Monat: März 2016

Kundenerlebnis für Sparer: Nullzins, Immobilienblase und Altersarmut?

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„Für ein besseres Kundenerlebnis müssen Banken ihre Middle- und Back-End Systeme modernisieren“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des IT-Dienstleisters Syntel Inc.

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„Kundenerlebnis“ ist im Moment ein wichtiges Schlagwort für Marketing- und Unternehmensstrategen. Denn in Zeiten, in denen Produkte zunehmend vergleichbar sind, soll Kunden ein Erlebnis und nicht einfach nur ein Produkt verkauft werden. Das Produkt dient lediglich dazu Wünsche zu erfüllen (z.B. mehr Zeit für Freunde und Familie). Dazu werden Kundendaten benötigt und entsprechende IT-Systeme, die daraus Bedürfnisse errechnen können.

Das Problem liegt für mich allerdings an anderer Stelle. In der anhaltenden Niedrigzinsphase haben Sparer große Schwierigkeiten etwas für ihre Altersvorsorge zu tun. Inzwischen hat das auch die Politik erkannt. Das ARD-Magazin PlusMinus berichtete gestern (30.3.2016) unter dem Titel „Plus für die Altersvorsorge?“ beispielsweise über die Schwierigkeiten von Sparern mit der Riester-Rente und wie die Hessische CDU mit einer Fondsgebundenen „Deutschland-Rente“ gegensteuern will.
Christoph Butterwegge, Sozialstaatsexperte an der Universität in Köln, wird von PlusMinus wie folgt zitiert: „Es handelt sich ebenfalls, wie bei der Riester-Rente, um eine kapitalgedeckte Altersvorsorge, die das Problem hat, dass sie den Finanzmärkten ausgeliefert ist und das heißt Wirtschaftskrisen, ein Crash an den Aktienbörsen würde dazu führen, dass die Altersvorsorge von vielen Millionen Menschen gefährdet ist und das kann nicht die Art und Weise sein, wie man für das Alter vorsorgt.“ (siehe http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/sendung-vom-30032016-altersvorsorge-100.html)
Der Meinung kann ich mich nach meinen Erfahrungen mit meinem Finanzdienstleister Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) nur anschießen.

Dazu kommt noch ein weiterer Punkt:
Steigende Immobilienpreise in Metropolen und gleichzeitig niedrige Zinsen für die Darlehen erhöhen die Gefahr, dass es auch in Deutschland zu einer Immobilienblase kommen kann. Warnungen dazu gibt es schon länger. Das lässt die Situation allerdings eher noch ernster erscheinen.
Die jüngste Warnung stammt aus einem Interview mit dem Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret, das am 30.3.2016 bei Spiegel-Online veröffentlicht wurde. Im Vorspann zum Beitrag heißt es: „Zwar legten die Banken bei der Kreditvergabe weiterhin konservative Kriterien an, das Kreditvolumen sei zuletzt allerdings so stark gewachsen wie seit 13 Jahren nicht mehr. ,Deshalb habe ich heute mehr Bedenken als in den vergangenen Jahren‘, sagt Dombret.“

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Für mich waren die vergangenen Jahre auf jeden Fall ein Erlebnis – und zwar eines auf das ich gerne verzichtet hätte.
Statt mit einer Erbschaft mein eigenes Haus abbezahlt zu haben, verliere ich nun Geld mit Rentenversicherungen und Immobilienfonds. Durch Beratung aus einer Hand wollte ich das eigentlich vermeiden. Gewinner sind auf jeden Fall bisher meine „Dienstleister“.

Mein Fazit: Technik alleine hilft unser Gesellschaft da nicht weiter. Sie hilft nur den Verkäufern von Finanzprodukten – zumindest solange, bis der Kunde den Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit wahrnimmt.

Viele Grüße,
V. F. Alle

Einsame Spitze – Warum Top-Manager Kontrollverlust verschweigen

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„Schwächen zuzugeben ist sehr, sehr schwer“,
sagt ein Top-Manager in der gestrigen ARD-Reportage „Die Story: Einsame Spitze – Top-Manager am Limit“
„Warum?“
fragt die Reporterin.
„Es ist die Kultur: Es ist die Kultur, dass man viele Menschen führt. Und die wollen das Gefühl haben, dass die Führung weiß, wo es hingeht“,
antwortet der Ex-Europachef der Unternehmensberatung McKinsey.
„Aber wenn Sie es nicht wissen …?“,
hakt die Journalistin nach.
„… dann werden Sie ausgetauscht“,
so Herbert Henzler.

