pohl, „Ich habe Finanzgeschichte geschrieben“, 5. erweiterte Ausgabe, Seite 39, ISBN978-3-455-50198-8) und „Es ist ein Vorteil, dass alle unsere Mitarbeiter Selbständige sind, … … Bei uns wirkt sich Fehlverhalten sofort aus, nach dem Motto: Du musst den Schaden selbst bezahlen.“

Das passt nicht in mein Familienbild: Ich ging bisher davon aus, dass sich Familienmitglieder in guten wie auch in schlechten Zeiten gegenseitig unterstützen?

Zur Assekurata und ihrer Nähe zur Versicherungswirtschaft lässt sich noch eines anmerken:
Für Versicherungsunternehmen ist ein leistungsstarker Vertrieb derzeit überlebenswichtig. Banken, die unmittelbar für die Beratung durch ihre Mitarbeiter verantwortlich sind, können Finanz- und Versicherungsprodukte nicht mehr so agressiv vertreiben, weil sie von der Finanzaufsicht (BaFin) streng überwacht werden. Die DVAG wird dagegen nicht von der BaFin überwacht. Sie hat die Risiken des Finanzvertriebs weitgehend auf die Berater und ihre Kunden übertragen. Wer sich doch mit der DVAG anlegt, erkennt dagegen schnell, dass Juristen eine wichtige Rolle im Netzwerk des Topmanagements spielen.
Geht es am Ende vielleicht gar nicht vorrangig um den „Vermögensaufbau für jeden“ (DVAG-Slogan), sondern nur darum , wer juristisch am längeren Hebel sitzt?

Nachdenkliche Grüße,
V. F. Alle

.

Noch ein Hinweis am Rande: Der Grund dafür, dass positive Beispiele zur DVAG im Internet in der Regel eher zu finden sind als negative, liegt am Prinzip der Suchmaschinen. Sie sind ähnlich wie Strukturvertriebe auf Empfehlungsmarketing ausgerichtet. Das heißt: Wer regelmäßig Beiträge zu einem Thema schreibt und regelmäßig von anderen Quellen erwähnt wird, der steigt im Ranking der Suchmaschinen.
Das hilft gut vernetzten Unternehmen. Denn unzufriedene Kunden äußern sich eher sporadisch in unterschiedlichen Foren und sind selten gut medial vernetzt. Unzufriedene Mitarbeiter behalten ihren Frust dagegen meist für sich, weil offene Kritik am Vertragspartner (Unternehmen) fatale Folgen für das weitere Berufsleben und damit den Lebensunterhalt haben kann. Manche kritische Berichte verschwinden auch aus dem Netz. Deswegen sollte man sich am besten immer eine Kopie ziehen.

 

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2 Gedanken zu „Die „ausgezeichnete“ Karriere bei der Allfinanz DVAG

    Hardy Flanders sagte:
    19/07/2016 um 9:55 pm

    Deinen widersprüchlichen und aus eigenem Frust über dein Versagen erfundenen Textmüll glaubst du doch nicht selber, oder? Alleine schon dein Schlusswort… Du bist ein ganz armes Würstchen. Aber Dankeschön für diese Komödie am Abend.

      vfalle geantwortet:
      19/07/2016 um 10:22 pm

      Danke für den Kommentar. Es freut mich, dass ich damit jemandem einen schönen Abend bereiten konnte.
      Jeder kommuniziert eben, wie er es gelernt hat.
      Tatsächlich kann ich inzwischen belegen, dass
      ich durch die Beratung der DVAG schon etwas ärmer geworden bin. Ob ich dadurch noch zu einem Würstchen werde bezweifle ich allerdings. 😉

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