Brexit: Wer hat da was falsch verstanden?

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Es ist schon erstaunlich, was in den vergangenen Tagen über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union diskutiert wurde (Britain + exit = Brexit). Besonders erschreckend finde ich allerdings die reflexartige Reaktion der Märkte.

Als die Prognosen an dem Tag vor dem Referendum noch gegen den Austritt sprachen, zeigten die Kurven an den Finanzmärkten einen positiven Trend. Als sich das in der Nacht nach der Abstimmung änderte, brachen die Finanzmärkte in Großbritannien und weltweit stark ein. Wollten da etwa Finanzjongleure Kasse mit der Situation der Menschen in Großbritannien machen oder einfach nur ihr Geld retten?

 

Auf der anderen Seite haben es sich die Brexit-Befürworter zu Nutzen gemacht, dass die Menschen auf der britischen Insel Angst vor der Zukunft haben. Meiner Meinung nach, merken die Menschen dort genauso wie viele Griechen und andere Europäer, dass von dem immer wieder von Politikern gepredigten Wachstum bei ihnen nichts mehr ankommt. Wer den Eindruck hat, nichts mehr verlieren zu können, der neigt eben dazu, einfach nur etwas ändern zu wollen.

 

Als klar wurde, dass die Mehrheit für einen Ausstieg gestimmt hatte, hörte und las ich Stimmen die sinngemäß lauteten: „Man hätte die Abstimmung nie zulassen dürfen, denn die Zusammenhänge sind viel zu komplex. Das können die Wähler ja alles gar nicht überblicken.“

 

Tatsächlich wurde das ganze Land von den Finanzmärkten direkt abgestraft. Das Britische Pfund viel auf den niedrigsten Wert seit 1985 und britische Banken sowie Unternehmen verloren an den Aktienmärkten Millionen-Beträge.

 

Aber wer hat jetzt etwas falsch gesehen? Die Briten, die so nicht mehr weitermachen wollen? Oder vielleicht die Finanz-Zocker, die Ursache und Wirkung nicht mehr im Blick haben, sondern nur noch ihr Geld und ihre Wachstumszahlen?

 

Ich glaube meine Oma – eine einfache und bescheidene Frau – hätte darauf eine Antwort gehabt. Ihr Lebensmotto war stets:

„Leben und Leben lassen.“

 

Leben wollen wir alle. Nur mit dem Leben lassen tun sich in unserer Gesellschaft einige Menschen schwerer als andere.

 

Viele Grüße

V. F. Alle

 

Nachtrag:
Vermutlich haben alle Beteiligten erkannt, dass es so nicht weiter gehen kann.
Die Tragik liegt nun darin, dass diejenigen die nun auf Veränderungen drängen, wenig zur Lösung der zu Grunde liegenden Probleme beitragen können. Auf der anderen Seite machen diejenigen, die tatsächlich Veränderungen herbeiführen könnten, einfach weiter wie bisher. Das zeigen die reflexartigen Reaktionen an den Finanzmärkten.

 

 

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