Top-Manager_ARDARD-Reportage über Top-Manager in Deutschland. Quelle: ARD-Mediathek

Siehe: http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/die-story-im-ersten-einsame-spitze-top-manager-am-limit-100.html

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Auch andere Top-Manager kommen in dem Beitrag zu Wort. Eine ehemalige Siemens-Personalchefin, ein Ex-Telekom-Personalvorstand, ein ehemaliger Chef eines großen Werkzeughändlers sowie ein Ex-Manager einer IT-Firma reden mit etwas Abstand über ihre inneren Konflikte.

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Mit einer der in der Reportage zitierten Personen hatte ich während meiner Recherche zum politischen Netzwerk der DVAG Kontakt.

Auf meine Bitte ggf. die politischen Kontakte der Person auf die Risiken im System der DVAG hinzuweisen, erhielt ich folgende Nachricht:

… danke fuer Ihre Informationen, die fuer mich tatsächlich in dieser Form neu waren, …
Ihnen ging es ja wie dem Buchbinder Wanninger von Karl Valentin, der von pontius zu pilatus geschickt wurde.
Leider ist Ihre Hoffnung in mich zu groß. Bin zunehmends „Hofnarr“ im
System.
Doch: die Hoffnung stirbt zuletzt

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Zurück zum ARD-Beitrag: Die Reportage kommt zu dem Ergebnis, dass Kontrollverlust für die befragten deutschen Top-Manager ein Problem ist, dass sie lieber verschweigen als darüber zu kommunizieren.

Genau hierin sehe ich die große Gefahr für unsere Gesellschaft.

Wenn Top-Manager aus Angst ersetzt zu werden die Wahrheit nicht mehr sagen dürfen, dann verpassen wir die letzten Chancen für längst notwendige Korrekturen in unseren Unternehmen und damit auch in unserer Gesellschaft.

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Auch mein Finanzdienstleister hat nach dem Tod des Firmengründers Reinfried Pohl eine große Chance verpasst, reinen Tisch zu machen und einen Neustart zu wagen. Das signalisieren mir neben den eigenen Beobachtungen Kommentare von Mitarbeitern und Ex-Mitarbeitern.

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Die Menschen spüren, wenn etwas nicht so läuft, wie es ihnen dargestellt wird. Alle Versuche von Managern und Politikern, die wirklichen Entwicklungen dauerhaft zu verschweigen, sind damit zum Scheitern verurteilt.

Ja, wir schaffen das (trotzdem)…

… allerdings nur, wenn endlich auch wieder offen über Schwierigkeiten und Fehleinschätzungen gesprochen werden kann.
Das gilt insbesondere in Zeiten des schnellen Wandels, den kein Mensch alleine überblicken und noch weniger alleine beherrschen kann. Fehler sind also für alle Beteiligten ohnehin vorprogrammiert.

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Viel Erfolg, seit ehrlich zueinander und lasst Euch von Fehlentscheidungen nicht unterkriegen
wünscht V. F. Alle

Freunde und die finanzielle Absicherung

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„Glücklich ist der, der gesund ist und viel Zeit mit Familie und Freunden verbringen kann. Doch auch die finanzielle Absicherung ist ein wichtiger Faktor zum Glücklichsein“,

so heißt es in einem aktuellen Pressetext der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) unter dem folgendem Bild.

PM-Tag-des-Glücks
Mehr Zeit für die Familie – das soll das Pressebild der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) signalisieren.

