„Störungen im Betriebsablauf“ – Was können Journalisten noch leisten?

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Bei meinen privaten Recherchen habe ich mich mehrfach  gefragt, warum manche Themen gar nicht oder kaum von Journalisten behandelt werden. Ich habe schon  geahnt, dass es an finanziellen und personellen Ressourcen liegen könnte. In meinem beruflichen Tätigkeitsbereich erlebe ich das ja auch.

 

Nun kommt ein deutliches  Alarmsignal aus dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV).
Es geht um die Meinungsfreiheit.

 

Das Medienmagazin „Journalist“ ist in den vergangenen Monaten immer dünner geworden und der Chefredakteur des Magazins hofft auf eine baldige gute Lösung für sein Blatt. Vor allem geht es wohl um das Geld, das nötig ist, um intensive Recherchen und die professionelle Umsetzung von journalistischen Beiträgen zu gewährleisten – zumindest bisher.

 

Doch der Fall des Satirikers Böhmermann zeigt, dass in Deutschland auch die Meinungsfreiheit inzwischen durch politische Einflussnahme in Gefahr ist.

Pressefreiheit-1

Zurück zum lieben Geld: Ich erlebe selbst, dass freie Autoren sich dazu gezwungen sehen, auch für Unternehmen und Verbände zu arbeiten. Sie tun das, obwohl sie lange aus innerer Überzeugung darauf verzichtet haben.  Sie wollen schließlich ihre Familien ernähren können. Das ist ein starkes Argument.
Je mehr sich das vermischt, umso schwerer wird es bei aller Überzeugung zwischen einer Auftragsarbeit und einer kritisch distanzierte Recherche umzuschalten.

 

Unternehmen und Branchenvereinigungen haben das gemerkt. Sie nehmen ihre Kommunikation inzwischen selbst in die Hand. Ein Beispiel dafür ist der Gesamtverband der Deutschen  Versicherungswirtschaft (GDV). http://versicherungswirtschaft-heute.de/koepfe/gdv-neue-kommunikationsstrategie-mit-paterak/

Dazu zähle ich aber auch über die Aktivitäten meines Finanzdienstleisters DVAG. Über die zweifelhaften Berechnungen im DVAG-Blog hatte ich in meinem Blog-Beitrag vom 5.5.2016 bereits berichtet.

Kritische Journalisten erleben dagegen, dass es immer schwerer wird bei Unternehmen an Informationen zu kommen. Denn die bedienen lieber Medien, die unkritisch sind oder die sie in Form von eigenen Internet-Inhalten gleich selbst gestalten können.

 

Eine Meinungsbildung wird dadurch erschwert. Journalisten erkennen die Gefahr schon länger. Aber wenn Journalisten mal mit ihren Schlussfolgerungen falsch liegen,  wird im Moment schnell  die ganze Branche als „Lügenpresse“ verurteilt. Das hilft nur denjenigen, die kein Interesse an einer ausgewogenen Berichterstattung haben. Außenstehende nehmen das bisher kaum wahr, weil es ein schleichender Prozess ist.

 

Der Bundesvorsitzende des Journalistenverbands DJV, Frank Überall, macht es im aktuellen Branchenmagazin Journalist die Herausforderungen in einem unübersichtlichen Umfeld deutlich:

 

„Wir kämpfen für die Interessen der Journalisten und Journalistinnen bei der Reform des Urheberrechts. Wir setzen uns für die Pressefreiheit in Deutschland ein, thematisieren aber auch die Probleme in der Türkei. Wir versuchen die schlimmen Angriffe der Europäischen Union gegen den Schutz von Whistleblowern abzuwehren. Wir verhandeln über faire Gehälter und Honorare, …“

und

„Es gibt also viele ‚Störungen im Betriebsablauf‘ des Journalismus in Deutschland …
… Wir bleiben dran.“

 

Dem kann ich nur zustimmen.

 

Viele Grüße
V. F. Alle

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