Ausschüttung des SEB Immoinvest im Januar 2016 enttäuscht Anleger

Gepostet am Aktualisiert am

Das Filetstück des Fonds SEB-Immoinvest ist verkauft. Der genaue Preis wurde zwar nicht öffentlich gemacht, in Branchenkreisen wird von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro gesprochen. Anleger erwarteten dementsprechend ordentliche Ausschüttungen. Doch die Ausschüttung blieb hinter den Erwartungen zurück.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/potsdamer-platz-wird-an-kanadischen-investor-verkauft-a-1057573.html

PotsdamerPlatz-Klein
Der Potsdamer Platz in Berlin bei Nacht. Er war das „Filetstück“ des Fonds SEB Immoinvest und wurde Ende 2015 an einen neune Besitzer verkauft. Nur ein Brucheil des Geldes kam  bei den Anlegern an.

Der Blogger V. F. Alle hat nachgerechnet und nachgefragt:
Zu Beginn der Auflösung betrug das Fondsvermögen laut FAZ rund 6 Mrd. Euro.
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/immobilienfonds-seb-immoinvest-wird-aufgeloest-11742921.html

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Mit dem Verkauf (mit 1,4 Mrd. Euro gerechnet) wurden also rund 23% des ursprünglichen Fondsvermögens für die Anleger verfügbar. Rechnet man die bisherige Fondsabwertung von 5% aus den 6 Mio. Euro vorher heraus, so beträgt der Anteil sogar rund 25%.
Jetzt kommt die Gegenrechnung. Ich hatte im SEB Immoinvest zum Beginn der Abwicklung etwa 104.000 Euro (mit denen wollte ich eigentlich 2012 zwei über die SEB Bank laufende Darlehen abbezahlen).

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Nach Abzug der Abwertung blieben also rechnerisch 98.800 Euro. Der Anteil von 24,5% entspricht demnach 24.206 Euro. Herausbekommen habe ich laut Santander Bank allerdings nur rund 5.700 Euro  ausgeschüttet bekommen.
Weil mir die Differenz erheblich erscheint, habe ich bei der Santander Bank (ehemals SEB Bank) nachgefragt.

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Mir wurde mitgeteilt, dass durch den Verkauf zwar Liquidität frei wurde, jedoch nicht alles an die Anleger ausgeschüttet wurde. Es wurden nämlich auch „Verbindlichkeiten des Fonds abgelöst“. Das komme am Ende auch mir zu Gute, schreibt mir der Herr von der Bank.

Die Santander Bank stellt das Positive heraus. Immerhin wurden ja schon über 20 Euro je Anteil ausgeschüttet. Dass der Rest nur ausgeschüttet wird, wenn wirklich annähernd 100% der Immobilien verkauft werden, wird nur indirekt erwähnt. Dafür wird angeboten, dass Geld bei der Bank erneut anzulegen.

 

SEB-Jan2016
So informiert die Santander Bank ihre Kunden über die Situation des Fonds.

Der ehemalige Leiter meiner Hausbank verdrehte dagegen über diese Aussagen nur vielsagend die Augen, als ich ihm davon berichtete.
Ich halte also fest, dass es auch hier wie beim Beginn der Abwicklung unterschiedliche Einschätzungen zur Situation der des Fonds gibt. Die Bewertung meiner Dienstleister ist stets optimistisch. Das könnte allerdings Zweckoptimismus sein. Denn unbeteiligte Finanzprofis sehen das deutlich kritischer.

 

Wer Recht hat, wird sich im Mai 2017 zeigen. Dann muss sich zeigen, ob das was im Moment auf dem Papier steht auch bei den Anlegern ankommt. Wenn ich sehe, was anderen Privatanlegern mit scheinbar guten Geldanlagen (zuletzt German Pellets) oder an den Börsen gerade passiert, dann habe ich Zweifel, am Ende zu den „Gewinnern“ zählen zu können.
Natürlich droht SEB-Immoinvest-Anlegern wie mir kein Totalverlust. Das war bei Analegern von Infinus, Procon oder Lehmann anders. Allerdings habe ich inzwischen den Eindruck, dass auch hier die Anwender erst am Ende herausfinden werden, was wirklich von ihrem Geld übrig bleibt. Es wurden ja bereits Teilbeträge ausgeschüttet und auf dem Papier hält sich der Schaden ja noch in Grenzen.
Ich werde den Verlauf weiter dokumentieren.

Viele Grüße,
V. F. Alle

 

 

Hintergrund: Der Fonds war mir und vielen anderen Anlegern als so sicher wie Festgeld angepriesen worden. Gerichte hatten ihn für mündelsicher erklärt.
Wir sprechen hier also nicht von einer Geldanlage für Börsenzocker, sondern von einer Anlage die Privatanlegern Sicherheit bieten sollte.
Im Gegensatz zu Anlegern mit Lehmann-Zertifikaten wird der mögliche Schaden durch den Fonds für die Kunden des SEB Immoinvest aber erst nach vielen Jahren deutlich. Während Lehmann-Anleger den Schaden direkt erkannten und vor Gericht ziehen konnten, dürfte das für die Anleger des SEB Immoinvest nun anders aussehen. Sie haben durch ich Vertrauen in die Aussagen ihrer Berater und einflussreicher Politiker sowie in die Funktion der Finanzaufsicht (überwacht die Abwicklung) wichtige Einspruchsfristen verpasst.

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