Eine Studie, die die DVAG anlässlich des internationalen Tages des Glückes in Auftrag gegeben hatte kommt zu dem Ergebnis: Glück bedeute für die meisten Befragten Gesundheit (92 %) gefolgt von Familie und Freunden (85 %) sowie finanzieller Absicherung (83 %) und „mehr freie Zeit für mich zu haben“(83 %).
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Alles scheint sich so klar zusammen zu fügen: Die DVAG übernimmt die finanzielle Absicherung und die Kunden haben mehr Zeit für sich und ihre Familie.
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Aber Vorsicht: Da Vermögensberater der DVAG ihre Kunden oft im Freundes- und Bekanntenkreis suchen, droht bei Problemen mit der finanziellen Absicherung schnell eine Beziehungskrise.
Bei meinen Recherchen habe ich mitbekommen, dass das leider kein Einzelfall ist.
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Mein Berater war der Mann einer Reitfreundin meiner Frau. Schnell entwickelte sich über gemeinsame Interessen ein freundschaftliches Verhältnis. Meine Kinder waren damals klein – ähnlich wie die Kinder auf dem Pressefoto. Das Angebot des DVAG-Beraters war damals bereits sinngemäß: „Überlass mir doch die Arbeit mit deiner finanziellen Absicherung, dann bleibt dir mehr Zeit für die Familie.“
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Soweit, so gut. Als sein Vermögensplan für mich aber scheiterte und ich mein Haus nicht wie geplant abbezahlen konnte, hatte er keine Lösung mehr für mich. Eine seiner letzten Aussagen ging in die Richtung: „Dann musst Du mich wohl verklagen.“
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So stand ich vor der Frage, ob ich meinen Vermögensberater verklagen wollte, der mir in der Situation selbst verzweifelt erschien.
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Leser meines Blogs wissen, dass ich mich dagegen entschieden habe und den Fehler auf höheren Ebenen im System der DVAG suche. Die (ausweichenden) Antworten die ich bekommen habe, sind alle in diesem Blog dokumentiert.

Nach meiner Ansicht gibt es in diesem System viele Verlierer und nur wenige Gewinner. Zu den Verlierern zähle ich dabei auch Menschen deren Freundschaften zu Schaden gekommen sind.
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Interessant finde ich, dass diese Strukturen, den höherer Ebenen der DVAG sogar helfen. Denn entweder verzichten die Kunden darauf den Freund bzw. die Freundin zu verklagen oder der Vermögensberater bezahlt dafür mit der Freundschaft oder mit Geld.
Mir wurde zum Beispiel ein neues Darlehen angeboten, für das mein Berater die Zinsen zahlen wollte – natürlich nur, wenn das nicht an die große Glocke hänge.
Ich wollte allerdings eine offizielle Lösung. Diese gibt es bis heute leider noch nicht.
Und was die Zeit für die Familie angeht, so habe ich das was ich vor 14 Jahren an Zeit sparte, längst mehrfach in die Eigenrecherche und diesen Blog gesteckt.
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An all diese Dinge erinnert mich die aktuelle Pressemitteilung der DVAG. Die Pressestelle macht sicher einen guten Job, wenn sie ein positives Gefühl bei den Menschen erzeugt. Jetzt liegt es also an der DVAG-Führung, dem auch gerecht zu werden.

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Viele Grüße,
V. F. Alle

Geld allein macht nicht glücklich – Studie im Auftrag der DVAG

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Im Auftrag der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) stellte der INSA-Meinungstrend anlässlich des internationalen Tag des Glücks am 20. März die Frage: „Macht Geld glücklich?“
Quelle: https://www.dvag-presseservice.de/2016/03/17/insa-meinungstrend-der-dvag-zum-int-tag-des-gluecks-am-20-maerz-geld-allein-macht-die-deutschen-nicht-gluecklich-aber-es-beruhigt/#utm_source=feed&utm_medium=feed&utm_campaign=feed

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Die Antwort ist kaum überraschend:
54% der Deutschen sind laut der Befragung der Meinung,
dass Geld allein nicht glücklich macht.

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Ich frage mich nur, warum ausgerechnet mein Finanzdienstleister jetzt in eine Pressemitteilung darüber veröffentlicht.
Ich kann mir nur vorstellen, dass das Unternehmen schon einmal für schlechte Zeiten vorbauen will. Nach dem Motto: Liebe Kunden, bitte seid nicht böse, dass Ihr durch unsere Beratung nicht reicher werdet, obwohl wir Euch „Vermögensaufbau“ versprochen haben. Es gibt ja wichtigere Dinge im Leben.
Bestätigen kann ich folgende Aussage dem DVAG-Pressetext zum internationalen Tag des Glücks:

„Das Leben ohne Geldsorgen genießen zu können, ist für die Mehrheit der Deutschen wichtig.“

Richtig: Für mich auch. Deshalb verstehe ich es nicht, dass mir von der DVAG bis lediglich ein neues Darlehen angeboten wurde. Stattdessen hätte ich gerne einmal mit den DVAG-Verantwortlichen darüber gesprochen, warum ich trotz eines ausreichenden Vermögens und dem DVAG-Markenclaim „Vermögensaufbau für Jeden“ meine Darlehen über die DVAG bis heute nicht abbezahlt habe. Die Details stehen in diesem Blog.

