Kundenerlebnis für Sparer: Nullzins, Immobilienblase und Altersarmut?

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„Für ein besseres Kundenerlebnis müssen Banken ihre Middle- und Back-End Systeme modernisieren“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des IT-Dienstleisters Syntel Inc.

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„Kundenerlebnis“ ist im Moment ein wichtiges Schlagwort für Marketing- und Unternehmensstrategen. Denn in Zeiten, in denen Produkte zunehmend vergleichbar sind, soll Kunden ein Erlebnis und nicht einfach nur ein Produkt verkauft werden. Das Produkt dient lediglich dazu Wünsche zu erfüllen (z.B. mehr Zeit für Freunde und Familie). Dazu werden Kundendaten benötigt und entsprechende IT-Systeme, die daraus Bedürfnisse errechnen können.

Das Problem liegt für mich allerdings an anderer Stelle. In der anhaltenden Niedrigzinsphase haben Sparer große Schwierigkeiten etwas für ihre Altersvorsorge zu tun. Inzwischen hat das auch die Politik erkannt. Das ARD-Magazin PlusMinus berichtete gestern (30.3.2016) unter dem Titel „Plus für die Altersvorsorge?“ beispielsweise über die Schwierigkeiten von Sparern mit der Riester-Rente und wie die Hessische CDU mit einer Fondsgebundenen „Deutschland-Rente“ gegensteuern will.
Christoph Butterwegge, Sozialstaatsexperte an der Universität in Köln, wird von PlusMinus wie folgt zitiert: „Es handelt sich ebenfalls, wie bei der Riester-Rente, um eine kapitalgedeckte Altersvorsorge, die das Problem hat, dass sie den Finanzmärkten ausgeliefert ist und das heißt Wirtschaftskrisen, ein Crash an den Aktienbörsen würde dazu führen, dass die Altersvorsorge von vielen Millionen Menschen gefährdet ist und das kann nicht die Art und Weise sein, wie man für das Alter vorsorgt.“ (siehe http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/sendung-vom-30032016-altersvorsorge-100.html)
Der Meinung kann ich mich nach meinen Erfahrungen mit meinem Finanzdienstleister Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) nur anschießen.

Dazu kommt noch ein weiterer Punkt:
Steigende Immobilienpreise in Metropolen und gleichzeitig niedrige Zinsen für die Darlehen erhöhen die Gefahr, dass es auch in Deutschland zu einer Immobilienblase kommen kann. Warnungen dazu gibt es schon länger. Das lässt die Situation allerdings eher noch ernster erscheinen.
Die jüngste Warnung stammt aus einem Interview mit dem Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret, das am 30.3.2016 bei Spiegel-Online veröffentlicht wurde. Im Vorspann zum Beitrag heißt es: „Zwar legten die Banken bei der Kreditvergabe weiterhin konservative Kriterien an, das Kreditvolumen sei zuletzt allerdings so stark gewachsen wie seit 13 Jahren nicht mehr. ,Deshalb habe ich heute mehr Bedenken als in den vergangenen Jahren‘, sagt Dombret.“

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Für mich waren die vergangenen Jahre auf jeden Fall ein Erlebnis – und zwar eines auf das ich gerne verzichtet hätte.
Statt mit einer Erbschaft mein eigenes Haus abbezahlt zu haben, verliere ich nun Geld mit Rentenversicherungen und Immobilienfonds. Durch Beratung aus einer Hand wollte ich das eigentlich vermeiden. Gewinner sind auf jeden Fall bisher meine „Dienstleister“.

Mein Fazit: Technik alleine hilft unser Gesellschaft da nicht weiter. Sie hilft nur den Verkäufern von Finanzprodukten – zumindest solange, bis der Kunde den Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit wahrnimmt.

Viele Grüße,
V. F. Alle

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