Einsame Spitze – Warum Top-Manager Kontrollverlust verschweigen

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„Schwächen zuzugeben ist sehr, sehr schwer“,
sagt ein Top-Manager in der gestrigen ARD-Reportage „Die Story: Einsame Spitze – Top-Manager am Limit“
„Warum?“
fragt die Reporterin.
„Es ist die Kultur: Es ist die Kultur, dass man viele Menschen führt. Und die wollen das Gefühl haben, dass die Führung weiß, wo es hingeht“,
antwortet der Ex-Europachef der Unternehmensberatung McKinsey.
„Aber wenn Sie es nicht wissen …?“,
hakt die Journalistin nach.
„… dann werden Sie ausgetauscht“,
so Herbert Henzler.

Top-Manager_ARDARD-Reportage über Top-Manager in Deutschland. Quelle: ARD-Mediathek

Siehe: http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/die-story-im-ersten-einsame-spitze-top-manager-am-limit-100.html

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Auch andere Top-Manager kommen in dem Beitrag zu Wort. Eine ehemalige Siemens-Personalchefin, ein Ex-Telekom-Personalvorstand, ein ehemaliger Chef eines großen Werkzeughändlers sowie ein Ex-Manager einer IT-Firma reden mit etwas Abstand über ihre inneren Konflikte.

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Mit einer der in der Reportage zitierten Personen hatte ich während meiner Recherche zum politischen Netzwerk der DVAG Kontakt.

Auf meine Bitte ggf. die politischen Kontakte der Person auf die Risiken im System der DVAG hinzuweisen, erhielt ich folgende Nachricht:

… danke fuer Ihre Informationen, die fuer mich tatsächlich in dieser Form neu waren, …
Ihnen ging es ja wie dem Buchbinder Wanninger von Karl Valentin, der von pontius zu pilatus geschickt wurde.
Leider ist Ihre Hoffnung in mich zu groß. Bin zunehmends „Hofnarr“ im
System.
Doch: die Hoffnung stirbt zuletzt

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Zurück zum ARD-Beitrag: Die Reportage kommt zu dem Ergebnis, dass Kontrollverlust für die befragten deutschen Top-Manager ein Problem ist, dass sie lieber verschweigen als darüber zu kommunizieren.

Genau hierin sehe ich die große Gefahr für unsere Gesellschaft.

Wenn Top-Manager aus Angst ersetzt zu werden die Wahrheit nicht mehr sagen dürfen, dann verpassen wir die letzten Chancen für längst notwendige Korrekturen in unseren Unternehmen und damit auch in unserer Gesellschaft.

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Auch mein Finanzdienstleister hat nach dem Tod des Firmengründers Reinfried Pohl eine große Chance verpasst, reinen Tisch zu machen und einen Neustart zu wagen. Das signalisieren mir neben den eigenen Beobachtungen Kommentare von Mitarbeitern und Ex-Mitarbeitern.

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Die Menschen spüren, wenn etwas nicht so läuft, wie es ihnen dargestellt wird. Alle Versuche von Managern und Politikern, die wirklichen Entwicklungen dauerhaft zu verschweigen, sind damit zum Scheitern verurteilt.

Ja, wir schaffen das (trotzdem)…

… allerdings nur, wenn endlich auch wieder offen über Schwierigkeiten und Fehleinschätzungen gesprochen werden kann.
Das gilt insbesondere in Zeiten des schnellen Wandels, den kein Mensch alleine überblicken und noch weniger alleine beherrschen kann. Fehler sind also für alle Beteiligten ohnehin vorprogrammiert.

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Viel Erfolg, seit ehrlich zueinander und lasst Euch von Fehlentscheidungen nicht unterkriegen
wünscht V. F. Alle

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