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Und ja: Die Geldsorgen bereiten mir Stress. Dabei wollte ich genau diesen Stress durch „Beratung aus einer Hand“ vermeiden.
Es ist auch nicht der Verlust von Geld der mich ärgert. Vielmehr ärgert es mich, dass die DVAG scheinbar völlig ignoriert, was gerade mit Ihren Kunden passiert, denen die Fonds SEB Immoinvest und DWS Immoflex verkauft wurden.

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Viele Grüße,
V. F. Alle

Zeit für die Wahrheit beim SEB Immoinvest

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Vor einigen Jahren war ich regelmäßig in den Niederlanden. Auf dem Weg sind mir immer wieder schöne, aber leer stehende Büro- und Lagergebäude aufgefallen.

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Bezüglich des Immobilienfonds SEB Immoinvest hatten mir meine Dienstleister DVAG und Santander Bank (ehemals SEB) immer wieder gesagt, dass der Fonds gut laufende Immobilen besitze und ich mir da keine Sorgen machen müsse. Mantra-artig wurde immer wieder der Potsdamer Platz als Beispiel dafür genannt.

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Mit den Immobilien am Potsdamer Platz wurde aber inzwischen das Filetstück des SEB Immoinvest verkauft. Nur wenige Monate später verkündet Savills Fund Management eine erneute Abwertung der Anteile.
(Hintergrund: Savills Fund Management hatte die SEB Investment GmbH und die SEB Asset Management AG 2015 übernommen.)

Die Abwertung wurde am 8. März 2016 von Savills wie folgt begründet:
„Der Anteilwert des SEB Immoinvest sank am 8. März 2016 von 25,52 Euro auf 25,16 Euro (um 36 Cent).
Dies resultiert im Wesentlichen aus den Folgebewertungen einer italienischen Liegenschaft in Rom und vier Liegenschaften in den Niederlanden.“

SEB-Abwertung2016
Abwertung (Anteilspreisreduzierung)  SEB Immoinvest,  März 2016: So begründet Savills Fund Management die Abwertung der Fondsanteile. Quelle:www.savillsim-publikumsfonds.de

Jetzt scheint die Zeit der Wahrheit zu kommen. Die neue Gesellschaft kann (und muss) darüber nach gut vier Jahren der Abwicklung nun offen kommunizieren. Nachdem die SEB-Bank im Jahr 2010 von der Santander-Bank übernommen wurde, die Fondsverwaltung 2011 an die Fondsdepot-Bank übertragen wurde und schließlich 2015 die SEB Investment GmbH und die SEB Asset Management AG von der Savills-Gruppe gekauft wurde, dürfte es ohnehin für Anleger schwer werden, hier noch Verantwortliche zu finden und haftbar zu machen.

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Vermutlich werden viele Anleger Schaden erleiden und darauf sitzen bleiben. Doch das wird erst im März/April 2017 sicher sein. Denn bis dahin läuft der Zeitraum für die Abwicklung.
Dann währe es so, dass ich mit meinen kritischen Vermutungen gegenüber meinen Finanzdienstleistern recht habe.
Aber recht haben und Recht bekommen sind ja nicht zwangsweise das Selbe.

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Viele Grüße,

V.F. Alle

Riskantes Gruppendenken

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Mitglieder von Gruppen fühlen sich stark. Das führt oft auch dazu, dass sich Menschen Meinungsführern in einer Gruppe anschließen um ebenfalls zu dieser Gruppe zu gehören und von ihr anerkannt zu werden.

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Warum beschäftigt sich der V.-F.-Alle-Blog nun mit dem Thema Guppendenken bzw. Group Thinking?

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Ganz einfach: Im Zusammenhang mit einer möglichen neuen Immobilienblase, bin ich in den Kommentaren zu einem Spiegel-Beitrag auf den Begriff „Gruppendenken“ gestoßen. Das Prinzip funktioniert aber nicht nur auf den oberen Schichten einer Gesellschaft (bei den Finanz-Eliten), sondern auch auf anderen Ebenen. Damit meine ich die aktuelle Flüchtlingsdiskussion, aber auch Prozesse in Unternehmen und Vereinigungen.

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Aber zunächst zum Spiegel-Beitrag über die Finanzwirtschaft. Siehe:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ezb-wie-mario-draghi-die-naechste-immobilienblase-aufpumpt-a-1080884.html
Ein Leser schrieb dort: „Neulich gab es doch von Fleischhauer die Kolumne über Merkel in der Groupthink Falle. Bei Draghi ist es ein ähnliches Problem. Die Notenbänker der ClubMed Länder drängen auf mehr Geld damit diese Länder nicht pleite gehen und Draghi überschwemmt die Eurozone weiter mit Liquidität die keiner braucht unter dem Vorwand der Gefahr einer Deflation. Risiken und Nebenwirkungen werden ausgeblendet.“

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Der Leser bezieht sich auf folgenden Beitrag: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/angela-merkel-steckt-in-der-groupthink-falle-kolumne-a-1078791.html
Darin schreibt Jan Feischhauer zum Einstieg: „Anfang der Siebzigerjahre stieß der US-Psychologe Irving Janis bei seiner Forschung zum Verhalten von Menschen in Gruppen auf ein Phänomen, das er Groupthink nannte. Den Anlass für seine Untersuchungen boten eine Reihe von Entscheidungen der Regierung Kennedy, die sich im Nachhinein als verhängnisvoll erwiesen.“

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Bei meinem Finanzdienstleister sehe ich ähnliche Strukturen. Diese hängen stark mit dem Netzwerkmarketing zusammen, dass ich in diesem Blog bereits thematisiert habe.

Gruppendenken
Das bedenkliche an Gruppendenken ist, dass dabei eine scheinbar demokratische Meinungsfindung zustande kommt. Tatsächlich wird die Meinung der Gruppe von einem oder wenigen Meinungsführern geprägt. Der Rest fühlt sich dabei sicher, weil seine Wahl  von der Mehrheit in der Gruppe getragen wird.

Um das deutlich zu machen, habe ich hier einmal ein paar Definitionen für Gruppendenken / Groupthink herausgesucht.
Beim Wissenschaftsmagazin Spektrum.de heißt es z.B. im Lexikon der Psychologie (siehe http://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/gruppendenken/6121):

„Gruppendenken wird … … als übermäßiges Streben nach Einmütigkeit definiert. Es entsteht bei Personen, deren Harmoniestreben in hochkohäsiven Gruppen die Motivation, andere Alternativen akkurat zu bewerten, überwiegt. Gruppendenken beschreibt also einen defizitären Gruppenentscheidungsprozeß, der mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu einer mangelhaften Entscheidung mit zum Teil katastrophalen Konsequenzen führt.“

Etwas weniger Wissenschaftlich und damit allgemeiner verständlich sind die Definitionen und Beispiele bei Wikipedia, die zum gleichen Ergebnis kommen:

„Gruppendenken im Sinne des Groupthink tritt gehäuft in Komitees oder großen Organisationen in Erscheinung, vor allem wenn die Entscheidung abgeschottet von äußeren Einflüssen getroffen wird. In seiner extremen Ausprägung ist Gruppendenken das völlige Unterwerfen des Einzelnen unter das Denken einer Gruppe, zu der die Einzelperson gehört oder gehören will. Dabei kann es sich um eine Religionsgemeinschaft, eine Partei oder auch nur ein beliebiges Entscheidungsgremium handeln. Kritisches, hinterfragendes Denken findet dann nicht mehr statt.“

Weiter heißt es bei Wikipedia:

„Die Gefahr des Gruppendenkens besteht in seiner ausgeprägten Starrheit und Irrationalität. Verfügt eine Gruppe nicht über funktionale Mechanismen zur Anpassung der gemeinsamen Denkvorstellungen, werden diese zum Dogma erhoben, das dennoch hohe Anziehungskraft entfalten kann. Die Orientierung an einem solch wirklichkeitsfernen Dogma kann im ungünstigsten Fall bis zum Untergang der Gruppe führen.“

Ein großes Harmoniestreben sehe ich auch in der Gruppe meines Finanzdienstleisters und auch auf politischer Ebene in Deutschland sowie in Teilen Europas.
Im Nachhinein habe ich erkannt, dass das der Grund war, warum mich der Finanzdienstleister und die Politik der CDU zuvor so angezogen hatten.
Inzwischen habe ich gelernt, wie in diesen Systemen mit Erkenntnissen umgegangen wird, die nicht in das Harmonieverständnis der Gruppe passen. Sie werden teils ignoriert, weil die Mehrheit ja anderer Meinung ist oder die Verantwortung dafür wird an andere weiterdelegiert.

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Ich frage mich: Wie lange kann das noch gut gehen?

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Der Appell an meine Leser lautet daher: Bildet Euch eine eigene Meinung – auch wenn es durch die aktuelle Informationsflut schwer fällt und manche Informationen schwer zu bekommen sind. Nur so sind wirklich demokratische Entscheidungen möglich.

 

Viele Grüße

V. F. Alle

Lauter Einzelfälle?

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Hartnäckigkeit zahlt sich aus!

Das gilt zwar bisher nicht bei den Managern meiner Finanzdienstleister und auch nicht bei den mit ihnen verbundenen Politikern, aber dafür für Reaktionen im Internet.

Im Moment gibt es viele  Menschen, die Fragen zum SEB Immoinvest oder zu diversen Rentenversicherungen  (u.a. Riester) haben. Es gibt auch viele die konkrete Fragen bezüglich der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) und der mit dem Finanzvertrieb eng verbundenen Aachen Münchener Versicherung haben.

Ich kann nur sagen: Leute ihr seid nicht allein!
Ihr fühlt Euch aber vielleicht vom Dienstleister allein gelassen.

Natürlich lassen die Dienstleister die persönlichen Probleme der Kunden gerne als Einzelfälle erscheinen.

Um allen (die noch an Einzelfälle glauben möchten) einen Eindruck zu geben, habe ich eine Auswahl an Suchanfragen der letzten zwei Wochen zusammengestellt, die meinen Blog erreichten:

„seb immoinvest wie reagieren“
„seb immoinvest abwicklung auszahlung“
„immoinvest verluste“
„prognose seb immoinvest für 2017“
„wie stehts um immoinvest“
„vertrauensmitarbeiter dvag“
„riester rente strategie plus kündigen geld zurück“
„auszahlung seb immoinvest“
„aachenmünchener riester kündigen“
„falsche vermögensberatung durch finanzdienstleister“
„dvag erfahrungen 2015“
„ reinfried pohl film aida“
„ beitragsfreie riester rente nicht fortführbar“
„ seb immoinvest“
„mein schiff 3 2017 dvag“
„riester dvag kündigen“
„ seb immobilien erst 2017 auszahlung“
„seb immoinvest auszahlung januar 2016“
„aachenmünchener riesterrente strategie plus“
„seb immoinvest“
„aachen münchener. wieso jedes jahr verträge aktualisieren?
„aachenmünchener erfahrungen“
„ seb immoinvest was passiert bei abwicklung“
„seb imno invest klagen aachner“
„riester rente test 2015 aachenmünchener“
„dvag kritik zdf“
„aachen münchener riester rente rg“
„aktuelle einscätzungen zu immoinvest seb“
„aachener münchener plus rente“
„vermögensaufbau für jeden“
„riesterrente aachen münchener kündigen“
„ aachener münchener jwdes jahr abschlusskosten“
„dvag aussteiger“

Damit die Betroffenen deutlich machen können, dass sie eben keine Einzellfälle sind, bitte ich die Leser meines Blogs,  ihre Erfahrungen hier zu dokumentieren.
Denn nur wenn weitere konkrete Fälle bekannt werden, lässt sich wirklich etwas ändern. Hochrangige Politiker vertrauen nämlich dem System der DVAG. Nach Gesetzänderungen wird die DVAG z.B. nicht mehr von der Finanzaufsicht kontrolliert.

Rechtliche Schritte gegen die DVAG, den Vermögensberater sowie die Finanzdienstleister dürften inzwischen nämlich für die meisten SEB-Immoinvest-Anleger schwierig werden.  Sie haben wichtige Einspruchsfristen bereits verpasst.

Viele Grüße

V. F. Alle